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Flutkatastrophe

Die Flutkatastrophe hat Rheinland-Pfalz in einem besonderen Ausmaß getroffen. Wir trauern mit all denen, die Familienangehörige und Menschen aus ihrem Umfeld verloren haben. Für uns als KV RLP geht es nun in erster Linie darum, schnell und unbürokratisch zu helfen. 

Sofortmaßnahmen der KV RLP

Betroffene Praxen

Nicht mehr nutzbare Räumlichkeiten | Allgemeinverfügung

Diejenigen Praxisinhaberinnen und Praxisinhaber, die ihre Räumlichkeiten nicht mehr nutzen können, versuchen wir bei der Suche nach neuen bzw. vorübergehenden Praxisräumen zu unterstützen. Die KV RLP hält zur Koordination von gemeinsamen Hilfemaßnahmen für die betroffenen Praxen regen Kontakt zum Krisenstab des Landes.

Allgemeinverfügung

Der Vorstand der KV RLP hat per Allgemeinverfügung erlassen, dass alle betroffene Praxen vorübergehend – zunächst bis zum 31. Dezember 2021 – ihre am Praxisstandort genehmigte Tätigkeit auch an anderen Orten im Katastrophengebiet aufnehmen können.

Abschlagszahlungen

Abschlagszahlungen für die von dem Hochwasser betroffenen Praxen werden weiterhin gezahlt werden. Es ist uns wichtig, dass Praxen nicht in Liquiditätsprobleme geraten.

Honorarschätzung

Kann eine Praxis ihre Abrechnung nicht erstellen, ist eine Honorarermittlung auch als Schätzung möglich.

Unterstützende Praxen

Abrechnung ärztlicher und psychotherapeutischer Leistungen

Vergütung der Leistungen für neue Patientinnen und Patienten

Neue Patientinnen und Patienten können in der Abrechnung mit dem TSVG-Kennzeichen für Neupatienten versehen werden, die Leistungen unterliegen dann nicht der Mengenbegrenzung.

Die Möglichkeit der Kennzeichnung besteht jedoch nicht für alle Fachgruppen und nicht für Praxen in der Sperrfrist. Daher können Praxen, die wegen der Flutkatastrophe zusätzlich Patientinnen und Patienten behandeln beziehungsweise übernehmen, sich auch bei der KV-Hotline unter 06131 326 326 oder per E-Mail an kv-hotline@kv-rlp.de melden und dort registrieren, damit dies im Rahmen des Honorarverteilungsmaßstabs berücksichtigt wird.

Abrechnungsverfahren

Kommen diese Patientinnen und Patienten mit elektronischer Gesundheitskarte (eGK) in die Praxis, erfolgt die Abrechnung nach dem üblichen Verfahren.

Bei Patientinnen und Patienten, die keine eGK vorweisen können, wenden Sie das Ersatzverfahren an und erheben die persönlichen Daten der Versicherten (Name, Vorname, Geburtsdatum, Adresse) sowie den Namen der Krankenkasse – falls möglich auch die Krankenversichertennummer.

Sollte die Krankenkasse nicht genau angegeben werden können, bietet die KV RLP die Möglichkeit, die KV-Hotline unter 06131 326 326 oder per E-Mail an kv-hotline@kv-rlp.de zu kontaktieren. Die KV RLP wird dann anhand der vergangenen Abrechnungsdaten versuchen, die zuständige Krankenkasse zu ermitteln. Die Patientinnen und Patienten haben darüber hinaus die Möglichkeit, gegebenenfalls in ihre Stammapotheke zu gehen und hier die betreffende Krankenkasse etc. zu erfragen.

Verordnung von Arznei-, Heil- und Hilfsmitteln

Alle Verordnungen, die aufgrund der Flutkatastrophe ausgestellt werden, sollen mit dem Vermerk "Hochwasser" versehen werden. Dabei ist deren Ausstellung ausnahmsweise nicht auf das Fachgebiet der/des jeweiligen Vertragsärztin/Vertragsarztes beschränkt, sofern es sich um GKV-Leistungen handelt. Eine Verordnung von GKV-Leistungen für GKV-Versicherte auf Privatrezept darf dabei nicht erfolgen.

Auch für den Verordnungsbereich gilt – wie bei der Abrechnung ärztlicher Leistungen – bei neuen Patientinnen und Patienten ohne eGK zunächst die Erfassung der Grunddaten mittels Ersatzverfahren. Für die Verordnung unerlässlich sind die persönlichen Angaben Name, Vorname, Geburtsdatum und Adresse der Person sowie der Kostenträger. Ohne Angabe des Kostenträgers lässt sich kein Muster 16 in der Apotheke als Kassenrezept einlösen. Ansonsten gilt es als Privatrezept.

Wenn eine erforderliche Medikamentenversorgung durch andere Ärztinnen und Ärzte (DRK oder Ähnliches) festgestellt wurde, sollten Sie auch dies dokumentieren.

Gegebenenfalls kann es erforderlich sein, dass Patientinnen und Patienten aufgesucht werden müssen, um Medikamente oder Hilfsmittel zu verordnen. Für Verordnungen bei Erstkontakt ist es empfehlenswert, sich vom Zustand der Versicherten persönlich zu überzeugen.

Sprechstundenbedarf

Praxen, die zusätzlich Patientinnen und Patienten zur Behandlung übernehmen, können den hierfür erforderlichen Sprechstundenbedarf gesondert verordnen. Auf der SSB-Verordnung ist dabei der Zusatzvermerk "Hochwasser" anzugeben. Der Mehrbedarf muss dabei im Verhältnis zu den zusätzlich übernommenen Patientinnen und Patienten stehen.

Wiederaufbauhilfe des Landes Rheinland-Pfalz

Antragsverfahren

Für Opfer der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz stellt das Land 15 Milliarden Euro bereit. Auch geschädigte Praxen haben damit die Möglichkeit, staatliche finanzielle Hilfen zu erhalten. Informationen zur Wiederaufbauhilfe, zum Antragsverfahren und Antworten auf die häufigsten Fragen gibt es hier:

Für Patientinnen und Patienten

Ärztliche Bereitschaftspraxis Bad Neuenahr-Ahrweiler

Die Ärztliche Bereitschaftspraxis Bad Neuenahr-Ahrweiler am Krankenhaus Maria Hilf (Dahlienweg 1 – 3 | 53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler) ist besetzt:

  • MO | DI | DO: 19 – 23 Uhr
  • MI: 14 – 23 Uhr
  • FR: 16 – 23 Uhr
  • SA | SO: 9 – 23 Uhr
  • Feiertage: 9 – 23 Uhr

Hotline

Auskunft zur ärztlichen und psychotherapeutischen Versorgung vor Ort rund um die Uhr unter:

Telefon 06131 4899139

KV RLP Isaac-Fulda-Allee 14 55124 Mainz Telefon 06131 326-326 Fax 06131 326-327 E-Mail service@kv-rlp.de
27. Oktober 2021