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22. November 2021

Verknappung des BioNTech-Impfstoffs – wenig Gespür im BMG für den Druck auf die Vertragsarztpraxen

Aufforderung an Jens Spahn, Entscheidung zurückzunehmen

Mit der angekündigten Verknappung des BioNTech-Impfstoffs demonstriert der scheidende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn mangelndes Gespür für den enormen Druck, unter dem die Vertragsärztinnen und Vertragsärzte schon seit Monaten stehen. Auch seine heutige Presseerklärung brachte leider kein Gesprächsangebot an die Ärzteschaft.

"Im Schulterschluss mit dem rheinland-pfälzischen Hausärzteverband fordern wir Minister Spahn auf, die Entscheidung in dieser Form zurückzunehmen und gemeinsam mit der Ärzteschaft Lösungen zu finden", so der dringende Appell des Vorsitzenden der Kassenärztlichen Vereinigung Rheinland-Pfalz, Dr. Peter Heinz.

Seit der Ankündigung aus dem Bundesgesundheitsministerium (BMG), Auffrischungsimpfungen stünden für jeden und zeitnah zur Verfügung, überschreiten die Anspruchshaltung vieler Patientinnen und Patienten sowie damit verbundene Anfeindungen gegenüber Arztpraxen und vor allem gegenüber Praxismitarbeiterinnen und Praxismitarbeitern das Maß des Zumutbaren. Die Ankündigung im Alleingang, die Auslieferung des Impfstoffs von BioNTech begrenzen zu wollen, um Lagerbestände von Moderna abzubauen, beweist einmal mehr fehlendes Gespür des Bundesgesundheitsministers für die Nöte in den Vertragsarztpraxen.

"Es ist vollkommen unverständlich und nicht hinnehmbar, dass entsprechende Entscheidungen ohne Anhörung der betroffenen Ärzteschaft getroffen werden. Die Ankündigung des Ministers führt zu einem steigenden, aber unberechtigten Misstrauen in der Bevölkerung gegenüber dem Impfstoff von Moderna. Sie wird zu fatalen Belastungssituationen in den Praxen führen und die Impfgeschwindigkeit übergebührend gefährden", warnt Heinz.

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02. Dezember 2022