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13. September 2021

PraxisBarometer Digitalisierung 2021

Bundesweite Befragung von Praxen im September

Elektronische Patientenakte, elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung und elektronisches Rezept – in der ambulanten Versorgung steht eine Reihe von digitalen Anwendungen in den Startlöchern. Wie sind die Praxen darauf vorbereitet? Mit dem PraxisBarometer Digitalisierung will die KBV herausfinden, wie es um die Digitalisierung in den Praxen der 181.000 Vertragsärztinnen und Vertragsärzte sowie Vertragspsychotherapeutinnen und Vertragspsychotherapeuten steht.

Welche Erwartungen haben Ärztinnen und Ärzte sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten an die Digitalisierung? Wo sehen sie mögliche Hemmnisse, wo Potentiale? Mitte September werden dazu bundesweit Ärztinnen und Ärzte sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten vom IGES Institut angeschrieben, das die Erhebung im Auftrag der KBV durchführt und wissenschaftlich begleitet. Dabei sollen sich die Ärztinnen und Ärzte sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten auch dazu äußern, wie bereits vorhandene digitale Anwendungen im Praxisalltag funktionieren und welche Erfahrungen sie bisher mit der Telematikinfrastruktur gemacht haben.

Dr. Thomas Kriedel, Vorstandsmitglied der KBV, setzt auf die Erkenntnisse aus der Befragung: "Gerade in Zeiten der Coronapandemie ist vielen deutlich geworden, welche Bedeutung die Digitalisierung für das Gesundheitswesen hat. Und: Wo digitale Angebote heute noch fehlen. Die Digitalisierung soll die Versorgung verbessern und kann nur gelingen, wenn die Praxen mitgenommen werden – diesen Anspruch darf vor allem die Politik nicht aus den Augen verlieren. Wir, KBV und KVen, machen uns für eine bessere Patientenversorgung und Erleichterungen im Praxisalltag stark. Deshalb ist es für uns sehr wichtig zu wissen, wie Ärzte und Psychotherapeuten Digitalisierung einschätzen, um so eine passgenaue Unterstützung anbieten zu können."

Digitalisierung mit Mehrwert entwickeln

"Wir müssen genau prüfen, ob die nächsten Digitalisierungsschritte einen konkreten Nutzen haben, ob sie einen wirklichen Mehrwert für Patienten und Praxen bieten," erklärt KBV-Vorstandsmitglied Dr. Thomas Kriedel. Die Ergebnisse des PraxisBarometers Digitalisierung sollen die KBV dabei unterstützen, die Digitalisierung im Sinne der Vertragsärztinnen und Vertragsärzte sowie Vertragspsychotherapeutinnen und Vertragspsychotherapeuten zu gestalten. Kriedel ruft die angeschriebenen Ärztinnen und Ärzte sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten auf, an der Befragung teilzunehmen: "Auf diesen Erkenntnissen basiert nicht nur unsere Arbeit in der gematik. Auch für unsere Forderungen an die Politik und an die Industrie sind sie essenziell. Digitale Angebote müssen auf die Bedürfnisse der Praxen eingehen. Sie müssen technisch ausgereift sein und auf realistischen Zeitplänen basieren."

Fragebogen bis Oktober ausfüllen

Nach 2018, 2019 und 2020 findet das PraxisBarometer Digitalisierung in diesem Jahr zum vierten Mal statt. Die vom IGES Institut angeschriebenen Praxen können den Fragebogen in der ersten Runde bis zum 10. Oktober online ausfüllen – je nach Lage wird der Befragungszeitraum bis zum 1. November ausgedehnt. Wenn gewünscht, kann die angeschriebene Praxis den Fragebogen auch in Papierform anfordern und beantworten. Die Ergebnisse werden anonymisiert veröffentlicht – voraussichtlich Anfang des kommenden Jahres. Die Erhebungsdaten werden dabei streng vertraulich und anonymisiert behandelt. Teilnehmende der Befragung können auf Wunsch ihre Kontaktdaten hinterlassen, um im Anschluss an vertie- fenden Fokusgruppeninterviews teilzunehmen.

Ärztinnen und Ärzte sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, die nicht angeschrieben werden, erhalten voraussichtlich ab Anfang Oktober ebenfalls die Möglichkeit, an der Befragung teilzunehmen. Den Fragebogen und Informationen zum Ausfüllen stellt die KBV auf ihrer Website bereit. Die Ergebnisse werden separat ausgewiesen.

Rückblick: PraxisBarometer Digitalisierung 2018, 2019 und 2020

Mit dem PraxisBarometer Digitalisierung hat die KBV 2018 die bis dato umfassendste repräsentative, wissenschaftlich begleitete Befragung von Ärztinnen und Ärzten sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten zum Stand der Digitalisierung vorgelegt. Ein zentrales Ergebnis war, dass Ärztinnen und Ärzten sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten der Digitalisierung durchaus aufgeschlossen gegenüberstehen. Das gilt aber nur dann, wenn die Praxis daraus einen konkreten Nutzen für die Organisation oder die Patientenversorgung ziehen kann. Es zeigten sich Unterschiede im Digitalisierungsgrad zwischen den einzelnen Praxistypen.

Die Ergebnisse 2019 und 2020 verdeutlichen, dass die Praxen auf hohem Niveau zunehmend digital arbeiten. Das gilt vor allem für die Patientendokumentation, das Praxismanagement und das Qualitätsmanagement. Die Praxen sehen zudem einen höheren Nutzen in digitalen Anwendungen. In den Befragungen wurden unter anderem Sicherheitslücken in der IT und dem Kosten-Nutzen-Verhältnis als starkes Hemmnis der weiteren Digitalisierung betrachtet.

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