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25. März 2020

Coronavirus: Sonderregelungen Psychotherapie

Sprechstunde und probatorische Sitzungen jetzt auch per Video

Um die psychotherapeutische Versorgung während der Coronavirus-Krise zu erleichtern, haben KBV und GKV-Spitzenverband einige Sonderregelungen beschlossen. Sie gelten ab sofort bis zum 30. Juni 2020 und betreffen die Videosprechstunde und die Umwandlung von Gruppen- in Einzeltherapien.

Psychotherapeutische Sprechstunden und probatorische Sitzungen per Video

Bis zum 30. Juni 2020 dürfen psychotherapeutische Sprechstunden und probatorische Sitzungen auch per Video erbracht werden. Die Abrechnung erfolgt über folgende Gebührenordnungspositionen:

  • GOP 35151V      
    Psychotherapeutische Sprechstunde

  • GOP 35151W
    Psychotherapeutische Sprechstunde – Bezugsperson

  • GOP 35150U
    Probatorische Sitzung in der Richtlinien-Psychotherapie

  • GOP 35150W
    Probatorische Sitzung in der Richtlinien-Psychotherapie – Bezugsperson

  • GOP 30931V
    Probatorische Sitzung in der neuropsychologischen Therapie

Daneben ist der Technikzuschlag (GOP 01450 EBM) berechnungsfähig.

Ein persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt muss nicht zwingend vorausgegangen sein. Dies gilt auch für die weiteren neuropsychologischen und psychotherapeutischen Leistungen der Abschnitte 30.11, 35.1 und 35.2, die bereits vorher per Videosprechstunde durchgeführt und abgerechnet werden konnten. Dies erlaubt es, diagnostische Einschätzungen und eine Einleitung von Psychotherapie auch per Video vorzunehmen. Eine Psychotherapie kann somit auch ohne physischen Kontakt zwischen Patientin oder Patient und Therapeutin oder Therapeut beginnen. Dies sollte besonderen Einzelfällen vorbehalten bleiben. Therapeutinnen und Therapeuten müssen die Vorgaben ihrer Landeskammer zur Berufsordnung in Bezug auf die Gestaltung der Erstkontakte beachten.

Im Regelfall gilt also nach wie vor: Die Psychotherapeutische Sprechstunde erfordert weiterhin grundsätzlich die Anwesenheit der Patientin oder des Patienten, da insbesondere für Eingangsdiagnostik, Indikationsstellung und Aufklärung der unmittelbare persönliche Kontakt im Regelfall notwendig ist. Gegebenenfalls muss die Sprechstunde auf ein Mindestmaß reduziert werden, um Infektionsrisiken zu minimieren.

Umwandlung von Gruppentherapie in Einzeltherapie

Genehmigte Leistungen einer Gruppenpsychotherapie können übergangsweise in Einzelpsychotherapie umgewandelt werden, ohne dass hierfür eine gesonderte Antragstellung bei der Krankenkasse oder Begutachtung erfolgen muss. Auch diese Regelung gilt bis 30. Juni 2020. Die Umwandlung erfolgt über die "Therapieeinheit":

  • Für je eine Therapieeinheit genehmigte Gruppentherapie (entspricht einer Sitzung mit 100 Minuten) kann bei Bedarf maximal je Patientin bzw. Patient der Gruppe eine Einzeltherapie (entspricht einer Sitzung mit 50 Minuten) durchgeführt und abgerechnet werden.

  • Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten müssen die Umwandlung lediglich formlos der Krankenkasse mitteilen (kein Formular notwendig)

Durch die Umwandlung von Gruppen- in Einzelsitzungen können im unmittelbaren persönlichen Kontakt Infektionsrisiken minimiert werden, wenn dies erforderlich ist. Ein weiterer Vorteil: Einzelsitzungen können auch in einer Videosprechstunde durchgeführt werden.

Hinweise zu Hygiene- und Schutzmaßnahmen in psychotherapeutischen Praxen

Psychotherapeutische Behandlungen sind auch im unmittelbaren persönlichen Kontakt weiterhin notwendig und sinnvoll. Zur notwendigen Versorgung der Bevölkerung müssen die Praxen daher, soweit es die äußeren Umstände erlauben, auch physisch für Patientinnen und Patienten erreichbar bleiben. Insbesondere in Akutfällen und gerade in Zeiten, die die psychische Belastbarkeit zunehmend herausfordern, ist eine therapeutische Konstante auch am Ort der Praxis besonders wichtig.

Die Durchführung von Gruppentherapien ist weiterhin zulässig, da es sich hierbei um medizinisch notwendige Maßnahmen handelt. Ob eine Durchführung weiterhin zumutbar ist, müssen Therapeutinnen und Therapeuten im Rahmen ihrer Verantwortung abwägen. Sie sollten kritisch prüfen, ob dies unter Beachtung des Infektionsschutzes möglich ist oder gegebenenfalls ein verstärktes Angebot von Einzelkontakten über einen begrenzten Zeitraum sinnvoller ist.

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31. März 2020