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25. März 2020

Coronavirus: Engpass Pneumokokken-Impfstoffe

Handlungsempfehlungen der STIKO und Priorisierung

Aufgrund der sehr hohen Nachfrage nach Pneumokokken-Impfstoffen im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie besteht derzeit ein Lieferengpass. Dies macht es notwendig, dass besonders gefährdete Patientinnen und Patienten bevorzugt mit den noch verfügbaren Impfstoffen geimpft werden sollen.

Daher sind derzeit die aktuellen Vorgaben in der Schutzimpfungs-Richtlinie (SI-RL), die verbindlich den Anspruch der Versicherten auf Schutzimpfungen regelt, bis auf weiteres nicht umsetzbar.

Die aktuellen Handlungsempfehlungen der Ständigen Impfkommission des Robert Koch-Instituts (STIKO) sehen folgende Priorisierung vor:

Prevenar 13 (PCV13 – 13-valenter Konjugatimpfstoff)

  • Säuglinge bis zu einem Alter von zwei Jahren (ausschließlich zur Grundimmunisierung)
  • Bei Nicht-Verfügbarkeit von Prevenar 13 -> Ausweichen auf Synflorix (10-valenter Pneumokokken-Konjugatimpfstoff) möglich

Pneumovax 23 (PPSV23 – 23-valenter Polysaccharidimpfstoff)

  • Personen mit Immundefizienz
  • Seniorinnen und Senioren ab 70 Jahren
  • Personen mit chronischen Atemwegserkrankungen (zum Beispiel Asthma oder COPD)

Sequenzielle Impfung derzeit ausgesetzt

Sequenzielle Impfungen (PCV13 gefolgt von PPSV23 nach 6 bis 12 Monaten), wie beispielsweise bei der Indikationsimpfung bei Patientinnen und Patienten mit Immundefizienz, können derzeit häufig nicht begonnen werden.

Immundefiziente Personen, die während der Lieferengpässe Pneumovax 23 (PPSV23) erhalten, können Ärztinnen und Ärzte bei Wiederverfügbarkeit mit Prevenar 13 (PCV13) sequenziell impfen. Aufgrund der geänderten Reihenfolge der sequenziellen Impfung ist in diesen Fällen zwingend der von der STIKO empfohlene Mindestabstand von einem Jahr zu beachten (Epi.Bull. 37/2016, S. 394).

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31. März 2020