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9. November 2017

KV trifft Politik: Die Kassenärztliche Vereinigung Rheinland-Pfalz fordert gleiche Rechte und Pflichten in der stationären und ambulanten Versorgung

Die Potentiale der ambulanten Versorgung sollten ausgeschöpft werden, damit die Sicherstellung vor allen Dingen in ländlichen Gebieten auch in Zukunft gewährleistet werden kann. Rund 50 Politiker und Experten diskutierten auf "KV trifft Politik" über mögliche Ausgestaltungen und nötige Rahmenbedingungen.

Bislang hat der Gesetzgeber überwiegend Regelungen getroffen, die Krankenhäuser zur ambulanten Versorgung berechtigen, kritisierte Dr. Peter Heinz, Vorsitzender des Vorstandes KV RLP. Um Kliniken zu entlasten bzw. unnötige Aufenthalte zu vermeiden und die medizinische Versorgung effizienter zu gestalten, sollten auch den niedergelassenen Ärzten Möglichkeiten eröffnet werden, stationäre Aufgaben zu übernehmen. Ein Ansatz wäre beispielsweise, eine vertragsärztliche, ambulante Versorgung zusammenhängend über mehrere Tage zu ermöglichen und zu etablieren, forderte Dr. Heinz.

Um die Sektorengrenzen zwischen stationärer und ambulanter Versorgung zu überwinden, stellen Praxiskliniken eine hervorragende Lösung dar, die bereits seit 1989 im Sozialgesetzbuch (SGB V) Erwähnung finden. In einer Praxisklinik werden Versicherte durch die Zusammenarbeit mehrerer Vertragsärzte ambulant und stationär versorgt. Trotz ihrer zahlreichen Vorteile führen die Praxiskliniken bislang eher ein Schattendasein, erklärte Dr. Andreas Bartels, stellvertretender Vorsitzender des Vorstands KV RLP. Damit sich Praxiskliniken in der Versorgung etablieren können, ist der Gesetzgeber gefordert, finanzielle und gesetzgeberische Rahmenbedingungen zu schaffen, so Dr. Bartels. Dazu gehört zum Beispiel die Schaffung eines eigenen Vergütungssystems analog dem DRG-System und die Etablierung eines eigenen Leistungserbringerstatus. Außerdem sind gleiche Wettbewerbsbedingungen zwischen Krankenhäusern und Praxiskliniken – etwa durch öffentliche Investitionszuschüsse – zu schaffen.

Für viele Akteure, die die medizinische Versorgung gerade auf dem Land gewährleisten möchten, ist der Aufbau eines ambulanten Versorgungszentrums die bevorzugte Lösung, erläuterte Dipl.-Volkswirtin Tamara Dietze von Dietze, Bauer & Partner, Berlin. Beim Aufbau eines solchen Zentrums sind mehrere Bereiche zu berücksichtigen. Dazu gehören die ambulante Versorgung, die Versorgung im Notfall, die Pflege, die Versorgung mit Heil- und Hilfsmitteln, zusätzliche Service-Dienste und das Management. Immer ist die individuelle Situation vor Ort entscheidend, allgemeingültige Lösungen gibt es nicht, resümierte Tamara Dietze.
Die Veranstaltung „KV trifft Politik“ fand im Rahmen der landesweiten 3. Demografiewoche Rheinland-Pfalz statt, die unter der Federführung des Ministeriums für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie (MSAGD) Rheinland-Pfalz steht.

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16. Dezember 2018