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31. Juli 2020

DGUV: COVID-19-Erkrankung kann Arbeitsunfall sein

Aufhebung der Vorstellungspflicht beim Durchgangsarzt

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) macht darauf aufmerksam, dass es sich bei einer SARS-CoV-2-Erkrankung um einen Arbeitsunfall handeln kann und in diesem Fall die Vorstellungspflicht beim Durchgangsarzt nicht greift.

Folgende Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit es sich bei einer COVID-19-Erkrankung um einen Arbeitsunfall handelt:

  • Vorliegen eines Gesundheitserstschadens und
  • intensiver und länger andauernder Kontakt mit einer nachweislich mit dem Virus infizierten Person ("Indexperson").

Dies gilt sowohl für Geschehnisse im Betrieb als auch auf den Wegen von und zur Arbeit. Lässt sich keine konkrete Indexperson feststellen, kann im Einzelfall auch ein nachweislich massives Infektionsgeschehen (sogenanntes Ausbruchsgeschehen) im Betrieb ausreichen. Im Einzelfall ist durch die Unfallversicherungsträger zu prüfen, ob im maßgeblichen Infektionszeitraum Kontakt zu anderen Indexpersonen außerhalb der versicherten Tätigkeit bestand und ob dies einer Anerkennung als Arbeitsunfall entgegensteht.

Keine Vorstellungspflicht beim Durchgangsarzt

Vor dem Hintergrund der besonderen Sachlage bei COVID-19-Erkrankungen, der Quarantäneauflagen und der fachspezifischen Behandlung greift nach Meinung der DGUV die Vorstellungspflicht nach § 26 Vertrag Ärzte/Unfallversicherungsträger beim Durchgangsarzt nicht.

Eine Vorstellung beim Durchgangsarzt einzig zur Aufnahme der versicherungsrechtlich relevanten Daten, sei aus Gründen der Infektionsprävention nicht sinnvoll. In einem solchen Fall findet hier analog die Regelung Anwendung, die in § 26 Absatz 2 erster Spiegelstrich bei isolierten Augen- und/oder HNO-Verletzungen gilt: Der Patient wird bei Bedarf direkt an den erforderlichen Facharzt überwiesen. In diesen Fällen erfolgt die Meldung des Arztes an den Unfallversicherungsträger mit der ärztlichen Unfallmeldung (Formular F1050).

Sollte sich bei einem Durchgangsarzt dennoch eine Person vorstellen, bei der eine Voraussetzung für einen eventuellen Arbeitsunfall besteht, so hat der Durchgangsarzt einen Durchgangsarztbericht nach F1000 erstellen.

Behandlung und Testung zulasten der Unfallversicherung

Sofern eine an SARS-CoV-2 erkrankte Person im Rahmen ihrer versicherten Tätigkeit intensiven und länger andauernden direkten Kontakt mit einer Indexperson hatte oder ein Ausbruchsgeschehen in einem Betrieb gegeben ist und die sonstigen Voraussetzungen nach § 8 SGB VII vorliegen, ist die Behandlung und auch die Testung der erkrankten Person zulasten des zuständigen Unfallversicherungsträgers durchzuführen.

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13. August 2020