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Erstes Speed-Dating für Ärztinnen und Ärzte in der ArbeitsagenturDen Fachkräftebedarf in der Medizin im Blick

Die Personalsituation in der medizinischen Versorgung ist seit vielen Jahren ein öffentliches Thema. Der Arbeitsmarkt für Ärztinnen und Ärzte ist dabei von einer besonderen Situation geprägt: Die Arbeitslosenquote ist sehr gering und der Bedarf an medizinischen Fachkräften enorm. Dabei ist die Zahl ausländischer Ärztinnen und Ärzte kontinuierlich gestiegen.

Ende 2025 hatte etwa jede sechste berufstätige Ärztin bzw. jeder sechste berufstätiger Arzt in Deutschland eine ausländische Staatsangehörigkeit. Dennoch finden etliche qualifizierte Arbeitsuchende und offene Stellen nicht immer unmittelbar zueinander – beispielsweise, weil bei ausländischen Ärztinnen und Ärzten das Anerkennungsverfahren noch nicht vollständig abgeschlossen ist.

Um lokal Potenzial und Nachfrage auf einfachstem Weg zu vernetzen, veranstalteten die Agentur für Arbeit Mainz und Bad Kreuznach und die KV RLP zum ersten Mal ein Speed-Dating, an dem direkte Gespräche zwischen Bewerbenden und suchenden Praxen möglich wurden.

Sandra Goldzinski, die Leiterin der Abteilung Sicherstellung der KV RLP, fasst die Intention zusammen: “Unser Ziel ist es, qualifizierte Ärztinnen und Ärzte für die Versorgung in Rheinland-Pfalz zu gewinnen und ihnen Perspektiven für die anschließende fachärztliche Weiterbildung im ambulanten Bereich zu eröffnen. Das ‘Speed-Dating’ bringt beide Seiten unkompliziert zusammen: Praxen können dabei potenzielle neue Kolleginnen und Kollegen kennenzulernen, während Ärztinnen und Ärzte aus Drittstaaten einen direkten Einblick in die Möglichkeiten der vertragsärztlichen Tätigkeit erhalten.”

Über 50 potenziell neue Mitarbeitende waren der Einladung gefolgt und nahmen sehr interessiert die Chance wahr, ihre Expertise zu präsentieren und auch über die Anforderungen in der Praxis zu erfahren. Sabrina Stadlinger, die Geschäftsführerin Operativ der Arbeitsagentur Mainz, ermunterte beide Seiten, kreativ nach Lösungen zu suchen, wie etwa im Einzelfall den möglichen Zwischenschritt einer befristeten Berufserlaubnis zu prüfen. In Richtung Praxen und Kliniken appellierte sie: “Natürlich wissen wir: Die Beschäftigung einer Ärztin oder eines Arztes mit einem ausländischen Studienabschluss kann gerade am Anfang auch einen höheren Einarbeitungs- und Begleitungsaufwand bedeuten. Aber wir möchten Sie ermutigen, diesen Aufwand auch als Investition zu betrachten.”

Besonderen Zuspruch fanden auch die Beratungsstände des Landesamtes für Soziales, Jugend und Versorgung und des privaten Bildungsträgers ProfeS, die ebenfalls mit an Bord waren. Die Veranstalterinnen ziehen nach der Premiere der Veranstaltung eine positive Bilanz: Erste Kontakte sind geknüpft, das Verständnis für die Situation und die Herausforderungen auf beiden Seiten geschärft. Bestenfalls ist die eine oder andere konkrete Chance entstanden.

Einen Eindruck über den Termin liefert der Film der KV RLP:

Video: Ärzte-Speeddating in Mainz: neue Wege in die ambulante Versorgung

Gemeinsame Pressemitteilung der Bundesagentur für Arbeit – Agentur für Arbeit Mainz und der Kassenärztlichen Vereinigung Rheinland-Pfalz / red

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