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2. Dezember 2020

eAU-Verpflichtung erst ab dem 1. Oktober 2021

Ursprüngliches Startdatum verschoben

Erst ab dem 1. Oktober 2021, und nicht schon wie ursprünglich geplant ab dem 1. Januar 2021, wird es für die Praxen verpflichtend sein, Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen elektronisch an die Krankenkassen zu übermitteln. Das neue Datum für die elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen (eAU) haben KBV und GKV-Spitzenverband im Bundesmantelvertrag-Ärzte vereinbart, da die Technik noch nicht flächendeckend verfügbar ist und um die Praxen angesichts der Corona-Pandemie nicht zusätzlich zu belasten.

Zur Übermittlung der eAU benötigen Praxen ein Update für ihre Praxissoftware und den Konnektor, einen KIM-Dienst für die Kommunikation sowie einen elektronischen Heilberufsausweis, kurz eHBA.

Digitales Übermittlungsverfahren an Arbeitgebende ab 1. Juli 2022

Eine weitere Neuerung betrifft den Startzeitpunkt der digitalen Weiterleitung der AU-Daten von den Krankenkassen an die Arbeitgebenden: Die gesetzgebende Instanz hat diesen Termin um ein halbes Jahr auf den 1. Juli 2022 verschoben. Ursprünglich war der 1. Januar 2022 vorgesehen. Für Vertragsärztinnen und Vertragsärzte heißt das, dass sie bis zum 30. Juni 2022 neben der digitalen Übermittlung der AU-Daten an die Krankenkassen eine Papierbescheinigung ausstellen, die die Patientin bzw. der Patient an die Arbeitgeberin bzw. den Arbeitgeber weiterleitet.

Ausdruck der Stylesheets statt Bedruckung von Formularen

Mit dem Start der eAU am 1. Oktober 2021 entfallen das Formular für die konventionelle Bedruckung sowie das Blankoformular für die AU-Bescheinigung (Muster 1 "Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung"). Die Papierbescheinigungen für Versicherte und Arbeitgebende werden dann durch einen Ausdruck der sogenannten Stylesheets, die auch für die Darstellung der eAU im Praxisverwaltungssystem (PVS) genutzt werden, erstellt. Der Ausdruck kann im Format DIN A5 oder DIN A4 auf normalem Papier erfolgen.

Ersatzverfahren bei Ausfall der TI

Der Ausfall der Telematikinfrastruktur (TI) über mehrere Wochen im Sommer dieses Jahres hat verdeutlicht, dass im Bundesmantelvertrag-Ärzte ein Ersatzverfahren für einen längeren Ausfall der TI definiert werden muss. Denn bei einem längeren Ausfall der TI oder der erforderlichen Komponenten in der Arztpraxis muss sichergestellt sein, dass die Arbeitgeberin bzw. der Arbeitgeber und die Krankenkasse der Patientin bzw. des Patienten über die Arbeitsunfähigkeit informiert werden, um finanzielle oder sogar arbeitsrechtliche Konsequenzen für die Versicherten zu vermeiden.

In der Anlage 2b zum Bundesmantelvertrag-Ärzte wurde daher das folgende Vorgehen festgelegt:

Der Versand der eAU ist aktuell nicht möglich:
Die AU-Daten für die Krankenkasse werden durch das PVS gespeichert und der Versand erfolgt, sobald dies wieder möglich ist.

  • Der Versand der eAU ist aktuell nicht möglich, die Vertragsärztin bzw. der Vertragsarzt weiß dies zum Zeitpunkt der Ausstellung der eAU und die Patientin bzw. der Patient ist vor Ort:
    Die Vertragsärztin bzw. der Vertragsarzt händigt der Patientin bzw. dem Patienten unterschriebene Ausdrucke der AU-Stylesheets aus (Ausfertigung Krankenkasse, Ausfertigung Versicherte und bis 30. Juni 2022 Ausfertigung Arbeitgebende) und die Patientin bzw. der Patient übernimmt den postalischen Versand an Krankenkasse und Arbeitgeberin bzw. Arbeitgeber. Ab dem 1. Juli 2022 leitet die Krankenkasse die AU-Daten an die Arbeitgeberin bzw. den Arbeitgeber weiter.

  • Der Versand der eAU ist nicht möglich, die Vertragsärztin bzw. der Vertragsarzt weiß dies zum Zeitpunkt der Ausstellung der eAU nicht und die Patientin bzw. der Patient hat die Praxis bereits verlassen:
    Kann der digitale Versand nicht bis zum Ende des darauffolgenden Werktages nachgeholt werden, versendet die Praxis eine Papierbescheinigung (Ausfertigung Krankenkasse) an die zuständige Krankenkasse. (Ausfertigung für Arbeitgebende: Bis 30. Juni 2022 verschickt weiterhin die Patientin bzw. der Patient den Ausdruck an seine Arbeitgeberin bzw. seinen Arbeitgeber, ab 1. Juli 2022 leitet die Krankenkasse die AU-Daten weiter.) Durch Nutzung der Komfortsignatur lassen sich die meisten Störungen unmittelbar erkennen, daher kann davon ausgegangen werden, dass dieses Ersatzverfahren nur in seltenen Ausnahmefällen zur Anwendung kommen wird.
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28. September 2021