Die Versorgungspauschale für chronisch Kranke kommt zum 1. Juli 2026. Das haben die KBV und der GKV-Spitzenverband nach mehrmonatigen Verhandlungen beschlossen. Der Vorstand der KV RLP sieht die Einführung kritisch.
Sie sei das unglückliche Ergebnis einer politischen Entwicklung im Zuge der Verhandlungen zur Entbudgetierung der hausärztlichen Leistungen. Der Hausärztinnen- und Hausärzteverband habe in diesen Verhandlungen einer gesetzlichen Grundlage zur Schaffung der Pauschalen zugestimmt – ohne abzusehen, dass die Umsetzung im Bewertungsausschuss kostenneutral erfolgen muss und gleichzeitig mit neuen Vorgaben der Krankenkassen einhergeht.
“Die Versorgungspauschale mit diesen Rahmenbedingungen entspricht nicht unserer Überzeugung. Sie ist das Ergebnis einer politischen Fehlentscheidung, die ohne Rücksicht auf die realen Versorgungsstrukturen getroffen wurde”, kritisiert San.-Rat Dr. Peter Heinz, Vorsitzender des Vorstands der KV RLP.
Die KBV hatte frühzeitig vor den absehbaren Konsequenzen gewarnt. In den Verhandlungen mit dem GKV-Spitzenverband konnte sie zwar noch erhebliche Verschlechterungen verhindern, doch das Grundproblem bleibt bestehen, betont der KV RLP-Vorstandsvorsitzende: “Die Versorgungspauschalen sind fachlich völlig unzureichend und sorgen für einen erheblichen Bürokratieaufwand in unseren hausärztlichen Praxen.”