Das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz soll dazu beitragen, die Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung zu begrenzen. Die Substitutionstherapie wird jedoch weiterhin nicht budgetiert, um die flächendeckende Versorgung und die Stabilität der Behandlung nicht zu gefährden. Um die Wichtigkeit und die Herausforderungen der Substitutionsmedizin aufzuzeigen, ist Dr. Manfred Nowak in der aktuellen Podcast-Folge von “Talk mit Doc Bartels” zu Gast.
Substitution: wichtige Arbeit mit schlechtem ImageNeue Podcast-Folge von "Talk mit Doc Bartels" online

Wer über Substitution in Rheinland-Pfalz spricht, kommt an Dr. Nowak nicht vorbei. Der Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie hat sich vor vielen Jahren der Suchtmedizin verschrieben. In seiner Schwerpunktpraxis für ADHS und Sucht in Landau versorgt er über 100 Substitutionspatientinnen und -patienten.
Im Gespräch mit dem stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden der Kassenärztlichen Vereinigung Rheinland-Pfalz, Dr. Andreas Bartels, merkt man, wie Dr. Nowak für seinen Bereich brennt. Dr. Bartels weiß jedoch aus eigener Erfahrung: “Das Thema Substitution ist enorm wichtig, aber das Image von Suchtkranken ist sehr schlecht. Viele Kolleginnen und Kollegen möchten sich das Klientel nicht in die Praxen holen.” Damit räumt Dr. Nowak im Podcast auf: “Dieses Image ist schlichtweg falsch. Den typischen Suchtpatienten gibt es nicht. Wie bei anderen chronischen Erkrankungen kommen unsere Patienten aus allen Gesellschaftsschichten.”
Andere Länder machen es vor
Eine flächendeckende, wohnortnahe Versorgung, wie sie bei anderen chronischen Krankheiten Standard ist, existiert in Deutschland in der Suchtmedizin kaum noch. Andere Länder machen vor, wie es funktionieren kann. Dr. Nowak ist Fan des Schweizer Modells: “Es gibt eine Schwerpunktpraxis, die den Neuankömmling substituiert. Und wenn der Patient stabil ist, übernimmt die Hausarztpraxis.” So substituieren in der Schweiz rund 84 Prozent der Ärztinnen und Ärzte, in Deutschland nur rund 1,7 Prozent.
Welchen Stellenwert sollte die Substitutionsmedizin haben? Welche Rolle spielen Beziehungsarbeit und Empathie? Und warum kann diese Tätigkeit enorm bereichernd sein? Das und mehr erfahren Sie im aktuellen Podcast von “Talk mit Doc Bartels”. Die Folge ist ab sofort auf allen gängigen Podcast-Plattformen verfügbar. Jetzt reinhören und abonnieren.