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16. September 2019

Sehhilfen für Erwachsene

G-BA ändert Beschluss vom 20. Juli 2017 und grenzt ärztlichen Verordnungsvorbehalt ein.

Das Bundesgesundheitsministerium hatte den Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) zur Verordnungsfähigkeit von Sehhilfen bei Erwachsenen vom Juli 2017 beanstandet. Jetzt wurde der ursprünglich breiter angelegte ärztliche Verordnungsvorbehalt eingegrenzt.

Nach dem Sozialgesetzbuch V (SGB V) haben Erwachsene Anspruch auf eine Sehhilfe als GKV-Leistung, wenn sie auf mindestens einem Auge einen verordneten Fern-Korrekturausgleich für einen Refraktionsfehler von ≥ 6,25 Dioptrien bei Myopie oder Hyperopie oder von ≥ 4,25 Dioptrien bei Astigmatismus aufweisen. Voraussetzung ist die Verordnung durch eine Fachärztin oder einen Facharzt für Augenheilkunde auf Basis einer vorhergehenden Diagnostik und Therapieentscheidung. Die Versorgung mit Brillengläsern erfolgt grundsätzlich beidäugig. (§ 14)

Folgeversorgung

Dieser ärztliche Verordnungsvorbehalt besteht bei der genannten Patientengruppe jedoch nur bei der Erstversorgung. Bei der Folgeversorgung mit einer Sehhilfe ist keine augenärztliche Verordnung notwendig. Sofern im Einzelfall das Risiko einer Verschlimmerung der Augenerkrankung besteht, kann die augenärztliche Erstverordnung einen entsprechenden Hinweis enthalten. Betroffene Patientinnen und Patienten können losgelöst von der Folgeversorgung mit einer Sehhilfe eine ärztliche Konsultation in Anspruch nehmen.

Ein ärztlicher Verordnungsvorbehalt für die Folgeversorgung mit Sehhilfen zulasten der GKV besteht insbesondere bei:

  • Kindern und Jugendlichen bis zur Vollendung des 14. Lebensjahres,

  • Versicherten, die bei bestmöglicher Brillenkorrektur auf beiden Augen eine Sehbeeinträchtigung mindestens der Stufe 1 (WHO-Klassifikation) aufweisen (§ 12 Absatz 1, zweiter Spiegelstrich).

Hier ist eine erneute ärztliche Diagnose oder Therapieentscheidung medizinisch erforderlich.

Ersatzbeschaffung bei Verlust oder Defekt

Der ärztliche Verordnungsvorbehalt entfällt bei Ersatzbeschaffungen von Sehhilfen innerhalb eines Zeitraums von drei Monaten nach Verordnung.

Der Änderungsbeschluss ist seit 13. September 2019 in Kraft.

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22. Oktober 2019