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16. Januar 2017

Positives Echo auf die erweiterten Öffnungszeiten der ärztlichen Bereitschaftsdienstzentralen (BDZ)

Blitzumfrage der KV RLP

Aller Kritik im Vorfeld zum Trotz: Die Ausweitung der ganzwöchigen Öffnung auf alle Bereitschaftsdienstbereiche kommt sowohl bei den ärztlichen Leitern der BDZ als auch bei den Patienten sehr gut an, ergab eine Blitzumfrage der Kassenärztlichen Vereinigung Rheinland-Pfalz (KV RLP).

Ein zentrales Ergebnis der Umfrage: Nach Ansicht der BDZ-Leiter beurteilt die Bevölkerung die neuen Öffnungszeiten durchweg positiv. Die zusätzlichen BDZ-Öffnungszeiten montags, dienstags und donnerstags werden von den Patienten sehr gut angenommen. Auch sei der größte Teil der niedergelassenen Ärzte mit der neuen Regelung sehr zufrieden. Selbst Ärzte, die den neuen Bereitschaftsdienststrukturen anfänglich skeptisch gegenüberstanden, seien mittlerweile überwiegend von deren Vorteilen überzeugt und möchten die neuen Strukturen nicht mehr missen.

Seit dem 1. Juli 2016 hat in jedem Bereitschaftsdienstbereich mindestens eine BDZ ganzwöchig geöffnet. Die Öffnungszeiten von 18 BDZ wurden erweitert und an die Öffnungszeiten der bereits ganzwöchig geöffneten BDZ angepasst. Damit haben 39 der derzeit 48 BDZ-Standorte täglich geöffnet. Mit der bundesweit einheitlichen Rufnummer für den ärztlichen Bereitschaftsdienst, der 116117, gibt es für Patienten außerdem eine zentrale telefonische Anlaufstelle außerhalb der Öffnungszeiten.

Im Rahmen ihrer Öffentlichkeitsarbeit hat die KV RLP die Tagespresse, die Verbandsgemeinden und die Verlage der Wochenblätter um die Aktualisierung der "Not- und Bereitschaftsdienstnummern" gebeten. Die niedergelassenen Ärzte informieren ihre Patienten über die neuen Öffnungszeiten persönlich in ihren Praxen wie auch über eine entsprechende Nachricht auf ihrem Anrufbeantworter.

Im Laufe dieses Jahres wird die KV RLP ihre Kommunikation intensivieren, um die 116117 und somit auch die BDZ in Rheinland-Pfalz noch bekannter zu machen. Aufklärungsbedarf besteht vor allem dort, wo Patienten fälschlicherweise in Erscheinung treten, nämlich in den Notfallambulanzen der Kliniken. Grundsätzlich hält die KV RLP eine sinnvolle Patientensteuerung für notwendig, damit Patienten in den Versorgungsbereich gelangen, der für ihre gesundheitlichen Probleme zuständig ist. Dadurch können auch Doppeluntersuchungen vermieden und die ärztlichen Kapazitäten zielgerichteter eingesetzt werden.

Hintergrund der Bereitschaftsdienstreform der KV RLP

Eine maßgebliche Hürde für die Niederlassung von jungen Ärztinnen und Ärzten ist die Verpflichtung, die Erreichbarkeit für die Patienten 24 Stunden am Tag, sieben Tage in der Woche und 365 Tage im Jahr selbst zu organisieren. Dies betonen das Gutachten des Sachverständigenrates zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen 2014 und weitere empirische Studien und bestätigen auch die Erfahrungen der KV RLP im Gespräch mit jungen, prinzipiell niederlassungsinteressierten Ärztinnen und Ärzten. Die zentrale Organisation und Begrenzung der Zahl der Bereitschaftsdienste ist daher ein wichtiges Instrument zur Erhöhung der Niederlassungsbereitschaft der nachfolgenden Ärztegeneration. Gerade in Rheinland-Pfalz ist dies sowohl für die flächendeckende Sicherstellung der ambulanten medizinischen Versorgung als auch für die Nachfolgersuche der Vertragsärzte von großer Bedeutung.

Die Vertreterversammlung (VV) der KV RLP, die als Selbstverwaltungsorgan der KV RLP alle Vertragsärzte und Vertragspsychotherapeuten in Rheinland-Pfalz repräsentiert, hat daher bereits 2009 eine Bereitschaftsdienstreform beschlossen, in deren Rahmen der Vorstand der KV RLP beauftragt wurde, den Bereitschaftsdienst landesweit in die Trägerschaft der KV RLP zu überführen und in Form von BDZ zu organisieren.

Wesentliche Ziele der Reform sind einerseits, der Bevölkerung eine ambulante ärztliche Versorgung auch außerhalb der regulären Öffnungszeiten der Arztpraxen landesweit einheitlich zu ermöglichen, und andererseits, alle niedergelassenen Ärzte von der individuellen Dienstverpflichtung zu entlasten, die Erreichbarkeit nachts und am Wochenende selbst zu organisieren, um so die Attraktivität der Niederlassung in allen Regionen zu steigern.

Der Beschluss der VV im Frühjahr 2016 leitete die vollständige Umsetzung der Reformziele ein: Seit dem 1. Juli 2016 hat landesweit eine BDZ pro Bereitschaftsdienstbereich ganzwöchig geöffnet. Ganzwöchig bedeutet, dass die Zeiten außerhalb der regulären Öffnungszeiten der Vertragsarztpraxen an allen Wochentagen abgedeckt werden. Existiert in einem Bereitschaftsdienstbereich mehr als eine BDZ, hat mindestens eine der Zentralen ganzwöchig geöffnet; für die anderen Zentralen im jeweiligen Bereitschaftsdienstbereich gelten individuelle Öffnungszeiten. Bei der Festsetzung der BDZ-Öffnungszeiten spielen Faktoren wie die Inanspruchnahme durch die dortige Bevölkerung, die geografische Lage sowie der Versorgungsumfang des Krankenhauses vor Ort eine wichtige Rolle. Die KV RLP überprüft diese Faktoren regelmäßig auf Veränderungen und kann daher Kapazitäten und Öffnungszeiten auch zukünftig stets bedarfsgerecht anpassen.

"Mit diesem letzten Schritt der Bereitschaftsdienstreform hat die KV RLP ein wichtiges Ziel erreicht", so die Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Rheinland-Pfalz, Dr. Sigrid Ultes-Kaiser. "Wir stehen mit dieser flächendeckenden landesweiten Bereitschaftsdienstorganisation an der Spitze im Bundesvergleich. Damit haben wir einen wichtigen Beitrag zur ärztlichen Versorgung gerade auf dem Land und zur Steigerung der Lebensqualität der dort tätigen Ärzte geleistet und wesentlich dazu beigetragen, dass auch Landarztpraxen für den Nachwuchs attraktiv bleiben."

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19. Juni 2018