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31. März 2017

Die Krankenkassen torpedieren die neuen Angebote – zum Nachteil der Versicherten

Vergütung Psychotherapie

Ab dem 1. April 2017 sollen Patienten nach dem Willen des Gesetzgebers von neuen psychotherapeutischen Angeboten, wie etwa einer Sprechstunde und Akutbehandlungen profitieren. Allerdings zeigen sich die Krankenkassen nicht bereit, für die neuen Angebote und den Mehraufwand der Therapeuten eine faire Vergütung zu bezahlen.

Bis kurz vor dem Inkrafttreten der geänderten Psychotherapie-Richtlinie zum 1. April 2017 und der damit einhergehenden besseren Versorgung der Patienten, kämpfte die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) mit den Krankenkassen um eine angemessene Vergütung der neuen psychotherapeutischen Angebote. Im Schiedsgremium – dem Erweiterten Bewertungsausschuss - musste die KBV sich am Ende der neutralen Stimme des Schlichters beugen.

Der Vorstand der KV RLP ist sehr enttäuscht über dieses Verhandlungsergebnis.  „Die Kassen sind offenbar der Meinung, dass eine Akutbehandlung, eine Notfallsituation, eine Krisenintervention schlechter bezahlt werden soll als eine langfristige Therapie“, kritisiert Peter Andreas Staub, Psychotherapeut und Mitglied des Vorstands der KV RLP. „Mit der Weigerung der Krankenkassen, den Mehraufwand für die Psychotherapeuten adäquat zu finanzieren, torpedieren die Kassen die Interessen ihrer eigenen Versicherten“, so Staub weiter. Der Wunsch des Gesetzgebers, für Patienten einen schnellen und unkomplizierten Zugang zu psychotherapeutischen Angeboten zu schaffen, wird so konterkariert.

Der Vorstand der KV RLP fordert den Spitzenverband der Krankenkassen auf, die neuen psychotherapeutischen Angebote nicht zu Lasten von Patienten und Psychotherapeuten zu torpedieren sondern als gleichwertige Leistungsangebote anzuerkennen und zu vergüten.

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