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7. November 2019

HIV-Präexpositionsprophylaxe

Wer hat Anspruch auf Leistungen der PrEP?

Versicherte ab 16 Jahren mit einem HIV-Infektionsrisiko haben Anspruch auf eine medikamentöse Prophylaxe inklusive ärztlicher Beratung. Die notwendigen Untersuchungen, die bei der Einnahme entsprechender Arzneimittel durchgeführt werden müssen, fallen ebenfalls in die Leistungspflicht der gesetzlichen Krankenkassen.

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung und der GKV-Spitzenverband haben fristgerecht den Kreis der Anspruchsberechtigten definiert:

  • Männer, die Geschlechtsverkehr mit Männern haben (MSM) oder Transgender-Personen mit der Angabe von analem Geschlechtsverkehr ohne Kondom innerhalb der letzten drei bis sechs Monate und/oder voraussichtlich in den nächsten Monaten beziehungsweise einer stattgehabten sexuell übertragbaren Infektion (STI) in den letzten zwölf Monaten

  • Serodiskorante Konstellationen mit einer/einem virämischen HIV-positiven Partnerin/Partner

    ohne antiretrovirale Therapie (ART)

    einer nicht suppressiven ART oder

    in der Anfangsphase einer ART (HIV-RNA, die nicht schon sechs Monate unter 200 RNA-Kopien/ml liegt)

  • nach individueller und situativer Risikoüberprüfung bei drogeninjizierender Person ohne Gebrauch steriler Injektionsmaterialien
  • nach individueller und situativer Risikoüberprüfung bei Personen mit Geschlechtsverkehr ohne Kondom mit einer Partnerin oder einem Partner, bei der oder bei dem eine undiagnostizierte HIV-Infektion wahrscheinlich ist (zum Beispiel: einer Partnerin oder einem Partner aus Hochprävalenzländern oder mit risikoreichen Sexualpraktiken).

Hintergrund

Im neuen Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG)  wurde die GKV-Leistung der HIV-Präexpositionsprophylaxe (PrEP) verankert.

Die Einzelheiten über die HIV-Präventionsprophylaxe zur Prävention einer HIV-Infektion (zum Beispiel Anspruchsberechtigte, Versorgungsumfang sowie fachliche Befähigung der Ärzte) sind in der neuen Anlage 33 zum Bundesmantelvertrag Ärzte (BMV-Ä) vereinbart.

Diese ist seit dem 1. September 2019 in Kraft.

Grundsätzliche Genehmigungspflicht der zuständigen KV

Die Durchführung und Abrechnung der Leistung ist erst nach Erteilung der Genehmigung der KV RLP möglich (Qualitätssicherungsvereinbarung HIV/Aids).

Eine Liste des Robert-Koch-Instituts (RKI) betreffend den Länder mit hoher HIV-Prävalenz sowie die Vereinbarung HIV-Präexpositionsprophylaxe stehen online unten auf dieser Seite bereit. 

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20. November 2019