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10. Oktober 2018

Abrechnung bei Patienten, die im Ausland krankenversichert sind | Neuerungen ab dem 1. Oktober 2018

KBV-Praxisnachrichten

27. September 2018 – Zur Behandlung bestimmter Patienten aus dem Ausland wird am 1. Oktober ein neues Formular eingeführt, auf dem die Krankenkassen den Behandlungsanspruch dokumentieren. Zudem gibt es weitere Neuerungen bei der Behandlung von Patienten, die im Ausland versichert sind. Die KBV hat ihre Praxisinformation aktualisiert.

Patient erhält Formular bei der Krankenkasse

Patienten, die im Ausland krankenversichert sind, können auf Basis eines bilateralen Abkommens über Soziale Sicherheit Anspruch auf vertragsärztliche Leistungen in Deutschland haben. Dazu wenden sie sich zunächst mit dem Anspruchsnachweis ihrer heimischen Krankenkasse an eine selbst gewählte deutsche Krankenkasse. Dort erhalten sie ab Oktober den neuen "Nationalen Anspruchsnachweis".

Auch Patienten, die in einem anderen EU-/EWR-Staat oder der Schweiz versichert sind, und für die Behandlung nach Deutschland eingereist sind, müssen ihren Anspruchsnachweis zunächst gegen einen "Nationalen Anspruchsnachweis" eintauschen.

Einheitliche Dokumentation des Behandlungsanspruchs

Auf dem neuen Formular "Nationaler Anspruchsnachweis" dokumentiert die Krankenkasse, welche Leistungen der Patient in welchem Zeitraum in Anspruch nehmen darf. Bisher verwendet die Krankenkasse dafür einen Abrechnungsschein (Muster 5). Durch das neue Formular wird künftig eine bundeseinheitliche und übersichtliche Dokumentation für die Ärzte erreicht. Das Formular legt der Patient dann beim Arzt vor. Dieser führt die Behandlung durch und rechnet sie im Zuge seiner regulären Quartalsabrechnung mit der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) ab.

Außerdem Patientenerklärung ergänzt

Eine weitere Neuerung ab Oktober betrifft das Formular "Patientenerklärung Europäische Krankenversicherung". Darauf wurde eine neue Zeile eingefügt: "Name des behandelnden Arztes". Dies ermöglicht die eindeutige Zuordnung der Patientenerklärung zur Kopie der europäischen Krankenversichertenkarte "EHIC" bei den Krankenkassen.

Die geänderten und in 13 Sprachen verfügbaren Ausführungen der Patientenerklärung werden ab 1. Oktober in den Praxisverwaltungssystemen der Vertragsärzte enthalten sein. Alte Patientenerklärungen dürfen dann nicht mehr verwendet werden.

Neuerung für Fahrdienst des Bereitschaftsdienstes

Im Fahrdienst des ärztlichen Bereitschaftsdienstes kommt es immer wieder zu Problemen, weil die europäische Krankenversichertenkarte "EHIC" nicht kopiert werden kann.

Deshalb wurde jetzt eine Ausnahmeregelung vereinbart: Sollte im fahrenden Notdienst keine unmittelbare Kopiermöglichkeit oder eine andere geeignete Erfassungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen, dürfen die Daten der EHIC (oder der provisorischen Ersatzbescheinigung) formlos händisch erfasst werden. Auch diese Neuerung gilt ab 1. Oktober.

Praxisinformation der KBV aktualisiert

Die KBV hat ihre Praxisinformation zu im Ausland krankenversicherten Patienten angepasst. Das Dokument stellt die Abrechnungsmodalitäten vor und enthält auch eine Abbildung des neuen Formulars "Nationaler Anspruchsnachweis". Die aktualisierte "Checkliste für die Praxis: So funktioniert die Abrechnung bei Patienten, die im Ausland krankenversichert sind" kann unten kostenfrei heruntergeladen werden.

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22. Oktober 2018