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Vergütung | Coronavirus

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Fallkennzeichnung

AKTUALISIERT: 31. März 2020 | 15:29 Uhr

Einzelheiten

Häufige Fragen und Antworten

Welche GOP ist für die Laboruntersuchung abzurechnen?

Zur Abklärung eines Verdachts auf eine Infektion wurde die Gebührenordnungsposition (GOP) 32816 in den EBM aufgenommen.

32816 Nukleinsäurenachweis des beta-Coronavirus SARS-CoV-2 mittels RT-PCR einschließlich eines Bestätigungstestes bei Reaktivität im Suchtest (Befundmitteilung innerhalb von 24 Stunden nach Materialeinsendung)

  • Obligater Leistungsinhalt: Untersuchung von Material der oberen Atemwege (Oropharynx-Abstrich und/oder Nasopharynx-Abstrich (-Spülung oder -Aspirat)

  • Fakultativer Leistungsinhalt: Untersuchung von Material der tiefen Atemwege (Bronchoalveoläre Lavage, Sputum (nach Anweisung produziert bzw. induziert) und/oder Trachealsekret)

einmal am Behandlungstag

Die GOP 32816 ist nur von Fachärzten für Laboratoriumsmedizin oder für Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie berechnungsfähig

Die Untersuchungsindikation sollte unter Berücksichtigung der Kriterien des RKI nach ärztlichem Ermessen gestellt werden. Die GOP ist mit 59 Euro bewertet. Die Finanzierung der GOP 32816 erfolgt zunächst außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütungen.

Belastet die Veranlassung der Laboruntersuchung das Laborbudget?

Nein, für die Diagnostik kann die Veranlasserin bzw. der Veranlasser die Kennnummer 32006 angeben, das Laborbudget der anfordernden Ärztinnen und Ärzte wird dadurch nicht belastet.

Welche Fälle sind mit der Nummer 88240 zu kennzeichnen?

Mit der Abrechnungsnummer 88240 werden alle Fälle, bei denen ein klinischer Verdacht vorliegt oder eine Infektion mit dem SARS-CoV-2 nachgewiesen wurde, gekennzeichnet. Die Nummer 88240 hat keinen Wert. Sie kennzeichnet den Behandlungsfall, sodass die abgerechneten GOP später als "in Zusammenhang mit SARS-CoV-2 erbracht" identifiziert werden können.

Beim Labor erfolgt die Identifikation durch Abrechnung der GOP 32816 EBM. Die Kennzeichnungsnummer 88240 muss nicht mit der Überweisung an das Labor zur GOP 32816 an das Labor übermittelt werden, das Labor muss die Nummer 88240 nicht in der Abrechnung angeben.

Welcher ICD-10-Kode ist bei SARS-CoV-2 anzugeben?

Im Zusammenhang mit COVID-19 kodieren Ärztinnen und Ärzte die jeweiligen Erkrankungen oder Symptome und geben zusätzlich den Kode U07.1! an. Angaben zur Diagnosesicherheit erfolgen über das Zusatzkennzeichen "V" für Verdacht oder "G" für gesichert.

  • U07.1! ist für COVID-19-Fälle zu verwenden, bei denen das Virus SARS-CoV-2 durch Labortest nachgewiesen wurde.

  • U07.2! ist für COVID-19-Fälle zu verwenden, bei denen SARS-CoV-2 nicht durch Labortest nachgewiesen wurde, sondern die Infektion klinisch-epidemiologisch bestätigt wurde.

Bitte beachten Sie für die Kriterien der klinisch-epidemiologischen Bestätigung die Falldefinition des RKI.

Empfehlungen zur Kodierung mit Beispielen für die Praxis

KBV "Coronavirus: Empfehlungen zum Kodieren" | Infoblatt

Darf eine Ärztin/ein Arzt sich selbst überweisen, zum Beispiel zum Test auf Corona?

Ja, eine Ärztin oder ein Arzt darf für sich selbst, bei gegebener Indikation, eine Überweisung ausstellen. Bei einer Selbstbehandlung kann eine Vertragsärztin oder ein Vertragsarzt die GOP 01430 berechnen. Daneben sind Leistungen des Abschnitts II und Gesprächsleistungen nicht berechnungsfähig. Laut BSG gibt es in den Richtlinien keinen grundsätzlichen Unterschied, ob die Ärztin oder der Arzt eine Leistung für sich selbst oder eine Patientin bzw. einen Patienten erbringe. (Aktenzeichen 6 RKa 16/85 vom 16. Dezember 1986)

Laboruntersuchung

Häufige Fragen und Antworten

In welchen Fällen ist eine Laboruntersuchung indiziert?

Die KBV und der GKV-Spitzenverband haben die Ausweitung der Indikationskriterien zur Testung auf eine Infektion vertraglich vereinbart: Danach soll die Untersuchungsindikation nach ärztlichem Ermessen gestellt werden – unter Berücksichtigung der Kriterien des RKI. Damit können Ärztinnen und Ärzte, wenn sie dies medizinisch für erforderlich halten, die Testung vornehmen. Die Krankenkassen übernehmen dann die Kosten für die Laboruntersuchung. Ein vorheriger Aufenthalt in einem Risikogebiet oder in einer Region mit Krankheitsfällen ist nicht mehr grundsätzlich erforderlich.

Telefonsprechstunde

AKTUALISIERT: 24. März 2020 | 8:53 Uhr

Regelungen zeitlich befristet:

  • telefonische AU-Bescheinigung | 9. März – 23. Juni 2020
  • Telefonsprechstunde | 18. März – 19. April 2020
  • Porto | bis 30. Juni 2020

Einzelheiten

Videosprechstunde

AKTUALISIERT: 31. März 2020 | 17:36 Uhr

Regelungen zeitlich befristet:

  • genehmigungsfrei | 5. März – 30. Juni 2020

Häufige Fragen und Antworten

AU-Bescheinigung

AKTUALISIERT: 31. März 2020 | 14:59 Uhr

Regelung zeitlich befristet: 9. März 2020 – 23. Juni 2020

Häufige Fragen und Antworten

In welchen Fällen kann die AU per Telefon ausgestellt werden?

Die Feststellung der AU per Telefon kann bei Versicherten mit Erkrankungen der oberen Atemwege, die keine schwere Symptomatik vorweisen, für einen Zeitraum von bis zu 14 Kalendertagen erfolgen.

Die Bescheinigung kann nach telefonischer Anamnese und aufgrund der persönlichen ärztlichen Überzeugung vom Zustand der oder des Versicherten ausgestellt werden. Diese Regelung gilt vorerst bis zum 23. Juni 2020.

Gelten die Regelungen auch für Kinder (Muster 21)?

Ja, alle Regelungen gelten auch für die Ausstellung einer ärztlichen Bescheinigung für den Bezug von Krankengeld bei der Erkrankung eines Kindes (Muster 21).

Auf welchen Zeitraum darf die telefonische AU datiert werden?

Die Feststellung einer AU per Telefon darf für maximal 14 Tage erfolgen.

Wie lange gilt die Ausnahmeregelung?

Die Ausnahmeregelung gilt seit dem 9. März 2020 zunächst bis zum 23. Juni 2020.

Sind Ärztinnen und Ärzte verpflichtet, die AU per Telefon auszustellen?

Nein, es besteht keine Verpflichtung. Die Möglichkeit, eine AU per Telefon auszustellen soll die Ärztinnen und Ärzte entlasten und Ihnen auch Rechtssicherheit geben. Die Entscheidung, ob eine AU per Telefon ausgestellt wird, liegt im Ermessen einer und eines jeden Einzelnen und erfordert sicherlich ein sorgfältiges Abwägen des Einzelfalls.

Ist bei Quarantäne eine AU-Bescheinigung auszustellen?

Bei Verdacht auf eine Infektion mit dem Virus wird Betroffenen häufig empfohlen, zu Hause zu bleiben. Die Gesundheitsämter ordnen mitunter eine Quarantäne von mindestens 14 Tagen an. Auch Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber schicken zunehmend Mitarbeitende nach Hause, die unmittelbaren oder mittelbaren Kontakt zu einer infizierten Person hatten. Grundsätzlich gilt hierbei:

  • Ist die Patientin oder der Patient krank, weil sie oder er zum Beispiel stark hustet oder Fieber hat, kann der die Ärztin oder der Arzt eine AU-Bescheinigung ausstellen.

  • Zeigt die Patientin oder der Patient hingegen keine Symptome, kann die Ärztin oder der Arzt keine AU-Bescheinigung ausstellen. Das gilt auch, wenn die Patientin oder der Patient positiv getestet wurde.  

Weiterführende Informationen

Muss die eGK eingelesen werden?

  • Patientinnen und Patienten, die die Praxis für die AU erstmals telefonisch konsultieren, teilen ihre Versichertendaten nur mit und bestätigen ihre Mitgliedschaft in einer Krankenkasse mündlich. Damit wird verhindert, dass sie später doch in die Praxis kommen müssen, nur um ihre eGK vorzulegen.

  • Bei bekannten Patientinnen und Patienten werden die Versichertendaten aus der Patientenakte übernommen.

Was kann für den telefonischen Kontakt mit der Patientin/dem Patienten abgerechnet werden?

  • Wenn im Quartal ein persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt oder ein Arzt-Patienten-Kontakt im Rahmen einer Videosprechstunde stattgefunden hat, ist das Ausstellen der AU mit Abrechnung der Versicherten- bzw. Grundpauschale abgegolten. Dies gilt auch, wenn die AU aufgrund eines weiteren telefonischen Kontaktes ausgestellt wurde.

  • Fand im Quartal ausschließlich der telefonische Kontakt bezüglich der AU statt, kann die Gebührenordnungsposition 01435 EBM abgerechnet werden.

  • Für das Porto zur Übersendung an die bzw. den Versicherten ist jeweils die Kostenpauschale 40122 berechnungsfähig.

Wo gibt es weitere Informationen?

Einzel- statt Gruppentherapie

AKTUALISIERT: 25. März 2020 | 10:13 Uhr

Regelung zeitlich befristet: bis 30. Juni 2020

Entschädigung und Honorar

AKTUALISIERT: 26. März 2020 | 11:02 Uhr

Häufige Fragen und Antworten

Besteht Anspruch auf Entschädigung, wenn die Praxis geschlossen werden muss?

Wird der Praxisbetrieb aus infektionsschutzrechtlichen Gründen untersagt oder Quarantäne angeordnet, besteht grundsätzlich Anspruch auf Entschädigung durch den Paragraf 56 Infektionsschutzgesetz.

Dies gilt für Arbeitgebende wie für Arbeitnehmende. Voraussetzung für Entschädigungsansprüche ist das Verbot der Erwerbstätigkeit aus infektionsschutzrechtlichen Gründen oder die Anordnung von Quarantäne.

Anträge auf Entschädigung nach § 56 Infektionsschutzgesetz bearbeitet in Rheinland-Pfalz das Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung (LSJV).

Bei Schließung aus privaten Gründen, zum Beispiel aus reiner Vorsorge ohne entsprechende Anordnung des Gesundheitsamts, besteht kein Anspruch auf Entschädigung.

Wie hoch ist die Entschädigung?

Wie hoch die Entschädigung ausfällt, richtet sich bei Selbstständigen nach ihrem Verdienstausfall. Grundlage ist der Steuerbescheid (nach Paragraf 15 SGB IV). Angestellte haben Anspruch in den ersten sechs Wochen auf die Höhe des Nettogehaltes und dann auf Krankengeld. Neben dem Verdienstausfall können Selbstständige auch für Betriebsausgaben "in angemessenem Umfang" entschädigt werden (Paragraf 56 Absatz 4 Infektionsschutzgesetz). Auch dies muss beantragt werden.

Wer trägt während der Zeit der Entschädigung die Beiträge für Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung?

Die Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherungspflicht besteht weiterhin. Die jeweiligen Beiträge – also Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil – trägt das jeweilige Bundesland. Die Sozialversicherungsbeiträge werden also auch gegenüber den genannten zuständigen Behörden geltend gemacht.

Eine Praxismitarbeiterin/ein Praxismitarbeiter ist zuhause in Quarantäne, hatte bisher aber keine Symptome. Nach einigen Tagen wird sie/er plötzlich krank: Was gilt in einem solchen Fall?

Sobald Praxismitarbeitende erkranken, besteht Arbeitsunfähigkeit. Dann gehen die Entschädigungsansprüche (zum Beispiel Anspruch auf Entgeltfortzahlung) auf das Bundesland über. Bei Arbeitsunfähigkeit ist also trotz Quarantäne eine AU-Bescheinigung erforderlich.

Besteht auch bei Psychotherapeutinnen/Psychotherapeuten die Möglichkeit der Entschädigung bei angeordneten Praxisschließungen wegen Coronavirus-Verdacht?

Ja, denn die Regelungen gelten für jeden: für Ärztinnen und Ärzte sowie für Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten und jede andere Berufsgruppe.

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31. März 2020