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7. Februar 2024

MFA-Verband ruft zu Warnstreiks am 8. Februar auf

KV RLP zeigt Verständnis für Proteste

Anlässlich der nächsten Tarifrunde für Medizinische Fachangestellte (MFA) am 8. Februar in Berlin ruft der Verband medizinischer Fachberufe e.V. (vmf) erstmals alle MFA, Arzthelferinnen und Arzthelfer sowie Auszubildende zu einem ganztägigen Warnstreik und einer zentralen Warnstreik-Kundgebung auf. Die KV RLP zeigt Verständnis für die Proteste.

Am morgigen Donnerstag, den 8. Februar, fordert der vmf bundesweit etwa 330.000 MFA, Arzthelferinnen und Arzthelfer sowie Azubis, die in Einrichtungen der ambulanten Versorgung arbeiten, auf, ihre Arbeit niederzulegen. Als Ziel formuliert der Verband, "den Druck auf die Arbeitgeberseite zu verstärken und grundlegende Verbesserungen beim Gehalt zu erzielen." Die Arbeitgeberseite habe in den Tarifverhandlungen ein Gesamtpaket von 5,5 Prozent Erhöhung angeboten, das hauptsächlich in die unteren Gehaltsgruppen fließen und zu Lasten der höher qualifizierten MFA gehen soll.

Verbandspräsidentin: Kein Fortschritt bei Gehältern und staatlichem Corona-Bonus

"Damit können wir uns nicht zufriedengeben", so Hannelore König, vmf-Präsidentin. "Mit dem aktuellen Angebot der AAA erhalten die Berufsanfängerinnen nach ihrer dreijährigen Ausbildung immer noch weniger als Pflegekräfte nach einjähriger Ausbildung. Und den Kolleginnen und Kollegen mit 17 Jahren Berufserfahrung und hohen Zusatzausbildungen werden ganze 0,1 Prozent Plus vorgeschlagen." Darüber hinaus kritisiert der Verband, dass es nach wie vor keinen Fortschritt beim staatlichen Corona-Sonderbonus für MFA und Zahnärztlichen Fachangestellten (ZFA) gebe.

Wie der vmf mitteilt, hat sich der Fachkräftemangel in der Pandemie dramatisch erhöht, denn immer mehr MFA und ZFA sind inzwischen aus dem Beruf ausgestiegen. Nach Angaben einer im Februar 2022 eigens durchgeführten Online-Umfrage haben 46 Prozent der MFA mehrmals im Monat über den Ausstieg aus dem Beruf nachgedacht. Der Verband fordert daher angemessene Gehälter, gemessen an den Leistungen, die MFA und ZFA für die Gesundheit von Menschen erbringen. Die Verantwortung sei hoch und "ein Gehalt nur knapp über dem Mindestlohn ist viel zu niedrig."

Dr. Heinz: MFA müssen Wertschätzung für ihr Engagement erfahren

Der Vorsitzende des Vorstands der KV RLP, Dr. Peter Heinz, hat Verständnis für die Warnstreiks der MFA und kann die Forderungen nachvollziehen. "Die Budgetierung und damit einhergehend die Unterfinanzierung der ambulanten medizinischen Versorgung stellt Praxisinhaberinnen und Praxisinhaber vor die Herausforderung, MFA angemessen zu bezahlen – mit der Konsequenz, dass viele von ihnen von den durch staatliche Hilfen bevorzugten Krankenhäusern abgeworben würden. Diese Ungerechtigkeit muss aufhören! Denn ohne Praxispersonal geht es nicht.", macht Dr. Heinz deutlich. Eine Anerkennung und Wertschätzung ihres Engagements in der Patientenversorgung sei dringend geboten. Dem pflichtet auch der stellvertretende Vorsitzendes des Vorstands der KV RLP, Dr. Andreas Bartels, bei. Es müssten Rahmenbedingungen geschaffen werden, die eine Gleichstellung mit Mitwettbewerberinnen und Mitbewerbern auf dem Arbeitsmarkt ermöglichten. "Nur so kann das gut ausgebildete Personal in den Praxen gehalten bzw. für eine Tätigkeit in den Praxen gewonnen werden", so Dr. Bartels. "Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Praxen standen nicht nur in Pandemiezeiten stets in erster Reihe. Dieses großartige Engagement muss endlich Eingang in die Vergütungsstrukturen des Gesundheitssystems finden. Das ist längst überfällig." 

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