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7. November 2019

Arzneimittel-Prüfungen im Einzelfall

Krankenkassen-Anträge nehmen zu

Die gesetzlichen Krankenkassen haben in den vergangen Quartalen vermehrt Anträge auf Überprüfung der Verordnungsweise im Einzelfall gestellt.

Diese betreffen unter anderem folgende Arzneimittel(gruppen)

Arzneimittel(gruppe)Begründung für den Antrag
Abstral®Fehlende Vortherapien
Benzodiazepine
(beispielsweise Diazepam)
Fehlende Diagnose
CannabisFehlende Genehmigung der Krankenkasse
DuloxetinOff-label-use bei Neuropathie (ohne Diabetes)
Inhalativa (beispielsweise
Salbutamol oder Tiotropiumbromid)
Fehlende Diagnose
Entresto®Fehlende Vortherapien
Hochpreisige Originale
(beispielsweise Betaferon®)
Verordnung mit Aut-idem-Kreuz, Nichtbeachtung Rabattverträge
PregabalinFehlende Diagnose
ProtonenpumpeninhibitorenFehlende Diagnose
Pradaxa 75mg®Off-label-use (Überschreitung der Therapiedauer)
Palexia®Off-label-use (Überschreitung der Höchstmenge)
ValdoxanOff-label-use (Überschreitung der Altersangabe, Patienten über 75 Jahre)
Verbandmittel
beispielsweise silberhaltige Wundauflagen
Unwirtschaftliche Verordnungsweise, Fehlende Wunddokumentation über längere Zeiträume
Zolpidem, ZopiclonVerordnungsausschluss AM-RL* Anlage III (Überschreitung der Verordnungsdauer)

*Arzneimittel-Richtlinie

Hinweis

Die vollständige und präzise ICD-10-Kodierung ist im Hinblick auf die entsprechende Arzneimittelzulassung unbedingt erforderlich. Die Feststellung der Wirtschaftlichkeit einer Verordnung (zum Beispiel bei Arznei- und Verbandmitteln) setzt eine korrelierende Diagnose/Indikation auf dem Behandlungsschein voraus. Hierfür sieht § 295 Abs. 1 Satz 2 SGB V die Diagnoseverschlüsselung vor.

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20. November 2019