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Verordnung | Coronavirus

eGK

Regelung zeitlich befristet: zunächst bis 30. Juni 2020

Einzelheiten

Vorlage

Nicht erforderlich

Die Vermeidung persönlicher Arzt-Patienten-Kontakte im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie ist nach dem Bundesmantelvertrag für Ärzte ein begründeter Ausnahmefall für die Ausstellung und Versendung von Verordnungen. Somit dürfen Praxen ab sofort ihren Patientinnen und Patienten Folgerezepte, Folgeverordnungen und Überweisungen per Post zusenden.

Voraussetzungen

Die Patientin oder der Patient müssen in der jeweiligen Praxis bekannt und in Behandlung sein. Zu den bekannten Patienten zählen alle, die im laufenden Quartal oder im Vorquartal in der Arztpraxis persönlich vorstellig waren. Findet in einem Quartal ausschließlich ein telefonischer Kontakt statt, werden die Versichertendaten aus der Patientenkartei übernommen. Die Vorlage der eGK ist in diesen Fällen nicht erforderlich.

Hinweise

Postzustellung

Regelung zeitlich befristet: zunächst bis 30. Juni 2020

Einzelheiten

Formulare und Muster

Möglich

Bei folgenden Formularen oder Mustern ist eine Zustellung per Post sowie die Abrechnung der Portokosten möglich:

  • Folgeverordnungen für Arzneimittel, auch Blutzuckerteststreifen (einschließlich BtM-Rezepte)

  • Verordnung einer Krankenbeförderung (Muster 4)

  • Überweisungen (Muster 6 und 10)

  • Folgeverordnungen für häusliche Krankenpflege (Muster 12)

  • Folgeverordnungen für Heilmittel (Muster 13 Physiotherapie und Podologie, Muster 14 Stimm-, Sprech- und Sprachtherapie, Muster 18 Ergotherapie und Ernährungstherapie)

  • Hilfs- und Verbandmittel (ausschließlich Muster 16), beispielsweise Produkte zur Inkontinenzversorgung

Nicht möglich

Nicht verschickt werden dürfen:

  • Verordnungen für Sehhilfen (Muster 8)

  • Hörhilfen (Muster 15)

Portokosten

Regelung zeitlich befristet: zunächst bis 30. Juni 2020

Einzelheiten

Abrechnung

Portokosten sind in Höhe von 90 Cent über die Gebührenordnungsposition (GOP) 40122 abrechnungsfähig. Dies ist neben der GOP 01430 für den Verwaltungskomplex möglich. Dazu reicht auch aus, wenn eine Patientin oder ein Patient am Praxistelefon mit dem medizinischen Personal gesprochen hat, aber nicht mit der Ärztin oder dem Arzt selbst.

Zur Abrechnung der Portokosten neben der GOP 01435 für die Bereitschaftspauschale ist jedoch zwingend ein telefonischer Arzt-Patienten Kontakt oder eine anderer mittelbarer Arzt-Patienten-Kontakt gemäß 4.3.1 der Allgemeinen Bestimmungen erforderlich.

Diese Regelung ist zunächst zeitlich befristet bis 30. Juni 2020.

SAPV

Einzelheiten

Arzneimittel

Einzelheiten

Arzneimittelversorgungsverordnung

Im Rahmen der SARS‐CoV-2-Arzneimittelversorgungsverordnung hat der Gesetzgeber vorübergehend eine Vereinfachung der Versorgung ermöglicht. Diese trat am 22. April 2020 in Kraft.

Inhaltlich werden verschiedene rechtliche Vorgaben unter anderem im SGB V, in der  Arzneimittelpreisverordnung, im Betäubungsmittelgesetz und in der Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung (BtMVV) zeitweilig geändert oder außer Kraft gesetzt.

Diese temporären Änderungen enden, sobald die entsprechende epidemische Lage von nationaler Tragweite  aufgehoben wird – spätestens am 31. März 2021.

Verordnungsverhalten

Bitte beachten Sie folgende Aspekte bei Ihren Verordnungen:

  • keine Mehrfachverordnungen
    Für chronisch Kranke wird – wie bislang – in der Regel eine N3-Packung verordnet.

  • keine zusätzlichen Privatrezepte
    Zusätzliche Privatverordnungen als Ersatz für übliche Kassenrezepte sind nicht nötig.

  • Aut-idem ermöglichen
    Bitte verordnen Sie in der Regel ohne Aut-idem-Kreuz, damit die Apotheke austauschen und eventuelle Engpässe bei einzelnen Arzneimitteln oder Herstellern umgehen kann. Ein Austausch darf nur in medizinisch begründeten Einzelfällen verboten werden.

Pneumokokken-Impfstoffe

Nicht zugelassene Arzneimittel

Bekanntmachung des BMG zum Arzneimittelgesetz

Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) informierte am 27. Februar 2020 über das Fehlen von zugelassenen Arzneimitteln zur Behandlung einer Infektion mit dem Coronavirus (COVID-19). Darüber hinaus stufte das BMG diese als bedrohliche übertragbare Krankheit ein, die eine Bereitstellung nicht-zugelassener und spezifischer Arzneimittel erforderlich macht, um eine Ausbreitung zu vermeiden.

Aufgrund dieser Feststellung erhalten die zuständigen Behörden der Länder nach § 79 Absatz 5 und 6 Arzneimittelgesetz (AMG) die Möglichkeit, im Einzelfall ein befristetes Abweichen von den Vorgaben des AMG für nicht-zugelassene Arzneimittel zu gestatten.

Auf dieser Basis können die Behörden in den Ländern den Einsatz eines experimentellen Arzneimittels ohne Zulassung zur Behandlung von infizierten Patientinnen und Patienten erlauben.

Hydroxychloroquin

Sprechstundenbedarf

Einzelheiten

Desinfektionsmittel und Schutzkleidung

Desinfektionsmittel gehören – bis auf die Anwendung am Patienten vor Eingriffen – nicht zum Sprechstundenbedarf (SSB).

In der Apotheke hergestellte Rezepturen für Desinfektionsmittel unterliegen ebenfalls dieser Regelung. Somit sind die genannten Artikel weder als Sprechstundenbedarf verordnungs- noch als Sachkosten abrechnungsfähig.

Hände- und Hautdesinfektionsmittel sowie Schutzkleidung für das Praxispersonal verteilt die KV RLP kontingentiert abhängig von der entsprechenden Verfügbarkeit. Sofern Sie diesbezüglich andere Betriebswege zur schnelleren Versorgung nutzen, fallen diese unter die allgemeinen Praxiskosten.

Aufgrund der besonderen Zeiten raten wir, die entsprechenden Rechnungen für diese Artikel aufzubewahren, falls es zu zukünftig zu einer rückwirkenden Kostenübernahmeregelung kommen sollte.

Telefonische AU-Bescheinigung

Regelung zeitlich befristet: bis 31. Mai 2020

Befristet bis zum 31. Mai 2020 darf die Feststellung der Arbeitsunfähigkeit bei Versicherten mit Erkrankungen der oberen Atemwege, die keine schwere Symptomatik aufweisen, für einen Zeitraum von bis zu 7 Kalendertagen auch nach telefonischer Anamnese erfolgen. Das Fortdauern der Arbeitsunfähigkeit kann im Wege der telefonischen Anamnese einmalig für einen weiteren Zeitraum von bis zu 7 Kalendertagen festgestellt werden.

Die telefonische Anamnese durch die Vertragsärztin oder den Vertragsarzt muss im Wege der persönlichen ärztlichen Überzeugung vom Zustand der Versicherten oder des Versicherten durch eingehende telefonische Befragung erfolgen.

Weitere Sonderregelungen

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28. Mai 2020