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Impfabrechnung | Häufige Fragen und Antworten

Allgemein

Wie werden die Impfungen abgerechnet?

Die Abrechnung erfolgt mit der KV-Quartalsabrechnung über die eGK der Patientin oder des Patienten.

Wie werden die Impfungen von Privatpatientinnen und Privatpatienten bzw. Sonstigen Kostenträger abgerechnet?

  • Für Nicht-GKV-Versicherte ist das Ersatzverfahren zur Nutzung des KVDT anzuwenden, Kostenträger ist das Bundesamt für Soziale Sicherung (VKNR 48850).

  • Bei SKT-Versicherten, die über eine Krankenversichertenkarte verfügen (zum Beispiel Grenzgänger, Versicherte nach dem BVG, entsprechende Polizeikassen etc.), kann diese eingelesen werden. Hier muss nicht das Ersatzverfahren angewendet werden.

  • Werden ausschließlich Impfleistungen erbracht, ist kein Krankenbehandlungsschein/Überweisungsschein vom Kostenträger vorzulegen. Bei SVA-Versicherten ist keine Patientenerklärung für die Krankenkasse  auszufüllen. (Der Anspruch auf eine Schutzimpfung richtet sich nach der Corona-ImpfV).

  • Werden neben den Impfleistungen noch andere Leistungen abgerechnet, können diese zusammen auf einem SKT-Behandlungsschein abgerechnet werden.

Stimmt es, dass die Bestellung des Sprechstundenbedarfs (SSB) für Covid-Impfstoffe auf den Kostenträger 38825 ausgestellt, jedoch die Privatpatienten auf den Kostenträger 48850 abgerechnet werden?

Ja, das ist korrekt.

Welche Diagnoseschlüssel sind anzugeben?

  • U11.9 G für eine Impfung gegen COVID-19

  • U12.9 G für unerwünschte Nebenwirkungen im Zusammenhang mit der Corona-Schutzimpfung

Muss die Chargennummer des Impfstoffes erfasst werden?

Ja, zu jeder Impfleistungen muss in der Abrechnung die Chargennummer des Impfstoffes erfasst werden. Hierfür ist mit dem PVS-Update zum 2. Quartal 2021 ein neues GOP-bezogenes Feld (5010 Chargennummer) geschaffen worden.

Impfberatung gemäß Impfvereinbarung

Kann die Abrechnungsnummer 88322 auch bei allgemeinen Fragen etwa zur Impfsituation als Impfberatung gemäß Impfvereinbarung abgerechnet werden?

Nein, hierfür kann die Abrechnungsnummer 88322 nicht abgerechnet werden. Ebenso kann keine Impfberatung abgerechnet werden, wenn die Impfung im Impfzentrum erfolgt. Die Beratung wird dann im Impfzentrum durchgeführt. Die Abrechnungsnummer 88322 kann nur abgerechnet werden, wenn sich die Patientin oder der Patient im Rahmen Ihrer Impfberatung gegen eine Impfung entscheidet und dies mitteilt.

Gibt es einen Abrechnungsausschluss, wenn ausschließlich die Impfberatung (Abrechnungsnummer 88322) durchgeführt wurde, sich die Patientin oder der Patient dann aber im Nachgang doch für die Impfung entscheidet?

Ja, gemäß den Vorgaben der KBV wurde ein Abrechnungsausschluss im Krankheitsfall aufgenommen. Das bedeutet, bei Berechnung der Abrechnungsnummer 88322 ist im aktuellen und den nachfolgenden drei Quartalen keine Abrechnung der COVID-19-Impfung möglich.

Sinnvoll ist eine Dokumentation in der Patientenakte, dass die Patientin oder der Patient die Impfung abgelehnt hat.

Können nichtärztliche Praxismitarbeitende die Impfberatung durchführen?

Nein, dies ist eine ärztliche Leistung und kann nicht an die Praxismitarbeitenden delegiert werden.

Kann die Impfberatung nach 88322 auch telefonisch erbracht werden?

Ja, die Leistung kann auch telefonisch oder per Videosprechstunde erbracht werden.

Impfung im Rahmen des Haus- und Mitbesuchs

Kann zusätzlich zur 88323/88324 noch das Wegegeld und/oder der Hausbesuch nach EBM abgerechnet werden?

Wenn der Besuch ausschließlich dem Zweck der Impfung dient, dürfen keine Wegegelder und keine Hausbesuchsnummern nach EBM abgerechnet werden. Hier können nur die entsprechenden Impfnummern und die Abrechnungsnummern nach 88323 oder 88234 zur Abrechnung kommen.

Erfolgt der Hausbesuch aufgrund einer kurativen Diagnose und bei dieser Gelegenheit wird auch geimpft, kann die COVID-19-Impfung und das Aufsuchen gemäß Impfverordnung § 9 zusätzlich abgerechnet werden (Abrechnungsnummer 88323/88324).

Können nichtärztliche Praxismitarbeitende die Impfung (generell alle Impfungen) im Rahmen des Hausbesuchs erbringen und abrechnen?

Nein, die Leistungen nach 03062/03063 sowie die Leistungen nach 38100/38105 können nicht im Zusammenhang mit Impfungen erbracht und abgerechnet werden.

Können vergessene Impfdokumentationen im Rahmen der Impfsurveilance nachgetragen oder zum Beispiel am nächsten Tag nachgemeldet werden?

Alle Impfungen eines Tages müssen noch am selben Tag bis 23:59 Uhr gemeldet werden.

Korrekturen sind im Laufe eines Tages möglich. Geben Sie hierfür alle Daten neu ein und senden sie diese erneut ab. Sollten Sie versehentlich an einem Tag keine, zu viele oder zu wenige Impfungen gemeldet haben, können Sie diese mit der nächsten Tagesmeldung nachmelden bzw. abziehen.

Müssen die Impfdokumentationen auf die LANR der Impfärztin bzw. des Impfarztes eingetragen werden oder kann es auch eine andere LANR in der BAG bzw. dem MVZ sein?

Die Dokumentationen werden auf die jeweilige LANR der impfenden Ärztin bzw. des impfenden Arztes eingetragen. Dies gilt auch für BAG und MVZ.

Atteste zur Vorlage in den Impfzentren

Wie werden die Leistungen für die Impfatteste nach Abrechnungsnummer 88320/88321 bzw. 97320/97321 abgerechnet?

Seit dem 1. April 2021 werden die Atteste über die eGK der Patientin bzw. des Patienten abgerechnet.

Was ist der Unterschied zwischen den Abrechnungsnummern 88320/88321 und 97320/97321?

Gemäß § 3 Abs. 1 Nr. 2 Buchstaben a – k der Corona-Impfvereinbarung haben Personen mit hoher Priorität einen Impfanspruch. Hierfür werden gegebenenfalls Atteste zur Vorlage in den Impfzentren benötigt. Bei Vorerkrankungen nach Buchstaben a – j werden die Kosten vom Bundesamt für Soziale Sicherung getragen (Abrechnungsnummer 88320/88321).

Bei Vorerkrankungen nach Buchstabe k (Einzelfall) werden die Kosten vom Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie getragen (Abrechnungsnummer 97320/97321).

Einwilligungserklärung

In welcher Form müssen Einwilligungserklärungen zur Corona-Impfung aufbewahrt werden?

Dokumentieren Sie in der Patientenakte, dass Sie die zu impfende Person aufgeklärt haben und die Person eingewilligt hat. Eine schriftliche Einwilligung ist nicht gesetzlich vorgeschrieben, aber sinnvoll. Sie können dazu das Aufklärungsmerkblatt oder das Muster des RKI für eine Einwilligungserklärung verwenden und von der Person unterschreiben lassen. Auch eine formlose Einwilligungserklärung ist möglich.

Wie lange muss die Einwilligungserklärung aufbewahrt werden?

Die Einwilligungserklärung ist bis 31. Dezember 2024 aufzubewahren. Dies regelt § 9 Abs. 6 CoronaImpfV (Stand: 31. März 2021).

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05. Mai 2021