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Kampagne "WIR SEHEN SCHWARZ – FÜR DIE ZUKUNFT UNSERER PRAXEN."

Immer mehr vertragsärztliche und vertragspsychotherapeutische Praxen sind in ihrer Existenz gefährdet. Anlass dafür sind falsche politische Weichenstellungen, die hohe Inflation und die damit verbundenen massiven Kostensteigerungen. Die ambulante Patientenversorgung ist akut in Gefahr, denn es drohen dauerhafte Praxisschließungen, lange Wartezeiten und zunehmende Versorgungslücken.

Unsere Forderungen
an Politik und Krankenkassen

  • Energie, Personal, Material – die Kostensteigerungen treffen unsere Praxen in vielen Bereichen. Wir fordern die Politik auf, diese Mehrkosten zu refinanzieren. Da die Kosten nicht im Rahmen der Honorarverhandlungen berücksichtigt wurden, muss nun ein separater Inflationsausgleich vereinbart werden.

  • Zum sechsten Mal in Folge haben die Krankenkassen uns bei Honorarverhandlungen auf Bundesebene eine Nullrunde angeboten. Diese Verweigerungshaltung muss aufhören. Der Wert ärztlicher und psychotherapeutischer Arbeit darf nicht von der Finanzlage der Krankenkassen abhängig gemacht werden.

  • Wir fordern Bundesgesundheitsminister Lauterbach auf, nachhaltige und sachgerechte Lösungen zu schaffen, um das Gesundheitswesen zukunftssicher umzugestalten und so auch die ambulante Versorgung der Patientinnen und Patienten zu stärken.

  • Seit der Einführung der Budgetierung im Jahr 1993 haben die ambulant tätigen Ärztinnen und Ärzte gegenüber den Krankenkassen Beträge in Milliardenhöhe eingespart. Fachärztinnen und Fachärzte beispielsweise erhalten derzeit nur noch 83 Prozent ihrer Leistungen vergütet. Wir sind nicht länger bereit, Flatrate-Medizin mit gedeckelten Honoraren hinzunehmen.

  • Die Bürokratielast bindet in unseren Praxen enorm hohe Zeitressourcen. Wir brauchen mehr Zeit für unsere Patientinnen und Patienten! Wir fordern die Politik auf, hier endlich zu handeln.

  • Praxisinhabende können aufgrund steigender Kosten und dem fehlenden finanziellen Ausgleich nicht mit Mitwettbewerberinnen und Mitwettbewerbern, etwa im stationären Bereich, mithalten. Es wird zunehmend schwerer, Fachpersonal zu finden und die Praxisnachfolge zu sichern. Die Politik muss jetzt die richtigen Weichen stellen, um diese Entwicklung aufzuhalten.
Hand und Schriftzug "Wir sehen schwarz für die Zukunft unserer Praxen."

Darum geht es
Überblick

Praxen unter wachsendem Kostendruck

Viele Ärztinnen und Ärzte sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten werden ihre Praxen unter den gegebenen Bedingungen nicht länger kostendeckend führen können. Die Energiekosten und die aktuelle Inflationsrate von 10 Prozent treiben die Ausgaben auch hier massiv in die Höhe. Hinzu kommt die vergleichsweise viel zu niedrige Entwicklung des Orientierungswerts von 2 Prozent, die nicht annährend ausreicht, um die steigenden Kosten auszugleichen. Ohne finanziellen Inflationsausgleich werden Praxisinhabende daher vermehrt gezwungen sein, ihre Praxen für Stunden, Tage oder sogar dauerhaft zu schließen. Die Versorgung kann unter solchen Umständen in der bisherigen Form kaum noch sichergestellt werden.

Versorgungssituation immer angespannter

Um die Patientenversorgung vor Ort aufrechtzuerhalten, haben viele Ärztinnen und Ärzte sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten ihre Praxen bislang auch noch bis ins hohe Alter weiterbetrieben. Aufgrund der aktuellen Lage ist aber zu erwarten, dass nicht wenige von ihnen ihre Praxistätigkeit nun aufgeben werden. Gerade im ländlichen Raum wird dies die ohnehin schon angespannte Versorgungssituation weiter verschärfen. Zusätzlich ist der ärztliche und psychotherapeutische Nachwuchs immer weniger dazu bereit, sich in einer eigenen Praxis niederzulassen – dies nicht zuletzt wegen der unsicheren finanziellen Perspektive. Mit Blick auf die beginnende Ruhestandswelle stellt dies eine Entwicklung dar, die die gesamte ambulante Patientenversorgung bedroht.

Wettbewerbsnachteile am Arbeitsmarkt

Praxisinhabende tragen nicht nur die Verantwortung für die medizinische Versorgung der Patientinnen und Patienten, sondern auch für die wirtschaftliche Situation der Praxis und damit für die Arbeitsplätze der Angestellten. Neben den Medizinischen Fachangestellten zählen hierzu im ambulanten Bereich inzwischen knapp 30 Prozent angestellte Ärztinnen und Ärzte sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten.

Erfolgt kein finanzieller Ausgleich für die massiv gestiegenen Kosten, kann den Angestellten kein adäquates, wettbewerbsfähiges Gehalt gezahlt werden. Die schon jetzt bestehenden Gehaltsunterschiede zu anderen Mitwettbewerbenden auf dem Arbeitsmarkt werden sich vergrößern, viele Angestellte werden die vertragsärztlichen und vertragspsychotherapeutischen Praxen verlassen. Nach der beschlossenen Streichung der Neupatientenregelung wird dies eine weitere Schwächung der Patientenversorgung zur Folge haben. Die ambulanten Strukturen werden spürbar geschwächt.

Zum Herunterladen
für die Praxis

Protestaktion
12. Oktober 2022

Mit einer Protestaktion am 12. Oktober 2022 in Ingelheim haben die Vertragsärztinnen, Vertragsärzte, Vertragspsychotherapeutinnen und Vertragspsychotherapeuten in Rheinland-Pfalz mit ihren Praxisteams ein deutliches Zeichen gegen die Sparpolitik von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach und die stetige Abwertung der ärztlichen und psychotherapeutischen Leistung durch die Krankenkassen gesetzt.

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27. November 2022