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17. August 2022

Erste CGM-Konnektoren müssen bis Ende 2022 ausgetauscht werden

Alternativen prüfen

Praxen mit einem Konnektor der Firma CompuGroup Medical (CGM) kommen nach jetzigem Stand laut KBV an einem Austausch des Geräts nicht vorbei. Dennoch empfiehlt es sich, Alternativen zu prüfen.

Wie die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) mitteilt, habe die Gesellschafterversammlung der gematik den KBV-Antrag auf eine Neubewertung möglicher Alternativen zum Konnektortausch bedauerlicherweise abgelehnt. Aktuell gebe es daher zum Konnektortausch keine Alternative. Nur bei den anbietenden Unternehmen der Konnektoren bestehe grundsätzlich eine Auswahlmöglichkeit, informiert die KBV.

Betroffen vom Konnektortausch sind zunächst Kunden der Firma CompuGroup Medical, die 2017 die ersten Konnektoren auf den Markt gebracht hatte. 886 dieser damaligen Konnektoren müssen in den rheinland-pfälzischen Praxen noch in diesem Jahr ausgetauscht werden. Die CGM hat den Preis für den Konnektortausch auf die Höhe des Erstattungsbetrags gemäß dem Schiedsgerichtsspruch abgesenkt. Für Praxen fallen somit 2.300 Euro inklusive der gesetzlichen Mehrwertsteuer an.

Rechenzentrums-Konnektor als Alternative zum Konnektortausch

Eine mögliche Alternative zum Konnektortausch ist die "Telematik-Infrastruktur (TI) as a Service". Bei diesem Dienst befindet sich der Konnektor nicht mehr physisch in der Praxis des Leistungserbringenden, sondern der Betrieb der TI-Konnektoren wird durch Dienstleistende betrieben. Diese Dienstleistenden betreiben in ihren Rechenzentren sogenannte Konnektorfarmen. Dabei handelt es sich um durch die gematik zugelassene Konnektoren der Herstellerfirmen CGM, secunet bzw. RISE für die TI 1.0.

Die Verbindung zu den Rechenzentrums-Konnektoren erfolgt durch einen speziellen Router oder über softwarebasierte Virtual Private Network-Verbindungen (VPN) der Endgeräte. Alle TI-Anwendungen stehen dann unabhängig vom Praxisstandort zur Verfügung. Anbietende Unternehmen dieser Lösung (zum Beispiel akquinet health service GmbH, Arvato Systems, REDMedical, Concat AG) informieren auch gerne, ob diese Variante mit dem eingesetzten Praxis-Verwaltungssystem harmoniert. Die KV RLP zieht eine solche Lösung vor und befürwortet den völligen Verzicht auf den kostspieligen Konnektortausch

KBV drängt weiterhin auf Prüfung

Ungeachtet dessen drängt die KBV weiterhin auf eine eingehende Prüfung möglicher Alternativen zum Konnektortausch durch die gematik. Ein Beschlussantrag von KBV und Bundesärztekammer, der eine transparente Neubewertung möglicher Alternativen zum Ziel hatte, war in der Gesellschafterversammlung der gematik Anfang August abgelehnt worden. Das Bundesgesundheitsministerium hatte als Mehrheitsgesellschafter der gematik dagegen gestimmt.

Ohne Konnektor funktionieren viele Anwendungen nicht

Nach Ende der Laufzeit kann der Konnektor nicht mehr genutzt werden; eine Verbindung zur Telematik-Infrastruktur ist nicht mehr möglich. Wichtige Funktionen stehen folglich nur noch eingeschränkt zur Verfügung. Das Einlesen der elektronischen Gesundheitskarten oder das Ausstellen von elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen sind dann beispielsweise nicht mehr möglich. Betroffen sind in dem Fall auch Anwendungen des Sicheren Netzes der KVen wie die elektronische Übermittlung der Quartalsabrechnung.

Die CGM hat zugesichert, ihre Kundinnen und Kunden rechtzeitig über den Ablauf der Zertifikate zu informieren. Zusätzlich können sie laut CGM auf der Website www.meine-ti.de prüfen, wann die Zertifikate ihres Konnektors auslaufen.

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04. Dezember 2022