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Fallkennzeichnung | ICD-Kodierung

Häufige Fragen und Antworten

Welche GOP ist für die Laboruntersuchung abzurechnen?

Zur Abklärung eines Verdachts auf eine Infektion wurde die Gebührenordnungsposition (GOP) 32816 in den EBM aufgenommen.

32816 Nukleinsäurenachweis des beta-Coronavirus SARS-CoV-2 mittels RT-PCR einschließlich eines Bestätigungstestes bei Reaktivität im Suchtest (Befundmitteilung innerhalb von 24 Stunden nach Materialeinsendung)

  • Obligater Leistungsinhalt: Untersuchung von Material der oberen Atemwege (Oropharynx-Abstrich und/oder Nasopharynx-Abstrich (-Spülung oder -Aspirat)

  • Fakultativer Leistungsinhalt: Untersuchung von Material der tiefen Atemwege (Bronchoalveoläre Lavage, Sputum (nach Anweisung produziert bzw. induziert) und/oder Trachealsekret)

einmal am Behandlungstag

Die GOP 32816 ist nur von Fachärzten für Laboratoriumsmedizin oder für Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie berechnungsfähig

Die Untersuchungsindikation sollte unter Berücksichtigung der Kriterien des RKI nach ärztlichem Ermessen gestellt werden. Die GOP ist mit 59 Euro bewertet. Die Finanzierung der GOP 32816 erfolgt zunächst außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütungen.

Belastet die Veranlassung der Laboruntersuchung das Laborbudget?

Nein, für die Diagnostik kann die Veranlasserin bzw. der Veranlasser die Kennnummer 32006 angeben, das Laborbudget der anfordernden Ärztinnen und Ärzte wird dadurch nicht belastet.

Welche Fälle sind mit der Nummer 88240 zu kennzeichnen?

Seit dem 1. April muss die spezielle Abrechnungsnummer 88240 an allen Tagen, an denen die Patientin bzw. der Patient wegen des klinischen Verdachts auf eine Infektion oder wegen einer nachgewiesenen Infektion mit dem Coronavirus behandelt wird, dokumentiert werden. Dann werden alle an diesen Tagen für die Patientin bzw. den Patienten abgerechneten Leistungen in voller Höhe extrabudgetär vergütet. Die Abrechnungsnummer 88240 hat keinen Wert.

Beim Labor erfolgt die Identifikation durch Abrechnung der GOP 32816 EBM. Die Kennzeichnungsnummer 88240 muss nicht mit der Überweisung an das Labor zur GOP 32816 an das Labor übermittelt werden, das Labor muss die Nummer 88240 nicht in der Abrechnung angeben.

Welcher ICD-10-Kode ist bei SARS-CoV-2 anzugeben?

Im Zusammenhang mit COVID-19 kodieren Ärztinnen und Ärzte die jeweiligen Erkrankungen oder Symptome und geben zusätzlich den Kode U07.1 oder U07.2 an:

  • U07.1 ist für COVID-19-Fälle zu verwenden, bei denen das Virus SARS-CoV-2 durch Labortest nachgewiesen wurde.

  • U07.2 ist für COVID-19-Fälle zu verwenden, bei denen SARS-CoV-2 nicht durch Labortest nachgewiesen wurde, sondern die Infektion klinisch-epidemiologisch bestätigt wurde.

Bei den beiden ICD-Kodes handelt es sich um Ausrufezeichenschlüsselnummern (Sekundärkodes). Aufgrund dessen können sie nicht alleine verwendet werden, sondern müssen mit einem Primärkode (Kode ohne Ausrufezeichen oder Stern) ergänzt werden.

Die Kodes werden ausschließlich mit dem Zusatzkennzeichen "G" (gesichert) für die Diagnosesicherheit angegeben. Sie sind nicht zu verwenden, wenn ein Verdacht besteht, ohne dass die RKI-Kriterien sicher erfüllt sind (zum Beispiel ausschließlich vermuteter Kontakt mit einer oder einem COVID-19-Infizierten) oder, um den Ausschluss oder den Zustand nach einer COVID-19-Infektion zu verschlüsseln.

Bitte beachten Sie für die Kriterien der klinisch-epidemiologischen Bestätigung die Falldefinition des RKI.

Empfehlungen zur Kodierung mit Beispielen für die Praxis

Darf eine Ärztin/ein Arzt sich selbst überweisen, zum Beispiel zum Test auf Corona?

Ja, eine Ärztin oder ein Arzt darf für sich selbst, bei gegebener Indikation, eine Überweisung ausstellen. Bei einer Selbstbehandlung kann eine Vertragsärztin oder ein Vertragsarzt die GOP 01430 berechnen. Daneben sind Leistungen des Abschnitts II und Gesprächsleistungen nicht berechnungsfähig. Laut BSG gibt es in den Richtlinien keinen grundsätzlichen Unterschied, ob die Ärztin oder der Arzt eine Leistung für sich selbst oder eine Patientin bzw. einen Patienten erbringe. (Aktenzeichen 6 RKa 16/85 vom 16. Dezember 1986)

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02. Juni 2020