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Test

Übersicht

Nationale Teststrategie

Testverordnung

Asymptomatische Personen

Mit der am 15. Oktober in Kraft getretenen Coronavirus-Testverordnung wird die Testung von asymptomatischen Personen neu systematisiert.

Testungskategorien

Testungen von Kontaktpersonen

§ 2 TestV

Hierbei handelt es sich um Personen, die in den letzten 10 Tagen Kontakt zu einem bestätigten COVID-19-Fall hatten (beispielsweise gleicher Haushalt, 15-minütiger Kontakt). Die verschiedenen Varianten von Kontaktpersonen listet der § 2 Absatz 2 der Coronavirus-Testverordnung auf.

Wann dürfen niedergelassene Ärztinnen und Ärzte den Coronatest durchführen?

  • Wenn die zu testende Person darlegt, dass eine behandelnde Ärztin bzw. ein behandelnder Arzt oder der Öffentliche Gesundheitsdienst (ÖGD) festgestellt hat, dass sie Kontakt zu einer auf SARS-CoV-2 positiv getesteten Person hatte. In der Praxis wird dies in der Regel dadurch erfolgen, dass die zu testende Person sagt, ihr sei mitgeteilt worden, sie solle sich testen lassen. Die Umstände müssen für die Ärztin oder den Arzt schlüssig sein.

Die nationale Teststrategie sieht in diesen Fällen primär den PCR-Test vor.

Testungen von Personen nach Ausbrüchen in Einrichtungen

§ 3 TestV

Hier geht es um die Testung von Personen, die in einer Einrichtung oder einem Unternehmen tätig oder untergebracht sind oder betreut oder gepflegt werden, in der ein Ausbruch festgestellt wurde. Mit Einrichtungen oder Unternehmen sind hier zum Beispiel gemeint:

  • Krankenhäuser
  • Reha-Einrichtungen
  • Praxen
  • Pflegeheime
  • Kitas
  • Schulen
  • Asylbewerberheime

Wann dürfen niedergelassene Ärztinnen und Ärzte den Coronatest durchführen?

  • wenn in einer Einrichtung von dieser selbst oder vom Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) in den letzten 10 Tagen eine infizierte Person festgestellt wurde und

  • wenn die zu testende Person darlegt, dass sie den erforderlichen Bezug zur Einrichtung hat. Die Umstände müssen für die Ärztin oder den Arzt schlüssig sein. Der erforderliche Bezug ist dann gegeben, wenn die Person in der betroffenen Einrichtung

    behandelt, betreut, gepflegt oder untergebracht wird oder in den letzten 10 Tagen wurde

    tätig ist oder in den letzten 10 Tagen tätig war

    sonst anwesend ist oder in den letzten 10 Tagen anwesend war

Die nationale Teststrategie sieht in diesen Fällen primär den PCR-Test vor.

Rein präventive Testungen

§ 4 TestV

Hierunter fallen Testungen, die ohne Bezug zu einer Corona-Infektion erfolgen. Der Schwerpunkt liegt auf regelhaften Testungen in Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen sowie von Personal in Arztpraxen. Aber auch Reiserückkehrende aus Risikogebieten fallen in diese Kategorie.

Testungen in Einrichtungen

  • Mitarbeitende, Besuchende und aktuelle Patientinnen und Patienten bzw. Bewohnerinnen und Bewohner

    Sollen die genannten Personengruppen in Krankenhäusern, Rehaeinrichtungen, Einrichtungen des ambulanten Operierens, Dialyseeinrichtungen und Pflegeheimen vorsorglich getestet werden, müssen die Testkonzepte mit dem Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) abgestimmt werden. Dabei kann ausschließlich der Antigen-Schnelltest verwendet werden, sofern der ÖGD nichts anderes bestimmt. Diese Tests werden von den Einrichtungen selbst durchgeführt.
  • Aufzunehmende Patientinnen und Patienten bzw. Bewohnerinnen und Bewohner

    Hier geht es um Personen, die in einer Einrichtung nach § 4 Absatz 2 Nummer 1 – 4 TestV behandelt, betreut, gepflegt oder untergebracht werden sollen – also um vorsorgliche Testungen vor ambulanten Operationen oder vor Aufnahme in Krankenhäuser, Pflegeheime, Rehaeinrichtungen usw..

    Wann dürfen niedergelassene Ärztinnen und Ärzte den Coronatest durchführen?

    Wenn es um die Aufnahme einer Patientin oder eines Patienten in ein Krankenhaus, eine Einrichtung des ambulanten Operierens, eine Dialyseeinrichtung, ein Pflegeheim oder eine Rehaeinrichtung geht und

    wenn die Patientin oder der Patient darlegt, dass die Einrichtung oder der ÖGD die Testung verlangt. Die Umstände müssen für die Ärztin oder den Arzt schlüssig sein.

    Die nationale Teststrategie sieht in diesen Fällen den Einsatz von PCR-Tests vor, um einen Eintrag der Infektion in die vulnerablen Gruppen zu verhindern.

Testungen des Personals in Arztpraxen

Das Personal in Arztpraxen kann regelhaft präventiv getestet werden. Eine Abstimmung mit dem ÖGD ist nicht erforderlich. Der Test kann als Antigen-Labortest oder als Antigen-Schnelltest erfolgen. Die Abstrichentnahme beim eigenen Praxispersonal ist nicht berechnungsfähig.

Testungen von Reiserückkehrenden

Hierunter fallen Rückkehrende aus ausländischen Risikogebieten.

Wann dürfen niedergelassene Ärztinnen und Ärzte den Coronatest durchführen?

  • wie bisher, wenn die zu testende Person der Ärztin oder dem Arzt mitteilt, dass sie sich in den letzten 14 Tagen vor Einreise in einem Risikoland aufgehalten hat

Die nationale Teststrategie sieht in diesen Fällen primär den PCR-Test vor. Da die Testverordnung die Testsystematik komplett neu regelt, entfällt die bisherige Abrechnungsnummer 97711 für ausländische Reiserückkehrende. Die neue Abrechnungsnummer wird Mitte November erwartet und wird rückwirkend zum 15. Oktober 2020 gültig sein.

Rückkehrende aus inländischen Risikogebieten haben seit dem 9. November 2020 kein Anspruch mehr auf einen Coronatest.

Ergänzende Informationen

Testtypen

Die nationale Teststrategie sieht je nach Testanlass einen PCR-Test oder einen Antigentest vor. Es dürfen nur Antigen-Testverfahren eingesetzt werden, die auf der unten verlinkten Liste des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) aufgeführt sind.

Bei einem positiven Antigen-Test ist eine bestätigende Diagnostik mittels PCR-Test erforderlich. Dieser bestätigende PCR-Test wird wie die Testung symptomatischer Personen über den EBM (oder bei Privatpatientinnen und Privatpatienten nach GOÄ) abgerechnet. 

Veranlassung

Die Tests nach der Testverordnung werden über das Formular OEGD veranlasst und an das vertragsärztliche Labor übergeben. Für Mitte November 2020 wird ein überarbeiteter Vordruck erwartet.

Abrechnung

Vertragsärztinnen und Vertragsärzte erhalten für alle mit dem Abstrich verbundenen Leistungen pauschal 15 Euro. Dabei ist es egal, ob der Abstrich für eine Untersuchung im Labor oder für einen Schnelltest in der Praxis erfolgt.

In den 15 Euro enthalten sind neben dem Abstrich die Beratung und gegebenenfalls das Ausstellen eines ärztlichen Zeugnisses über das Testergebnis. Ausnahme: Bei Testung des eigenen Praxispersonals wird der Abstrich nicht vergütet, es werden nur die Kosten für den Schnelltest erstattet (maximal sieben Euro je Test).

Bis Mitte November 2020 wird die KBV bundeseinheitliche Pseudoziffern für die Abstrichentnahme und für den Antigen-Schnelltest festlegen. Bis dahin sollen die durchgeführten Tests in der Praxis dokumentiert werden.

Unabhängig davon sind Ärztinnen und Ärzte verpflichtet, die nach TestV abgerechneten Leistungen zu dokumentieren und die Dokumentation bis zum 31. Dezember 2024 unverändert zu speichern oder aufzubewahren. Wichtig ist, dass die Angaben, die auf dem Formular OEGD zu erfassen sind, für die eigene Abrechnung auch in der Praxis dokumentiert werden.

Abgrenzung

... zum rheinland-pfälzischen Vertrag zur Beauftragung durch den ÖGD

Die Testverordnung beinhaltet die Abrechnung der Abstrichentnahme über die KV, da nun die niedergelassenen Vertragsärztinnen und Vertragsärzte unmittelbar in Anspruch genommen werden könnten. Hier erhalten die Vertragsärztinnen und Vertragsärzte nur die 15 Euro je Abstrich.

Daneben besteht weiterhin die Möglichkeit der Beauftragung einer Ärztin oder eines Arztes durch den ÖGD zu seiner Entlastung. Bei dieser Vorgehensweise (Vereinbarung mit dem MSAGD und dem Landesuntersuchungsamt) ist das Beauftragungsformular zwingend erforderlich.

In diesem Fall könnte – je nach Auftrag – nicht nur der Abstrich an sich, sondern zum Beispiel auch der Besuch, die Wegepauschale, der Mitbesuch und der Unzeitenzuschlag mit angesetzt werden. Bei dieser Vorgehensweise darf der Abstrich nicht ans vertragsärztliche Labor gehen, sondern muss vom Gesundheitsamt ans Landesuntersuchungsamt übermittelt werden.

... zu symptomatischen Personen und Corona-Warn-App

Die Testverordnung gilt nachrangig zu symptomatischen Personen und Meldungen aus der Corona-Warn-App, welche bei GKV-Versicherten über den EBM abgerechnet werden. Die Corona-Warn-App findet sich zwar auch in den Bestimmungen zu den Kontaktpersonen wieder, ist als asymptomatische Testung aber nur bei Nicht-GKV-Versicherten relevant.

Praxen, die sich als Corona-Ambulanz, Corona-Praxis oder mit Corona-Sprechstunden bei der KV RLP gemeldet haben, kennen für die Behandlung symptomatischer Personen die Abrechnungsnummer 97700. Da sich die Testverordnung auf asymptomatische Personen bezieht, kommt die Abrechnungsnummer 97700 in diesem Zusammenhang nicht zum Zuge.

Webseminar

Abrechnung

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05. Dezember 2020