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6. September 2017

Praxis-Software

KBV und Krankenkassen einigen sich unter Mitwirkung des Bundesschiedsamtes

Ab dem 1. April 2018 ist in der Verordnungssoftware eine monatliche Aktualisierung der Arzneimittelstammdaten vorgesehen. Außerdem soll es einfacher werden, die Arzneimitteldatenbank beziehungsweise die Verordnungssoftware zu wechseln.

Das Gesetz für sichere digitale Kommunikation und Anwendungen im Gesundheitswesen (E-Health-Gesetz) schreibt unter anderem vor, dass Vertragsärzte für die Arzneimittel-Verordnung nur solche Programme nutzen dürfen, die Informationen zu Arzneimitteln (Preise, Inhalte der Arzneimittel-Richtlinie) mit dem jeweils aktuellen Stand enthalten.

Hinsichtlich der Aktualisierungsfrequenz der Arzneimittelstammdaten hatte der GKV-Spitzenverband ein 14-tägiges Update gefordert, die KBV argumentierte für die Beibehaltung der quartalsweisen Aktualisierung. Kürzere Frequenzen seien sowohl für Ärzte als auch für die Softwarehäuser mit einem erheblichen Mehraufwand verbunden. Unter Vermittlung des Schiedsamts kam eine Übergangsregelung zustande: Zum 1. Oktober 2017 tritt der neue Anforderungskatalog für Verordnungssoftware/Arzneimitteldatenbanken in Kraft. Für die Arzneimittelstammdaten ist ab 1. April 2018 ein monatliches Update vorgeschrieben. Eine 14-tägige Aktualisierungsfrequenz wird erst später verpflichtend, nachdem die Softwareanbieter eine standardisierte Schnittstelle eingeführt haben und Ärzte dadurch leichter die Arzneimitteldatenbank beziehungsweise die Verordnungssoftware wechseln können.

Wechsel der Verordnungssoftware wird Arztpraxen erleichtert

Dazu wird die KBV bis zum 30. Juni 2018 die erforderliche Schnittstelle definieren. Die Implementierung in die Praxissoftware wird bis spätestens 30. Juni 2020 erfolgen. Erst danach ist auch die 14-tägige Aktualisierung der Arzneimittelstammdaten vorgesehen.

Der vorgesehene Zeitrahmen soll für mehr Wettbewerb und damit für eine verhältnismäßige Preisgestaltung sorgen, um die zuletzt bei der Implementierung des gesetzlich vorgeschriebenen bundeseinheitlichen Medikationsplans erfahrenen hohen Zusatzgebühren für die Ärzte zu vermeiden.

Aut-idem Kreuz nur aus medizinischen Gründen zulässig

Außerdem haben sich KBV und GKV-Spitzenverband auf eine Klarstellung zum Arzneimittelaustausch im Bundesmantelvertrag verständigt. Danach ist nur dann das Aut-idem-Feld auf dem Verordnungsblatt anzukreuzen, wenn der Arzt den Austausch des verordneten Arzneimittels in der Apotheke aus medizinisch-therapeutischen Gründen untersagen möchte. Somit können Krankenkassen von Ärzten nicht mehr verlangen, ein Aut-idem-Kreuz bei konkreten Arzneimitteln zu setzen, für die es Rabattverträge gibt.

Automatischer Rezeptaufdruck von Pharmazentralnummern

Um unklaren Verordnungen und zeitaufwendigen Rückfragen aus Apotheken vorzubeugen, soll zukünftig die Pharmazentralnummer (PZN) des verordneten Arzneimittels automatisch auf dem Verordnungsblatt aufgedruckt werden.

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23. November 2017