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23. September 2020

Erstattung der TI-Pauschalen kann beantragt werden

Telematikinfrastruktur

Ab sofort können TI-betriebsbereite Praxen die TI-Pauschalen für die medizinischen Anwendungen "Notfalldatenmanagement" und "Elektronischer Medikationsplan" beantragen. Dies läuft bequem über den Mitgliederbereich auf der Website der Kassenärztlichen Vereinigung Rheinland-Pfalz (KV RLP).

Nachdem nun die Mehrzahl der Praxen an die Telematikinfrastruktur (TI) angebunden ist, folgt der nächste Schritt. In den kommenden Wochen wird das Patientendatenschutzgesetz (PDSG) in Kraft treten. Damit legt die Politik den Grundstein für die ersten medizinischen Anwendungen – das Notfalldatenmanagement (NFDM) und den elektronischen Medikationsplan (eMP).

Neben diesen Anwendungen gibt es den E-Mail-Dienst "Kommunikation im Medizinwesen" (KIM), über den der sichere Austausch sensibler Nachrichten und Dokumente mit anderen Praxen, Krankenhäusern, Apotheken, Zahnärztinnen und Zahnärzten sowie mit den Krankenkassen und der KV RLP möglich sein wird. Ab Januar 2021 kommt die eAU; eine Übergangsfrist wird noch verhandelt. Diese muss dann über den KIM-Dienst direkt an die Krankenkassen übermittelt werden.

Zunächst nötige Voraussetzungen schaffen

Um die Anwendungen nutzen zu können, müssen Sie bereits vorhandene Konnektoren durch ein Upgrade zum eHealth-Konnektor aufrüsten. Auch das Praxisverwaltungssystem (PVS) braucht hierzu entsprechende Erweiterungen, um einen Notfalldatensatz und elektronischen Medikationsplan erstellen beziehungsweise lesen zu können. Sprechen Sie hierzu bitte Ihren PVS-Anbieter beziehungsweise die IT-Betreuung Ihrer Praxis an. Für die Nutzung des KIM-Dienstes sind zusätzlich ein Vertrag mit einem zugelassenen KIM-Anbieter sowie eine KIM-Erweiterung für die Integration und Nutzung im PVS notwendig. Auch hierfür sind Ihr PVS-Anbieter und Ihre IT-Betreuung oder die KBV als Anbieter von kv.dox die richtigen Ansprechpartner.

Leider verlangen einzelne PVS-Anbieter für das Upgrade des Konnektors und das zusätzliche Modul für das Praxisverwaltungsprogramm wieder einmal deutlich mehr, als die Finanzierungsvereinbarung zur Erstattung insgesamt vorsieht. Der KV RLP-Vorstand kritisiert dieses Geschäftsgebaren ausdrücklich. Der Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) wird dies ebenfalls in einer öffentlichen Äußerung gegenüber den Herstellern anmahnen und nötigenfalls zu einem Wechsel des PVS-Systems raten. Achten Sie bitte darauf, dass beim Upgrade des Konnektors auch der kostengünstige KIM-Dienst der KBV/KVen "kv.dox" nutzbar sein wird. Weitere Informationen zu diesem Dienst erhalten Sie hier.

Des Weiteren ist für die Signatur eines Notfalldatensatzes und zukünftig für die eAU der elektronische Heilberufsausweis der Generation 2 notwendig. Herausgegeben wird dieser von der entsprechenden Bezirksärztekammer beziehungsweise der Landespsychotherapeutenkammer.

Im Mitgliederbereich bestätigen

Sobald alle Voraussetzungen erfüllt sind, kann die Praxis ihre Betriebsbereitschaft für das Notfalldatenmanagement und/oder den elektronischen Medikationsplan (eMP) im Mitgliederbereich der KV RLP bestätigen, um die Pauschalen für die TI-Anwendungen zu erhalten. Melden Sie sich hierzu mit Ihren Zugangsdaten in unserem Mitgliederbereich an. Über den Menüpunkt "Anträge > Erstattung TI-Anwendungen" kann sowohl die Betriebsbereitschaft für die medizinischen Anwendungen, als auch die Nutzung eines KIM-Dienstes für die jeweiligen Betriebsstätten bestätigt werden. Die Höhe der Pauschalen können Sie auf der Telematikseite nachlesen.

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