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Förderung der ärztlichen Versorgung

Die ärztliche Versorgung auf dem Land wird durch zahlreiche Maßnahmen auf verschiedenen Gebieten gefördert, um dem dortigen Ärztemangel entgegenzuwirken.

Gesetzgeber

GKV-Versorgungsstrukturgesetz (GKV-VStG)

Das GKV-VStG, in Kraft getreten am 1. Januar 2012, bringt viele interessante Aspekte in die Gesundheitsversorgung. Allerdings kommt mit diesem Gesetz allein kein Arzt zusätzlich ins System und die grundlegenden Rahmenbedingungen, die junge Ärzte abhalten, sich niederzulassen, sind noch lange nicht beseitigt.

Positive Ansätze im GKV-VStG

  • Aufhebung der Residenzpflicht
  • Verzicht auf eine Abstaffelung der Preise in unterversorgten Gebieten
  • übergreifende Organisation des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes
  • Vereinbarkeit von Familie und Beruf mit besseren Beschäftigungsmöglichkeiten für Entlastungsassistenten für die Erziehung von Kindern oder Pflege von Angehörigen
  • Kooperationen von Ärzten können erstmals gezielt gefördert werden
  • Beratung vor Regress: Auffälligen Ärzten muss vor einem Regress immer erst ein Beratungsgespräch angeboten werden
  • Flexibilisierung der Bedarfsplanung
  • Verbesserung der Strukturen ambulanter spezialärztlicher Versorgung
  • Re-Regionalisierung der Honorarpolitik

Weiterführende Links

Ansätze des GKV-VStG reichen nicht aus

Das GKV-VStG bietet zum Teil richtige Ansätze, um der Landarztproblematik entgegenzuwirken, reicht jedoch allein nicht aus. Es muss ein Bündel von Maßnahmen ergriffen werden, zum Beispiel:

Anforderungen an den Gesetzgeber

  • Besonders wichtig ist eine verlässliche Honorarstruktur mit festen Preisen für ärztliche Leistungen. Dies fordert auch der KBV-Vorsitzende Dr. Andreas Gassen.
  • wirtschaftliche Unwägbarkeiten für Arztpraxen müssen abgebaut, die extreme Arbeitsbelastung vor allem auf dem Land, die überbordende Bürokratie müssen reduziert werden.
  • Die Regressgefahr und somit -angst muss abgebaut werden.

Herausforderungen für die Gebietskörperschaften

  • Es ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, strukturschwache Regionen zu stärken und attraktiver zu gestalten. Wenn Standortfaktoren wie Verkehrsanbindung, Einkaufsmöglichkeiten, Kindergärten, kulturelles Angebot etc. stimmen, werden sich Ärzte dort verstärkt niederlassen und eine wirtschaftliche Perspektive für eine Praxis sehen.
  • Die Chancen des Ehepartners, einen Arbeitsplatz zu bekommen, müssen gesteigert werden.

Land Rheinland-Pfalz

Zukunftsprogramm "Gesundheit und Pflege – 2020"

Das Gesundheitsministerium des Landes Rheinland-Pfalz verfolgt mit seinem Zukunftsprogramm "Gesundheit und Pflege – 2020" das Ziel, eine gute medizinische und pflegerische Versorgung insbesondere auch in den ländlichen Regionen sicherzustellen. Durch innovative Ansätze, neue Maßnahmen und sektorenübergreifende Konzepte sollen neue Wege der Sicherstellung erschlossen werden. Dazu zählen insbesondere die Initiativen "Menschen pflegen", "Gesundheitswirtschaft", "Fachkräfteinitiative Gesundheitsfachberufe", "Masterplan zur Stärkung der ambulanten ärztlichen Versorgung" und "Geriatriekonzept".

Vor allem im Hinblick auf die zunehmend freien Arztsitze auf dem Land, hat die Landesregierung Rheinland-Pfalz im Rahmen der Initiative "Masterplan" verschiedene Förderprogramme aufgelegt.

Masterplan

Gemeinsam mit dem Gesundheitsministerium des Landes Rheinland-Pfalz, der Landesärztekammer Rheinland-Pfalz und dem Hausärzteverband Rheinland-Pfalz hat die KV RLP den Masterplan zur Stärkung der ambulanten hausärztlichen Versorgung aufgestellt.

Darin wurde ein Katalog von Maßnahmen entwickelt, der die hausärztliche Versorgung im Land stärken und die Aufnahme einer hausärztlichen Tätigkeit in Rheinland-Pfalz einfacher und noch attraktiver machen soll. Die darin enthaltenen Angebote und Informationen sind auf einer Website zusammengefasst.

Beispiel: Förderrichtlinie "Hausärztliche Versorgung in ländlichen Regionen"

Wer als Hausarzt in einer ländlichen Region tätig werden möchte, kann unter bestimmten Voraussetzungen auf Fördergelder des Landes Rheinland-Pfalz zurückgreifen. Der Förderbetrag je Zuwendungsempfänger beträgt einmalig bis zu 15.000 Euro. Die Einrichtung von Zweigpraxen wird besonders unterstützt. Bewilligungsbehörde ist das Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung.

Beispiel: PJ-Förderung

Das Land Rheinland-Pfalz bietet ein Förderprogramm für Studierende der Medizin an, die sich im Praktischen Jahr (PJ) für das Fach Allgemeinmedizin entscheiden. Mit der Förderung soll erreicht werden, dass sich mehr Absolventen zu einer Weiterbildung in der Allgemeinmedizin entschließen und später für die hausärztliche Versorgung zur Verfügung stehen.

Voraussetzung für eine Förderung ist, dass sich die Studierenden im Praktischen Jahr für das Wahlfachtertial Allgemeinmedizin entscheiden. Studierende der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, die das Praktische Jahr im Herbst 2014 (Start 17. November 2014) beginnen und einen Platz im Wahlfach Allgemeinmedizin in einer der Akademischen Lehrpraxen an der Universitätsmedizin bzw. an den Lehrkrankenhäusern erhalten haben, können während dieses Tertials eine Ausbildungsbeihilfe in Höhe monatlich 600 Euro (also insgesamt 2.400 Euro) erhalten. Das Förderprogramm ergänzt den Masterplan zur Stärkung der ambulanten ärztlichen Versorgung in Rheinland-Pfalz.

Studienplätze

KV RLP

Ansiedlung von Landärzten

Bisherige Maßnahmen aufgrund des GKV-VStG

Die Vertreterversammlung der KV RLP hatte in ihrer Sitzung am 15. Februar 2012 nach ausführlicher Erörterung einen neuen Honorarverteilungsmaßstab (HVM) beschlossen. Bereits zum 2. Quartal 2012 wurden in Rheinland-Pfalz die Regelleistungsvolumina (RLV) abgeschafft und durch Individualbudgets ersetzt. Damit war die KV RLP die erste KV im Bundesgebiet, welche die Möglichkeiten, die das GKV-VStG bietet, konsequent genutzt und die RLV-Systematik verlassen hat.

Der Vorstand der KV RLP hatte gemeinsam mit der Vertreterversammlung für eine schnellstmögliche Ablösung der RLV plädiert, um den gewonnenen Spielraum bei der Honorarverteilung vollumfänglich auszunutzen. Die Verteilung kann seither wieder sachbezogener das Versorgungsgeschehen in den Praxen abbilden und regionale Besonderheiten können besser berücksichtigt werden.

Dies zeigen nun die Honorar- und Umsatzzahlen: Im ersten Quartal 2013 betrug nach den Angaben des KBV-Honorarberichts der Umsatzzuwachs je Arzt und Psychotherapeut in Rheinland-Pfalz 3,2 Prozent – damit lag das Bundesland im Vergleich zu den anderen KV-Regionen an der Spitze. Auch beim Honorarzuwachs pro Fall lag Rheinland-Pfalz mit einem Plus von 3,3 Prozent an der Spitze. Im hausärztlichen Bereich erzielten die Zuwächse mit 8,8 Prozent je Arzt und 2,2 Prozent je Fall im genannten Quartal im Vergleich der KVen die höchsten Werte – und das auch ohne die Sonderzahlung aus der Schwankungsreserve, die bei den Hausärzten für einen Zuwachsanteil von 3,2 Prozent je Arzt verantwortlich war.

Beratung

Zulassung und Kooperation

Mit einem kostenfreien Beratungsangebot unterstützt die KV RLP Niederlassungswillige und Niedergelassene in allen Fragen der Zulassung und der Kooperation. Die Berater informieren individuell in jeder Phase der Existenzgründung von der Entscheidung über die Planung des passenden Praxismodells bis hin zum Antrag beim Zulassungsausschuss. Bei einer geplanten Praxisübernahme oder einer Praxisabgabe kümmert die KV RLP sich um das Ausschreibungs- und Nachbesetzungsverfahren, die Vermittlung von Praxen und Kooperationen und um die Schaltung kostenfreier Anzeigen auf ihrer Website.

BWL und Praxisführung

Das betriebswirtschaftliche Beratungsangebot der KV RLP steht Mitgliedern und Niederlassungswilligen kostenfrei in allen Fragen zum Unternehmen Praxis zur Seite. Mit qualifizierten betriebswirtschaftlichen Analysen unterstützen die Berater in allen konzeptionellen Überlegungen: Die wirtschaftlichen Eckdaten werden gemeinsam durchleuchtet und in Zahlen gefasst. In Form von Bewertungen und Planrechnungen werden dann professionelle Entscheidungshilfen erstellt.

Das Angebot umfasst sowohl die klassische wirtschaftliche Planung bei Neugründung und Übernahme einer Praxis als auch die Themen Praxisbewertung sowie Fusion oder Aufnahme von Partnern – insbesondere auch im Hinblick auf die aktuelle Gesetzgebung. Auf Wunsch fertigen die Berater Wirtschaftlichkeitsanalysen zu Investitionen und ähnlichen Vorhaben an.

Zusätzlich bietet die KV RLP ein umfangreiches Seminarprogramm zu Themen des Praxisalltags und ist auf externen Veranstaltungen präsent mit dem Ziel, junge Ärzte und Studenten für die Niederlassung zu gewinnen. 

Veranstaltungen

Die KV RLP wirbt auf Veranstaltungen für Berufseinsteiger für die Landarzttätigkeit, zum Beispiel im Rahmen der Kongressreihe des Deutschen Ärzteverlags "Operation Karriere" sowie an Tagen der Allgemeinmedizin in Kooperation mit der Landesärztekammer Rheinland-Pfalz.

Terminanfragen

Roswitha Ihrig
Telefon 06131 326-4423
roswitha.ihrig@kv-rlp.de

KV-TV

Die KV RLP hat in ihrem Webmagazin "KV-TV PRAXIS – Das Magazin" eine ausführliche Niederlassungsdokumentation erstellt. Darin wurden zwei angehende Vertragsärzte auf dem Weg in die Niederlassung begleitet. Sie wurden gefilmt ab ihrer Bewerbung über die Beratung in der KV RLP bis hin zur Entscheidung des Zulassungsausschusses.

Beratungsstelle Kommunen

Mit einer eigenen Beratungsstelle unterstützt die KV RLP rheinland-pfälzische Kommunen dabei, die ambulante medizinische Versorgung vor Ort auch in Zukunft zu gewährleisten. Gemeinsam mit den lokal Verantwortlichen und weiteren Akteuren im Gesundheitswesen findet sie individuelle Lösungen und bietet innovative Versorgungskonzepte.

Beratungsangebot

Bereitschaftsdienstorganisation

Bereits seit Jahren zeichnet sich bundesweit ab, dass die Verpflichtung gemäß § 75 Abs. 1 SGB V, rund um die Uhr einen Ärztlichen Bereitschaftsdienst sicherzustellen, alleine mit kollegialen Vertretungsringen nicht mehr gewährleistet werden kann. Die häufigen Dienste nachts und am Wochenende sind mit dem Anspruch der jungen Medizinergeneration nach Vereinbarkeit von Beruf mit Familie und Freizeit nicht mehr vereinbar. Hinzu kommt, dass bis zum Jahre 2020 voraussichtlich jeder zweite Arzt in den Ruhestand gehen wird und vermutlich nicht jeder frei werdende Arztsitz wiederbesetzt werden kann.

Alle KVen stehen damit vor der Herausforderung, eine Organisationsstruktur zu schaffen, die den Ärztlichen Bereitschaftsdienst mit einer geringeren Zahl an Ärzten und zusätzlich einer geringeren Diensthäufigkeit pro Arzt sicherstellen kann.

In geringer ausgelasteten, meist in ländlichen Regionen gelegenen Ärztlichen Bereitschaftspraxen decken die Einnahmen aus der Patientenversorgung häufig nicht die laufenden Personal- und Betriebskosten. Durch die Zusammenführung aller, auch ehemals in Vereinsträgerschaft geführten Ärztlichen Bereitschaftspraxen und bedarfsweiser Gründung neuer Ärztlicher Bereitschaftspraxen unter dem Dach der Kassenärztlichen Vereinigung wird aber ein Finanzausgleich zwischen allen Ärztlichen Bereitschaftspraxen möglich. Finanzielle Nachteile für Ärztliche Bereitschaftspraxen und Ärzte in strukturschwachen Regionen können somit vermieden werden.

In Rheinland-Pfalz wurde das neue Bereitschaftsdienstkonzept gemäß Vereinbarung im Masterplan 2007 durch den KV-Vorstand erarbeitet und von der Vertretersammlung am 2. September 2009 beschlossen.

Umstrukturierungsphase

Zunächst mussten die Bereitschaftsdienstbereiche abhängig von Verbandsgemeindegrenzen und Stadtteilen festgelegt gelegt werden. Unter Berücksichtigung besonderer historisch gewachsener Strukturen oder, wenn es die geographische Lage oder die Anzahl der im jeweiligen Bereitschaftsdienstbereich zur Verfügung stehenden Ärzte erforderte, wurden Bereitschaftsdienstbereiche auch unabhängig hiervon eingerichtet. Stets musste bedacht werden, dass der diensthabende Arzt unter Berücksichtigung der regionalen Infrastruktur in angemessener Zeit und Entfernung für den Patienten erreichbar ist. Die durchschnittliche Entfernung zur nächstgelegenen Ärztlichen Bereitschaftspraxis beträgt in Rheinland-Pfalz derzeit 9,1 Kilometer, die maximale Entfernung 37 Kilometer. Ärztliche Bereitschaftspraxen wurden bevorzugt an Krankenhäuser angegliedert. Dazu mussten mit diesen Verhandlungen geführt und Verträge geschlossen werden. Schließlich mussten entsprechende Räumlichkeiten angemietet oder durch den Vertragspartner gebaut und eingerichtet werden, bis der Schlüssel dem Bereitschaftsdienstleiter übergeben werden konnte.

Seit 1. April 2014 Flächedeckung

Seit dem 1. April 2014 sind alle Regionen von Rheinland-Pfalz mit Ärztlichen Bereitschaftspraxen abgedeckt. 47 der derzeit 48 Ärztlichen Bereitschaftspraxen-Standorte befinden sich bereits in Trägerschaft der KV RLP. An zwei Standorten, Adenau und Hermeskeil, wurden nach einer vertraglichen Vereinbarung mit der KV RLP durch die dortigen Krankenhäuser Ärztliche Bereitschaftsdienste eingerichtet.

Hoch ausgelastete Ärztliche Bereitschaftspraxen des Typs III, haben ganzwöchig geöffnet, weniger ausgelastete (Typ I und II) meist nur mittwochs auf donnerstags sowie an Wochenenden und Feiertagen. In "Typ-I- und Typ-II-Regionen" wird der Ärztliche Bereitschaftsdienst außerhalb der Praxisöffnungszeiten an den verbleibenden Tagen weiterhin durch die kollegialen Vertretungsringe sichergestellt.

Öffnungszeiten sollen vereinheitlicht werden

Eine ganzwöchige Öffnung aller Ärztlichen Bereitschaftspraxen wird angestrebt. Parallel zu den Anpassungen des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes wird nun auch mit dem flächendeckenden Aufbau des kinder- und augenärztlichen Bereitschaftsdienstes begonnen.

Kostenlose 116117 flächendeckend realisiert

Seit dem 1. April 2014 sind alle Ärztlichen Bereitschaftspraxen in Trägerschaft der KV RLP über die zentrale und kostenlose Bereitschaftsdienstnummer 116117 (ohne Vorwahl) zu erreichen. Aus dem Festnetz werden Anrufer automatisch mit der zuständigen Bereitschaftspraxis verbunden, aus dem Mobilfunknetz erfolgt eine Vermittlung mithilfe der Postleitzahl.

Famulaturen

Förderprogramm

Die Gewinnung ärztlichen Nachwuchses ist ein wesentliches Ziel der KV RLP, um auch zukünftig die wohnortnahe und flächendeckende ambulante ärztliche Versorgung sicherstellen zu können. Hierzu legt die KV RLP ein Förderprogramm zur Durchführung der Famulatur in hausärztlichen Praxen auf. Dieses soll den Aufwand der Famulanten für Anfahrt und Unterkunft insbesondere in ländlichen und schwächer versorgten Regionen abdecken.

Famulaturbörse

Zusätzlich bietet die KV RLP für alle Medizinstudenten, die ihre Famulatur in einer rheinland-pfälzischen Arztpraxis absolvieren möchten, eine Famulaturbörse mit einer Übersicht über die aktuell freien Famulaturplätze an. Das Angebot wird kontinuierlich erweitert und ist auf der Website der KV RLP einsehbar.

Famulantencamp

Erstmals nahmen 2013 fünf Studierende, deren Famulatur in einer hausärztlichen Praxis durch die KV RLP gefördert wird, am Famulantencamp am Nürburgring teil. Das Camp wird seit einigen Jahren von der Marienhaus GmbH aus Waldbreitbach veranstaltet. Ziel ist es, Famulanten durch medizinische Fachvorträge und praktische Übungen Kenntnisse zu vermitteln, die sie in einer späteren Praxistätigkeit benötigen.

Die Kosten für die Teilnahme übernimmt die KV RLP. Auch für die nächsten Jahre ist eine Fortsetzung dieses Famulantencamps und der Kooperation mit der Marienhaus GmbH geplant.

Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen

Seit 2018 fördert die KV RLP in bestimmten Leistungsbereichen einzelne Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen. Das Gesamtfördervolumen im Jahr 2018 beträgt 250.000 Euro. Die Förderung soll die Ärzte und Psychotherapeuten in Rheinland-Pfalz dabei unterstützen, wichtige versorgungsrelevante, fachliche Qualifikationen zu erwerben. Damit leistet die KV RLP einen weiteren Beitrag zur nachhaltigen Verbesserung der Patientenversorgung im Land.

Eine Förderung ist zunächst in den folgenden Leistungsbereichen möglich:

Gruppenpsychotherapie

  • Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie
  • Analytische Psychotherapie
  • Verhaltenstherapie

Finanziell gefördert werden die direkten Fort- und Weiterbildungskosten wie zum Beispiel die Aufwendungen für den Besuch eines Seminars oder die Inanspruchnahme einer Supervision. Die Förderhöhe richtet sich nach den tatsächlich entstandenen Kosten – und reicht bis zu einer maximalen Obergrenze von 2.500 Euro.

Förderrichtlinie

Kampagne

Mit ihrer Niederlassungskampagne "arzt.nah.dran. – Willkommen in Rheinland-Pfalz!" will die KV RLP neue Ärzte für die Niederlassung gewinnen. Die Kampagne ist als weitere Maßnahme gegen den drohenden Ärztemangel im Land konzipiert und vereint mehrere Informationsangebote. Auftakt war im April 2016.

Unter www.arzt-nah-dran.de bekommen interessierte Ärzte umfangreiche Angaben etwa zu den vielfältigen beruflichen Möglichkeiten in der ambulanten Versorgung, zu Förderprogrammen, zum Niederlassungsprozess oder zur Unterstützung, die sie von der KV RLP erhalten. Ergänzend bieten unter anderem der Newsletter "Arzt in Rheinland-Pfalz" sowie die Veranstaltungsreihe "Info mit Biss" Hilfestellungen und Tipps zur Tätigkeit in der vertragsärztlichen Praxis.

Lehrveranstaltungen Allgemeinmedizin

Gefördert werden Lehrveranstaltungen der Allgemeinmedizin an der Universität in Mainz, die niedergelassene Mediziner als Lehrbeauftragte durchführen (Honorare, Reisekosten: ca. 90.000 Euro pro Jahr).

Praxislotsen

Seit April 2012 unterstützen zwei kompetente Praxislotsen neu niedergelassene, angestellte und ermächtigte Ärzte und Psychotherapeuten persönlich in allen Bereichen der Praxistätigkeit.

Die Praxislotsen sind in der KV RLP telefonisch direkt zu erreichen, kommen bei Bedarf aber auch vor Ort in die Praxis. Der neue Service ist für die Mitglieder der KV RLP kostenfrei und unverbindlich. Mit dem Lotsen-Service steht allen neu Niedergelassenen erstmals ein persönlicher Ansprechpartner zur Seite, der sie bei ihrem Einstieg für die Dauer von zwei Jahren begleitet.

Strukturfonds

Um die vertragsärztliche Versorgung in Rheinland-Pfalz sicherzustellen, unterstützt und fördert die KV RLP gemeinsam mit den Krankenkassen die Niederlassung von Hausärzten und Fachärzten in Rheinland-Pfalz über einen eigenen Strukturfonds.

Wer als selbstständiger Vertragsarzt eine Praxis neu gründet oder übernimmt, eine Nebenbetriebsstätte einrichtet oder andere Vertragsärzte einstellt, kann gefördert werden. Dabei spielt keine Rolle, ob dies im Rahmen einer Einzelpraxis oder einer Kooperation erfolgt. Entscheidend ist aber, in welcher Region und in welcher Fachgruppe die Niederlassung bzw. die Anstellung stattfindet. Die Fördergebiete werden zum 1. Januar eines jeden Jahres bestimmt und sollen zur Verbesserung der vertragsärztlichen Versorgung in Städten und im ländlichen Raum beitragen.

In förderfähigen Fällen stellt die KV RLP bereit:

  • einmalig 60.000 Euro für Praxisneugründungen und -übernahmen
  • einmalig 20.000 Euro für die Einrichtung einer Nebenbetriebsstätte
  • 1.000 Euro pro Monat für eine Anstellung bei einem vollen Versorgungsauftrag und für längstens 60 Monate

Weiterbildung

Um die ambulante ärztliche Patientenversorgung in Rheinland-Pfalz sicherzustellen, fördert die KV RLP die Weiterbildung von Ärzten innerhalb aller Fachgruppen. Der Förderzuschuss soll helfen, die personellen und zeitlichen Aufwände abzudecken, die dem weiterbildenden Arzt aus der Beschäftigung des Arztes in Weiterbildung entstehen.

2.400 Euro

Arztpraxen, die einen Arzt in Weiterbildung beschäftigen, können einen monatlichen Förderbetrag von bis zu 2.400 Euro erhalten. Mindestens sechs zusammenhängende Monate muss der Arzt in Weiterbildung dafür in der Weiterbildungspraxis verbleiben.

4.800 Euro

In einigen Fachgebieten beteiligen sich die Landesverbände der Krankenkassen und Ersatzkassen an der Förderung, weshalb hier mit 4.800 Euro ein höherer Förderbetrag monatlich weitergegeben werden kann. Diese Fördermöglichkeit besteht aktuell bereits und betrifft die folgenden Fachgruppen:

In hausärztlich versorgten Gebieten, in denen eine Unterversorgung droht oder bereits besteht, kann sich der Förderbetrag zusätzlich um monatlich 250 bzw. 500 Euro erhöhen.

In der Allgemeinmedizin werden bis zu 42 Monate gefördert – sofern es sich um einen anerkennungsfähigen Weiterbildungsabschnitt nach der jeweiligen Weiterbildungsordnung handelt. In den Fachgebieten Augenheilkunde, Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Haut- und Geschlechtskrankheiten, Kinder- und Jugendmedizin sowie Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie richtet sich die Förderdauer nach der maximalen ambulanten Weiterbildungszeit gemäß der rheinland-pfälzischen Weiterbildungsordnung. Eine Förderung ist hier erst ab einer Mindestförderdauer von zwölf Monaten möglich.

Koordinierungsstelle

Die KV RLP betreibt die Koordinierungsstelle Weiterbildung Allgemeinmedizin. Diese vermittelt sowohl Ärzte in Weiterbildung als auch Weiterbildungsstätten im ambulanten und im stationären Bereich. Sie steht Interessierten in allen Fragen der Weiterbildungsorganisation zur Seite und initiiert und unterstützt Weiterbildungsverbünde.

Kompetenzzentrum

Um die Qualität und die Effizienz der allgemeinmedizinischen Weiterbildung zu fördern und langfristig die hausärztliche Versorgung im Land zu sichern, betreibt die KV RLP gemeinsam mit der Universitätsmedizin Mainz, der Krankenhausgesellschaft Rheinland-Pfalz und der Landesärztekammer Rheinland-Pfalz das Kompetenzzentrum Weiterbildung Allgemeinmedizin.

Ärzte, die sich auf eine hausärztliche Tätigkeit vorbereiten, erhalten hier künftig während ihrer Weiterbildung Unterstützung – etwa in Begleitseminaren, in denen sie die erworbenen Facharztkompetenzen vertiefen können. Hinzu kommen maßgeschneiderte Mentoring-Programme. Auch die Weiterbilder unterstützt das Kompetenzzentrum künftig. Für sie sind spezielle Fortbildungsprogramme in Planung, die bei der Weiterentwicklung der medizindidaktischen Kompetenzen helfen sollen.

Das Kompetenzzentrum ist am Zentrum für Allgemeinmedizin und Geriatrie in der Abteilung Allgemeinmedizin der Universitätsmedizin Mainz angesiedelt.

Weitere Akteure

KBV

KBV-Vorschlag: Stiftung soll Finanzierung der Weiterbildung übernehmen

Im Vorfeld des Deutschen Ärztetages hat KBV-Vorstand Dipl.-Med. Regina Feldmann auf der KBV-Vertreterversammlung am 26. Mai 2014 in Düsseldorf ein Stiftungsmodell zur Förderung der ambulanten Weiterbildung vorgeschlagen.

Derzeit werden junge Ärzte fast ausschließlich im Krankenhaus zum Facharzt weitergebildet, wo sie ein Gehalt auf tariflicher Basis erhalten. Im ambulanten Bereich gibt es keine verbindliche Finanzierungsregelung, was dazu führt, dass die Weiterbildung in Praxen gegenüber Krankenhäusern finanziell benachteiligt ist.

Nur für die Weiterbildung zum Allgemeinmediziner existiert ein Förderprogramm: 3.500 Euro pro Monat erhält der weiterbildende Arzt, um den Arzt in Weiterbildung zu bezahlen. Im Krankenhaus erhalten die Ärzte in Weiterbildung 4.500 Euro, also 1.000 Euro monatlich mehr.

Die KBV fordert gleiche tarifliche Konditionen wie im Krankenhaus für alle Ärzte in Weiterbildung in den Praxen und schlägt dazu die Gründung einer Stiftung vor. Mit den Stiftungsgeldern könnten außerdem Weiterbildungsstätten gefördert und Ärzte, die junge Kollegen weiterbilden, unterstützt werden. Das Gleiche gilt für die nötige Infrastruktur wie die Verbundweiterbildung. Die KBV hat das Stiftungsmodell bereits in die Politik getragen. Grundsätzlich will die KBV erreichen, dass mehr Medizinabsolventen ihre Weiterbildung zum Facharzt in Praxen absolvieren. Ein Grund ist, dass viele Inhalte heute nicht mehr am Krankenhaus vermittelt werden, weil immer mehr Untersuchungen und Behandlungen ausschließlich ambulant erfolgen. Auch die Studierenden müssen mehr Kontakt mit dem ambulanten Bereich haben, um sich besser auf den Versorgungsalltag vorbereiten zu können.

Andere KVen

Weitere Informationen zu den Förderprogrammen anderer KVen auf der Website www.lass-dich-nieder.de.

Bitte beachten Sie, dass es sich bei den zur Verfügung gestellten Informationen um Darstellungen handelt, die die komplexen Inhalte bewusst vereinfacht und verkürzt wiedergeben, um sie den Medien und der breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Es handelt sich hierbei nicht um juristische Darstellungen.

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20. September 2019