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Test

Umsetzung der Testverordnung in Rheinland-Pfalz

Informationen für Abrechnende rund um die Rechtsverordnung zum Anspruch auf Testung in Bezug auf einen direkten Erregernachweis des Coronavirus SARS-CoV-2 (Coronavirus-Testverordnung – TestV):

Testungskategorien

Bürgertestung

§ 4a TestV

Mit Beschluss der Bund-Länder-Konferenz vom 3. März 2021 wurde festgelegt, dass jede Bürgerin und jeder Bürger im Rahmen der Verfügbarkeit wöchentlich einen Anspruch auf einen SARS-CoV-2-Antigen-Schnelltest hat, der auch in Arztpraxen durchgeführt werden kann.

Wann dürfen niedergelassene Ärztinnen und Ärzte den Coronatest durchführen?

Ärztinnen und Ärzte können bei asymptomatische Personen, egal ob gesetzlich versichert oder nicht, den PoC-Test einmal wöchentlich durchführen und abrechnen. Dabei ist es unerheblich, aus welchem Grund die Person den Test wünscht.

Vor der Testung muss die Person darlegen, dass sie ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in der Bundesrepublik Deutschland hat (zum Beispiel durch Vorlage des Personalausweises oder ähnlich). Es besteht für die Praxen bzw. Einrichtungen keine Prüfpflicht der Häufigkeit.

Testungen von Kontaktpersonen

§ 2 TestV

Hierbei handelt es sich um Personen, die in den letzten 10 Tagen Kontakt zu einem bestätigten COVID-19-Fall hatten (beispielsweise gleicher Haushalt, 15-minütiger Kontakt). Die verschiedenen Varianten von Kontaktpersonen listet der § 2 Absatz 2 der Coronavirus-Testverordnung auf.

Wann dürfen niedergelassene Ärztinnen und Ärzte den Coronatest durchführen?

  • Wenn die zu testende Person darlegt, dass eine behandelnde Ärztin bzw. ein behandelnder Arzt oder der Öffentliche Gesundheitsdienst (ÖGD) festgestellt hat, dass sie Kontakt zu einer auf SARS-CoV-2 positiv getesteten Person hatte. In der Praxis wird dies in der Regel dadurch erfolgen, dass die zu testende Person sagt, ihr sei mitgeteilt worden, sie solle sich testen lassen. Die Umstände müssen für die Ärztin oder den Arzt schlüssig sein.

Die nationale Teststrategie sieht in diesen Fällen primär den PCR-Test vor.

Testungen von Personen nach Ausbrüchen in Einrichtungen

§ 3 TestV

Hier geht es um die Testung von Personen, die in einer Einrichtung oder einem Unternehmen tätig oder untergebracht sind oder betreut oder gepflegt werden, in der ein Ausbruch festgestellt wurde. Die Einrichtungen oder Unternehmen sind im § 3 Absatz 2 TestV aufgelistet. Hier sind zum Beispiel gemeint:

  • Krankenhäuser
  • Reha-Einrichtungen
  • Praxen
  • Pflegeheime
  • Kitas
  • Schulen
  • Asylbewerberheime

Wann dürfen niedergelassene Ärztinnen und Ärzte den Coronatest durchführen?

  • wenn in einer Einrichtung von dieser selbst oder vom Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) in den letzten 10 Tagen eine infizierte Person festgestellt wurde und

  • wenn die zu testende Person darlegt, dass sie den erforderlichen Bezug zur Einrichtung hat. Die Umstände müssen für die Ärztin oder den Arzt schlüssig sein. Der erforderliche Bezug ist dann gegeben, wenn die Person in der betroffenen Einrichtung

    behandelt, betreut, gepflegt oder untergebracht wird oder in den letzten 10 Tagen wurde

    tätig ist oder in den letzten 10 Tagen tätig war

    sonst anwesend ist oder in den letzten 10 Tagen anwesend war

Die nationale Teststrategie sieht in diesen Fällen primär den PCR-Test vor.

Testungen zur Verhütung der Verbreitung

§ 4 TestV

Hierunter fallen Testungen, die ohne Bezug zu einer Corona-Infektion erfolgen. Der Schwerpunkt liegt auf regelhaften Testungen in Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen sowie von Personal in Arztpraxen.

Testungen in Einrichtungen

  • Mitarbeitende, Besuchende und aktuelle Patientinnen und Patienten bzw. Bewohnerinnen und Bewohner

    Sollen die genannten Personengruppen in zum Beispiel Krankenhäusern, Rehaeinrichtungen, Einrichtungen des ambulanten Operierens, Dialyseeinrichtungen, stationären Einrichtungen und ambulanten Diensten der Eingliederungshilfen oder Pflegeheimen vorsorglich getestet werden, müssen diese im Rahmen eines einrichtungs- oder unternehmensbezogenen Testkonzepts selbst durchgeführt werden. Dabei kann ausschließlich der Antigen-Schnelltest verwendet werden, sofern der ÖGD nichts anderes bestimmt. Diese Tests werden von den Einrichtungen selbst durchgeführt.
  • Aufzunehmende Patientinnen und Patienten bzw. Bewohnerinnen und Bewohner

    Hier geht es um Personen, die in einer Einrichtung nach § 4 Absatz 2 Nummer 1 – 4 TestV behandelt, betreut, gepflegt oder untergebracht werden sollen – also um vorsorgliche Testungen vor ambulanten Operationen oder vor Aufnahme in Krankenhäuser, Pflegeheime, Rehaeinrichtungen usw..

    Wann dürfen niedergelassene Ärztinnen und Ärzte den Coronatest durchführen?

    Wenn es um die Aufnahme einer Patientin oder eines Patienten in ein Krankenhaus, eine Einrichtung des ambulanten Operierens, eine Dialyseeinrichtung, ein Pflegeheim oder eine Rehaeinrichtung geht und

    wenn die Patientin oder der Patient darlegt, dass die Einrichtung oder der ÖGD die Testung verlangt. Die Umstände müssen für die Ärztin oder den Arzt schlüssig sein.

    Die nationale Teststrategie sieht in diesen Fällen den Einsatz von PCR-Tests vor, um einen Eintrag der Infektion in die vulnerablen Gruppen zu verhindern.

Testungen des Personals in Arztpraxen

Das Personal in Arztpraxen kann regelhaft präventiv getestet werden. Eine Abstimmung mit dem ÖGD ist nicht erforderlich. Der Test kann als Antigen-Labortest oder als Antigen-Schnelltest erfolgen. Die Abstrichentnahme beim Praxispersonal ist nicht berechnungsfähig. Die Abstrichentnahme für Personal ist ausschließlich bei Personal sonstiger humanmedizinischer Heilberufe zum Beispiel Psychotherapie, Ergotherapie berechnungsfähig.

Hinweise

Testtypen

Die nationale Teststrategie sieht je nach Testanlass einen PCR-Test oder einen Antigentest vor. Es dürfen nur Antigen-Testverfahren eingesetzt werden, die auf der unten verlinkten Liste des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) aufgeführt sind.

Bei einem positiven PoC-Antigen-Test ist eine bestätigende Diagnostik mittels PCR-Test erforderlich. Die Veranlassung erfolgt auf dem Formular 10C, die Abrechnung über den EBM (oder bei Privatpatientinnen und Privatpatienten nach GOÄ). Bestätigungstests mittels Nukleinsäurennachweis (zum Beispiel PCR-Test) nach einem positiven Antigentest im Labor werden nach der Testverordnung abgerechnet und vergütet. 

Veranlassung

Die Tests nach der Testverordnung werden über das Formular OEGD veranlasst und an das vertragsärztliche Labor übergeben.

Abrechnung

Vertragsärztinnen und Vertragsärzte erhalten für alle mit dem Abstrich verbundenen Leistungen pauschal 15 Euro. Dabei ist es egal, ob der Abstrich für eine Untersuchung im Labor oder für einen Schnelltest in der Praxis erfolgt.

In den 15 Euro enthalten sind neben dem Abstrich die Beratung und gegebenenfalls das Ausstellen eines ärztlichen Zeugnisses über das Testergebnis. Bei Testungen von Personal wird der Abstrich nicht vergütet, es werden nur die Kosten für den Schnelltest erstattet (2. Dezember 2020 bis 31. März 2021 maximal 9 Euro; ab 1. April 2021 maximal 6 Euro). Eine Ausnahme bildet die Testung von Personal sonstiger humanmedizinischer Heilberufe zum Beispiel Psychotherapie, Ergotherapie. Für die Abstrichentnahme deren Personal kann die 88310 abgerechnet werden.

Die Sachkosten für die Antigen-Schnelltests werden mit der speziellen Abrechnungsnummer 88312 abgerechnet. Im freien Begründungsfeld (Feldkennung 5009) müssen die Brutto-Gesamtkosten der in diesem Monat beschafften POC-Tests mit Zweinachkommastellen (beispielsweise 420,95) angegeben werden.

Unabhängig davon sind Ärztinnen und Ärzte verpflichtet, die nach TestV abgerechneten Leistungen zu dokumentieren und die Dokumentation bis zum 31. Dezember 2024 unverändert zu speichern oder aufzubewahren. Wichtig ist, dass die Angaben, die auf dem Formular OEGD zu erfassen sind, für die eigene Abrechnung auch in der Praxis dokumentiert werden.

Abgrenzung

... zum rheinland-pfälzischen Vertrag zur Beauftragung durch den ÖGD (gilt nur bis zum 31. Dezember 2020)

Die Testverordnung beinhaltet die Abrechnung der Abstrichentnahme über die KV, da nun die niedergelassenen Vertragsärztinnen und Vertragsärzte unmittelbar in Anspruch genommen werden könnten. Hier erhalten die Vertragsärztinnen und Vertragsärzte nur die 15 Euro je Abstrich.

Daneben besteht weiterhin die Möglichkeit der Beauftragung einer Ärztin oder eines Arztes durch den ÖGD zu seiner Entlastung. Bei dieser Vorgehensweise (Vereinbarung mit dem MSAGD und dem Landesuntersuchungsamt) ist das Beauftragungsformular zwingend erforderlich.

In diesem Fall könnte – je nach Auftrag – nicht nur der Abstrich an sich, sondern zum Beispiel auch der Besuch, die Wegepauschale, der Mitbesuch und der Unzeitenzuschlag mit angesetzt werden. Bei dieser Vorgehensweise darf der Abstrich nicht ans vertragsärztliche Labor gehen, sondern muss vom Gesundheitsamt ans Landesuntersuchungsamt übermittelt werden.

... zu symptomatischen Personen und Corona-Warn-App

Da die Abrechnung der Personen mit Meldung "erhöhtes Risiko" in der Corona-Warn-App nun innerhalb der Testverordnung (TestV) geregelt wurde, wird die Regelung zur Corona-Warn-App in der Leistungsbeschreibung der GOP 02402 EBM zum 1. Januar 2021 gestrichen. Seit dem 15. Oktober 2020 kann für die Abstrichentnahme bei diesen Personen die spezielle Abrechnungsnummer 88310 abgerechnet werden.

Praxen, die sich als Corona-Ambulanz, Corona-Praxis oder mit Corona-Sprechstunden bei der KV RLP gemeldet haben, kennen für die Behandlung symptomatischer Personen die Abrechnungsnummer 97700. Da sich die Testverordnung auf asymptomatische Personen bezieht, kommt die Abrechnungsnummer 97700 in diesem Zusammenhang nicht zum Zuge.

Materialien

Webseminar

KV RLP Isaac-Fulda-Allee 14 55124 Mainz Telefon 06131 326-326 Fax 06131 326-327 E-Mail service@kv-rlp.de
19. April 2021