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Hygiene | Coronavirus

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Häufige Fragen und Antworten

Wer gehört zur Risikogruppe mit schweren Verläufen?

Obwohl schwere Verläufe auch bei Personen ohne Vorerkrankung auftreten und auch bei jüngeren Patientinnen und Patienten beobachtet wurden, haben die folgenden Personengruppen ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe:

  • ältere Personen (mit stetig steigendem Risiko für einen schweren Verlauf ab etwa 50–60 Jahren)

  • männliches Geschlecht

  • Raucher (schwache Evidenz)

  • adipöse (BMI>30) und stark adipöse (BMI>35) Menschen

  • Schwangere

  • Menschen mit Down-Syndrom (Trisomie 21)

  • Personen mit bestimmten Vorerkrankungen, ohne Rangfolge:

    Herz-Kreislauf-System (zum Beispiel koronare Herzerkrankung und Bluthochdruck)

    chronische Lungenerkrankungen (zum Beispiel COPD)

    chronische Leber- und Nierenerkrankungen (insbesondere bei Dialysepflichtigkeit)

    neurologische und psychiatrische Erkrankungen (zum Beispiel Demenz)

    Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)

    Krebserkrankung

    Patientinnen und Patienten mit geschwächtem Immunsystem (zum Beispiel aufgrund einer Erkrankung, die mit einer Immunschwäche einhergeht, wie zum Beispiel bei hämatologischen Neoplasien oder bei schlecht kontrollierter HIV-Erkrankung; oder durch die regelmäßige Einnahme von Medikamenten, die die Immunabwehr beeinflussen und herabsetzen können, wie zum Beispiel systemische Kortikosteroide, Methotrexat, Cyclophosphamid, Azathioprin, Antikörper wie Rituximab sowie Immunsuppressiva bei Zustand nach Organ- oder Stammzelltransplantation).

(Quelle: RKI – Robert Koch-Institut / red)


Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) stellt Informationen für ältere und chronisch kranke Menschen zum Coronavirus SARS-CoV-2 zur Verfügung. Das Robert Koch-Institut RKI hat im Epidemiologischen Bulletin 19/2021 auf Seite 7 eine Rangfolge der absoluten Risiken für schwere COVID-19-Erkrankungsverläufe gebildet.

Was ist beim ambulanten Management im Umgang mit SARS-COV-2-Verdachtsfällen zu beachten?

Im Falle eines begründeten Verdachts, können Patientinnen und Patienten mit leichten Symptomen und ohne Risikofaktoren in das häusliche Umfeld zurückkehren. Hier erfolgt eine ambulante Betreuung durch eine behandelnde Ärztin bzw. einen behandelnden Arzt bis zum Vorliegen der endgültigen Untersuchungsresultate zur Bestätigung oder zum Ausschluss SARS-CoV-2-Verdachtsdiagnose.

Zur Sicherstellung einer optimalen Patientenversorgung und bestmöglichen Verhinderung einer Weiterverbreitung von Infektionen in der Bevölkerung, wird die unmittelbare diagnostische Abklärung von Verdachtsfällen empfohlen.

Die Betreuung der erkrankten Person umfasst den telefonischen oder persönlichen Kontakt sowie die Aufklärung der Angehörigen über:

  • das korrekte Vorgehen hinsichtlich der geeigneten Hygienemaßnahmen zur Verhinderung einer möglichen Infektionsweitergabe an gesunde Angehörige und

  • über das richtige Verhalten im Falle einer Zustandsverschlechterung der Patientin bzw. des Patienten bzw. eines Symptomauftretens bei Angehörigen.

Voraussetzungen für eine häusliche Unterbringung

Patientin/Patient Umfeld

leichter Erkrankungsgrad

Unterbringungsmöglichkeit in einem gut belüftbare Einzelzimmer

Fehlen von Risikofaktoren für Komplikationen (Immunsuppression, relevante chronische Grunderkrankungen, hohes Alter etc.)

Fähigkeit zur selbständigen Pflege, das heißt keine Pflegebedürftigkeit

ambulante Betreuung durch behandelnde Ärztin/behandelnden Arzt

Möglichkeit der zeitlichen oder räumlichen Trennung bei gemeinsam mit anderen Personen genutzten Räumen (Bad/Küche)

Keine Haushaltsangehörigen mit Risikofaktoren für einen schweren Krankheitsverlauf/Komplikationen bei Infektion (siehe linksseitig)


Keine Haushaltsangehörigen, die mit der Betreuung von kranken Menschen befasst sind (zum Beispiel medizinisches Personal)

Einhaltung der Verhaltensempfehlungen

Kontakt zum zuständigen Gesundheitsamt im Falle eines begründeten Verdachtsfalls

je nach Notwendigkeit Hilfestellung durch eine gesunde Betreuungsperson ohne Risikofaktoren (siehe linksseitig)

Wie wird ein PoC-Schnelltest nach der Anwendung sachgerecht entsorgt?

Die Entsorgung der Schnelltests erfolgt nach Vorgabe der Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Abfall als infektiöser Abfall. Alle Bestandteile, die mit Probematerial in Berührung gekommen sind, werden auf diese Weise entsorgt. Dabei ist es unerheblich, ob das Testergebnis positiv oder negativ ausgefallen ist.

Nutzen Sie hierfür feste Kunststoffboxen, ähnlich denen für spitze und scharfe Gegenstände. Diese müssen vor der Abholung irreversibel verschlossen und mit dem Biohazard-Symbol sowie dem Abfallschlüssel-Nr. 180103 versehen werden. Für weitere Fragen nehmen Sie Kontakt mit Ihrem Abfallentsorgungsunternehmen auf.

Bestandteile der persönlichen Schutzausrüstung (wie Schutzkittel, MNS, Handschuhe etc.) bei geringfügiger Kontaminierung können über den normalen Hausmüll entsorgt werden.

Hinweis

Es dürfen ausschließlich Antigen-Tests verwendet werden, die auf der Liste des Bundesamts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) ausgewiesen sind.

Weiterführende Links

Können (mobile) Raumluftreiniger andere Hygienemaßnahmen ersetzen?

Richtig Lüften in Corona-Zeiten
AHA+L-Formel = Abstand, Hygiene, Alltagsmasken + Lüften

Generell ist das Risiko der Übertragung von SARS-CoV-2 im Nahfeld und bei längerem und engerem Kontakt am höchsten. Bei längerem Aufenthalt in zum Beispiel kleinen, schlecht oder nicht belüfteten Räumen, in denen sich viele Personen aufhalten, kann eine Übertragung durch infektiöse, kleine luftgetragene Partikel (Aerosole) auch über eine größere Distanz als 1, 5 Meter erfolgen. Ein wichtiger Beitrag zum Schutz vor einer SARS-CoV-2-Infektion ist daher nach wie vor das regelmäßige und fachgerechte Lüften von Innenräumen.

Die natürlich-freie Lüftung steht an erster Stelle. Genutzte Räume sollten alle 20 Minuten für mindestens 5 – 10 Minuten gelüftet werden. Dabei ist die Stoßlüftung mit weit geöffneten Fenstern und am besten auch mit zusätzlich weit geöffneten Türen am effektivsten.

Gegenwärtig werden als Alternative unterschiedlichste (mobile) Lüftungsgeräte angeboten, die eine Reinigung bzw. eine Desinfektion der Raumluft erreichen sollen. Durch den Einsatz dieser Geräte soll eine Übertragung von SARS-CoV-2 in Innenräumen verhindert werden. Bitte informieren Sie sich vor einer Anschaffung eines solchen Gerätes ausgiebig.

Hinweis

Selbst eine effiziente Reduzierung von Aerosolen in der Raumluft kann das Risiko einer Übertragung im Nahfeld bei einem Abstand von weniger 1,5 Metern nicht effektiv verringern.

Weiterführende Links

Desinfektion

Häufige Fragen und Antworten

Welche Mittel sind geeignet bei Desinfektionsmaßnahmen im Zusammenhang mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2)?

Zur chemischen Desinfektion sind Mittel mit nachgewiesener Wirksamkeit, mit dem Wirkungsbereich "begrenzt viruzid" (wirksam gegen behüllte Viren), "begrenzt viruzid PLUS" oder "viruzid" anzuwenden. Informationen zur Desinfektion bei Viren sind in der entsprechenden Stellungnahme des Arbeitskreises Viruzidie beim RKI enthalten. Geeignete Mittel enthalten die Liste der vom RKI geprüften und anerkannten Desinfektionsmittel und -verfahren (RKI-Liste) und die Desinfektionsmittel-Liste des Verbundes für Angewandte Hygiene (VAH-Liste). Bei behördlich angeordneten Desinfektionsmaßnahmen ist die RKI-Liste heranzuziehen.

Liste der vom Robert Koch-Institut geprüften und anerkannten Desinfektionsmittel und -verfahren | RKI

Können Händedesinfektionsmittel auch als Rezeptur über die Apotheke angefordert werden?

Ja, wir empfehlen, sich hierzu mit Ihrer Apotheke vor Ort abzusprechen.

Händedesinfektionsmittel müssen sporenfrei abgefüllt werden. In einigen Apotheken gibt es die entsprechende baulichen und materiellen Ausstattung dafür (in den Arztpraxen in der Regel nicht).

Die WHO hat beispielsweise eine Rezeptur mit viruzider Wirkung veröffentlicht, die in der Apotheke hergestellt werden kann:

  • Isopropyl alcohol 99.8 Prozent: 751 Milliliter
  • Wasserstoffperoxid 3 Prozent: 42 Milliliter
  • Glycerol 98 Prozent: 14,5 Milliliter
  • Aqua dest ad 1 Liter

Die Allgemeinverfügung der Bundesstelle für Chemikalien gilt für die Herstellung und das Inverkehrbringen durch Apotheken und die pharmazeutische Industrie in Deutschland zur Verwendung durch die breite Öffentlichkeit der oben genannten, von der WHO empfohlenen Formulierung eines Mittels zur Händedesinfektion.

Zudem gilt sie für:

  • 2-Propanol-Wasser-Gemisch 70 Prozent (V/V)

Die Ausnahmeregelung gilt befristet bis zum 31. August 2020. Sie kann jederzeit durch die Bundesstelle für Chemikalien widerrufen werden.

Die Kosten für Händedesinfektionsmittel sind nach wie vor mit den allgemeinen Praxiskosten abgegolten. Die Rezeptur kann somit weder als Sprechstundenbedarf verordnet werden noch als Materialkosten abgerechnet werden.

Schutzausrüstung

Maskenpflicht in Praxen

Neue Corona-Maskenregeln für Arztpraxen ab 1. Oktober 2022 bis 7. April 2023

Neues Infektionsschutzgesetz, neue Regeln

Die Bundesregierung hat ein neues Infektionsschutzgesetz beschlossen. Danach gilt ab dem 1. Oktober 2022 eine "FFP2-Maskenpflicht" für Patientinnen und Patienten und Besucherinnen und Besucher beim Betreten von Arztpraxen und anderen Gesundheitseinrichtungen. Mund und Nase sind daher mit einer Maske ohne Ausatemventil der Standards FFP2, FFP3, N95, KN95, P2, DS2 oder KF94 zu bedecken. Die Maske muss während des gesamten Aufenthalts in der Praxis getragen werden. Bei Betreten von Krankenhäusern sowie voll- und teilstationären Pflegeeinrichtungen und vergleichbaren Einrichtungen muss zusätzlich noch ein Testnachweis erbracht werden.

Ausnahmen von der Maskenpflicht

Ausnahmen von der Maskenpflicht sind für Arztpraxen in folgenden Fällen vorgesehen:

  • wenn die Behandlung dem Tragen einer Maske entgegensteht,
  • für Kinder unter 6 Jahren,
  • für Personen, die aus medizinischen Gründen keine Maske tragen können sowie
  • für Gebärdensprachdolmetscherinnen und -dolmetschern, Gebärdensprachdolmetscherinnen und -dolmetschern, Kommunikationshelferinnen oder Kommunikationshelfer, die für Personen mit Hörbehinderung tätig sind und ein das ganze Gesicht abdeckendes Visier verwenden
  • Für Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 6 und 14 Jahren ist statt einer FFP2-Maske das Tragen einer medizinischen Maske ("OP-Maske") möglich.

Empfehlungen

Psychotherapie

Behandlungen

Psychotherapeutische Behandlungen sind auch im unmittelbaren persönlichen Kontakt weiterhin notwendig und sinnvoll.

Zur notwendigen Versorgung der Bevölkerung müssen die Praxen daher, soweit es die äußeren Umstände erlauben, auch physisch für Patientinnen und Patienten erreichbar bleiben. Insbesondere in Akutfällen und gerade in Zeiten, die die psychische Belastbarkeit zunehmend herausfordern, ist eine therapeutische Konstante auch am Ort der Praxis besonders wichtig.

Die Durchführung von Gruppentherapien ist weiterhin zulässig, da es sich hierbei um medizinisch notwendige Maßnahmen handelt. Ob eine Durchführung weiterhin zumutbar ist, müssen Therapeutinnen und Therapeuten im Rahmen ihrer Verantwortung abwägen. Sie sollten kritisch prüfen, ob dies unter Beachtung des Infektionsschutzes möglich ist oder gegebenenfalls ein verstärktes Angebot von Einzelkontakten über einen begrenzten Zeitraum sinnvoller ist.

Patienteninformationen

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01. Oktober 2022