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15. Februar 2018

Partner stellen neues Maßnahmenbündel zur Sicherung der ambulanten ärztlichen Versorgung vor

Masterplan ärztliche Versorgung

Gut zehn Jahre nach der Vorlage eines ersten "Masterplans zur Stärkung der ambulanten ärztlichen Versorgung" haben die Partner des Masterplans heute Bilanz gezogen und weitere Maßnahmen vorgestellt, die dazu beitragen sollen, die ambulante ärztliche Versorgung in Rheinland-Pfalz auch zukünftig auf einem hohen Niveau zu gewährleisten.

Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler betonte, dass ein breites Maßnahmenbündel angefangen bei der Ausbildung über die Fort- und Weiterbildung bis hin zur ärztlichen Berufsausübung erforderlich sei, um den vielfältigen Herausforderungen bei der Sicherung der ärztlichen Versorgung zu begegnen. "Eine Fortschreibung des Masterplans lag deshalb nahe, weil sich in den letzten Jahren die Rahmenbedingungen der ärztlichen Versorgung, insbesondere auch die rechtlichen Möglichkeiten im Bereich der ärztlichen Weiterbildung oder der ärztlichen Berufsausübung, weiterentwickelt haben", so die Ministerin.

Daher habe sie die Weiterentwicklung und Ergänzung des bestehenden Maßnahmenkataloges zu Beginn der Legislaturperiode angestoßen. "Ich freue mich, dass die konstruktive Zusammenarbeit der Partner im Rahmen des aktuellen Masterplanprozesses schon viele Früchte getragen hat und zahlreiche Maßnahmen bereits im Laufe der Beratungen von den jeweiligen Partnern umgesetzt wurden." Als Beispiel nannte sie den Wiedereinstiegskurs für nicht berufstätige Ärztinnen und Ärzte, der in Kooperation mit der Landesärztekammer erstmals im April 2017 durch die Akademie für Ärztliche Fortbildung in Rheinland-Pfalz stattfand. Auch die Förderprogramme des Landes seien ausgeweitet worden. So könnten seit 1. Januar 2018 in 97 Verbandsgemeinden und verbandsfreien Gemeinden Fördermittel für die Verbesserung der hausärztlichen Versorgung in Anspruch genommen werden. Ein neues Beratungsprojekt, das vom Gesundheitsministerium in Zusammenarbeit mit der Kassenärztlichen Vereinigung auf den Weg gebracht werde, solle den Kommunen eine verlässliche Unterstützung bei Fragen zur Weiterentwicklung der ärztlichen Versorgung in ihrer jeweiligen Region bieten.

Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Rheinland-Pfalz (KV RLP), Dr. Peter Heinz, begrüßte das diesbezügliche Engagement des Gesundheitsministeriums und stellte die vielfältigen Beratungsangebote und Förderinstrumente der KV RLP vor, die ebenfalls weiterentwickelt wurden. Um mehr Ärztinnen und Ärzte für die Allgemeinmedizin gewinnen zu können, wurden eine Vielzahl von Fördermaßnahmen initiiert, zum Beispiel gemeinsam mit weiteren Selbstverwaltungspartnern die Einrichtung einer Koordinierungsstelle Weiterbildung in der Allgemeinmedizin. "Die Arbeit der Koordinierungsstelle ist sehr gut angelaufen und wir sind optimistisch, dass wir mit deren Unterstützung neben den bisher initiierten weitere Weiterbildungsverbünde in Rheinland-Pfalz gründen können", so Dr. Heinz. Der KV RLP sei aber auch die Stärkung der fachärztlichen Versorgung ein wichtiges Anliegen, weshalb sie hier die Förderung der Weiterbildung ebenfalls stark ausgebaut habe. Zudem werde die Zulassung und Anstellung von Ärzten und Psychotherapeuten in ausgewiesenen Förderregionen finanziell unterstützt.

Dr. Jürgen Hoffart, Hauptgeschäftsführer der Landesärztekammer Rheinland-Pfalz, zog eine positive Bilanz zum Quereinstieg in die Allgemeinmedizin, den die Landesärztekammer bundesweit als erste eingeführt hat, und zum erstmals angebotenen Wiedereinstiegskurs für nicht berufstätige Ärztinnen und Ärzte. "Ich freue mich, dass wir vor dem Hintergrund des sehr erfolgreichen Testlaufs eine Neuauflage des Wiedereinstiegskurses vereinbart haben", so Dr. Hoffart. Die Landesärztekammer setze auch schon bei den Medizinstudierenden an, biete über gemeinsame Informationsveranstaltungen mit der Universitätsmedizin Hilfestellungen für Studierende und ermögliche Einblicke speziell in die Allgemeinmedizin. Positiv werte er die von der Landesregierung angestrebte Regionalisierung von Teilen der Medizinerausbildung. Damit wäre es leichter möglich, Ärztinnen und Ärzte für die Versorgung in der jeweiligen Region zu gewinnen.

An der Universitätsmedizin Mainz hat die Allgemeinmedizin durch die Einrichtung des Zentrums für Allgemeinmedizin und Geriatrie eine deutliche Aufwertung erfahren. Das Zentrum habe seit seiner Gründung viele Initiativen gestartet, um die Sichtbarkeit der Allgemeinmedizin weiter zu erhöhen und Studierende an die Allgemeinmedizin heranzuführen, so der Leiter des Zentrums Prof. Dr. Michael Jansky. "Im Projekt ‚Mainzer Allgemeinmedizin – Begleitetes Studieren‘, das bereits erfolgreich gestartet ist, können Medizinstudierende die Hausarztmedizin über einen längeren Zeitraum hautnah kennenlernen und sich so ein realistisches Bild von der Vielfalt der hausärztlichen Tätigkeit machen. Die Einrichtung des Kompetenzzentrums Allgemeinmedizin an der Universitätsmedizin trägt zudem dazu bei, die Weiterbildung in der Allgemeinmedizin zusätzlich zu stärken und sie besser mit der Ausbildung zu verknüpfen."

Der Hausärzteverband werde die neuen Initiativen in der allgemeinmedizinischen Aus- und Weiterbildung eng begleiten und unterstützen, so Dr. Hans-Dieter Grüninger, stellvertretender Vorsitzender des Hausärzteverbandes Rheinland-Pfalz. "Es ist wichtig, den Studierenden die vielen positiven Facetten der Hausarztmedizin nahe zu bringen. Dies geht nur über möglichst viele praktische Erfahrungen, die bereits im Laufe des Medizinstudiums ermöglicht werden müssten", so Dr. Grüninger. Er kündigte gezielte praktische Angebote des Hausarztverbandes für Medizinstudierende in Hausarztpraxen an. Insgesamt werte der Hausärzteverband die gute Zusammenarbeit der Masterplanpartner, die sich bei der Entwicklung und beginnenden Umsetzung der verschiedenen Maßnahmen zur Sicherung speziell auch der hausärztlichen Versorgung gezeigt habe, sehr positiv. Vor allem im Bereich der allgemeinmedizinischen Weiterbildung seien viele sehr wichtige Maßnahmen vereinbart worden.

Die Masterplanpartner werden den engen Austausch über die Sicherung der ärztlichen Versorgung fortzusetzen. In enger Abstimmung mit dem Wissenschaftsministerium geht es vor allem darum, den auf Bundesebene vereinbarten "Masterplan Medizinstudium 2020" in Rheinland-Pfalz gut umzusetzen und dabei die Praxisnähe des Studiums auszubauen sowie die Allgemeinmedizin weiter zu stärken. Auch das Auswahlverfahren für die Vergabe von Medizinstudienplätzen steht aufgrund eines Urteils des Bundesverfassungsgerichts weiter auf der Tagesordnung.

Partner des Masterplans sind neben dem Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie und dem Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur die Kassenärztliche Vereinigung Rheinland-Pfalz, die Landesärztekammer Rheinland-Pfalz, der Hausärzteverband Rheinland-Pfalz und die Universitätsmedizin Mainz. In die Beratungen waren auch der Landkreistag Rheinland-Pfalz, der Gemeinde- und Städtebund Rheinland-Pfalz und die Krankenhausgesellschaft Rheinland-Pfalz einbezogen.

Der Masterplan zur Stärkung der ambulanten ärztlichen Versorgung steht auf der Internetseite www.hausarzt.rlp.de zum Download bereit.

Gemeinsame Pressemitteilung von Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie, Kassenärztliche Vereinigung Rheinland-Pfalz, Landesärztekammer Rheinland-Pfalz, Universitätsmedizin Mainz und Deutscher Hausärzteverband Landesverband Rheinland-Pfalz e. V.

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