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Hygiene | Coronavirus

Gefährliche Produkte in Deutschland

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) veröffentlicht in einer Datenbank ihr bekannt gewordene Produktrückrufe, Produktwarnungen, Untersagungsverfügungen und sonstige Informationen zu gefährlichen Einzelprodukten, die in Deutschland unter anderem durch das Produktsicherheitsgesetz geregelt sind. Sie finden in dieser Datenbank beispielsweise einen deutschsprachigen Auszug aus den wöchentlichen RAPEX-Meldungen der EU-Kommission.

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Maßnahmen

Hinweise

Häufige Fragen und Antworten

Wer gehört zur Risikogruppe mit schweren Verläufen?

Obgleich schwere Verläufe auch bei Menschen ohne Vorerkrankung auftreten und auch bei jüngeren Patienten erfasst wurden, haben die folgenden Personengruppen ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe:

  • ältere Personen (mit stetig steigendem Risiko für schweren Verlauf ab etwa 50 bis 60 Jahre; 86 Prozent der in Deutschland an COVID-19 Verstorbenen waren 70 Jahre alt oder älter [Altersmedian: 82 Jahre])

  • Raucher

  • stark adipöse Menschen

  • Personen mit bestimmten Vorerkrankungen:des Herz-Kreislauf-Systems (zum Beispiel koronare Herzerkrankung und Bluthochdruck)

  • der Lunge (zum Beispiel Asthma, chronische Bronchitis)

  • Patientinnen und Patienten mit chronischen Lebererkrankungen

  • Patientinnen und Patienten mit Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)

  • Patientinnen und Patienten mit einer Krebserkrankung

  • Patienten mit geschwächtem Immunsystem (zum Beispiel aufgrund einer Erkrankung, die mit einer Immunschwäche einhergeht oder durch Einnahme von Medikamenten, die die Immunabwehr schwächen, wie zum Beispiel Cortison)

(Quelle: RKI – Robert Koch-Institut / red)


Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) stellt ein Merkblatt für chronisch kranke Menschen zum Coronavirus SARS-CoV-2 zur Verfügung, welches sich als Aushang im Wartezimmer oder zur Information Ihrer Patientinnen und Patienten eignet.

Merkblatt für chronisch kranke Menschen zum Coronavirus SARS-CoV-2 | BZgA

Quarantäne: Wann und für wie lange? Was gilt für Medizinpersonal?

Die Quarantäne ist wichtig. Sie dient dem eigenen Schutz und dem der Patientinnen und Patienten. Das Robert-Koch-Institut (RKI) teilt Kontaktpersonen je nach Dauer und Art des Kontakts zu einer mit dem Coronavirus infizierten Person in verschiedene Kategorien ein und hat Empfehlungen veröffentlicht, wie medizinisches Personal bei einer SARS-CoV-2-Exposition vorgehen soll. Folgende Infografiken des RKI machen das Vorgehen anschaulich.

COVID-19-Infografik "Management von Kontaktpersonen" | RKI

COVID-19-Infografik "Management von Kontaktpersonen unter medizinischem Personal"| RKI

 

Wie soll die Praxis reagieren, wenn ein vermutlich an Corona Erkrankter anruft?

Wenn ein Patient anruft, klären Sie zunächst die entsprechende Symptomatik (respiratorischer Infekt).

Abfrage der Symptome und Risikogruppe:

  • hat der Patient Husten, Fieber, Kurzatmigkeit?
  • hatte er in den vergangenen 14 Tagen Kontakt zu einem COVID-19-Kranken?
  • ist er in einer Pflegeeinrichtung, Arztpraxis oder einem Krankenhaus tätig?
  • gehört er einer Risikogruppe (Alter, Vorerkrankungen) an?
  • Verlust von Geruchs-/Geschmackssinn
  • klinische oder radiologische Hinweise auf eine virale Pneumonie UND Zusammenhang mit einer Häufung von Pneumonien in einem Krankenhaus oder einer Pflegeeinrichtung

Begründeter Verdachtsfall:

Der Patient sollte zunächst zu Hause bleiben und möglichst keine persönlichen Kontakte zu anderen herstellen. Der Verdachtsfall ist dem zuständigen Gesundheitsamt umgehend zu melden, welches über die weitere Vorgehensweise entscheidet. Ist der Patient jedoch soweit erkrankt, dass er nicht zu Hause bleiben kann, bitte entsprechend den Rettungsdienst/Krankentransport mit dem Hinweis auf den Verdacht der Infektion informieren und den Patienten ins Krankenhaus transportieren lassen. Bitte schicken Sie die Patienten nicht ohne Indikation und unangemeldet in Krankenhausambulanzen, Notfallpraxen, Corona-Ambulanzen, Abstrichstellen und Gesundheitsämter!

Was ist beim ambulanten Management im Umgang mit SARS-COV-2-Verdachtsfällen zu beachten?

Im Falle eines begründeten Verdachts, können Patientinnen und Patienten mit leichten Symptomen und ohne Risikofaktoren in das häusliche Umfeld zurückkehren. Hier erfolgt eine ambulante Betreuung durch eine behandelnde Ärztin bzw. einen behandelnden Arzt bis zum Vorliegen der endgültigen Untersuchungsresultate zur Bestätigung oder zum Ausschluss SARS-CoV-2-Verdachtsdiagnose.

Die Betreuung der erkrankten Person umfasst den telefonischen oder persönlichen Kontakt sowie die Aufklärung der Angehörigen über:

  • das korrekte Vorgehen hinsichtlich der geeigneten Hygienemaßnahmen zur Verhinderung einer möglichen Infektionsweitergabe an gesunde Angehörige und

  • über das richtige Verhalten im Falle einer Zustandsverschlechterung der Patientin bzw. des Patienten bzw. eines Symptomauftretens bei Angehörigen.

Voraussetzungen für eine häusliche Unterbringung

Patientin/Patient Umfeld

leichter Erkrankungsgrad

Unterbringungsmöglichkeit in einem gut belüftbaren Einzelzimmer

Fehlen von Risikofaktoren für Komplikationen (Immunsuppression, relevante chronische Grunderkrankungen, hohes Alter etc.)

ambulante Betreuung durch behandelnde Ärztin/behandelnden Arzt

Einhaltung der Verhaltensempfehlungen

Kontakt zum zuständigen Gesundheitsamt im Falle eines begründeten Verdachtsfalls

je nach Notwendigkeit Hilfestellung durch eine gesunde Betreuungsperson ohne Risikofaktoren (siehe linksseitig)

Welche Hygienemaßnahmen sollten bei SARS-CoV-2-Verdachtsfällen berücksichtigt werden?

Bei Verdacht auf eine schwere kontagiöse Infektion der Atemwege erhält die Patientin bzw. der Patient vom Praxispersonal einen Mund-Nasen-Schutz, sofern dessen Verwendung von ihr bzw. ihm toleriert wird. Die erkrankte Person wird direkt in das Behandlungszimmer gebracht und nimmt möglichst nicht im Wartezimmer Platz.

Bei Erregern von akuten respiratorischen Infektionen, zum Beispiel Influenzaviren oder RSV, sind zusätzlich zur Basishygiene weitere Maßnahmen erforderlich, um eine Übertragung durch Tröpfchen zu unterbinden. Diese zusätzlichen Maßnahmen beinhalten gemäß KRINKO-Empfehlung:

  • Unterbringung der erkrankten Person in einem Einzelzimmer möglichst mit eigener Nasszelle, gegebenenfalls Kohortenisolierung

  • Verwendung einer persönlichen Schutzausrüstung beim Personal, bestehend aus Schutzkittel, Einmalhandschuhen und direkt anliegendem mehrlagigem Mund-Nasen-Schutz sowie gegebenenfalls einer Schutzbrille, beim Betreten des Patientenzimmers

  • Darüber hinaus sollte gemäß TRBA 250 bei Tätigkeiten, die direkt an der erkrankten Person oder in dessen Nähe ausgeführt werden, die Patientin bzw. der Patient ebenfalls einen Mund-Nasenschutz tragen, insbesondere wenn die Beschäftigten dabei Hustenstößen der erkrankten Person ausgesetzt sein können.

    Sollte die erkrankte Person keinen Mund-Nasen-Schutz anlegen können oder wollen, empfiehlt es sich bei patientennahen Tätigkeiten, dass das Personal zu seinem eigenen Schutz eine FFP2-Maske trägt. Die Maßnahmen sollten nach der Feststellung des jeweiligen Erregers an die spezifischen Anforderungen angepasst werden.

Nach der Untersuchung und Behandlung wird die PSA abgelegt und der Schutzkittel (wenn kein Einmalprodukt) zur Wäsche gegeben. Es erfolgt eine hygienische Händedesinfektion von Ärztin bzw. Arzt und Praxismitarbeitenden, eine Flächendesinfektion der Hand- und Hautkontaktstellen (zum Beispiel Patientenstuhl, Untersuchungsliege, Türklinke) sowie eine Wischdesinfektion der verwendeten unkritischen Medizinprodukte (zum Beispiel Stethoskop, Blutdruckmanschette oder vergleichbare Utensilien). Die Desinfektionsmittel müssen für die jeweilige Anwendung geeignet sein.

Desinfektion

Häufige Fragen und Antworten

Welche Mittel sind geeignet bei Desinfektionsmaßnahmen im Zusammenhang mit dem neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2)?

Zur chemischen Desinfektion sind Mittel mit nachgewiesener Wirksamkeit, mit dem Wirkungsbereich "begrenzt viruzid" (wirksam gegen behüllte Viren), "begrenzt viruzid PLUS" oder "viruzid" anzuwenden. Informationen zur Desinfektion bei Viren sind in der entsprechenden Stellungnahme des Arbeitskreises Viruzidie beim RKI enthalten. Geeignete Mittel enthalten die Liste der vom RKI geprüften und anerkannten Desinfektionsmittel und -verfahren (RKI-Liste) und die Desinfektionsmittel-Liste des Verbundes für Angewandte Hygiene (VAH-Liste). Bei behördlich angeordneten Desinfektionsmaßnahmen ist die RKI-Liste heranzuziehen.

Können Händedesinfektionsmittel auch als Rezeptur über die Apotheke angefordert werden?

Ja, wir empfehlen, sich hierzu mit Ihrer Apotheke vor Ort abzusprechen.

Händedesinfektionsmittel müssen sporenfrei abgefüllt werden. In einigen Apotheken gibt es die entsprechende baulichen und materiellen Ausstattung dafür (in den Arztpraxen in der Regel nicht).

Die WHO hat beispielsweise eine Rezeptur mit viruzider Wirkung veröffentlicht, die in der Apotheke hergestellt werden kann:

  • Isopropyl alcohol 99.8 Prozent: 751 Milliliter
  • Wasserstoffperoxid 3 Prozent: 42 Milliliter
  • Glycerol 98 Prozent: 14,5 Milliliter
  • Aqua dest ad 1 Liter

Die Allgemeinverfügung der Bundesstelle für Chemikalien gilt für die Herstellung und das Inverkehrbringen durch Apotheken und die pharmazeutische Industrie in Deutschland zur Verwendung durch die breite Öffentlichkeit der oben genannten, von der WHO empfohlenen Formulierung eines Mittels zur Händedesinfektion.

Zudem gilt sie für:

  • 2-Propanol-Wasser-Gemisch 70 Prozent (V/V)

Die Ausnahmeregelung gilt befristet bis zum 31. August 2020. Sie kann jederzeit durch die Bundesstelle für Chemikalien widerrufen werden.

Die Kosten für Händedesinfektionsmittel sind nach wie vor mit den allgemeinen Praxiskosten abgegolten. Die Rezeptur kann somit weder als Sprechstundenbedarf verordnet werden noch als Materialkosten abgerechnet werden.

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05. August 2020