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Fachübergreifender Weiterbildungsverbund gegründetFür eine bessere Versorgung in der Nordwestpfalz

Niedergelassene Ärztinnen und Ärzte aus der Nordwestpfalz und das Westpfalz-Klinikum Kaiserslautern haben den ersten fachübergreifenden Weiterbildungsverbund (WBV) in Rheinland-Pfalz ins Leben gerufen. Die KV RLP und der Hausärztinnen- und Hausärzteverband Rheinland-Pfalz e. V. unterstützten das Vorhaben. Am 9. Juni 2026 unterzeichneten alle Beteiligten in Kaiserslautern die Kooperationsvereinbarung.

Die Initiative zur Gründung des fachübergreifenden WBV Nordwestpfalz ging vom Westpfalz-Klinikum sowie von Dr. Ulf Niwa, Facharzt für Allgemeinmedizin, seinem Arzt in Weiterbildung, Dr. Florian Friedrich, und Allgemeinmediziner Dr. Jonas Fröhlich aus. Diese Ärzte, allesamt Mitglieder des Hausärztinnen- und Hausärzteverbands Rheinland-Pfalz, arbeiten in der Region und sorgen sich um die künftige medizinische Versorgung der Bevölkerung. 

Der WBV, bestehend aus regionalen Praxen und dem Westpfalz-Klinikum, soll strukturell helfen, Ärztinnen und Ärzte für die Region zu gewinnen und so die medizinische Versorgung langfristig zu sichern. “Seit Jahren wird es immer schwieriger, offene Stellen in den Praxen unserer Medizinischen Versorgungszentren zu besetzen. Zudem liegt es uns am Herzen, die ambulante Versorgung in der Nordwestpfalz zu stärken”, erklärt Frank Laumen, Leiter Medizinische Versorgungszentren Kaiserslautern und Kusel des Westpfalz-Klinikums.

Blick über den Tellerrand

Ein WBV verfolgt ein klares Ziel: Praxen und Kliniken einer Region schließen sich zusammen, um Ärztinnen und Ärzten in Weiterbildung eine umfassende Komplettlösung zu bieten. Eine Bewerbung genügt, und die Teilnehmenden durchlaufen ihre Stationen der fachärztlichen Weiterbildung – sowohl in der Klinik als auch in der Praxis. Das Besondere an diesem WBV: Der fachübergreifende Ansatz ermöglicht es den Weiterzubildenden, neben ihrem Weiterbildungsziel auch diagnostische und therapeutische Methoden anderer Fachgebiete kennenzulernen. 

“Der Fokus liegt auf enger Vernetzung und dem Blick über den Tellerrand. Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung profitieren ebenso wie alle Beteiligten, da sie Einblicke in andere Fachgebiete erhalten. Das stärkt das gegenseitige Verständnis und den Zusammenhalt in der Region”, betont Dr. Friedrich, der sich aktuell in der Weiterbildung zum Allgemeinmediziner befindet. 

Der WBV startet mit 15 Mitgliedern, darunter Praxen und MVZ für Allgemeinmedizin, Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Augenheilkunde, Dermatologie, Unfallchirurgie, Orthopädie und Urologie. “Jeder WBV ist ein Gewinn für die medizinische Zukunft. Gemeinsam bündeln wir unsere Kräfte, um Nachwuchs für die Region zu sichern”, erklärt Janina Constantz, Leiterin des Ressorts KV-Aufgaben/Sonderaufgaben der KV RLP.

Gute Struktur, hohe Qualität

Der WBV Nordwestpfalz setzt auf eine hochwertige Weiterbildung. Dafür haben die Beteiligten einen Kodex entwickelt, der einheitliche Qualitätsstandards für die Weiterbildung in Klinik und Praxis definiert. “Qualität ist entscheidend, wenn der WBV Bestand haben soll. Nur dann spricht sich das Konzept herum”, betont Dr. Niwa. Zudem bietet der WBV Flexibilität: Die Weiterbildung lässt sich an individuelle Lebensumstände anpassen. 

Dr. Jonas Fröhlich, Facharzt für Allgemeinmedizin und stellvertretender Vorsitzender des Hausärztinnen- und Hausärzteverbands Rheinland-Pfalz, hebt einen weiteren Vorteil hervor: “Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung bringen frische Ideen in die Praxen. Das regt zum Nachdenken an und hält uns selbst auf dem neuesten Stand.”

Ein Modell mit Zukunft

Der WBV Nordwestpfalz ist der erste fachübergreifende Verbund in Rheinland-Pfalz. Bisher schlossen sich WBV in Fachgebieten wie Gynäkologie, Neurologie, Pädiatrie, Psychiatrie sowie Kinder- und Jugendpsychiatrie zusammen. Die KV RLP unterstützt die Weiterbildung in den Praxen ihrer Mitglieder auch finanziell: Eine Vollzeitstelle in allen Fachgebieten wird mit 2.900 Euro monatlich gefördert. Für einige Arztgruppen beteiligen sich zusätzlich die Landesverbände der Kranken- und Ersatzkassen, wodurch eine Förderung in Höhe von bis zu 5.800 Euro pro Monat grundsätzlich möglich ist. 

Für die KV RLP steht fest: Diese Verbünde sind ein wichtiges Schlüsselinstrument, um die ambulante Versorgung zu sichern. “Sie werden künftig weiter an Bedeutung gewinnen”, ergänzt Constantz. Weitere Informationen zu den Teilnehmenden des WBV sowie Kontaktdaten für interessierte Praxen, Kliniken und Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung finden Sie online.

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