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27. Juli 2020

Änderung der Häuslichen Krankenpflege-Richtlinie

Aufnahme der kontinuierlichen interstitiellen Glukosemessung

Für Patientinnen und Patienten mit einem Real-Time-Messgerät (rtCGM) ist ab sofort die Delegation der kontinuierlichen interstitiellen Glukosemessung an den Pflegedienst möglich (Häusliche Krankenpflege-Richtlinie, Behandlungspflege-Leistung 11a).

Dies gilt nur für Patientinnen und Patienten mit:

  • hochgradiger Einschränkung der Sehfähigkeit,
  • erheblicher Einschränkung der Grob- und Feinmotorik der oberen Extremitäten,
  • starker Einschränkung der körperlichen Leistungsfähigkeit,
  • starker Einschränkung der geistigen Leistungsfähigkeit oder Realitätsverlust oder
  • entwicklungsbedingt noch nicht vorhandener entsprechender Fähigkeit,

sodass diese Personen nicht in der Lage sind,

  • die Messung selbst vorzunehmen oder
  • das Messergebnis selbst abzulesen oder
  • den Sensor selbst zu wechseln oder
  • die Kalibrierung selbst durchzuführen.

Die Häufigkeit der Glukosemessung wird auf der Verordnung (Muster 12) vermerkt und erfolgt nach Maßgabe des ärztlichen Behandlungsplans – abhängig von der erforderlichen Medikamententherapie.

Des Weiteren konkretisiert das Leistungsverzeichnis die Häufigkeit der Blutzuckermessung (unter Nummer 11). Die dort angegebene Dauer von bis zu 4 Wochen bezieht sich auf Erst- und Neueinstellungen und ist als Empfehlung zu werten. Davon kann in begründeten Fällen (zum Beispiel bei instabiler Stoffwechsellage) abgewichen werden.

Der Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses ist seit 17. Juli 2020 in Kraft.

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13. August 2020