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27. Juli 2020

Ambulanter Schutzwall funktioniert: pure Angst greift um sich

Appell an die Vertreterinnen und Vertreter des stationären Systems

Die Angst der Krankenhäuser vor einer tragenden Rolle der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte bei der Reform der Notfallversorgung scheint so groß zu sein, dass offenbar vor keiner Verdrehung der Realität zurückgeschreckt wird. Anders sind die Angriffe aus dem stationären Sektor schwerlich zu interpretieren.

Um die gesetzgebende Instanz davon abzubringen, den Niedergelassenen eine zentrale Steuerungsfunktion bei der Zuweisung von Patientinnen und Patienten in geeignete Versorgungsebenen zu übertragen, ist anscheinend jeder Versuch recht und billig, die Leistungen des ambulanten Systems kleinzureden – so geschehen durch die Deutsche Krankenhausgesellschaft sowie Wortmeldungen von Vertretern des stationären Sektors, wie zuletzt die des Sprechers der Sektion "Strukturen Klinische Akut- und Notfallmedizin" der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin und Leiters der Zentralen Notaufnahme der Uniklinik Leipzig, Prof. André Gries.

Richtig ist vielmehr: Nur durch den wirksamen ambulanten Schutzwall wurde eine Überforderung der Kliniken verhindert. Zahlen dazu, dass die Niedergelassenen den größten Teil der medizinischen Versorgung während der Corona-Pandemie geleistet haben, sind hinreichend kommuniziert, zuletzt in der gemeinsamen Pressemitteilung der KBV und des Zi vom 27. Juli 2020. Den KVen die Befähigung zum Krisenmanagement zur Bewältigung der Corona-Pandemie mit Verweis auf Hörensagen abzusprechen, zeigt zusätzlich die Panik des stationären Sektors vor einem Verlust an Macht über Einweisungen in eigene Strukturen.

Als KV RLP haben wir mit unserer Allgemeinmedizinischen Praxis am Campus der Unimedizin Mainz nachvollziehbar aufgezeigt, dass zumindest in diesem Fall rund Zweidrittel der Patientinnen und Patienten, die fußläufig die Notfallambulanz des Klinikums aufsuchen, durch Niedergelassene im ambulanten System behandelt werden und die Notaufnahme des Klinikums somit mehr als spürbar entlasten können.

"Wir würden uns freuen, wenn die Vertreterinnen und Vertreter des stationären Systems ihre irrationale Angst überwinden und bei der Reform der Notfallversorgung zu einer konstruktiven Zusammenarbeit mit den Kassenärztlichen Vereinigungen zum Nutzen aller Patientinnen und Patienten und der Notfallstrukturen selbst finden", so der Appell des Vorsitzenden des Vorstands der KV RLP, Dr. Peter Heinz.

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13. August 2020