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Entlassmanagement

Ab dem 1. Oktober 2017 werden Krankenhäuser verpflichtet, für Patienten nach voll- und teilstationärem Aufenthalt oder nach Erhalt stationsersetzender Leistungen ein sogenanntes Entlassmanagement anzubieten.

Es dient zur Unterstützung einer sektorenübergreifenden Versorgung der Versicherten beim Übergang in die Versorgung nach einer Krankenhausbehandlung. Der Versicherte hat gegenüber der Krankenkasse einen Anspruch auf Unterstützung des Entlassmanagements(SGB V, § 39 Abs. 1a).

Materialien

Verordnungen

Es gelten die nachfolgenden Bestimmungen über die vertragsärztliche Versorgung:

  • analoge Regelungen zur Arztpraxis, auch für die Wirtschaftlichkeitsprüfung
  • ausschließlicher Einsatz zertifizierter Software für die Bedruckung der Formulare
  • Verordnungen nur durch Krankenhausärzte mit abgeschlossener Weiterbildung

Soweit dies für die Versorgung des Versicherten unmittelbar nach der Entlassung erforderlich ist, können die Krankenhäuser ab dem 1. Oktober 2017 verordnen. Die Verordnung muss am Entlasstag erfolgen. Nur in entsprechenden Ausnahmefällen darf eine Hilfsmittelverordnung vor dem Entlasstag ausgestellt werden:

Rahmenvertrag § 3 Absatz 8 und § 6 Absatz 3

Die Verordnung muss auf gesonderten Formularen erfolgen, die mit "Entlassmanagement" gekennzeichnet sind. Die Formulare können über die Landeskrankenhausgesellschaft bezogen werden:

Krankenhausgesellschaft Rheinland-Pfalz e.V.
Bauerngasse 7
55116 Mainz

Telefon 06131 286950
Fax 06131 2869595  
mail@kgrp.de

Der Druck der Formulare erfolgt über:

RIECO DRUCK + DATEN GmbH & Co. KG
Industriestraße 28
67269 Grünstadt

Telefon 06359 93400

Mögliche Verordnungen

  • Arzneimittel: eine Packung mit dem kleinsten Packungsgrößenkennzeichen gemäß der Packungsgrößenverordnung

Für einen Zeitraum von bis zu sieben Tagen:

  • Verbandmittel
  • Heilmittel
  • Hilfsmittel
  • häusliche Krankenpflege
  • Soziotherapie
  • Feststellung der Arbeitsunfähigkeit

Pflegeversicherung

Soweit Hilfen durch die Pflegeversicherung in Betracht kommen, kooperieren Kranken- und Pflegekassen miteinander.

Verordnungsformulare

Die Verordnungsformulare für oben aufgeführte Verordnungen müssen mit "Entlassmanagement" gekennzeichnet werden. Gemäß Arzneimittel-Richtlinie (AM-RL) gilt für Arzneimittelverordnungen im Rahmen des Entlassmanagements eine Einlösefrist, so dass diese Verordnungen nur innerhalb von drei Werktagen zu Lasten der Krankenkasse beliefert werden dürfen (AM-RL, §11 Absatz 4).

Handbuch

KBV-Handbuch "Verordnen im Rahmen des Entlassmanagements nach § 39 Abs. 1a SGB V"

Verwandte Themen

Weiterführende Informationen wie Richtlinien und Ausfüllhinweise zu den einzelnen Themengebieten finden Sie hier:

Verordnungen

Krankentransport

Unabhängig vom Entlassmanagement konnten bisher und können auch zukünftig Krankentransportscheine von Krankenhausärzten ausgestellt werden. Auch hier gelten das Wirtschaftlichkeitsgebot und die gesetzlichen Regelungen.

Verwandte Themen

Weiterführende Informationen wie die Richtlinie und Ausfüllhinweise finden Sie hier:

Krankentransport

Spezialisierte ambulante Palliativversorgung

Die Verordnung der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV) ist in der Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) geregelt. Bei medizinischer Notwendigkeit können Krankenhausärzte bisher und zukünftig entsprechende Verordnungen für einen Zeitraum von bis zu sieben Tagen ausstellen.

Weiterführende Links

Richtlinie des G-BA zur Verordnung von SAPV

Rahmenvertrag

Details des Entlassmanagements sind in einem Rahmenvertrag festgelegt, den die KBV, die Deutsche Krankenhausgesellschaft und der GKV-Spitzenverband nach einer Schiedsamtsentscheidung abgeschlossen haben.

Weiterführende Links

Rahmenvertrag Entlassmanagement

Betriebsstätten- und Krankenhausarztnummer

Für die Verordnung von Leistungen im Rahmen des Entlassmanagements muss auf den vertragsärztlichen Vordrucken ab dem 1. Oktober 2017 eine Betriebsstättennummer (BSNR) und eine Krankenhausarztnummer angegeben werden.

BSNR

Die versorgungsspezifische BSNR für das Entlassmanagement wird nach Antragstellung von der KV RLP erteilt. Diese BSNR muss mit den Ziffern 75 beginnen. Andere BSNR sind im Rahmen des Entlassmanagements nicht gültig.

LANR

Erst ab Januar 2019 müssen die gesetzlich vorgeschriebenen Krankenhausarztnummern verwendet werden. Übergangsweise erhalten Krankenhausärzte eine Pseudoarztnummer anstelle der lebenslangen Arztnummer (LANR): 4444444, ergänzt um den Fachgruppencode (achte und neunte Stelle) durch das Krankenhaus.

Hinweise

Weiterführende Links

kbv.de | Entlassungsmanagement

Verwandte Themen

KV RLP Isaac-Fulda-Allee 14 55124 Mainz Telefon 06131 326-326 Fax 06131 326-327 E-Mail service@kv-rlp.de
11. Dezember 2017