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5. April 2018

Blutzucker-Selbstmessung

Verordnungsempfehlung

Für die Verordnung von Blutzucker-Teststreifen sind sowohl bundesweit gültige gesetzliche Regelungen [§ 31(1) SGB V, Nr. 52 Anlage III der AM-RL] als auch auf Landesebene getroffene Vereinbarungen [zum Beispiel Anlage 3 zur Arzneimittelvereinbarung 2018] zu beachten.

Quartalsbedarf an Blutzucker-Teststreifen als No-Name Verordnung

Nach der zwischen der KV RLP und den Krankenkassenverbänden abgeschlossenen Arzneimittelvereinbarung 2018 soll der Quartalsbedarf des Patienten an Blutzucker-Teststreifen unter Berücksichtigung der Behandlungssituation möglichst auf einem Rezept verordnet werden. So ermöglichen gestaffelte Vertragspreise eine wirtschaftliche Versorgung. Nachdem die verschiedenen gesetzlichen Krankenkassen unterschiedliche Lieferverträge über Blutzuckerteststreifen mit Apotheken abgeschlossen haben und der Überblick in diesem Vertragsdickicht nicht einfach ist, ist es empfehlenswert, anstelle der namentlichen Verordnung bestimmter Blutzuckerteststreifen die "generische" Verordnung ohne Produktnamen beziehungsweise ohne Herstellerangabe (zum Beispiel "50 Blutzuckerteststreifen").

Diese Vorgehensweise erleichtert dem Arzt die Verschreibung und dem Apothekenpersonal die Abgabe der vertraglich vereinbarten Teststreifen.

Apotheke wird von Arztpraxis Hilfsmittel-Rezept über passendes Blutzuckermessgerät erbitten

Sofern das Apothekenpersonal bei der Belieferung der vertraglich vereinbarten Teststreifen die Notwendigkeit eines anderen Messgerätes feststellen sollte, wird sie mit dem verordnenden Arzt Kontakt aufnehmen und um die Ausstellung eines Hilfsmittel-Rezeptes über das zu diesen Teststreifen passende Gerät bitten. Die Einweisung des Patienten in die Bedienung des neuen Blutzuckermessgerätes obliegt der Apotheke. Sie kann auf diesem Rezept per Sonderkennzeichen die mit der zuständigen Krankenkasse vereinbarte Gebühr abrechnen. Die Kosten für das gegebenenfalls vertragsbedingt erforderliche Blutzuckermessgerät werden nicht budgetrelevant verbucht.

Unabhängig von dieser empfohlenen Vorgehensweise bleibt es dem Vertragsarzt unbenommen, in begründeten Einzelfällen namentlich genannte Blutzucker-Teststreifen zu verordnen.

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20. Juli 2018