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12. November 2018

Verordnung von Krankentransport

Auswahl des Beförderungsmittels ist wichtig

Aus aktuellem Anlass weisen wir als KV RLP darauf hin, dass bei der Verordnung von Krankenfahrten bzw. Krankentransporten nur das Taxi bzw. der Mietwagen oder der Krankentransportwagen (KTW) als Beförderungsmittel ausgewählt werden kann.

Die Auswahl des Rettungswagens (RTW) ist nur für Notfallpatientinnen oder Notfallpatienten zulässig, die vor und während des Transportes neben den Erste-Hilfe-Maßnahmen auch zusätzlicher Maßnahmen bedürfen, die geeignet sind, vitale Funktionen aufrecht zu erhalten oder wiederherzustellen. Dies gilt entsprechend für die Verordnung von Notarzteinsatzfahrzeugen (NEF).

Das Wirtschaftlichkeitsgebot gilt auch für die Verordnung von Krankentransport, egal ob zur ambulanten oder stationären Behandlung. Bei der Auswahlentscheidung sind deshalb insbesondere der aktuelle Gesundheitszustand der Patientin oder des Patienten und ihre oder seine Gehfähigkeit zu berücksichtigen.

Folgende Beförderungsmittel stehen zur Auswahl

Taxi oder Mietwagen 

Die Krankenfahrt mit einem Mietwagen oder einem Taxi ist nur dann zu verordnen, wenn die Patientin oder der Patient aus zwingenden medizinischen Gründen öffentliche Verkehrsmittel oder ein privates Kraftfahrzeug nicht benutzen kann. Die Verordnung erfolgt auf Muster 4.

Hinweis

Die Krankenkassen können auf Antrag des Patienten auch die Kosten für Krankenfahrten übernehmen, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem privaten Auto der Patientin bzw. des Patienten stattfinden. Hierfür müssen keine Verordnungen (Muster 4) ausgestellt werden.

Krankentransportwagen

Ein Krankentransport kann verordnet werden, wenn Patientinnen oder Patienten während der Fahrt einer fachlichen Betreuung oder der besonderen Einrichtungen des Krankentransportwagens (KTW) bedürfen oder deren Erforderlichkeit aufgrund ihres Zustandes zu erwarten ist. Die fachliche Betreuung in Krankentransportwagen wird nach den maßgeblichen landesrechtlichen Vorschriften durch qualifiziertes nicht-ärztliches Personal gewährleistet.

Rettungswagen, Notarztwagen, und Rettungshubschrauber

Rettungswagen (RTW) sind für Notfallpatientinnen oder Notfallpatienten zu verordnen, die vor und während des Transportes neben den Erste-Hilfe-Maßnahmen auch zusätzlicher Maßnahmen bedürfen, die geeignet sind, vitale Funktionen aufrecht zu erhalten oder wieder herzustellen.

Notarztwagen (NAW) sind für Notfallpatientinnen oder Notfallpatienten zu verordnen, bei denen vor oder während des Transportes lebensrettende Sofortmaßnahmen durchzuführen oder zu erwarten sind, für die eine notärztliche Versorgung erforderlich ist. Dies gilt entsprechend für die Verordnung von Notarzteinsatzfahrzeugen (NEF).

Rettungshubschrauber (RTH) sind zu verordnen, wenn ein schneller Transport der Patientin oder des Patienten mit einem bodengebundenen Rettungsmittel nicht ausreichend ist. Darüber hinaus sind Rettungshubschrauber anzufordern, wenn eine schnellere Heranführung der Notärztin oder des Notarztes an den Notfallort zur Durchführung lebensrettender Maßnahmen oder zur Herstellung der Transportfähigkeit der Patientin oder des Patienten mit dem jeweils geeigneten Transportmittel notwendig ist.

Die Verordnung erfolgt auf Muster 4 und soll vor der Krankenbeförderung erfolgen. Bei Notfällen kann die Verordnung auch nachträglich ausgestellt werden.

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12. Dezember 2018