Direkt zum Inhalt

12. Mai 2020

Dank an Helferinnen und Helfer

Unternehmen und Privatinitiativen unterstützen KV RLP

Während der Corona-Pandemie steht für die behandelnden Ärztinnen und Ärzte und ihre Teams ein Thema sehr im Fokus: Nur mit adäquater Schutzausrüstung sind sie arbeitsfähig. Die Kassenärztliche Vereinigung Rheinland-Pfalz (KV RLP) versorgt ihre Mitglieder mit selbst beschafften Materialien und den Lieferungen des Bundes. Sie wird aber auch von verschiedenen Unternehmen und privaten Initiativen unterstützt, die Schutzausrüstung spenden beziehungsweise zum Selbstkostenpreis weitergeben.

"Es ist eine tolle Sache, dass sich so viele Menschen engagieren. Wir spüren eine große Solidarität", ist sich der Vorstand der KV RLP einig. Im Namen der KV-Mitglieder, also der ambulant tätigen Ärztinnen und Ärzte sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten in Rheinland-Pfalz, bedanken sich Dr. Peter Heinz, Dr. Andreas Bartels und Peter Andreas Staub bei allen Unterstützerinnen und Unterstützern.

Einer davon ist Friedemann Neuhaus. Sein Team und er haben über 100 Behelfsvisiere an die KV RLP gespendet, die diese an Arztpraxen weitergibt. Gerade schreibt der 28-Jährige seine Promotion im Fach Physik an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Doch neben der Doktorarbeit hat er aktuell einen weiteren Job. Denn Friedemann Neuhaus hat sich der deutschlandweiten Initiative "Makers vs. Virus" angeschlossen und produziert zu Hause Behelfsvisiere. Diese eignen sich als Augen- und Gesichtsschutz, der zusätzlich zu einer Atemschutzmaske beziehungsweise einem Mund-Nasen-Schutz getragen werden kann, und sind aktuell sehr gefragt.

Corona-Schutz aus dem 3D-Drucker

In seiner Wohnung in Mainz stellt er wie viele weitere Ehrenamtliche mithilfe eines 3D-Druckers zwei wesentliche Teile des Visiers selbst her: das obere Gestell für den Kopf und eine Halterung, die am unteren Ende der Schutzfolie angebracht wird. Die Folien bekommt das 25-köpfige Mainzer Team um Friedemann Neuhaus von seinen Auftraggebern oder kauft sie selbst ein.

Begonnen hat der Doktorand damit, um seinem Vater zu helfen: "Er betreibt eine Hausarztpraxis und wollte sich Visiere kaufen. Aber wenn sie überhaupt erhältlich waren, dann zu horrenden Preisen", erinnert er sich. Also startete Neuhaus seine Eigenproduktion und schloss sich der Initiative "Makers vs. Virus" an, der mittlerweile mehrere Tausend Menschen in ganz Deutschland angehören. Unter dem Motto "Wir helfen den Helfern" produzieren sie auf Anfrage Visiere und stellen sie den Organisationen als Spende oder gegen Erstattung des Materials zur Verfügung. Die Mainzer Gruppe hat neben der KV RLP bisher unter anderem die Unimedizin, Arztpraxen, Feuerwehren und mehrere Schulen in der Region ausgestattet.

Unternehmen aus der Region helfen

Die "Makers vs. Virus" sind jedoch bei Weitem nicht die einzigen Unterstützer. Auch viele andere engagieren sich in der Corona-Krise. So spenden etwa die BTC Europe GmbH aus Monheim, eine Tochter der BASF, sowie die BASF-Initiative "Helping Hands" der KV in großem Umfang Desinfektionsmittel. Auch Boehringer Ingelheim, die Procter & Gamble Germany GmbH mit Sitz in Schwalbach am Taunus und die Chemische Fabrik Budenheim KG stellen der KV RLP beziehungsweise deren Mitgliedspraxen kostenfrei Desinfektionsmittel zur Verfügung. Die Chemische Fabrik Kreussler & Co. GmbH aus Wiesbaden übernimmt die Abfüllung in kleinere Behälter, ohne dies zu berechnen.

Unterstützung in Form von guter Preisgestaltung, schneller Lieferung und logistischen Lösungen gibt es bisher von der Bilgram Chemie GmbH aus Ostrach, der Chemischen Fabrik Dr. Stöcker GmbH & Co. KG. aus Pfaffen-Schwabenheim und der Chemischen Fabrik WIGOL W. Stache GmbH aus Worms jeweils beim Produzieren oder Abfüllen von Desinfektionsmittel sowie von der Firma Renolit aus Worms beim Beschaffen von KN95-Masken. Des Weiteren hilft die Hornbach-Filiale Mainz, indem sie die KV RLP bei Neulieferungen von Schutzanzügen, Masken, Desinfektionsmittel und leeren Plastikflaschen vorab informiert und ein Vorkaufsrecht einräumt. Auch einige rheinland-pfälzische Apotheken zeigen sich solidarisch.

Überraschung für die Mitarbeitenden des Patientenservices 116117

Eine besondere Überraschung gab es vergangene Woche für die Mitarbeitenden des Patientenservices 116117 der KV RLP. Ein Team der Initiative "Essen für Helden" versorgte sie mit einer warmen Mahlzeit. Ins Leben gerufen vom Mainzer Unternehmer Hardy Trenschok und umgesetzt in Zusammenarbeit KIKAM e.V., dem gemeinnützigen Verein zur Unterstützung der Kinderintensivstation der Universitätsmedizin Mainz, ist die Idee hinter der Aktion eine doppelte Hilfe: Über die Webseite der Initiative können Privatpersonen Geld spenden, das verwendet wird, um lokale Gastronomen und Caterer zu bezahlen. Diese bereiten dann Mahlzeiten zu, die an Mitarbeitende im Gesundheitswesen verteilt werden.

Es sei schön zu sehen, wie kreativ und uneigennützig aktuell gehandelt wird. Vieles laufe unbürokratisch und ohne große Hürden ab, bemerkt der KV-Vorstand. Auch wenn die Ansteckungszahlen gerade rückläufig seien, könne man nicht abschätzen, wie sich die Pandemie entwickeln werde. "Daher sind wir weiter für Unterstützung dankbar – sei es über die schon bestehenden Kontakte oder durch neue Helfer."

zurück
KV RLP Isaac-Fulda-Allee 14 55124 Mainz Telefon 06131 326-326 Fax 06131 326-327 E-Mail service@kv-rlp.de
02. Juni 2020