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GKV-Spargesetz: Destabilisierung der Praxen droht Praxen nicht kaputtsparen

Das sogenannte GKV-Spargesetz trifft die ambulante Versorgung mit voller Wucht – rund drei Milliarden Euro werden hier nach Berechnungen künftig fehlen, rund 90 Millionen allein in Rheinland-Pfalz. Der verordnete Sparkurs zugunsten der Krankenkassen stellt nicht nur die Praxen vor enorme Herausforderungen.

Sparkurs erzwingt Einschnitte

Mit den neuen gesetzlichen Regelungen hat die Politik die Chance auf eine echte strukturelle Gesundheitsreform vertan, denn am Ende werden auch die Patientinnen und Patienten die Folgen dieser Fehlentscheidung tragen. “Das ist Politik auf dem Rücken aller niedergelassenen Ärztinnen, Ärzte, Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten in diesem Land. Wir üben unseren Beruf aus, um Menschen zu helfen. Doch künftig wird es weniger Termine geben, weil Praxen ihr Angebot anpassen müssen. Auch wir stehen unter wirtschaftlichem Druck”, erklärt Dr. Andreas Bartels, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KV RLP. Den ambulanten Bereich, der 97 Prozent der Patientenversorgung leistet, kaputtzusparen, sei absurd und widerspreche jeder Logik. Im Wechsel von Nina Warken zu Carsten Linnemann als Bundesgesundheitsminister sieht Dr. Bartels jedoch eine Chance: “Er ist erst wenige Tage im Amt, wird Zeit brauchen, um sich einzuarbeiten. Doch langfristig erwarten wir Vorschläge, wie die ambulante Versorgung gesichert werden soll.”

Öffentliche Debatte nimmt Fahrt auf

In den vergangenen Tagen berichtete die Deutsche Presse-Agentur über die Einschätzungen des KV RLP-Vize zu den Folgen des GKV-Spargesetzes. Leitmedien wie DER SPIEGEL und die Süddeutsche Zeitung griffen die Berichte auf. Die Diskussion beschränkt sich also längst nicht mehr auf Fachkreise. Sie rückt zunehmend in die öffentliche Debatte – und erreicht damit auch die Patientinnen und Patienten. Gemeinsam mit der KBV verfolgen wir als KV RLP den Prozess sehr aufmerksam. Wir bringen Ihre Themen in die Öffentlichkeit und setzen uns weiterhin für Ihre Belange ein.

Unterstützung durch Infomaterialien 

Wenn Sie wissen wollen, welche Auswirkungen die neuen gesetzlichen Regelungen auf die Praxen haben und wo genau die Politik jetzt den Rotstift ansetzt, legen wir Ihnen die KBV-Themenseite ans Herz. Hier finden Sie eine aktuelle Übersicht mit Sparliste, Praxisinformationen, Nachrichten und Stellungnahmen sowie Materialien wie Poster, Handout und Sticker zum Herunterladen.

Mit den dort bereitgestellten Patienteninformationen können Sie Ihre Patientinnen und Patienten gezielt über die Einsparungen und deren Folgen aufklären und vorbereiten. Eine Patienteninformation erklärt beispielsweise, wie Krankenkassen künftig viele Untersuchungen und Behandlungen nur noch bis zu einer starren Obergrenze finanzieren – und manche gar nicht mehr. Nutzen Sie diese Materialien, um auf die schädlichen Folgen der Sparpolitik aufmerksam zu machen.

Nur gemeinsam können wir den nötigen Druck aufbauen, damit die ambulante Versorgung wieder den Stellenwert erhält, den sie verdient. Was wir jetzt brauchen, ist ein Schulterschluss aller, die von den Auswirkungen des GKV-Spargesetzes betroffen sind.

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