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13. Dezember 2017

"KV initiativ": Medizinische Nachwuchsförderung gelingt nur gemeinsam

Veranstaltung am 12. Dezember | Präsentationen zum Herunterladen

Auch die zweite Veranstaltung der Kampagne "KV initiativ" mit Kommunalpolitikern und Experten zur Zukunft der wohnortnahen ambulanten Versorgung in Rheinland-Pfalz stieß auf großes Interesse. Vertreter aus Kreisverwaltungen und Verbandsgemeinden erfuhren Wissenswertes über ärztliche Förderprogramme und mögliche Strategien zur langfristigen Gewinnung des medizinischen Nachwuchses.

In seiner Begrüßung sprach Dr. Andreas Bartels, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Rheinland-Pfalz (KV RLP), gegenüber den rund 30 Teilnehmern von einer "grundsätzlich stabilen Ausgangslage" für Rheinland-Pfalz. Angesichts des sich abzeichnenden Ärztemangels gestalte sich die Versorgungssituation allerdings zunehmend schwieriger. Die Versorgungsforschung der KV RLP identifiziert kontinuierlich die Kommunen mit dem größten Handlungsbedarf. "Ziel von 'KV initiativ' soll es sein, alle Regionen, die bei unserer Berechnung auffällig sind, zu kontaktieren, zu sensibilisieren, zu analysieren und gemeinsam einen individuellen Fahrplan zu entwickeln."

Die KV RLP bietet eine Reihe an Förderprogrammen sowie Beratungsangebote und gibt den Kommunen Tipps, welche Maßnahmen sie ihrerseits ergreifen können. Um die Attraktivität der ärztlichen Niederlassung zu erhöhen, ist nach Meinung von Dr. Bartels aber vor allem die Bundespolitik gefordert. So müssten sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Praxen – Stichwort Budgetierung – verbessern. Reformbedarf bestehe auch bei der Bedarfsplanung. Diese sei ein Zulassungsverhinderungsinstrument und müsse – wie bereits 2007 bei den Zahnärzten – abgeschafft werden.

Dr. Albrecht Winkler, Referatsleiter Allgemeine Gesundheitspolitik des Ministeriums für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie (MSAGD) berichtete vom "Masterplan zur Stärkung der ambulanten ärztlichen Versorgung". Dieser werde auch in den kommenden Jahren fortgeführt und durch neue Maßnahmen ergänzt. Dazu zähle unter anderem die Fortsetzung des "Förderprogramms hausärztliche Versorgung" in Rheinland-Pfalz. Mit ihm bezuschusst das Land Praxisgründungen, Praxisübernahmen, Zweigpraxen und Anstellungen mit bis zu 15.000 Euro.

Wie einem drohenden Hausärztemangel begegnet werden kann, zeigte die Demografiebeauftragte der Kreisverwaltung Altenkirchen Jennifer Siebert auf. So wurde im April dieses Jahres das "Netzwerk Ärztliche Versorgung im Landkreis Altenkirchen" gegründet, an dem auch die KV RLP beteiligt ist. Ziel ist es, ärztlichen Nachwuchs für die Region zu gewinnen, die Beteiligten im Gesundheitswesen untereinander zu vernetzen und die Kommunikation zu verbessern. Das Netzwerk fungiert etwa bei der Kommunikation zwischen Ärzten und der KV RLP als Ansprechpartner, da viele Ärzte die Möglichkeiten, die ihnen die KV RLP bietet, gar nicht kennen. Auch bei der Wohnungssuche in der Region erhalten Ärzte Unterstützung vom Netzwerk. Langfristig ist ein dauerhafter Ansprechpartner vorgesehen, der in Kooperation mit den Verbandsgemeinden etwa bei der Ummeldung sowie der Suche nach einem Kindergartenplatz hilft.

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19. Juni 2018