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21. Februar 2019

Zweitmeinungsverfahren

Kennzeichnung der erbrachten Leistungen in der Abrechnung

Seit dem 1. Januar 2019 können sich Patienten vor bestimmten planbaren Operationen eine zweite ärztliche Meinung einholen (siehe Webcode 291808). Ein rechtlicher Zweitmeinungsanspruch besteht vorerst bei einer Mandelteilresektion (Tonsillotomie), bei einer vollständigen Entfernung der Gaumenmandeln (Tonsillektomie) sowie bei einer Gebärmutterentfernung (Hysterektomie). Weitere Eingriffe sollen folgen. Bei der Abrechnung ist folgendes zu beachten:

  • Indikationsstellender Arzt (Erstmeiner)

  • Erbringer der Zweitmeinung (Zweitmeiner)

Erstmeiner

Der Erstmeiner kann für die Aufklärung und Beratung im Zusammenhang mit dem ärztlichen Zweitmeinungsverfahren die GOP 01645 einmal im Krankheitsfall (vier Quartale) abrechnen (siehe Webcode 291808). Die GOP 01645 muss entsprechende der Indikation bundeseinheitlich wie folgt gekennzeichnet werden:

  • 01645A: Zweitmeinungsverfahren bei bevorstehender Mandeloperation

  • 01645B: Zweitmeinungsverfahren bei bevorstehender Gebärmutterentfernung

Zweitmeiner

Für die Durchführung und Abrechnung von Zweitmeinungsleistungen ist eine Genehmigung durch die Kassenärztliche Vereinigung erforderlich.

Die Zweitmeinung darf nicht bei Ärzten oder Einrichtungen eingeholt werden, durch die der Eingriff selbst durchgeführt werden soll.

GOP im Rahmen des Zweitmeinungsverfahrens

Für die Zweitmeinung gibt es keine gesonderte GOP im EBM. Es sind die arztgruppenspezifische Versicherten-, Grund- oder Konsiliarpauschale beim ersten persönlichen Arzt Patienten Kontakt einmal im Behandlungsfall abzurechnen. Weitere erforderliche Untersuchungen können erbracht und abgerechnet werden, müssen in der Abrechnung aber medizinisch begründet und bundeseinheitlich wie folgt gekennzeichnet werden:

Kennzeichnung der GOP im Rahmen des Zweitmeinungsverfahrens

Jede im Rahmen des Zweitmeinungsverfahrens abgerechnete GOP muss im Feld "freier Begründungstext" (KVDT-Feldkennung 5009) mit einer der folgenden Pseudo-GOP gekennzeichnet werden:

  • 88200A: Zweitmeinungsverfahren bei bevorstehender Mandeloperation

  • 88200B: Zweimeinungsverfahren bei bevorstehender Gebärmutterentfernung

Vereinfachtes Verfahren

Grundsätzlich gilt die Kennzeichnung jeder einzelnen GOP. In folgenden Fällen ist es ausreichend, einmalig im Behandlungsfall die Pseudo-GOP 88200A oder 88200B im Leistungsfeld (wie eine normale GOP) einzugeben:

  • Arzt wurde ausschließlich für das Zweitmeinungsverfahren ermächtigt

  • Arzt hat im Quartal bei einem Patienten ausschließlich Leistungen im Zweitmeinungsverfahren durchgeführt und abgerechnet

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20. Mai 2019