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Abrechnung

In diesen Fällen ist eine Laboruntersuchung indiziert

Bislang hatten Versicherte grundsätzlich nur Anspruch auf einen Test auf SARS-CoV-2, wenn sie COVID-19 assoziierte Symptome hatten, die auf eine Erkrankung (gemäß RKI-Kriterien) hindeuten. Rückwirkend zum 15. Juni 2020 befristet bis 31. März 2021 kann ein Corona-Abstich auch dann medizinische notwendig sein, wenn der Patient aufgrund einer Meldung "erhöhtes Risiko" in der Corona-Warn-App erhalten hat.

Häufige Fragen und Antworten

In welchem Fall kann eine Antikörperbestimmung gegen Covid-19 sinnvoll sein?

Die kasseninterne Abstimmung zur Antikörpertestung konnte bisher vom GKV-Spitzenverband nicht abgeschlossen werden. Es war beabsichtigt, den ebenfalls meldepflichtigen indirekten Erregernachweis einer akuten Covid-19-Infektion als spezifische Leistung im EBM abzubilden. In welchen Fällen ein Antikörpertest sinnvoll ist, können Sie auf der Website der KBV einsehen.

Wie wird die Antikörperbestimmung gegen Covid-19 in den entsprechenden Fällen abgerechnet?

Die veranlassende Ärztin bzw. der veranlassende Arzt und die Laborärztin bzw. der Laborarzt kennzeichnen ihre Abrechnung am Behandlungstag mit der speziellen Abrechnungsnummer 88240. Der Antikörpertest selbst ist als ähnliche Untersuchung mit der GOP 32641 unter Angabe der Antikörperspezifität und der medizinischen Notwendigkeit berechnungsfähig. Schnelltests sind nicht berechnungsfähig. Die Ärztinnen und Ärzte, die Antikörperbestimmungen durchführen, sollten freiwillig an Maßnahmen zur externen Qualitätssicherung teilnehmen.

Kann der Covid-19-Abstrich zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung abgerechnet werden, wenn die Patientin bzw. der Patient die Kriterien des RKI nicht erfüllt?

Die Entscheidung, wer auf SARS-CoV-2 getestet wird, trifft die Ärztin bzw. der Arzt auf Basis der Kriterien des Robert-Koch-Instituts (RKI). Sollte sie oder er eine Testung – in Anlehnung an die Kriterien des RKI – nicht für medizinisch notwendig erachten, die Patientin bzw. der Patient oder eine andere Institution diese trotzdem wünschen, kann diese nicht zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung erbracht oder veranlasst werden.

Welche GOP sind abrechenbar wenn sich ein Patient aufgrund einer Warn-Meldung in der Corona Warn-App an die Praxis wendet?

Eine Person, die über die Corona-Warn-App die Information erhält, dass sie möglicherweise Kontakt zu einem Infizierten hatte, kann sich an eine Vertragsarztpraxis wenden. Der Arzt veranlasst gegebenenfalls einen PCR-Test auf SARS-CoV-2. Für den Abstrich und/oder das Gespräch im Zusammenhang mit einer Testung kann die GOP 02402 abgerechnet werden. Die Leistung ist mit 10 Euro bewertet und wird extrabudgetär, zuzüglich zur Versicherten- beziehungsweise Grundpauschale, vergütet. Bei der Berechnung der GOP 02402 ist die Kennzeichnung der in diesem Zusammenhang abgerechneten Leistungen mit der Ziffer 88240, zum Beispiel einer Befundmitteilung, nicht zulässig.

Das Labor rechnet die GOP 32811 und die GOP 12221 sowie die Kostenpauschale 40101 ab. Die neue Laborleistung ist in den Ziffernkranz der Ausnahmekennnummer 32006 (Erkrankungen mit gesetzlicher Meldepflicht) aufgenommen worden. In der Abrechnung sollten Vertragsärzte, die die Leistung beauftragt haben, immer die Pseudo-GOP 32006 angeben, damit die Leistung nicht bei der Berechnung des Wirtschaftlichkeitsbonus berücksichtigt wird.

Welche GOP für die Laboruntersuchung ist für die Abklärung eines Verdachts auf eine Infektion auf SARS-Cov-2 abrechenbar?

Wendet sich eine Person mit Krankheitssymptomen an die Praxis, die auf eine Coronavirus-Infektion hinweisen, veranlasst die Vertragsärztin bzw. der Vertragsarzt eine Laboruntersuchung. Die Veranlassung der Testung erfordert eine medizinische Begründung. Diese ist im Auftrag anzugeben. Dabei orientiert er sich an den Testkriterien des RKI: RKI-Fluss-Schema. Der Abstrich ist Teil der Grund- beziehungsweise Versichertenpauschale. Der PCR-Test wird mit der GOP 32816 abgerechnet.

Belastet die Veranlassung der Laboruntersuchung das Laborbudget?

Nein, für die Diagnostik kann die Veranlasserin bzw. der Veranlasser die Kennnummer 32006 angeben, das Laborbudget der anfordernden Ärztinnen und Ärzte wird dadurch nicht belastet.

Welche Fälle sind mit der speziellen Abrechnungsnummer 88240 zu kennzeichnen?

Seit dem 1. April muss die spezielle Abrechnungsnummer 88240 an allen Tagen, an denen die Patientin bzw. der Patient wegen des klinischen Verdachts auf eine Infektion oder wegen einer nachgewiesenen Infektion mit dem Coronavirus behandelt wird, dokumentiert werden. Dann werden alle an diesen Tagen für die Patientin bzw. den Patienten abgerechneten Leistungen in voller Höhe extrabudgetär vergütet. Die Abrechnungsnummer 88240 hat keinen Wert.

Beim Labor erfolgt die Identifikation durch Abrechnung der GOP 32816 EBM. Die Kennzeichnungsnummer 88240 muss nicht mit der Überweisung an das Labor zur GOP 32816 an das Labor übermittelt werden, das Labor muss die Nummer 88240 nicht in der Abrechnung angeben.

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13. August 2020