Wir, die KV RLP, setzen uns berufspolitisch ein für Sie, die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte, Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten in Rheinland-Pfalz. Unser Ziel: ein zukunftssicheres, starkes Gesundheitssystem, das die ambulante Versorgung wertschätzt und fördert.
Um dieses Ziel zu erreichen, leben wir einen offenen, konstruktiven Austausch und eine gute Vernetzung mit den politischen Entscheiderinnen und Entscheidern auf Landes- und auf Bundesebene. Unsere Forderungen vertreten wir für Ihre Belange konsequent und engagiert.
Aktuelle Schwerpunktthemen

GKV-Spargesetz
Mit dem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz plant das BMG tiefgreifende Eingriffe in das Gesundheitssystem. Die Kürzungen betreffen überwiegend die Versorgung – vor allem in den Praxen. Damit ist die Versorgung unmittelbar gefährdet. Aktuelle Infos, Zahlen und Materialien für die Praxis auf der KBV-Themenseite.
Ärztekammerwahl 2026: Ihre Stimme zählt!
Am 23. September stimmen die Ärztinnen und Ärzte in Rheinland-Pfalz darüber ab, wer sie während der nächsten Legislaturperiode in den Ärztekammern vertritt. Nutzen Sie Ihr Stimmrecht und gestalten Sie die gesundheitspolitischen Positionen der kommenden Jahre mit. Für eine starke ärztliche Selbstverwaltung.
Berufspolitik als Aufgabe jeden Tag
Die Berufspolitik gehört in der KV RLP fest zum Tagesgeschäft dazu: In Rheinland-Pfalz stehen wir regelmäßig im engen Dialog mit allen wichtigen Stellen im Gesundheitssystem und bringen uns mit unseren Positionen hier für Sie ein. Zusätzlich sind wir auf Landes- und auch auf Bundesebene in verschiedenen Gremien für Sie aktiv.
Unter anderem vertreten die Vorstandsmitglieder der KV RLP Ihre Interessen in der Vertreterversammlung (VV) der KBV. Hier nehmen sie als VV-Mitglieder ihr Stimmrecht wahr und gestalten so auch die bundespolitische Ausrichtung der ambulanten Versorgung mit. Sie wirken außerdem mit an bundesweiten Arbeitskreisen, etwa zur Weiterentwicklung der Honorar- und Versorgungsstrukturen.
Video: KV RLP und KBV – Was macht der Vorstand in Berlin?
Dafür setzen wir uns ein
Der Ärztemangel ist vielerorts Realität. Doch die Bedarfsplanung, die einst eine sogenannte Ärzteschwemme verhindern sollte, besteht unverändert weiter. Die Steuerung der Arzt- und Psychotherapeutenzahlen durch dieses Instrument ist überholt und ihre Zulassungsbeschränkungen werden den heutigen Anforderungen längst nicht mehr gerecht. Statt Versorgung zu sichern, blockiert die aktuelle Bedarfsplanung neue Zulassungen. Sie muss daher grundlegend reformiert werden.
Für Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten bewerten wir die Bedarfsplanung besonders kritisch. Der Bedarf an psychotherapeutischen Leistungen ist hoch und steigt in Krisenzeiten weiter. Dennoch verhindert die aktuelle Bedarfsplanung, dass sich weitere Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten niederlassen. Auf einen Therapieplatz warten Patientinnen und Patienten heute oft Monate lang. Das ist unzumutbar.
Wir als KV RLP sehen die Reform der Bedarfsplanung für alle grundversorgenden vertragsärztlichen Fachgebiete und den vertragspsychotherapeutischen Bereich als einzige Lösung, um den drohenden Versorgungsengpass abzuwenden. Jedoch lassen sich die notwendigen Veränderungen nur gemeinsam mit anderen Akteurinnen und Akteuren im Gesundheitswesen erreichen. Dafür engagieren wir uns mit Nachdruck.
Formularflut, Dokumentationspflichten, Anträge: Die Bürokratie frisst in vertragsärztlichen Praxen wertvolle Zeit, die für die Patientenversorgung zur Verfügung stehen könnte. Rund 60 Tage im Jahr verbringt eine Praxis allein mit Dokumentationsaufgaben, hat die KBV ermittelt. Die Bürokratielast ist nicht nur ein großes Problem in den Praxen selbst, sondern auch ein zentrales Hindernis für junge Ärztinnen und Ärzte, sich überhaupt niederzulassen.
Wir fordern die Politik auf, endlich zu handeln. Das heißt: Sie muss Bürokratie abbauen und weitere bürokratische Belastungen verhindern. Praxen brauchen wieder mehr Zeit für ihre Patientinnen und Patienten. Zwar hat das BMG bereits Maßnahmen zur Entbürokratisierung beschlossen. Allerdings müssen diese nun auch zügig umgesetzt werden und spürbare, nachhaltige Ergebnisse liefern.
Angesichts der knappen Arztzeit muss die Bürokratiebelastung jetzt konsequent sinken. Der Fokus gehört zurück auf die Versorgung der Patientinnen und Patienten.
Als KV RLP sprechen wir uns dafür aus, die Digitalisierung des Gesundheitswesens entschlossen voranzutreiben. Die Chancen und die Dringlichkeit der digitalen Gesundheitsversorgung stehen außer Frage. Nur: Digitale Gesundheitsversorgung muss reibungslos funktionieren.
Erst wenn die Telematik-Infrastruktur (TI) störungsfrei läuft und nach dem Prinzip "Plug and Play" funktioniert, dürfen Anwendungen in den Praxen ausgerollt werden. Andernfalls – und das war rückblickend oft der Fall – behindern sie den Praxisbetrieb, indem sie einen hohen Zeitaufwand und bürokratische Hürden verursachen.
Deshalb gilt es, sowohl die TI in ihrer aktuellen Form als auch die Strafen für Praxen solange auszusetzen, bis eine neue, funktionierende Strategie entwickelt und etabliert ist. Wir sehen die Politik in der Pflicht, zuerst ihre eigenen Aufgaben zu erledigen.
Seit 1993 sparen ambulant tätige Ärztinnen und Ärzte den Krankenkassen Milliardenbeträge. Doch wir akzeptieren keine Flatrate-Medizin mit gedeckelten Honoraren mehr und setzen uns als KV RLP dafür ein, dass die Budgetierung ärztlicher Leistungen entfällt.
Die Entbudgetierung in der Kinder- und Jugendmedizin kann dabei nur der Anfang sein und muss auf alle Fachgruppen ausgeweitet werden. Dass extrabudgetäre Leistungen wie etwa die Neupatientenregelung im GKV-Finanzstabilisierungsgesetz oder die Zuschläge für telefonische Krankmeldungen gestrichen worden sind, ist ein Fehler, der korrigiert werden muss.
Im langwierigen Diskurs, die bestehende Budgetierung endlich beiseite zu legen, hat uns die Versorgungsrealität längst überholt: Immer weniger Vertragsärztinnen und Vertragsärzte müssen immer mehr Patientinnen und Patienten versorgen. Die Folge: längere Wartezeiten und Schlangen vor den Praxen.
Hinzu kommt: Die aktuellen Rahmenbedingungen schrecken den vertragsärztlichen Nachwuchs ab, statt ihm Anreize zu bieten. Das Nachwuchsproblem wird sich dadurch weiter verschärfen.
Der Fachkräftemangel hat auch die Arztpraxen in Rheinland-Pfalz erreicht – und zwar in allen Regionen und ärztlichen Fachrichtungen. Ein zentraler Schritt, um die Versorgung zu sichern, ist die Nachwuchsförderung und damit die ärztliche Weiterbildung.
Es ist inakzeptabel, dass deren Finanzierung aus dem ärztlichen Honorar erfolgt. Denn ambulante Versorgung geht alle an. Wir setzen uns deshalb dafür ein, dass die Finanzierung auch der ärztlichen Weiterbildung zur gesamtgesellschaftlichen Aufgabe erhoben wird.
Doch auch das nicht-ärztliche Praxispersonal ist maßgeblich vom Fachkräftemangel betroffen. Oft erfährt es allerdings, vor allem von politischer Seite, nicht die Wertschätzung, die es verdient. Wir sind der Auffassung: Gestiegene Verantwortung durch erweiterte Arbeitsinhalte muss sich auch in einer angemessenen finanziellen Anerkennung widerspiegeln.
Da steigende Praxiskosten und unzureichende Honorarerhöhungen es Praxisinhabenden erschweren, ihr nicht-ärztliches Praxispersonal angemessen zu bezahlen, fordern wir einen extrabudgetären Strukturzuschlag. Dieser muss die steigenden Personalkosten gezielt auffangen. Ihn können Praxisinhabende direkt weitergeben und im Wettbewerb um Fachkräfte bestehen.
Nur so kann Fachkräftesicherung gelingen.
Um die ambulante Versorgung künftig zu sichern, brauchen wir als KV RLP die Unterstützung der Politik. Sie muss den ärztlichen Nachwuchs fördern, passende Rahmenbedingungen schaffen und ausreichend Medizinstudienplätze bereitstellen. Seit den 1990er-Jahren geschieht das nicht mehr: Nach der Einführung von Zulassungsbeschränkungen im Jahr 1993 wurden über 6.000 Medizinstudienplätze abgebaut.
Die Folgen dieser politischen Fehler belasten die Versorgung bis heute täglich. Rheinland-Pfalz liegt mit seinen Medizinstudienplätzen im bundesweiten Vergleich auf dem viertletzten Platz. In unserem Bundesland bilden wir weniger Ärztinnen und Ärzte aus als nötig und sind stärker auf zuwandernde Medizinerinnen und Mediziner angewiesen. Damit stehen wir in einem Wettbewerb, der Versorgungsengpässe produziert.
Wir fordern, die Zahl der Medizinstudienplätze in Rheinland-Pfalz deutlich zu erhöhen. Doch wir sagen auch: Eine Erhöhung der Studienplätze darf die Qualität der Lehre nicht gefährden. Alle damit verbundenen Strukturen müssen entsprechend angepasst werden.
Im Vergleich mit anderen Ländern nehmen Patientinnen und Patienten in Deutschland ambulante Leistungen überdurchschnittlich häufig in Anspruch. Um die ohnehin dramatisch knappen Ressourcen auch im ambulanten Bereich nicht noch weiter zu belasten, muss die Möglichkeit zur Überinanspruchnahme insgesamt eingedämmt werden.
Dafür braucht es zweierlei: Der Staat muss die Gesundheitskompetenz der Bürgerinnen und Bürger stärken und die Versicherten müssen mehr Verantwortung für das Solidarsystem übernehmen. Wir plädieren deshalb für eine sozial gerechte Selbstbeteiligung. Sie soll das Gesundheitssystem funktionsfähig halten und unnötige Arztbesuche sowie überflüssige Leistungen verringern. Eine Beteiligung von fünf Prozent halten wir für angemessen, wobei eine soziale Staffelung nach unten erfolgen sollte.
Diese Regelung könnte die Beitragssätze senken und so alle Patientinnen und Patienten finanziell entlasten.
Gemeinsam sind wir stärker
Als KV RLP engagieren wir uns im FALK-Bündnis, einem freiwilligen Zusammenschluss von acht Kassenärztlichen Vereinigungen. Die FALK-KVen arbeiten länderübergreifend und in wichtigen gesundheits- und versorgungspolitischen Themen zusammen und vertreten ihre Interessen gemeinsam auf Bundesebene.
Das Bündnis steht für Freiberuflichkeit, Selbstverwaltung und die Stärkung dezentraler Strukturen – mit dem Ziel, Kompetenzen wieder mehr in die Länder zurückzuführen. FALK setzt sich daher für mehr regionale Entscheidungsfreiheit ein und spricht sich nur dann für bundesweit einheitliche Vorgaben aus, wenn diese unbedingt erforderlich sind.
Versorgung geht alle an
Krankenkassen-Bürokratie: Regress-Ranking
So bleibt weniger Zeit für die Versorgung: Unser Regress-Ranking zeigt, welche Krankenkassen für besonders viel bürokratischen Aufwand in rheinland-pfälzischen Praxen sorgen - die Top 10 im Überblick. Als KV RLP fordern wir, dass sich das Prüfverhalten der Krankenkassen grundlegend ändert.
Kampagne "#Praxenland"
Deutschland ist Praxenland. Damit das so bleibt, braucht es auch in Zukunft engagierte Ärztinnen und Ärzte. KBV und KVen rücken die Vorteile einer Niederlassung in den Fokus. Zugleich wirbt die Kampagne für den Erhalt der ambulanten Versorgung und für mehr Wertschätzung gegenüber den haus- und fachärztlichen Praxen.
Kampagne "WIR SEHEN SCHWARZ"
Die ambulante Versorgung ist akut in Gefahr. Auch in Rheinland-Pfalz drohen Praxisschließungen, lange Wartezeiten und zunehmende Versorgungslücken. Um auf die gravierenden Missstände aufmerksam zu machen, haben wir in der KV RLP die Kampagne "WIR SEHEN SCHWARZ" ins Leben gerufen.
Kontakt
| Wochentag | Uhrzeit |
|---|---|
| MODIMIDO | 7:30 – 17 Uhr |
| FR | 7:30 – 15 Uhr |




