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KV PRAXIS | Dezember 2017

Vorwort

Dr. Andreas Bartels

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

mitreden wollen viele bei der Planung des Bedarfs an ärztlichen und psychotherapeutischen Leistungen und Gemeinsamkeiten sind unverkennbar: Es geht stets darum, einen steigenden Leistungsbedarf einer älter werdenden Bevölkerung weitgehend kostenneutral durch Leistungsverdichtung bei Ärzten und Psychotherapeuten zu managen. Da wird an Verhältniszahlen auf dem Niveau von 1931 festgehalten, der Fortschritt der Medizin wird ignoriert und das gestiegene Anspruchsverhalten der Patienten geleugnet.

Beitragssatzstabilität heißt das Credo, Budgetierung und Umverteilung werden als Heilsbringung verehrt. Richten sollen es die Vertragsärzte und -psychotherapeuten selbst: KVen müssen mit Terminservicestellen Patienten in überlasteten Praxen unterbringen, Ärzte und Psychotherapeuten wird die wirtschaftliche Verantwortung für die Entwicklung von Pharmapreisen aufgebürdet. Und nach harten Honorarverhandlungen sollen Vertragsärzte und -psychotherapeuten für Honorarsteigerungen unterhalb der Inflationsrate dankbar sein. Die Gesundheitsministerkonferenz der Länder forderte im Sommer gar die Beteiligung an der Bedarfsplanung und im gleichen Atemzug einseitig mehr Investitionen für die stationäre Versorgung. Gleichzeitig wird den Vertragsärzten die stationäre Kurzzeitbehandlung verweigert.

Die Auswirkungen wollen die politisch Verantwortlichen nicht wahrhaben: Die medizinische Versorgung auf dem Land wird immer mehr ausgedünnt, Hausbesuche für immobile Patienten werden mehr und mehr ein Problem, Termine bei Fachärzten immer knapper – die Patienten suchen zunehmend Hilfe in den Notfallambulanzen der Krankenhäuser.

Wie lange kann die Politik dies noch durchhalten? Wann wird die Steuerung der medizinischen Versorgung endlich den Prinzipien Angebot und Nachfrage überlassen? Wer auch immer Deutschland regieren wird – wir werden die Finger weiter in die Wunde legen.

Mit besten Grüßen aus Mainz

Dr. Andreas Bartels
Stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KV RLP

Schwerpunkt "Delegation"

Ärztliche Hoheit

Das Delegieren nichtmedizinischer Aufgaben entlastet den Arzt und bewirkt, dass er sich der Behandlung des Patienten konzentriert widmen kann. Im Zuge der Ausdifferenzierung ärztlicher Leistungen gewinnt die Delegation an Bedeutung. Diese Entwicklung begrüßen auch die KVen – sofern ureigene ärztliche Aufgaben in ärztlicher Hand verbleiben.

Nicht nur das Vertrauen ins Gesundheitswesen ist in der Bevölkerung groß, sondern auch die Bereitschaft, sich von einer ausgebildeten Arzthelferin versorgen zu lassen. Die jüngste Versichertenbefragung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) vom Sommer dieses Jahres brachte folgende Erkenntnis zutage: 69 Prozent sind grundsätzlich bereit, sich bei kleineren Erkrankungen ohnehin schon von einer entsprechend qualifizierten Medizinischen Fachangestellten (MFA) versorgen zu lassen. Aber auch bei chronischen Krankheiten signalisieren mehr als die Hälfte (54 Prozent) ihr grundsätzliches Einverständnis zur Versorgung durch MFA.

Zu den Kernforderungen der KBV an die zukünftige Regierungskoalition gehört auch, die Kooperationen mit nichtärztlichen Gesundheitsberufen durch Delegation zu optimieren. Ziel sei, die "flächendeckende ambulante Versorgung bei zunehmender Ambulantisierung der Medizin und entsprechender Anpassungen der Versorgungsstrukturen weiter aufrechterhalten zu können". Bereits 2013 hatten sich CDU/CSU und SPD im Koalitionsvertrag darauf verständigt, den Einsatz von qualifizierten nichtärztlichen Gesundheitsberufen, die delegierte arztunterstützende Leistungen erbringen, flächendeckend zu ermöglichen und leistungsgerecht zu vergüten. Ob sich die Koalitionspartner der nächsten Bundesregierung auf eine ähnliche Formulierung einigen können, bleibt nach dem vorläufigen Scheitern der Sondierungsgespräche zum derzeitigen Stand (1. Dezember 2017) noch offen.

Streit um die Substitution ärztlicher Leistungen

Hinsichtlich der Frage einer weitergehenden Delegation in Richtung Substitution sind sich die potenziellen Koalitionäre uneinig. Vergleicht man die Positionen, die die Parteien im Vorfeld der Bundestagwahl geäußert haben, sind zum Teil deutliche Unterschiede erkennbar. In der Befragung der KV RLP hatten sich die gesundheitspolitische Sprecherin der Union, Maria Michalk, wie auch die gesundheitspolitische Sprecherin der FDP, Marie-Agnes Strack-Zimmermann, klar ablehnend zur Substitution ärztlicher Leistungen geäußert.

Maria Klein-Schmeink, gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen, hat derartige Ansätze dagegen ausdrücklich begrüßt. Nach ihrer Ansicht sei "die teamorientierte Zusammenarbeit aller Gesundheitsberufe auf Augenhöhe" eine wichtige Voraussetzung für eine patientenorientierte Gesundheitsversorgung. "Daher fordern wir, dass bislang allein Ärztinnen und Ärzten vorbehaltende Tätigkeiten auch durch andere Gesundheitsberufe, wie etwa besonders qualifizierte Pflegekräfte, übernommen werden können." Ebenso spricht sich die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD Hilde Mattheis dafür aus, "Modellvorhaben zur Erprobung neuer Formen der Substitution ärztlicher Leistung" je nach Ergebnis in die Regelversorgung zu überführen.

Delegieren nur unter bestimmten Bedingungen möglich

In der Debatte um Delegation und Substitution findet der stellvertretende KBV-Vorstandsvorsitzende Dr. Stephan Hofmeister sogar einen positiven Aspekt. Dadurch würde verdeutlicht, wo die Gefahren liegen, wenn beide Begriffe miteinander vermischt werden. "Eine Substitution ärztlicher Leistungen ist die vollständige Abgabe von Kompetenz und Verantwortung an Dritte. Hierbei entstehen zwingend neue Schnittstellen im System und neue Herausforderungen bei der Abgrenzung von Zuständigkeit und Haftung. Die Substitution ärztlicher Leistungen kann nicht der richtige Weg sein."

Dem widersprechen andere Gesundheitsorganisationen, so etwa die Deutsche Krankenhausgesellschaft. In ihrem Positionspapier für die 19. Legislaturperiode des Deutschen Bundestages plädiert sie explizit dafür, Vorhaben zur Delegation und Substitution von pflegerischen und ärztlichen Tätigkeiten an andere Berufsgruppen zu unterstützen und zu evaluieren. Ebenso kann sich der GKV-Spitzenverband grundsätzlich vorstellen, die Substitution in "schlecht versorgten Regionen" zu ermöglichen.

Etablierte delegierte Leistungen

Bereits heute werden im Praxisalltag verschiedene ehemals rein ärztliche Tätigkeiten durch besonders qualifiziertes Praxispersonal erbracht und schaffen so Freiräume für die ärztlichen Kerntätigkeiten.

Berufsbezeichnung Tätigkeit
MTLA 
  • Durchführung von Laboruntersuchungen
MTRA 
  • Erstellung von Röntgenaufnahmen
  • Arbeit mit radioaktiven Substanzen
NäPA, VERAH 
  • Hausbesuche
Physician Assistant 
  • Begleitung komplexer Dokumentations- und Managementprozesse und organisatorischer Verfahren
Präparatebefunder
  • Untersuchung von Zervixabstrichen

Unbestritten ist, dass die Delegation ärztlicher Leistungen dazu dient, den Arzt im Berufsalltag zu entlasten. In Zeiten des zunehmenden Mangels an Ärzten in ländlichen Regionen kommen Tätigkeiten wie Hausbesuchen eine immer wichtigere Rolle zu. Rein rechtlich bewegen sich diese Tätigkeiten im grünen Bereich: Zwar regelt der sogenannte Arztvorbehalt (§§ 15, 28 SGB V), dass ausschließlich der Arzt Heilkunde ausüben darf. Es existiert jedoch kein explizites gesetzliches Verbot, arztunterstützende oder gar ärztliche Leistungen an nichtärztliche Mitarbeiter zu delegieren. Auf Grundlage des GKV-Versorgungsstärkungsgesetzes haben KBV und GKV-Spitzenverband vor vier Jahren eine Vereinbarung geschlossen, in der beispielhaft aufgelistet ist, bei welchen Tätigkeiten nichtärztliches Personal ärztliche Leistungen erbringen darf und welche Anforderungen es erfüllen muss.

Von der Rechtsprechung wurden bisher Voraussetzungen festgelegt, unter denen im Einzelfall die Zulässigkeit des Delegierens zu beurteilen ist. Zu den Voraussetzungen zählen:

  • Persönliches Arzthandeln ist nicht erforderlich.
  • Es existiert eine Entscheidung über therapeutische Maßnahmen (ärztliche Verordnung).
  • Patienten willigen in die Behandlung durch die delegierte Fachkraft ein, die MFA oder Pflegekraft ist fachlich befähigt und zur Übernahme bereit.

Höchstpersönliche Leistungen des Arztes wie Anamnese, Indikationsstellung, Diagnose und Beratung sind nicht delegierbar.

Wesentlich diffiziler sieht die Rechtslage bei der Substitution ärztlicher Leistungen auf nichtärztliches Personal aus. Aufgrund des Arztvorbehaltes (§§ 15, 28 SGB V) sind der Substitution Grenzen gesetzt. Der Medizinrechtsexperte Horst Bonvie verweist darauf, dass der Arztvorbehalt im Sozialversicherungsrecht verankert ist. Eine auf Dauer angelegte Substitution ärztlicher Leistungen zum Beispiel auf MFA müsste außerhalb des Sozialversicherungsrechts gesetzlich geregelt werden. Ausnahmen  sind zeitlich befristete Modellvorhaben, die sich an den Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses orientieren.

Blick nach Europa: Beispiel Niederlande

Andere Länder in Europa, beispielsweise die Niederlande, sind bereits einen Schritt weiter: Die dortigen Arztassistenten sind den MFA in Deutschland vergleichbar, übernehmen jedoch deutlich mehr medizinische Aufgaben wie Injektionen oder Zervixabstriche, was hierzulande unter jenen Arztvorbehalt fällt. Über erweiterte Kompetenzen verfügt in den Niederlanden die Praxisassistentin, die die ärztliche Tätigkeit insoweit unterstützt, indem sie in Absprache mit dem Arzt den Patienten selbst berät und auch Untersuchungen und medizinische Behandlungen umsetzen kann. Häufig bietet sie eine eigene Sprechstunde an, um beispielsweise Injektionen zu geben.

Generell spielen in der holländischen ambulanten Versorgung Pflegekräfte eine wesentliche Rolle. So können auf Masterniveau ausgebildete Pflegeexperten im Unterschied zur Praxisassistentin mit dem Patienten ein selbstständiges Behandlungsverhältnis eingehen. Allerdings sind die Pflegeexperten weniger in Praxen, sondern hauptsächlich im fachärztlichen Bereich an Krankenhäusern und Polikliniken zu finden.

In Holland entscheidet allein die Praxisassistentin, ob ein Patient behandlungsbedürftig ist, und wenn ja, ob er vom Arzt oder von der Pflegeexpertin behandelt wird. Sollten derartige Ansätze auch für Deutschland geplant werden, ist in jedem Fall mit Widerstand der ärztlichen Berufsverbände zu rechnen.

Wichtige Delegationsmodelle im Überblick

 

NäPA

VERAH

PA

 

 

Curriculum

Bundes-
ärztekammer

Hausärzte-
verband

Deutsche
Hochschul-
konferenz
Physician
Assistance

Voraus-
setzungen

Berufsaus-
bildung MFA
oder vergleichbar

mind. drei Jahre
Erfahrung in

haus- oder
fachärztliche Praxis

Berufsaus-
bildung MFA
oder vergleichbar

mind. zwei Jahre Berufserfahrung in Hausarztpraxis

Hochschul-
zugangs-
berechtigung

abgeschl.
dreijährige
medizinische
Ausbildung,
zum Beispiel MFA

Tätigkeits-
bereiche

Haus- und Facharzt-
praxen

Hausarzt-
praxen

momentan
weitest-
gehend
im Krankenhaus
angestellt

Aufgaben-
gebiete

sollen Arzt durch Hausbesuche und Besuche in Alten- und Pflegeheimen entlasten

kümmern sich um Wundversorgung, Blutdruck-
kontrolle, Sturz-
prophylaxe etc.

koordinieren die Zusammen-
arbeit mit ambulanter Pflege oder anderen Leistungs-
erbringern

unterstützen
und entlasten in
und außerhalb
der Praxis den Arzt
durch Hausbesuche

übernehmen
Verwaltungs-
tätigkeiten
und vieles mehr

übernehmen
besondere Aufgaben
im Rahmen des Fall- managements

sichern das Praxis- management

sollen vorhandene
Ressourcen
besser nutzen

können
Unter-
suchungen
unterstützen
(Vor- und Nach-
bereitung)

bereiten
Arztbriefe vor und
schreiben diese
nach Diktat

führen fach- und
situations-
adäquate
Gespräche mit Patienten
und bereiten ärztliches Aufklärungs-gespräch vor

dürfen noch mehr
delegierbare Aufgaben
erledigen

 

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Weiterführende Links

Wie Ärzte im Berufsalltag Entlastung finden

An die MFA lassen sich viele Aufgaben administrativer und medizinischer Art delegieren, die der Arzt angesichts der Arbeitsdichte im Alltag nicht mehr selbst bewältigen kann.

Das Delegieren, also die Übertragung von Aufgaben an qualifiziertes Personal, ist auch für Ärzte eine Möglichkeit, um sich Zeitfenster für ihre Kernaufgaben zu schaffen. Nicht alle anfallenden Tätigkeiten in der Arztpraxis müssen vom Arzt selbst erledigt werden. Schon der US-amerikanische Unternehmer John D. Rockefeller sagte einst "Ich arbeite nach dem Prinzip, dass man niemals etwas selbst tun soll, was jemand anderes für einen erledigen kann". Die Möglichkeiten und Grenzen der Delegation an nichtärztliches Personal ergeben sich aus dem Gesetz, Verordnungen und/oder dem Arbeitsvertrag.

MFA sind oft der erste Ansprechpartner in der Praxis

In den meisten Praxen steht mittlerweile ein ganzes Praxisteam zur qualitativ hochwertigen Versorgung der Patienten zur Verfügung. Neben den klassischen medizinischen Aufgaben müssen immer mehr administrativ organisatorische Tätigkeiten in den Arztpraxen erledigt werden. Viele dieser Aufgaben sind beispielsweise an die Medizinischen Fachangestellten (MFA) delegierbar. Die MFA sind häufig der erste Ansprechpartner in der Praxis, sie empfangen die Patienten und betreuen sie vor, während und nach der Behandlung. Ein fundiertes medizinisches Wissen, ein organisatorisches Talent und Freude am Umgang mit Menschen sind dabei Voraussetzung, um die vielfältigen Aufgaben übernehmen zu können.

Der Arzt hat jeweils die Auswahl-, Anleitungs- und Überwachungspflicht. Das bedeutet, der Arzt hat sicherzustellen, dass der Mitarbeiter aufgrund seiner beruflichen Qualifikation oder allgemeinen Fähigkeiten und Kenntnisse für die Erbringung der delegierten Leistung geeignet ist (Auswahlpflicht). Er hat ihn zur selbstständigen Durchführung der zu delegierenden Leistung anzuleiten (Anleitungspflicht) sowie regelmäßig zu überwachen (Überwachungspflicht). Die Qualifikation des Mitarbeiters ist ausschlaggebend für den Umfang der Anleitung und der Überwachung. Dabei gilt: Je höher die Qualifikation der MFA ist, desto weniger Kontrolle seitens des delegierenden Arztes ist erforderlich.

Ein Beispielkatalog delegierbarer ärztlicher Tätigkeiten und die dafür nachzuweisende Mindestqualifikation befinden sich im Anhang der Anlage 24 des Bundesmantelvertrages für Ärzte (Vereinbarung über die Delegation ärztlicher Leistungen an nichtärztliches Personal). So lassen sich beispielsweise folgende Leistungen an eine MFA delegieren: Anamnesevorbereitung, Durchführung einfacher Messverfahren, Blutentnahmen, Katheter- und Verbandwechsel.

Fort- und Weiterbildungsangebote bieten den MFA Entwicklungsperspektiven

Aufgrund einer Vielzahl angebotener Fortbildungen können sich MFA für Aufgaben im organisatorischen/betriebswirtschaftlichen Bereich, im medizinischen Segment für den Einsatz in speziellen Praxen und/oder in der Kommunikation und Patientenschulung qualifizieren. Beispiele hierfür sind:

  • Nichtärztliche Praxisassistentin (NäPA)
  • Versorgungsassistentin in der Hausarztpraxis (VERAH)
  • Medizinisch technische Assistentin Röntgen
  • Medizinisch technische Assistentin Labor
  • Assistentin im Bereich des ambulanten Operierens
  • Fachwirtin für ambulante medizinische Versorgung
  • Durchführung von Präventionen bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen
  • Praxismanager

Neben den bereits bekannten Delegationsmodellen wie NäPA und VERAH wurde in den vergangenen Jahren mit der Physician Assistant (PA) ein neues Berufsbild geschaffen. Insbesondere für MFA bietet eine solche Qualifizierung Perspektiven für die Berufsentwicklung und Anschlussfähigkeit an die Hochschule in Form eines Weiterbildungsstudiums. Hinsichtlich Konzeption haben sich KBV, Bundesärztekammer und Vertreter der Deutschen Hochschulkonferenz zur Physician Assistance abgestimmt. Das Berufsbild der PA stammt aus den USA; die medizinische Fachkraft kommt seit einigen Jahrzehnten in weiteren angloamerikanischen Ländern und seit vielen Jahren auch in den Niederlanden zum Einsatz.

Delegation auch im Rahmen von DMP möglich

Aufgrund ihrer hochschulähnlichen Ausbildung begleiten die PA komplexe Dokumentations- und Managementprozesse und organisatorische Verfahren. Die PA sind in der Lage, Ärzte in verschiedenen Tätigkeitsbereichen flexibel immer dann zu entlasten, wenn es sich nicht um höchstpersönlich vom Arzt zu erbringende Leistungen handelt. Beispielsweise können PA beim medizinischen Prozess- und Dokumentationsmanagement die Umsetzung der ärztlichen Behandlungspläne von der Aufnahme bis zur Entlassung oder Anschlussbehandlung sichern. Ebenso können PA für allgemeine und spezifische Aufgaben in der Chirurgie, der Inneren Medizin, der interdisziplinären Notaufnahme oder Anästhesie eingesetzt werden.

Delegationsmodelle finden sich aber auch zu bestimmten Krankheitsbildern im Rahmen der Disease-Management-Programme (DMP). So umfasst die Patientenversorgung im Rahmen der DMP Diabetes beispielsweise neben der ärztlichen Versorgung auch die Betreuung durch Diabetesassistenten und/oder -berater. Auch in anderen DMP können Teile der Patientenschulungen an dafür qualifiziertes ärztliches Personal delegiert werden.

Diabetesassistentin

Sie ist spezialisiert auf das Anleiten, Coachen, Beraten und Schulen von Menschen mit Diabetes Typ 2. Ein Einsatz ist sowohl im ambulanten, rehabilitativen als auch stationären Sektor möglich. Dabei unterstehen die Diabetesassistentinnen als wichtiges Glied in der Versorgung von Diabetespatienten immer der Leitung des für die Therapie verantwortlichen Arztes.

Zulassungsvoraussetzung

Die Weiterbildung kann gestartet werden, wenn eine mindestens dreijährige reguläre Berufsausbildung in einem medizinischen Grundberuf (MFA, Diätassistent/-in, Altenpfleger etc.) erfolgreich abgeschlossen ist. Die Dauer der Weiterbildung beträgt mindestens drei und maximal acht Monate.

Diabetesberaterin

Sie führt eigenständig individuelle Beratungen durch und schult Patienten aller Diabetes-Typen, einschließlich Kinder und Schwangere. Unter anderem übernimmt die Diabetesberaterin die Anamnese und die Beurteilung des Diabetes unter Berücksichtigung verschiedener Krankheitsphasen der zu beratenden Menschen aller Altersgruppen. Sie ist eine kompetente wertvolle Mitarbeiterin im Praxisalltag in der Versorgung der Diabetespatienten.

Zulassungsvoraussetzung

Basis für die Weiterbildung ist ein humanmedizinischer Grundberuf, zum Beispiel Gesundheits- und (Kinder-)Krankenpflegerin, Altenpflegerin, MFA oder Hebamme. Alternativ besteht die Möglichkeit der Aufbauqualifikation für Diabetesassistentinnen zur Diabetesberaterin. Die Dauer der Weiterbildung liegt zwischen zwölf und 14 Monaten.

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Auch Fachärzte dürfen Hausbesuche delegieren

Seit dem 1. Juli können nun auch Facharztpraxen den Besuch beim Patienten durch nichtärztliche Praxismitarbeiter abrechnen.

Die Neuregelung geht auf einen Beschluss des Bewertungsausschusses zurück: Darin wurden im 2016 eingeführten Kapitel 38 für delegierbare Hausbesuche zusätzlich die Gebührenordnungspositionen (GOP) 38202 und 38207 im EBM aufgenommen. Bisher bekamen Facharztpraxen nur die Visiten der nichtärztlichen Praxismitarbeiter in Alten- und Pflegeheimen vergütet. Nun hat der Bewertungsausschuss die Abrechnungsmöglichkeiten auf Hausbesuche bei Patienten ausgedehnt. Die beiden neuen GOP können als Zuschläge zu den bereits bestehenden Wegekosten (GOP 38100 und 38105) für das Aufsuchen eines Patienten angesetzt werden. Die Vergütung dieser ärztlich angeordneten Hilfeleistungen erfolgt extrabudgetär und damit ohne Mengenbegrenzung.

Genehmigung für Delegation der Hausbesuche erforderlich

Die zwei neuen Zuschläge können nur von bestimmten Fachärzten, zum Beispiel Frauenärzten, Hals-Nasen-Ohrenärzten, Chirurgen, Neurologen oder Orthopäden, berechnet werden. Insgesamt ist der Hausbesuch eines nichtärztlichen Praxisassistenten (NäPA) mit 166 Punkten bewertet, der Mitbesuch mit insgesamt 122 Punkten. Genauso viel erhalten Fachärzte, wenn ein Assistent Patienten in einem Pflegeheim aufsucht. Eine solche Konsultation ist bereits seit einem Jahr möglich. Auch hier erfolgt die Abrechnung über einen Zuschlag zu den GOP 38100 und 38105 (GOP 38200 und 38205).

Wollen Fachärzte Haus- und Pflegeheimbesuche an einen nichtärztlichen Praxisassistenten delegieren und abrechnen, brauchen sie dafür eine Genehmigung der KV RLP. Dabei müssen sie erklären, dass sie einen Assistenten mit mindestens 20 Wochenstunden beschäftigen und dieser über die geforderte Qualifikation und Erfahrung verfügt. Eine Mindestanzahl von Behandlungsfällen für die Abrechnung der GOP des Kapitels 38 EBM ist keine Voraussetzung. Sofern Fachärzte bereits eine NäPA beschäftigen, müssen sie keine neue Genehmigung beantragen. Diese Praxisinhaber können nunmehr auch Hausbesuche delegieren, wenn sie dies für sinnvoll erachten.

KBV begrüßt erweiterte Förderung

"Damit besteht eine weitere Möglichkeit für Ärzte, Leistungen an qualifizierte nichtärztliche Praxisassistenten zu delegieren", betont der Vorstandsvorsitzende der KBV, Dr. Andreas Gassen. Der Ausbau der Kooperation mit nichtärztlichen Gesundheitsberufen sei ein wichtiges Anliegen der KBV und ein Weg, um die wachsende Zahl ambulanter Behandlungen auch künftig in hoher Qualität bewältigen zu können. Wichtig sei, dass der Arzt die Behandlung koordiniere, damit keine Schnittstellenprobleme entstünden.

Für Hausärzte ändert sich derzeit nichts. Sie können an Assistenten delegierte Hausbesuchsleistungen weiterhin über das Kapitel 3 im EBM abrechnen. Für diese Leistungen wurde die Vergütung Anfang dieses Jahres angehoben. Falls Hausarztpraxen mit NäPA nicht die geforderten Mindestzahlen im Kapitel 3 erreichen, können sie den Zuschlag für Pflegeheimbesuche (GOP 38200 und 38205) ansetzen.

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Politik

Im Einsatz für die Mitglieder

Im dritten und letzten Teil der Serie stellt KV PRAXIS den Finanz-, Satzungs- und Vertragsausschuss vor.

Finanzausschuss

Er tut das, was sein Name vermuten lässt: Der Finanzausschuss wacht über die korrekte Verwendung der Haushaltsmittel und bereitet die Beschlüsse der VV über den Jahresabschluss sowie den Verwaltungs- und Investitionshaushalt vor. Besprochen werden sowohl der Haushalt der KV RLP als auch der Bereitschaftspraxen in Rheinland-Pfalz. Eine Sitzung ist den Jahresabschlüssen des Vorjahres gewidmet, die andere Sitzung der Haushaltsplanung des Folgejahres. Die Rechnungslegung für jedes abgelaufene Geschäftsjahr nimmt ein vom Vorstand und mit Zustimmung des Finanzausschusses bestellter Wirtschaftsprüfer in Augenschein.

Insgesamt besteht der Finanzausschuss aus fünf Mitgliedern, die aus der Mitte der VV gewählt werden. Vorsitzender ist Dr. Lothar Maurer, Facharzt für Kinderund Jugendmedizin aus Frankenthal. Sein Stellvertreter ist Dr. Roger Hladik, hausärztlicher Internist aus Ludwigshafen. Der Ausschuss tagt in der Regel zweimal im Jahr. Der VV-Vorsitzende Dr. Olaf Döscher und sein Stellvertreter Dr. Karlheinz Kurfeß nehmen zwar nach Möglichkeit an den Sitzungen teil, sie sind jedoch keine Mitglieder.

Über die bisherige Zusammenarbeit mit dem Vorstand äußert sich der Ausschussvorsitzende Dr. Maurer lobend: "Der Kontakt ist gut, bestehende Probleme werden telefonisch oder schriftlich besprochen. Es herrscht ein offenes, vertrauensvolles Klima. Mein Eindruck ist, dass alle bestrebt sind, für die rheinlandpfälzischen Ärzte und Psychotherapeuten das Beste zu erreichen." Ziel sei es, stets einen ausgeglichenen Haushalt festzulegen, "damit Innovationen möglich werden, ohne dabei Gelder unnötig zu verschwenden".

Für den Vorsitzenden lohnt sich eine Mitarbeit im Finanzausschuss definitiv: "Man erwirbt betriebswirtschaftliches Wissen und bekommt einen Einblick in die Komplexität einer öffentlich-rechtlichen Körperschaft. Wer sich hier engagiert, lernt zu verstehen, dass alle Ausgaben logisch begründet werden können. Selbstverständlich achten wir darauf, mit den Mitgliedsbeiträgen sorgsam umzugehen."

Satzungsausschuss

Zwar ist er weder im Sozialgesetzbuch SGB V noch in der Satzung selbst verankert, aber nichtsdestotrotz wichtig: Der Satzungsausschuss unterstützt die VV bei ihrer Aufgabe, je nach Bedarf die Satzung und sonstiges autonomes Recht wie die Bereitschaftsdienst- und Abrechnungsordnung zu beschließen, indem er die diesbezüglichen Entscheidungsvorlagen vorbereitet. Der Ausschuss besteht aus insgesamt sechs Mitgliedern, die aus der Mitte der VV gewählt werden, und tagt nach Bedarf. Als VV-Vorsitzender beziehungsweise Stellvertreter sind Dr. Olaf Döscher und Dr. Karlheinz Kurfeß nicht nur geborene Mitglieder, sondern haben auch den Vorsitz beziehungsweise stellvertretenden Vorsitz inne.

Hauptsatzung der KV RLP

Vertragsausschuss

Um alle Vertragsangelegenheiten, die die Vorstandsmitglieder betreffen, kümmert sich der Vertragsausschuss. Er ist zuständig für den Abschluss der Anstellungsverträge mit den Vorstandsmitgliedern oder bei Bedarf auch deren Kündigung beziehungsweise deren Amtsentbindung oder -enthebung. Zum Aufgabengebiet gehören außerdem arbeits- beziehungsweise dienstrechtliche Angelegenheiten während der Vertragslaufzeit oder in unmittelbarem Zusammenhang mit den Anstellungsverträgen der Vorstandsmitglieder. Der Vertragsausschuss ist im Sinne der Transparenz gegenüber den Mitgliedern der Vertreterversammlung unmittelbar berichtspflichtig und spricht diesen hinsichtlich zu treffender Maßnahmen Empfehlungen aus.

Die Vorstandsverträge sind von besonderem öffentlichem Interesse und müssen von der zuständigen Aufsicht genehmigt werden.

Insgesamt besteht der Ausschuss aus fünf Mitgliedern – dem VV-Vorsitzenden Dr. Olaf Döscher und seinem Stellvertreter Dr. Karlheinz Kurfeß sowie drei gewählten Mitgliedern. Sprecher des Ausschusses ist der Frauenarzt Sanitätsrat Dr. Werner Harlfinger. Der Ausschuss sehe es als besondere Aufgabe an, die Arbeit des Vorstands zu unterstützen, aber auch zu kontrollieren. "Der Kontakt des Ausschusses zum Vorstand ist sehr intensiv", berichtet Sanitätsrat Dr. Harlfinger. "Es ist uns wichtig, dass die Vorstandsmitglieder gut und kollegial zusammenarbeiten. Die Zuständigkeiten sind klar geregelt und sollten professionell
im gegenseitigen Respekt eingehalten werden. Das ist zum Glück der Fall."

Positiv erwähnt Dr. Harlfinger "das gute kollegiale Klima, das von den Vorständen ausgeht". Dies wirke sich auf alle Arbeitsebenen in der KV RLP aus. "Wir haben den Eindruck, dass die Mitarbeiter gern und motiviert zu ihrer Arbeit kommen. Insofern hat der Vertragsausschuss jetzt schon eines seiner Ziele erreicht."

"Politik der VV soll allen Mitgliedern dienen" | Dr. Olaf Döscher

Vorstandswechsel in der KV RLP hat Dr. Olaf Döscher schon einige miterlebt. Seit der Fusion 2005 steht der Allgemeinarzt aus Boppard in der Vertreterversammlung (VV) als Vorsitzender an der Spitze. Er ist seit 1990 Mitinhaber einer Gemeinschaftspraxis und kennt nicht nur die Versorgungsrealität im ambulanten Sektor. Durch seine frühere Tätigkeit als Assistenzarzt an verschiedenen Kliniken sowie seit 2003 als Aufsichtsratsmitglied am Stiftungsklinikum Mittelrhein in Koblenz ist er auch mit den Besonderheiten der stationären Welt vertraut. Die sektorenübergreifende Versorgung ist ihm daher ein wichtiges Anliegen.

Herr Dr. Döscher, Sie wurden im Januar in Ihrer Funktion als VV-Vorsitzender bestätigt. Nicht nur die Zusammensetzung im Vorstand hat sich seitdem verändert; auch in der VV gibt es viele neue Gesichter. Wenn Sie die Zusammenarbeit mit den Kollegen betrachten: Wie fällt nach knapp einem Jahr Ihre Zwischenbilanz aus?

Ganz grundsätzlich lebt eine parlamentarische Vertretung von einer ausgewogenen Mischung aus erfahrenen und neuen, noch wenig erfahrenen Kollegen, von männlichen und weiblichen sowie von jungen und älteren Delegierten. Ich freue mich, dass es gelungen ist, die Vielfältigkeit der Mitgliederstruktur besser abzubilden. Zudem ist die Frauenquote der jetzigen VV mit aktuell sechs weiblichen Delegierten von insgesamt 40 höher als in der vorherigen VV mit nur einer Delegierten. Daran haben die vier Vertreterinnen der Hausarztliste einen großen Anteil.

Wir befinden uns in der VV schon nach einem Jahr in einer recht stabilen Situation. Natürlich gibt es Kollegen, die enttäuscht sind, weil sie bei der Wahl in den einen oder anderen Fachausschuss nicht berücksichtigt wurden. Aber die Politik der VV soll allen Mitgliedern der KV RLP dienen, es gibt keine koalitionsgeleitete oder zielgerichtete Ausnahmepolitik. Fast alle Facharztgruppen sind vertreten und alle Ausschüsse sind bestmöglich mit den relevanten Fachgruppen besetzt.

Wie würden Sie generell die Arbeitsatmosphäre sowohl unter den gewählten Mitgliedern in den Ausschüssen als auch zwischen Basis und Vorstand charakterisieren?

Die Atmosphäre in den Ausschüssen empfinde ich als außerordentlich konstruktiv. In den Ausschüssen finden sachlich geführte und ruhige Diskussionen statt; den gleichen Eindruck hatte ich auch von den Regionalkonferenzen. Die Mitglieder fühlen sich gut informiert und mitgenommen. Insgesamt verlief der Wechsel vom alten zum neuen Vorstand unaufgeregt und entspannt.

Welches ist das für Sie wichtigste Vorhaben, das die neu gewählten Delegierten erfolgreich auf den Weg gebracht haben oder das kurz davorsteht, realisiert zu werden?

Hier möchte ich beispielhaft die Entscheidung der VV herausgreifen, die fachärztliche Weiterbildung aller Fachgruppen zu fördern. Dazu wurde auf der vergangenen Sitzung eine Richtlinie beschlossen. Das war längst überfällig. Wenn wir als Hausärzte mit hälftiger finanzieller Unterstützung der Krankenkassen gefördert werden, sollen die Fachärzte auch profitieren. Hier stehen wir als Institution in einer solidarischen Verantwortung.

Im September fand erstmals eine gemeinsame Sitzung der VV mit der KV Saarland statt. Dieses Treffen war ja vorwiegend zum Meinungsaustausch gedacht, es sollen aber auch Grundlagen für eine zukünftige KV-übergreifende Zusammenarbeit geschaffen werden. Woran denken Sie da konkret?

Es gibt viele Arbeitskreise, von denen die meisten nicht bekannt sind. Dort treffen sich Persönlichkeiten unterschiedlicher KVen zu verschiedenen Themen und Anlässen. Beispielsweise existiert eine Arbeitsgruppe von VV-Vorsitzenden, die sich regelmäßig, oft in Verbindung mit Sitzungen der KBV-VV, treffen und sich in wichtigen Angelegenheiten untereinander absprechen. Wir stellen hier auf breiter Ebene Schulterschlüsse her. In der Berufspolitik braucht es Partner und Verbündete, denen man vertrauen kann und die die gleiche Sprache sprechen. Das trifft auf die KV im Saarland zu. Bei der nächsten Zusammenkunft der Vorstands- und VV-Vorsitzenden wird es um die Zusammenarbeit der Fachausschüsse gehen.

Lässt sich nach der ersten Kennenlernphase schon sagen, was die beiden KVen miteinander verbindet?

Lassen Sie es mich anders formulieren: Ich war erstaunt, wie groß die Unterschiede zur KV Saarland sind, die uns gedanklich sehr nahesteht. Es bestehen viele freundschaftliche Kontakte zum Beispiel über den Hausärzteverband und auf fachärztlicher Ebene. Trotzdem ist die Arbeitsweise der beiden KVen in einigen Bereichen deutlich unterschiedlich. So werden beispielsweise die Beratenden Fachausschüsse im Saarland vom Vorstand auf Zuruf einberufen, während die Ausschüsse hier in Rheinland-Pfalz geplant vor der jeweiligen VV-Sitzung tagen.

Darüber hinaus wurde die KV RLP in diesem Frühjahr auch in den Kreis der Freien Allianz der Länder-KVen (FALK) aufgenommen. Diese Mitgliedschaft wird von einigen VV-Delegierten und Mitgliedern ja durchaus skeptisch gesehen …

Die Sichtung und Interpretation politischer Entscheidungen und Beschlüsse erfolgt jetzt durch eine größere Organisation, die wir durch unsere Mitgliedschaft mitfinanzieren. FALK übernimmt hier mit der Vorbereitung der realpolitischen Arbeit Aufgaben, die wir als KV RLP in diesem kleinen Spektrum gar nicht leisten können. FALK ist als politisches Sprachrohr die Organisation der Länder-KVen und unterliegt keinerlei Aufsicht durch Ministerien. Daher kann FALK auch gegenüber der Politik ganz anders auftreten als die KBV als Körperschaft des öffentlichen Rechts.

In einer VV-Sitzung von diesem Jahr sprachen Sie davon, dass sich die Leitung der KV RLP nicht am Verwaltungshandeln orientieren sollte, sondern „berufspolitisch“ agieren müsse. Welche Forderung haben Sie diesbezüglich an den Vorstand?

Natürlich ist der Vorstand der operative Chef im Haus, keine Frage. Unsere Mitarbeiter sind hervorragend aufgestellt und das halte ich für ein großes Pfund. Allerdings sollte sich der Vorstand in Rheinland-Pfalz mehr berufspolitisch äußern, indem er die Forderungen der Kollegen an die allgemeine Politik bündelt und nach außen vertritt. Gerade im Hinblick auf die Koalitionsverhandlungen nach der Bundestagswahl erwarte ich vom Vorstand viel mehr Aggressivität, zum Beispiel in der Frage von Gestaltungsspielräumen in der ambulanten Versorgung – Stichwort NäPA. Hier geht es um berufspolitische Diskussionen, die die Kollegen vor Ort betreffen, etwa rund um das Thema Honorar oder die Abwehr von Regressen.

Ein weiteres Beispiel ist die Anfang des Jahres in Kraft getretene Arzneimittelvereinbarung mit den Krankenkassen. Leider informieren diese ihre Patienten nicht darüber, dass der Arzt an diese Vereinbarung gebunden ist und wirtschaftlich verordnen muss. Als Ärzte führen wir in der Praxis dann jeden Tag mit Patienten die gleiche Diskussion um das richtige Arzneimittel. Dieser unnötige Zeitaufwand sollte den Kollegen erspart bleiben.

Sie haben die Bundestagswahl angesprochen: Was wünschen Sie sich von der neuen Bundesregierung?

Als niedergelassene Ärzte müssen wir die Herausforderungen der sektorenübergreifenden Versorgung gestalten. Wir dürfen nicht zulassen, dass uns der Gestaltungsspielraum der ambulanten Versorgung von den Krankenhäusern aus der Hand genommen wird. Nehmen wir als Beispiel das Thema Portalpraxen. Das kann nur unter der Ägide der Vertragsärzte erfolgen. Die Krankenhäuser sind personell nicht in der Lage, diese notwendigen Aufgaben zu übernehmen. Hier würde ich eine entsprechende Klarstellung im Koalitionsvertrag begrüßen.

Herr Dr. Döscher, vielen Dank für das Gespräch.

 

Strategiekonzepte zur Digitalisierung vorgelegt

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat sich in verschiedenen Positionspapieren ausdrücklich zum weiteren Ausbau der Digitalisierung im Gesundheitswesen bekannt – sofern bestimmte Bedingungen erfüllt sind.

Geht es nach dem derzeit amtierenden Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe, ist die elektronische Gesundheitskarte nur der erste Schritt für weitere telemedizinische Anwendungen: Dazu gehören die elektronische Patientenakte, elektronische Rezepte und Patiententagebücher. Diese Entwicklung ist allerdings noch Zukunftsmusik, denn in den kommenden Monaten richten sich alle Blicke darauf, zunächst die technischen Komponenten in den Arztpraxen zu installieren, um den Zugang zur Telematik-Infrastruktur zu ermöglichen.

Digitalisierungsmonitor soll aktuellen Stand prüfen

Im Hinblick auf die langfristigen Planungen hat sich die KBV kurz vor der Bundestagwahl zum weiteren digitalen Ausbau des Gesundheitswesens deutlich positioniert. "Wir wollen eine sinnvolle Digitalisierung und integrieren sie in den Versorgungsalltag", betonte KBV-Vorstandschef Dr. Andreas Gassen vor Pressevertretern. "Sie muss aufwandsneutral und nutzbringend sein und den Prinzipien der Interoperabilität genügen. Dazu erarbeiten wir Lösungen, für die wir die nötige gesetzliche Beinfreiheit brauchen." Zu den Themen Digitalisierung in der Gesundheitsversorgung und elektronische Patientenakte hat die KBV eigene politische Standpunkte formuliert. Darüber hinaus gibt es bezüglich des weiteren Vorgehens bei der Umsetzung der digitalen Infrastruktur und der vorgesehenen Anwendungen eine gemeinsame Absichtserklärung mit der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA).

Beim weiteren Ausbau der Digitalisierung im Gesundheitswesen hat sich der KBV-Vorstand für eine übergreifende E-Health-Strategie der Politik ausgesprochen. So hat KBV-Vorstandsmitglied Dr. Thomas Kriedel angekündigt, Entwickler aus der Start-up-Szene mit Fachwissen unterstützen zu wollen. Geplant ist dazu in diesem Jahr, bei der KBV-Tochter KV Telematik eine Anlaufstelle für Gründer, Unternehmer und Investoren einzurichten. In der "KBV Zukunftspraxis" könnten dann neue Produkte erprobt werden. Außerdem plant die KBV einen Digitalisierungsmonitor, der sich mit dem aktuellen Stand der Digitalisierung in den Praxen beschäftigen soll. Hierzu werden niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten gesondert befragt.

Weitere Ideen und Vorschläge, wie die Digitalisierung sinnvoll vorangetrieben werden kann, hat die KBV in ihrem Positionspapier festgehalten, das auf der Website heruntergeladen werden kann.

Einheitliche Standards für verschiedene Patientenakten

Zur elektronischen Patientenakte (ePA) bezieht der KBV-Vorstand in einem gesonderten Papier Stellung. Grundsätzlich begrüßt die KBV die geplante Einführung, da die ePA den Austausch zwischen Ärzten, Psychotherapeuten, anderen nichtärztlichen Gesundheitsberufen und Patienten verbessern könne. Allerdings müssten einheitliche Standards gelten. Es dürfe nicht sein, warnt Dr. Kriedel, dass in den Arztpraxen unterschiedliche Akten verschiedener Standards geführt werden müssen. Bei der Einführung der Akte will die KBV eine Koordinierungsrolle übernehmen. Ziel sei es, dass die vermutlich verschiedenen von den einzelnen Krankenkassen herausgegebenen Patientenakten einheitliche Standards haben und den Ärzten zusätzlicher bürokratischer Aufwand erspart bleibt. Nur dann sei die Akte auch nutzbar. Perspektivisch könnten auch Gesundheits-Apps auf Smartphones "auf sichere Art und Weise mit der ePA verbunden werden", so Dr. Kriedel.

In ihrem Positionspapier, ebenfalls auf der KBV-Website zu finden, äußert sich die KBV unter anderem zu den Themen Zugriffsrechte, schrittweiser Ausbau und Datenhoheit für die ePA.

Verbesserte elektronische Kommunikation zwischen den Heilberuflern angestrebt

In ihrer gemeinsamen Absichtserklärung, dem Letter of Intent, haben sich die KBV und die ABDA für die Telematik-Infrastruktur ausgesprochen und zugleich gefordert, dass neue Technologien in die Weiterentwicklung der TI einfließen sollen. Die beiden Organisationen setzen sich mit der Erklärung zudem für den Ausbau der intersektoralen Kommunikation zwischen den Leistungserbringern sowie für deutschlandweit einheitliche Standards und Schnittstellen bei der Patientenakte ein. Beide "sind sich einig, dass es schnellstmöglich zu einer verbesserten, sicheren direkten elektronischen Kommunikation zwischen Heilberuflern kommen muss, damit die Arzneimitteltherapiesicherheit gerade im Falle von Polymedikation verbessert wird", heißt es. Der bundesweite Medikationsplan sei nur ein erster Schritt und nicht ausreichend.

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Grünes Licht für die ersten TI-Komponenten

Die gematik lässt Produkte und Dienste für das Versichertenstammdaten-Management zu.

Bislang mussten die Praxen mit der Installation der Telematik-Infrastruktur (TI) noch warten, da wichtige technische Komponenten noch gar nicht am Markt verfügbar waren. Nun hat die Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte (gematik) erstmalig Produkte und Dienste der Industrie wie den Konnektor, das E-Health-Kartenterminal, den VPN-Zugangsdienst und den Praxisausweis für den Einsatz in der TI zugelassen. Damit ist die erste Anwendung Versichertenstammdaten-Management (VSDM) auf der eGK in ganz Deutschland betriebsbereit. Was jetzt noch fehlt, ist die Zulassung des Praxisausweises für Arzt- und Psychotherapeutenpraxen. Die Sektorzulassung der KBV soll in Kürze folgen.

Die genannten technischen Komponenten stellen neben der Anpassung des jeweiligen Praxisverwaltungssystems die Basisausstattung dar, um eine Arztpraxis an die Telematik-Infrastruktur anzuschließen. Folgende Produkte und Dienste haben das Zulassungsverfahren der gematik erstmals erfolgreich durchlaufen:

  • der Konnektor KoCoBox MED+ von KoCo Connector
  • das E-Health-Kartenterminal ORGA 6141 online von Ingenico Healthcare
  • der VPN-Zugangsdienst der CompuGroup Medical Deutschland und
  • die Bundesdruckerei als Anbieter von elektronischen Praxisausweisen, bislang nur für Zahnarztpraxen

"Wir freuen uns über das Engagement der Industrieunternehmen, die mit ihren Produkten vorangehend alle Anforderungen an die Funktionalität, Interoperabilität und Sicherheit zum Einsatz in der Telematik-Infrastruktur erfüllt haben. Weitere Produkte verschiedener Unternehmen durchlaufen derzeit die Zulassungsverfahren", so Alexander Beyer, Geschäftsführer der gematik.

Frist für Einführung des VSDM verlängert

Das Versichertenstammdaten-Management ermöglicht es Ärzten und Psychotherapeuten, in Echtzeit (online) automatisiert zu überprüfen, ob die auf der elektronischen Gesundheitskarte gespeicherten Versichertenstammdaten aktuell sind beziehungsweise ob ein gültiges Versicherungsverhältnis besteht. Dieser Online-Datenabgleich ist gesetzlich verpflichtend. Andernfalls drohen den Ärzten und Psychotherapeuten so lange Honorarkürzungen von pauschal einem Prozent, bis die Prüfung durchgeführt wird.

Erst jüngst hat der Bundesrat die Frist für die flächendeckende Einführung des VSDM durch die an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmenden Ärzte, Einrichtungen und Psychotherapeuten auf den 31. Dezember 2018 verlängert. Das heißt, der Online-Datenabgleich muss erst ab dem 1. Januar 2019 erfolgen – ein halbes Jahr später als bislang vorgesehen. Mitglieder der KV RLP haben somit Zeit gewonnen, um sich eingehend über die verschiedenen Produkte und Dienste am Markt zu informieren und mögliche Alternativen zu prüfen.

Die Übersicht mit den zugelassenen Komponenten wird laufend aktualisiert.

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Gleiche Rechte für Praxen und Kliniken

Um die sektorenübergreifende Versorgung auszubauen, müssen die Rahmenbedingungen stimmen. Mögliche Lösungsansätze und Beispiele diskutierten rund 50 Politiker und Experten bei "KV trifft Politik".

In Rheinland-Pfalz sind derzeit rund 7.700 niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten registriert, die gut 6.410 Versorgungsaufträge innehaben. Die stationäre Versorgung wird von 97 Krankenhäusern sichergestellt, davon sind 66 in freigemeinnütziger, 22 in öffentlicher und neun in privater Trägerschaft.

Bereits heute gibt es einige Ansätze, in denen die Grenzen zwischen stationärer und ambulanter Versorgung aufgeweicht oder aufgehoben werden sollen. Allerdings zielten diese Lösungsversuche mehr in die Richtung der Krankenhäuser, denen der Gesetzgeber die Möglichkeit gegeben habe, ambulante Aufgaben zu übernehmen, kritisierte Dr. Peter Heinz, Vorstandsvorsitzender der KV RLP, auf der Tagung "KV trifft Politik" mit Vertretern aus der Kommunal- und Landespolitik. Hingegen gebe es durchaus sinnvolle Ansätze, in denen ambulant tätige Ärzte auch stationäre Aufgaben übernehmen können, um die Grenzen zwischen den Sektoren zu überwinden.

Bereitschaftsdienst als Beispiel sektorenübergreifender Versorgung

Als Beispiele nannte Dr. Heinz das Entlassmanagement, das seit Oktober dieses Jahres die Krankenhäuser verpflichtet, für Patienten notwendige Anschlussmaßnahmen nach einem stationären Aufenthalt frühzeitig einzuleiten und weiterbehandelnde Ärzte oder auch Einrichtungen rechtzeitig zu informieren. Ein weiterer kooperativer Ansatz sei der Ärztliche Bereitschaftsdienst: In Rheinland-Pfalz wurden bereits flächendeckend Ärztliche Bereitschaftspraxen eingerichtet. 45 von 48 Ärztlichen Bereitschaftspraxen sind in oder an Krankenhäusern angesiedelt.

In der im April 2017 eingerichteten Koordinierungsstelle Allgemeinmedizin sitzen neben der KV RLP und der Landesärztekammer auch die Krankenhausgesellschaft Rheinland-Pfalz mit im Boot. Aufgabe der Koordinierungsstelle ist unter anderem, die Gründung von Weiterbildungsverbünden zu unterstützen. Erste Erfolge sind bereits zu verzeichnen: Ein Krankenhaus und vier Praxen in Landau haben Mitte Oktober 2017 einen Weiterbildungsverbund gegründet. Beim geplanten Kompetenzzentrum Weiterbildung soll die Krankenhausgesellschaft Rheinland-Pfalz als Kooperationspartner beteiligt werden.

Nach Ansicht von Dr. Heinz habe der Gesetzgeber durch Regelungen die Krankenhäuser in der sektorenübergreifenden Versorgung überwiegend bevorzugt. Es müssten jedoch auch den niedergelassenen Ärzten Möglichkeiten eröffnet werden, stationäre Aufgaben zu übernehmen. Ein Ansatz sei, eine vertragsärztliche, ambulante Versorgung zusammenhängend über mehrere Tage zu ermöglichen und zu etablieren. So werde der ambulant tätige Arzt in die Lage versetzt, den Patienten umfassend zu untersuchen und über mehrere Tage zu begleiten. Nur in kritischen Fällen überweist er den Patienten an eine Klinik.

Praxiskliniken bieten modernste medizinische Standards

Eine hervorragende Lösung, Sektorengrenzen zwischen stationärer und ambulanter Versorgung zu überwinden, bieten nach Einschätzung von Dr. Andreas Bartels, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KV RLP, Praxiskliniken. Sie wurden bereits 1989 im Sozialgesetzbuch (SGB V) verankert. Trotz ihrer zahlreichen Vorteile würden die Praxiskliniken bislang eher ein Schattendasein führen, so Dr. Bartels. Dabei bieten Praxiskliniken den Patienten zahlreiche Vorteile: Dank des privatwirtschaftlichen Engagements entspreche die Medizintechnik in den Praxiskliniken stets modernsten Standards. Der Personalschlüssel sei im Vergleich zu einem Krankenhaus höher, die Behandlung erfolge individueller und persönlicher. Selbstverständlich erfüllen auch Praxiskliniken geforderte Auflagen und Richtlinien zum Beispiel hinsichtlich Hygiene, Qualitätsstandards oder Patientensicherheit.

In Praxiskliniken können bis zu drei Betten pro Vertragsarzt zur Verfügung gestellt werden; die stationäre Versorgung beläuft sich auf zwölf bis 24 Stunden (maximal 72 Stunden). Die Versorgung umfasst prä-, intra- und postoperative Leistungen. Der Patient wird also während der gesamten Behandlung unter einem Dach betreut. Dabei stelle der Arzt die Diagnose, führe die Operation durch und übernehme auch die Nachbehandlung, erläuterte Dr. Bartels. Schnittstellenprobleme, die aufgrund des nötigen Betreuungswechsels eines Patienten (ambulant – stationär – ambulant) entstehen können, werden so vermieden. Auch die vielfach kritisierten teuren und unnötigen Doppeluntersuchungen sind in Praxiskliniken kein Thema.

Damit sich Praxiskliniken in der Versorgung etablieren können, sei der Gesetzgeber gefordert, finanzielle und gesetzgeberische Rahmenbedingungen zu schaffen, so Dr. Bartels. Dazu gehörten zum Beispiel die Schaffung eines eigenen Vergütungssystems analog dem DRG-System und die Etablierung eines eigenen Leistungserbringerstatus. Außerdem seien gleiche Wettbewerbsbedingungen zwischen Krankenhäusern und Praxiskliniken – etwa durch öffentliche Investitionszuschüsse – zu schaffen.

Optimales medizinisches Versorgungszentrum von vielen Faktoren abhängig

Um die medizinische Versorgung gerade auf dem Land zu gewährleisten, ist für viele Akteure der Aufbau eines ambulanten Versorgungszentrums die bevorzugte Lösung. Diplom-Volkswirtin Tamara Dietze von der Berliner Unternehmensberatung Dietze, Bauer & Partner führte verschiedene Faktoren an, die für die Gestaltung eines optimalen medizinischen Versorgungszentrums zu berücksichtigen seien. Dazu gehörten sowohl die ambulante Patientenversorgung, die Pflege, die Versorgung mit Heil- und Hilfsmitteln als auch die Notfallversorgung, darunter ein Bereitschaftsdienst, ein ambulantes OP-Zentrum oder Dienstleistungsangebote wie ein Shuttle-Service oder Kinderbetreuung.

Als weiteren Baustein eines medizinischen Versorgungszentrums zählt die Gesundheitsexpertin das Management. Die Aufgaben umfassen beispielsweise den Aufbau beziehungsweise das Vorhalten einer digitalen Infrastruktur, das Führen von Vertragsverhandlungen oder den Aufbau interessanter Kooperationen. Entscheidend sei letztlich immer die individuelle Situation vor Ort, allgemeingültige Lösungen gebe es nicht, resümierte Tamara Dietze.

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"Rheuma-VOR": die Erfolgsgeschichte wird ausgebaut

Rheumatoide Arthritis frühzeitig diagnostizieren und unmittelbar behandeln – das Versorgungsnetzwerk ADAPTHERA hat bereits messbare Erfolge erzielt. Daran will das Projekt "Rheuma-VOR" anknüpfen.

Wenn es um die Versorgung von Rheuma-Patienten geht, ist Rheinland-Pfalz bereits seit vielen Jahren bundesweit ein Vorreiter: Im Jahr 2012 wurde hier mit dem Versorgungsnetzwerk ADAPTHERA ein Pilotprojekt initiiert, in dem Haus- und Fachärzte sehr eng zusammenarbeiten. Ziel ist es, für Menschen mit rheumatoider Arthritis von den ersten Anzeichen an eine lückenlose, schnelle Behandlung und Betreuung zu erreichen und gleichzeitig die Rheumaforschung zu fördern. Zwar lief die finanzielle Förderung Ende 2015 aus, doch waren die Erfahrungen so positiv – die Krankheitsdauer bei ADAPTHERA-Patienten lag durchschnittlich bei nur drei Monaten im Vergleich zum Bundesdurchschnitt von 1,2 Jahren –, dass im September 2017 ein erweitertes Konzept an den Start ging und ADAPTHERA ohne zeitliche Unterbrechung abgelöst werden konnte.

Zusätzliche Fördergebiete im Saarland und in Niedersachsen

"Rheuma-VOR" heißt das Nachfolgeprojekt, das zum 1. Mai 2017 ins Leben gerufen wurde. Es ist eines von 29 Projekten, das der Gemeinsame Bundesausschuss aus dem Innovationsfonds "Neue Versorgungsformen" im Jahr 2017 positiv begutachtet hat und für drei Jahre fördern wird. Ein wichtiger Unterschied im Vergleich zum Vorgängerprojekt ADAPTHERA: Außer Rheinland-Pfalz bezieht der Innovationsfonds als Fördergebiete noch zusätzlich die KV-Regionen Niedersachsen und Saarland ein. Ebenso wird das Behandlungsspektrum neben der rheumatoiden Arthritis auf die Krankheitsbilder Psoriasis-Arthritis (Schuppenflechten-Arthritis) und Spondylo-Arthritis (entzündliche Wirbelsäulenveränderung) ausgedehnt. Nach drei Jahren erfolgt eine externe Evaluation des Versorgungskonzeptes mit der Frage, ob das Modell in die allgemeine Krankenversorgung übernommen werden sollte.

Typischerweise läuft die sogenannte koordinierte Kooperation so ab: Sobald der Hausarzt einen Verdacht auf eine der drei genannten Krankheiten hat und diese Erkrankung noch nicht bekannt ist, leitet er erste medizinische Maßnahmen wie körperliche Untersuchung und Befragung, Blutentnahme sowie Laboruntersuchung ein. Erhärtet sich der Verdacht anhand der Untersuchungsergebnisse, dokumentiert er im zweiten Schritt die Untersuchungsergebnisse auf einem krankheitsspezifischen Screeningbogen. Anschließend übermittelt die Praxis per Fax den vom Versicherten unterzeichneten Screeningbogen an die "Rheuma-VOR"-Koordinierungszentrale, die einen zeitnahen Termin bei einem Rheumatologen vermittelt. Dieser entscheidet, ob der Patient in das Projekt "Rheuma-VOR" eingeschrieben wird, und informiert den überweisenden Arzt über das Ergebnis seiner Untersuchungen.

Koordinierte Kooperation zwischen den Hausärzten und Rheumatologen

Prof. Dr. Andreas Schwarting, Rheumatologe in Bad Kreuznach und Leiter des Projektteams "Rheuma-VOR", äußert sich im Gespräch mit KV PRAXIS sehr zufrieden über die bisherigen Ergebnisse im Rahmen von ADAPTHERA. "Die Zusammenarbeit zwischen den internistischen Schwerpunktrheumatologen sowie dem Rheumazentrum Mainz/Bad Kreuznach war und ist die Grundlage für den Erfolg von ADAPTHERA. Das zeigt die hohe Akzeptanz bei den Hausärzten. Die Kooperation mit der Koordinationszentrale klappt bisher sehr gut. Anhand der letzten Auswertungen aus dem Oktober 2016 können wir sehen, dass von etwa 1.300 Anmeldungen, die an das Netzwerk gerichtet worden sind, ungefähr 570 Patienten die Diagnose einer frühen rheumatoiden Arthritis bekommen haben." Ungefähr genauso viele Patienten seien von den Rheumatologen allerdings für eine Teilnahme am Projekt ausgeschlossen worden. Die restlichen Patienten hatten die Kriterien für eine Terminvereinbarung erst gar nicht erfüllt.

Es gebe in Rheinland-Pfalz wie auch im übrigen Bundesgebiet leider immer noch zu wenig Rheumatologen, bedauert Schwarting. Mit dem Ansatz der koordinierten Kooperation und Risikostratifizierung könne diese Versorgungslücke zumindest teilweise geschlossen werden, indem sich die internistischen Rheumatologen ein gewisses Zeitfenster freihalten, wenn die Hausärzte einen Rheumaverdachtsfall entdeckt haben. "Gleichzeitig schulen wir die Hausärzte regelmäßig in Weiterbildungsmaßnahmen und kleinen Symposien", erläutert Prof. Schwarting.

Zum Einsatz kommt dabei auch seit acht Jahren der Rheumabus, der einmal jährlich eine Woche lang quer durch Rheinland-Pfalz die größeren Städte anfährt. Dabei sind Mitarbeiter und Patientenselbsthilfeorganisationen wie der rheinland-pfälzische Landesverband der Deutschen Rheuma-Liga und die Deutsche Vereinigung Morbus Bechterew. Ein Team aus Ärzten und Therapeuten informiert dabei über die ersten Warnzeichen von Rheuma sowie aktuelle Behandlungs- und Rehabilitationsmöglichkeiten. Auch Rheumatologe Schwarting selbst ist auf Tour, klärt in persönlichen Gesprächen zu den Zielen und Aktivitäten von "Rheuma-VOR" auf und beantwortet medizinische Fragen. In diesem Jahr machte der Rheumabus auch einen Tag Station im Saarland und fünf Tage in Niedersachsen. "Wir bieten auch an, direkt in die hausärztlichen Qualitätszirkel zu gehen und dort ‚Rheuma-VOR‘ und die Frühdiagnose vorzustellen. Anfragen von Qualitätszirkeln zu rheumatologischen Fortbildungsveranstaltungen sind immer willkommen", erzählt Prof. Schwarting.

Mehr Patienten kommen in Remission dank Frühdiagnose

Die kontinuierliche Information und Weiterbildung der Hausärzte ist ein weiterer wichtiger Schlüssel zum Erfolg für das Projekt. Selbst für Rheumatologen sei es manchmal ein Problem, die "richtigen" Patienten herauszufiltern, stellt Prof. Schwarting fest. "Gerade bei der Schuppenflechte-Arthritis ist es so, dass die degenerativen Veränderungen oftmals durchaus ein Teil der Psoriasis-Arthritis sein können. Die Krankheit muss nicht immer hochentzündlich verlaufen. Bei der Psoriasis-Arthritis haben wir die meiste Unschärfe."

Erste Schulungserfolge manifestierten sich bereits während der Projektphase des Versorgungsnetzwerks ADAPTHERA. "Im Westerwald lag die Quote der richtig beziehungsweise positiv angemeldeten Patienten bei 70 bis 80 Prozent – eine unglaubliche Lernkurve", zeigt sich Prof. Schwarting erfreut. Aufgrund der rechtzeitig eingeleiteten Therapie dank der Frühdiagnose gelang es im Versorgungsnetzwerk ADAPTHERA, dass nach viereinhalb Jahren nicht nur über 90 Prozent der Patienten nach eineinhalb Jahren komplett in die Remission kamen, sondern dass die Remission auch über mindestens ein Jahr anhielt. Im Klartext: Krankheitsaktivitäten wie Schmerzen oder Schwellungen traten nicht mehr auf. Bezüglich der beiden anderen entzündlichen rheumatischen Erkrankungen strebt das Team von "Rheuma-VOR" an, die Frühdiagnose im Vergleich zum bundesweiten Durchschnitt ebenfalls zu verbessern.

"Unser Ziel, das wir erreichen wollen, ist die lang anhaltende Remission", bekräftigt Prof. Schwarting. "Damit sparen wir zudem auch im Gesundheitssystem. So haben wir nach viereinhalb Jahren Beobachtungszeit bei 20 Prozent der Patienten weniger Biologika eingesetzt." Pro Patient belaufen sich die Jahrestherapiekosten für den Einsatz von Biologika auf rund 21.000 Euro. "Geht man von über 500 Patienten aus, ist die Einsparsumme beachtlich." Detaillierte Ergebnisse sind in einigen Jahren zu erwarten, denn die Daten in "Rheuma-VOR“ werden in Form einer klinischen Studie evaluiert. "Dies ist die besondere Herausforderung von 'Rheuma-VOR' im Vergleich zu ADAPTHERA. Nur wenn die Studie ihre Endpunkte erreicht, also genauso erfolgreich sein wird wie ADAPTHERA, haben wir eine Chance, dass diese Vorsorgeleistungen in die Regelversorgung überführt werden. Dabei sind wir auf die rege Teilnahme der Rheumatologen angewiesen", betont Prof. Schwarting.

Kontakt

Organisatorische Fragen

Team der "Rheuma-VOR"-Koordinierungszentrale

täglich

Telefon 0671 93-2222
Fax 0671 93-2990
info@rheuma-vor.de

Medizinische Fragen

Prof. Schwarting und Kollegen

mittwochs | 15:30 – 16:30 Uhr

Telefon 0671 93-2230

Sprungbrett für die Landarztkarriere

Die Famulatur ist eine Möglichkeit, angehende Ärzte langfristig an die eigene Praxis zu binden. In diesem Sinne ebnet der hausärztliche Internist Dr. Michael Theis Studierenden den Weg in die Allgemeinmedizin.

Gefragt nach den Wunschregionen in Rheinland-Pfalz, in denen Medizinstudierende nach ihrer Approbation am liebsten arbeiten würden, schnitt der Westerwaldkreis am schlechtesten ab. So lautete jedenfalls das Ergebnis einer bundesweiten Befragung der Universität Trier aus dem Jahr 2014. Ein Vorurteil? Davon ist zumindest die Medizinstudentin Henriette Gängel überzeugt. Im September 2016 kam die gebürtige Berlinerin aus der Bundeshauptstadt für einen Monat als Famulantin in die kleine Stadt Wissen an der Sieg. Von den Erfahrungen, die sie in der internistischen Hausarztpraxis von Dr. Michael Theis sammeln konnte, schwärmt sie heute noch. "Es war meine bisher lehrreichste und schönste Famulatur, die ich in Wissen verbringen durfte – fachlich als auch menschlich."

Dass sich der Arbeitsalltag in der Praxis vom Klinikalltag deutlich unterscheiden würde, war ihr vor Beginn klar. Gleich vom ersten Tag an stieg sie als vollwertiges Mitglied des Praxisteams ein. Morgens mussten zunächst die Laborwerte des Vortages ausgewertet werden. Während der Sprechstundenzeiten zwischen 8 und 12 Uhr und 16 bis 19 Uhr begleitete die Medizinstudentin die beiden Doktoren Theis und Ehefrau Ferdows-Theis bei Untersuchung und Anamnese, die sie auch selbst führen konnte.

Von Beginn an in den Praxisalltag integriert

"Ich nahm Blut ab, verabreichte Medikamente und durfte, was mir natürlich sehr viel Freude bereitet hat, sonografisch untersuchen", schildert die 32-Jährige ihren Arbeitsalltag in der Praxis. Regelmäßige Hausbesuche waren ebenfalls fester Bestandteil während der Famulatur. "Was ich spannend finde, da man von den Patienten in ihrem eigenen Umfeld noch einmal einen anderen Eindruck erhält. Besonders wertvoll empfand ich, dass wir stets Patienten nachbesprochen haben, sei es Vorgeschichte, Krankheitsbilder, Diagnostik oder Therapie. Dadurch konnte ich den ersten, manchmal sehr kurzen Eindruck aus dem Sprechzimmer vertiefen, hinterfragen oder revidieren – eine für meine spätere Laufbahn sehr hilfreiche Erfahrung."

Beeindruckt hat Henriette Gängel das umfangreiche Angebot an Leistungen für Kassen- und Privatpatienten. "Ich konnte in der Praxis von Dr. Theis Untersuchungen machen, die im Universitäts- und Klinikalltag aufgrund von Zeit- und Kapazitätsmangel oft nur unzureichend an uns Studierende weitergegeben werden können. Im Speziellen sind hier die Abdomen- und Schilddrüsensonografie zu nennen, Doppler-Untersuchungen der Beine und Halsgefäße sowie Herzultraschall", berichtet sie. Es sei die optimale Kombination aus hausärztlich-internistischer Versorgung, umfangreichen Untersuchungsmöglichkeiten sowie traumhafter Umgebung gewesen, was die Famulaturzeit so wertvoll gemacht habe.

Aus Sicht von Dr. Theis sprechen einige Argumente für eine Niederlassung als Arzt in der 8.000-Seelen-Gemeinde. So sind die Lebenshaltungskosten in der Region sehr gering, es gibt ein gutes Angebot an Schulen und Kindertagesstätten, in denen keine Wartelisten für einen freien Platz geführt werden müssen. Großstädte wie Köln oder Bonn sind mit der Bahn von Wissen aus in rund einer Stunde gut zu erreichen. Die Erschließungskosten für ein Grundstück betragen in dem Ort lediglich 50 Euro. Doch ist sich auch der hausärztliche Internist darüber im Klaren, wie schwer es ist, Absolventen nach ihrem Medizinstudium für den Einstieg in die ambulante Versorgung in einer so ländlich geprägten Region zu begeistern.

Ärztliches Netzwerk will Medizinstudierende in den Westerwald locken

Im Kreis Altenkirchen arbeiten derzeit 91 Allgemeinmediziner in der ambulanten Versorgung. Mit einem Versorgungsgrad von knapp 110 Prozent in den beiden Mittelbereichen Altenkirchen und Betzdorf/Kirchen/Wissen sieht das ärztliche Angebot in der Region heute noch vergleichsweise gut aus. Angesichts der Tatsache, dass auch im Westerwald in einigen Jahren ein Versorgungsproblem auftreten könnte – auf fünf Hausärzte, die in den Ruhestand gehen, kommt derzeit ein Nachfolger – hat sich das Netzwerk Ärztliche Versorgung im Kreis Altenkirchen konstituiert. Es handelt sich um einen Zusammenschluss der Kreisverwaltung Altenkirchen, der Kreisärzteschaft, Akteuren und Institutionen aus dem Gesundheitswesen, sozialen Organisationen, Handwerkskammern und weiteren Mitgliedern. "Wir wollen vor allem Studierende aus der Region ansprechen", betont Dr. Theis, der als Obmann in der Kreisärzteschaft sitzt. Das Netzwerk wird bei seinem Ziel, ärztlichen Nachwuchs zu gewinnen, sowohl von der KV RLP, der Landesärztekammer als auch dem rheinland-pfälzischen Gesundheitsministerium unterstützt.

Um fertig ausgebildete Ärzte in den Westerwald zu locken, will das ärztliche Netzwerk die Kommunikationsarbeit ausbauen und auch Quereinsteiger, zum Beispiel Chirurgen aus dem Krankenhaus, gezielt anwerben. Dabei setzt das Netzwerk auch auf die Kooperation mit überregionalen Gesundheitsnetzen, beispielsweise mit dem Ärztenetz Köln-Süd oder der Gesundheitsregion Siegerland. Geplant ist außerdem ein Internetportal, das Medizinstudierende und Weiterbildungsassistenten ansprechen soll. Arztpraxen werden die Möglichkeit haben, sich über das Thema Weiterbildungsermächtigung fachlich beraten zu lassen.

Die Praxis von Dr. Theis verfügt selbst über eine Weiterbildungsermächtigung für Fachärzte für Allgemeinmedizin. Trotz intensiver Suche gelang es bisher noch nicht, einen Interessenten anzuwerben. Doch erhofft sich der Praxisinhaber, über sein Famulatur- Angebot langfristig Medizinstudierende an seine Praxis zu binden, auch wenn das Thema Praxisabgabe für den 54-Jährigen erst in einigen Jahren relevant werden wird. "Wer erst ein paar Monate vor Praxisaufgabe eine Anzeige schaltet, um einen Nachfolger zu suchen, findet keinen. Daher wollen wir mit der Famulatur den Medizinstudierenden frühzeitig die Arbeit unserer Praxis schmackhaft machen", erklärt er seine Motivation.

Arztpraxis und Famulantin ziehen positives Fazit

Mit den bisherigen fünf Famulanten hat Dr. Theis, dessen Praxis jetzt auch als Lehrpraxis der Medizinischen Fakultät der Universität Mainz zertifiziert wurde, rundum positive Erfahrungen gemacht. "Die Studierenden empfinden die Arbeit hier als sehr vielseitig und fruchtbar. Da die Bindung an die Patienten sehr eng ist, bekommen die Famulanten von ihnen direkt ein Feedback. Mir persönlich macht es Spaß, den Medizinstudierenden diese Erfahrungen weiterzugeben. Sie profitieren von einem Eins-zu-eins-Unterricht, den sie im Krankenhaus in dieser Form niemals finden."

Derzeit absolviert Henriette Gängel ihr praktisches Jahr an der Berliner Charité. Nach ihren positiven Erfahrungen in Wissen steht für sie fest, dass sie ihr Wahltertial in einer Allgemeinarztpraxis absolvieren wird. Und ihre Neigung ist größer geworden, sich später als Landärztin niederzulassen: "Letztendlich wurden meine Erwartungen in der Praxis von Dr. Theis auf allen Ebenen übertroffen. Ich habe medizinisch in Theorie und Praxis viel lernen und vertiefen können und habe auf diesem Weg meine Entscheidung bestätigt gesehen, in der Allgemeinmedizin auf dem Land tätig zu werden. Ich kann mir sehr gut vorstellen, während oder nach meiner Facharztausbildung nach Wissen zurückzukehren."

Famulatur-Richtlinie KV RLP

Die wichtigsten Änderungen ab 2018:

  • Die bisherigen starren Fristenregelungen bei der Antragstellung werden aufgehoben. Es genügt, wenn die Praxis den Antrag vor Beginn der Famulatur einreicht.

  • Als Famulaturmonat gilt eine Dauer von 30 zusammenhängenden Kalendertagen.

  • Eine Auszahlung der Förderung ist erst nach Absolvierung der Famulatur und erbrachtem Nachweis möglich.

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Es muss nicht gleich das flache Land sein

In Rheinland-Pfalz verzichtet knapp die Hälfte der hausärztlichen Existenzgründer darauf, sich in der Nähe einer Großstadt niederzulassen.

Von 2013 bis 2016 ließen sich rund 21 Prozent der neu eingestiegenen Hausärzte in einem der fünf Oberzentren Mainz, Koblenz, Ludwigshafen, Kaiserslautern und Trier oder in einem Umkreis von 10 km um diese nieder. Etwa 35 Prozent entschieden sich für eine Praxisgründung im Umkreis zwischen 10 und 30 Kilometern um diese Oberzentren. 44 Prozent verzichteten ganz auf die Nähe zu einer rheinland-pfälzischen Großstadt.

63 Prozent der neu eingestiegenen Hausärzte lassen sich entweder in den 82 Mittelzentren oder in einem Umkreis von 5 km um diese nieder. Mittelzentren stellen Versorgungsfunktionen auch für das Umland in den Bereichen Bildung, Behörden, Kultur, Sport, Verkehr und natürlich auch Gesundheit bereit. Dabei zeigt sich, dass weitere 17 Prozent im Umkreis von 5 bis 10 Kilometern um Mittelzentren ihre hausärztliche Praxistätigkeit aufnahmen. Lediglich 20 Prozent wählten 2013 bis 2016 eine Niederlassung in Regionen, die über 10 Kilometer von Mittelzentren entfernt sind und somit als Land bezeichnet werden können. Im Laufe der vergangenen drei Jahre bedeutet dies sogar einen Rückgang von 21 auf 19 Prozent.

Diese Zahlen gehen aus Erhebungen der Versorgungsforschung der KV RLP hervor. Dabei wurden sämtliche neu ins KV-System gekommene Vertragsärzte untersucht. Jeder fünfte von ihnen (21 Prozent) entschied sich dabei für die hausärztliche Tätigkeit. Insgesamt liegt der Anteil der Hausärzte an der vertragsärztlichen Versorgung bei 36 Prozent. Von den Neueinsteigern entscheiden sich die meisten für die Berufsausübungsgemeinschaft (42 Prozent), gefolgt von der Einzelpraxis (34 Prozent).

Finanzspritze über den Strukturfonds erleichtert Niederlassungswilligen die Entscheidung

Zwar könne von einer Entwarnung in der hausärztlichen Versorgung angesichts der wachsenden Zahl an Mitgliedern, die in den nächsten Jahren das durchschnittliche Renteneintrittsalter erreichen, keine Rede sein, betont der Vorstandsvorsitzende der KV RLP, Dr. Peter Heinz. "Die Finanzhilfe über den Strukturfonds macht sich aber positiv bemerkbar. Seit dem Jahr 2016 kamen bislang 49 Hausärzte in den Genuss der Förderung. Das ist erfreulich." Der Strukturfonds unterstützt Praxisneugründungen oder -übernahmen mit bis zu 60.000 Euro, die Einrichtung von Nebenbetriebsstätten mit bis zu 20.000 Euro sowie die Anstellung von Ärzten oder Psychotherapeuten mit bis zu 1.000 Euro pro Monat für längstens 60 Monate. Die jeweils aktuellen Fördergebiete können der Website der KV RLP entnommen werden.

Daniel Zehnich, Bereichsleiter Gesundheitsmärkte und -politik bei der Deutschen Apotheker- und Ärztebank, bestätigt, dass "die monetäre und beratende Unterstützung unter anderem durch Initiativen der Kassenärztlichen Vereinigungen offenbar Wirkung" bei der Bekämpfung des Hausärztemangels zeige. "Allerdings ist es in erster Linie die Infrastruktur auf dem Land, die Bedenken bei den Existenzgründern hervorruft: Weniger Jobmöglichkeiten für den Partner, weitere Schulwege für den Nachwuchs, kaum Einkaufsmöglichkeiten und ein fehlendes Kulturangebot spielen durchaus eine Rolle bei der Entscheidung", gibt Zehnich zu bedenken.

Auch deutschlandweit rücken zu wenig Hausärzte nach

In ihrer gemeinsam mit dem Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) herausgegebenen bundesweiten Existenzgründungsanalyse kam die apoBank aktuell zu dem Ergebnis, dass sich mit 10,3 Prozent aller hausärztlichen Existenzgründer 2016 wieder etwas mehr für die Praxis auf dem Land entschieden hätten. Allerdings definiert die apoBank mit dem Begriff Land pauschal alle Orte unter 5.000 Einwohnern. Auch deutschlandweit rücken nach der Studie nicht genügend Hausärzte nach: So betrug der Anteil der hausärztlichen Existenzgründungen 26,4 Prozent. In der bestehenden ambulanten Versorgung arbeiten 43,3 Prozent aller Vertragsärzte als Hausärzte.

Die Analyse basiert auf einer Stichprobengröße von rund 700 hausärztlichen Existenzgründungen, die von der apoBank finanziert wurden, während die Versorgungsforschung der KV RLP alle Mitgliederdaten ausgewertet hat. Somit beschreiben die von der apoBank vorgestellten Daten lediglich einen Trend und haben nur eine begrenzte Aussagekraft.

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Endoskope: Richtige Aufbereitung schützt vor Keimen

Werden flexible Endoskope nicht sachgerecht getrocknet, können sich während der Lagerung etwa im Kanalsystem des Endoskops Mikroorganismen vermehren. Für Patienten kann das eine Infektionsquelle sein.

Generell gilt, dass Transport und Lagerung die Eigenschaften eines aufbereiteten Medizinproduktes nicht nachteilig beeinflussen dürfen. Bei der Lagerung von aufbereiteten Medizinprodukten sind die Angaben des Herstellers des Medizinproduktes und des Herstellers des Verpackungsmaterials zu berücksichtigen (MPBetreibV).

Die Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) beim Robert Koch-Institut (RKI) und das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) empfehlen für die Hygiene bei der Aufbereitung von Medizinprodukten:

  • Bei manueller Aufbereitung sind alle zugänglichen Kanäle des Endoskops vor Lagerung mit Luft gründlich trocken zu blasen. Die Verwendung von Druckluft bis maximal 0,5 bar wird empfohlen.

  • Bei manueller und teilmaschineller Aufbereitung kann vor Trocknung der Kanäle zusätzlich mit 70-prozentigem Isopropanol gespült werden, um eine zusätzliche Desinfektion und verbesserte Trocknung der Endoskopkanäle zu erreichen.

  • Bei maschineller Aufbereitung und nicht ausreichender Kanaltrocknung ist der betreffende Programmschritt im RDG-E zu verlängern.

Endoskope sollten vorzugsweise hängend in einem geschlossenen Endoskop-Schrank, alternativ gegebenenfalls im Trockenschrank, arbeitsplatznah aufbewahrt werden. Dort können die aufbereiteten Endoskope zwischen sieben und 14 Tagen gelagert werden. Die KRINKO beruft sich hierbei in ihren Empfehlungen auf Untersuchungen der vergangenen Jahre. Grundsätzlich sind die Lagerungszeiten abhängig von der mikrobiologischen Qualität des zur Schlussspülung verwendeten Wassers, der Effektivität der durchgeführten Trocknung der Endoskopkanäle vor Lagerung, dem möglichen Rekontaminationsrisiko und dem potenziellen Infektionsrisiko des endoskopischen Eingriffs.

KV RLP empfiehlt sterile Aufbewahrung und Verwendung von Einmalventilen

Die Ventile des Endoskops sind nach der Trocknung ebenfalls staubfrei zu deponieren und dürfen bis zur Anwendung nicht am Endoskop eingesetzt werden. Da häufig bei den Ventilen eine mangelnde Aufbereitung und Lagerung zu Keimbelastungen führen, rät die KV RLP zu einer sterilen Aufbewahrung beziehungsweise zur Verwendung von Einmalventilen. Um eine Rekontamination auszuschließen, gelten Behältnisse für aufbereitete Ventile, die eine Zuordnung und kontaminationsgeschützte Lagerung zusammen mit dem jeweiligen Endoskop ermöglichen, als optimale Lösung. Wichtig: Bei Zweifeln hinsichtlich einer möglichen Rekontamination ist eine erneute Aufbereitung vor Anwendung der Endoskope geboten.

Die täglich aufbereitete Optikspülflasche inklusive Anschlusssystem ist zwischen den Arbeitstagen trocken und kontaminationsgeschützt aufzubewahren. Dies gilt ebenso für die verwendeten, im Ultraschallbad gereinigten und anschließend desinfizierten Reinigungsbürsten. Selten genutzte Endoskope wie Duodenoskope und Geräte, die vor mehr als 14 Tagen aufbereitet wurden, sind vor dem Einsatz am Patienten sicherheitshalber erneut aufzubereiten.

Lagerdauer ist von verschiedenen Faktoren abhängig

Eine Aufbewahrung oder ein Transport von Endoskopen zu auswärtigen Untersuchungen im Endoskopkoffer ist nicht zulässig. Dieser darf nur für den Versand eines defekten Gerätes an den Hersteller zur Reparatur verwendet werden. Sollte eine endoskopische Untersuchung außerhalb der Endoskopieeinheit stattfinden, ist das Endoskop kontaminationsgeschützt in einem geeigneten geschlossenen Behältnis zu transportieren.

Endoskopisches Zusatzinstrumentarium, das steril zur Anwendung kommt, benötigt stets eine Verpackung und ist staubgeschützt, sauber, trocken und frei von Ungeziefer bei Raumtemperatur zu lagern. Die Lagerdauer ist abhängig von der Qualität des Verpackungsmaterials, der Dichtigkeit der Siegelnähte sowie den Lagerbedingungen und beträgt in der Regel sechs Monate.

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Koloskopie-Studie der KV RLP analysierte Hygienezustände

Bei Gastroenterologen spielt die Hygienequalität eine große Rolle. Eine aktuelle Untersuchung zeigt, wie sich das Risiko der Keimbelastung deutlich minimieren lässt.

Was sind die Ursachen für eine Keimbelastung und wie lassen sich diese Faktoren beeinflussen, um die Hygienequalität zu verbessern? Eine Studie der Koloskopie-Kommission der KV RLP unter Vorsitz von Dr. Dieter Schlauch ging genau diesen Fragen nach. Mitbeteiligt an der Studie waren die rheinland-pfälzische Regionalgruppe des Berufsverbandes niedergelassener Gastroenterologen Deutschland (bng) und das Landesuntersuchungsamt (LUA) Rheinland-Pfalz. Auf Basis anerkannter statistischer Verfahren wurden die aufgrund der halbjährlichen Hygieneprüfungen vorhandenen Routinedaten des Jahres 2016 analysiert. Des Weiteren wurden 96 gastroenterologische Praxen im Rahmen einer Einrichtungsbefragung online befragt, wobei 25 Antwortbögen abgegeben wurden.

Ein wichtiges Ergebnis der Koloskopie-Studie: Höhere Hygienequalität weisen die gastroenterologischen Praxen auf, die laut der Befragung nicht nur auf Händedesinfektion achten, sondern auch sterile Einmalhandschuhe nutzen sowie die Vorgaben zur staubfreien Lagerung von Ventilen strenger fassen und sterile Aufbewahrungsbehältnisse verwenden. Waren diese Ergebnisse im Rahmen der Studie aufgrund der Vielzahl von Veröffentlichungen erwartbar, überraschte dagegen die Erkenntnis zum Desinfektionsmittel Glutaraldehyd. Während Praxen, die Peressigsäure als Desinfektionsmittel benutzen, kaum Probleme mit Keimbelastungen haben, ist dies bei Nutzung von Glutaraldehyd häufiger der Fall. Dies kann mit der fixierenden Wirkung von Aldehyden erklärt werden, die bei unzureichender Vorreinigung auch zur Bildung eines Biofilms im Endoskop führen können, wodurch wiederum eine gründliche Desinfektion erschwert wird.

In der Untersuchung wurden zum einen die externen Faktoren mittels einer systematischen Auswertung der Hygienegutachten untersucht. So konnte beispielsweise ausgeschlossen werden, dass die Länge des Transportweges von der Praxis zum Prüflabor oder die Außentemperatur einen signifikanten Einfluss auf die Keimbelastung haben. Interessanterweise war die gemessene Keimbelastung in der kühleren Jahreszeit leicht höher als in den warmen Sommermonaten. Zum anderen wurden interne Faktoren beleuchtet wie zum Beispiel der Gerätefuhrpark, die Art und Verwendung der Prozesschemikalien sowie die Ausbildung des Personals. Um diese Daten zu ermitteln, fand eine anonyme, webbasierte Praxisumfrage statt.

Wasserkeime wurden am meisten beanstandet

Generell ist es das Ziel von Hygienemaßnahmen in der Praxis, eine Keimbelastung von nahe null zu erreichen. Da auf dem Gebiet der Gastroenterologie halbjährlich die Hygienequalität der Endoskope durch das Landesuntersuchungsamt überprüft wird, liegen umfangreiche Informationen über die Entwicklungen des Qualitätsniveaus vor. Aufgrund der bundesweit einheitlichen Vorgaben zeigte sich, dass andere Bundesländer geringere Beanstandungsquoten hatten. In Rheinland-Pfalz waren die meisten Beanstandungen im Jahr 2016 in Wasserkeimen begründet.

Die KV RLP baut aktuell Beratungskompetenz im Bereich Hygiene aus, welche im Rahmen von telefonischen Beratungen oder Vor-Ort-Terminen in der Praxis hilft, die Hygieneprozesse zu durchleuchten. Um die regelmäßige Fortbildung des Hygienepersonals zu unterstützen, werden außerdem E-Learning-Module entwickelt.

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Gruppenpsychotherapie: KV RLP unterstützt Fortbildung

Mit bis zu 2.500 Euro fördert die KV RLP ab Januar 2018 die Nachqualifizierung von Ärzten und Psychotherapeuten im Bereich Gruppenpsychotherapie. Ziel ist es, mehr Ärzte und Psychotherapeuten zur Erbringung und Abrechnung dieser Leistung zu gewinnen.

Gruppenpsychotherapie gilt als eine wirksame psychotherapeutische Intervention bei depressiven und vielen anderen psychischen Störungen. Die hohe Effektivität wurde in vielen Studien mit starker Evidenz erwiesen. Trotzdem ist das Angebot von Gruppenpsychotherapie insbesondere im ambulanten Bereich gering. Die Anzahl der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten, die über eine Genehmigung zur Gruppentherapie verfügen, liegt bei rund 25,4 Prozent. Wie die Tabelle zeigt, ist der relative Anteil der Genehmigung zur Gruppentherapie über alle Richtlinienverfahren ähnlich, der relative Anteil bei der analytischen Psychotherapie am geringsten und bei der Verhaltenstherapie am höchsten.

Durch die neue Förderung der Nachqualifizierung in Gruppenpsychotherapie strebt die KV RLP an, die Anzahl der Ärzte und Psychotherapeuten mit der Zusatzqualifikation Gruppentherapie zu erhöhen.

Sofern die Qualifikation zur Gruppenpsychotherapie nicht im Rahmen der Aus- und Weiterbildung erworben wurde, regelt die Psychotherapie-Vereinbarung für Vertragsärzte und Psychotherapeuten, den Erwerb folgender Kenntnisse nachzuweisen:

  • 40 Doppelstunden analytische oder tiefenpsychologisch fundierte beziehungsweise verhaltenstherapeutische Selbsterfahrung in der Gruppe

  • 24 Doppelstunden im Bereich Theorie der Gruppenpsychotherapie und Gruppendynamik

  • 60 Doppelstunden kontinuierliche Gruppenbehandlung, auch in mehreren Gruppen

  • 40 Stunden unter Supervision tiefenpsychologisch fundierte oder analytische Psychotherapie oder Verhaltenstherapie

Besonders der praktische Teil der Nachqualifikation stellte bisher eine Hürde dar, wenn die abzuleistenden Gruppenbehandlungen nicht in eigener Praxis möglich waren. Hier hat sich die KV RLP in Absprache mit den Krankenkassen und Weiterbildungsinstituten dafür eingesetzt, dass es für die Nachqualifizierer praktikable und praxisfreundliche Lösungen geben wird, die von der KV RLP nach Absolvierung anerkannt werden.

Antragsverfahren bei Gruppenpsychotherapie erleichtert

Durch Inkrafttreten der neuen Psychotherapie-Richtlinie wurde auch die Gruppenpsychotherapie neu bewertet. Möglich sind jetzt in allen Richtlinienverfahren Therapien mit drei bis neun Teilnehmern – unabhängig vom Alter der Patienten. Aufgrund der neuen Vergütungssystematik werden Gruppentherapien auch im EBM entsprechend abgebildet: Wurde bislang grob nur zwischen kleinen und großen Gruppen unterschieden, sind die Gruppengrößen seit dem 1. Juli nun viel ausdifferenzierter und werden anhand der Anzahl der Teilnehmer bewertet beziehungsweise honoriert. Die Höhe der Vergütung richtet sich nach der Anzahl der Teilnehmer. Seit der Neubewertung der Gruppenleistungen stieg das Honorar für Gruppentherapien im Durchschnitt um etwa 20 Prozent. Die größten Zuwächse verzeichnen sechs- und siebenköpfige Gruppen, die künftig mit rund 66 Euro beziehungsweise rund 60 Euro pro Teilnehmer bei einer 100-minütigen Therapiesitzung vergütet werden (bisher rund 44 Euro).

Erleichterungen bei der Gruppenpsychotherapie durch die neue PT-Richtlinie betreffen vor allem das Antragsverfahren: Kurzzeittherapien sind – wie die Einzeltherapien auch – grundsätzlich nicht mehr gutachter- und berichtspflichtig. Damit entfallen die bisher vor Beginn von Gruppenpsychotherapien erforderlichen Berichte. Somit können Gruppenpsychotherapien unbürokratisch beispielsweise mit drei Teilnehmern gestartet und kontinuierlich bis auf neun Teilnehmer erweitert werden.

Mittels der Gruppenpsychotherapie können mehr Patienten psychotherapeutisch behandelt werden, was auch die Versorgungssituation nachhaltig verbessern dürfte.

Förderrichtlinie der KV RLP

Die wichtigsten Eckpunkte:

  • Zuschuss für berufsbegleitende Fort- und Weiterbildungen bis zu 2.500 Euro.

  • Förderungsfähig sind nur direkte Fort- oder Weiterbildungskosten, zum Beispiel Seminargebühren oder Supervisionskosten.

  • Die Auszahlung der Förderung erfolgt mit der erstmaligen Abrechnung von Gruppenpsychotherapie.

  • Die Fort- oder Weiterbildung soll die Dauer von zwei Jahren ab Bewilligung nicht überschreiten.

  • Für bereits begonnene Fortbildungen existiert bis zum 30. Juni 2018 eine Übergangsregelung.

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Koordinierungsstelle Allgemeinmedizin auf der Erfolgsspur

Im November 2017 haben das Koblenzer Gemeinschaftsklinikum (GK) Mittelrhein und niedergelassene Ärzte einen Weiterbildungsverbund besiegelt.

Der Verbund ist nach Gründung der Koordinierungsstelle Allgemeinmedizin, die organisatorisch bei der KV RLP angesiedelt ist, neben dem Verbund in Altenkirchen/Hachenburg und dem Verbund Landau Südpfalz, bereits der dritte in Rheinland-Pfalz. Bei der Koordinierungsstelle kooperieren KV RLP, Krankenhausgesellschaft und Landesärztekammer Rheinland-Pfalz. Ziel der Kooperation ist, dass Medizinstudenten, die sich für die Allgemeinmedizin interessieren, es leichter haben, die erforderlichen Weiterbildungsabschnitte im stationären und ambulanten Bereich abzuleisten.

Dr. Moritz Hemicker, Geschäftsführer des GK Mittelrhein, sowie die niedergelassenen, hausärztlich tätigen Kollegen Dr. Markus Reinhardt und Christian Herold warben auf der Auftaktveranstaltung des neuen Weiterbildungsverbundes dafür, dass sich niedergelassene Kollegen ebenfalls an dem Verbund beteiligen. Schließlich sei es höchste Zeit, so die Referenten, sich aktiv um den Nachwuchs zu kümmern und dafür zu sorgen, dass in Zukunft genügend Allgemeinärzte für die medizinische Versorgung zur Verfügung stünden. Im Verbund würden sich Weiterbilder aus Krankenhaus und Praxen regelmäßig austauschen, um den Nachwuchs optimal zu begleiten und nötige Kenntnisse und Fähigkeiten zu vermitteln.

Im neuen Verbund ist geplant, die fünfjährige Weiterbildungszeit per Arbeitsverträgen von Krankenhaus und Arztpraxen durchgängig für die Ärzte in Weiterbildung zu vereinbaren. "Der Vorteil für die Niedergelassenen liegt darin, dass die Weiterbildung viel besser planbar ist und in die Praxisabläufe integriert werden kann", erklärte Dr. Reinhardt. Wünschenswert wäre, so der Allgemeinarzt weiter, dass die Weiterbildung in der Praxis erst im letzten Weiterbildungsabschnitt erfolgt und es während der gesamten Weiterbildung Hospitationsmöglichkeiten sowie regelmäßige Qualifizierungsgespräche zwischen Klinik und der Praxis gibt. Außerdem appellierte Dr. Reinhardt an die Kollegen, sich dem Verbund anzuschließen und ab 2020 Platz für alle Studierenden in den Praxen zu schaffen. Denn ab 2020 wird das Fach Allgemeinmedizin drittes Prüfungsfach und der Nachwuchs müsste von den Kollegen früh abgeholt werden.

Ärzte, die eine Weiterbildungsbefugnis erhalten möchten, sollten mit einer Bearbeitungszeit von bis zu sechs Monaten rechnen, so Dr. Norbert Kaul, Chefarzt am GK Mittelrhein und Mitglied im Weiterbildungsausschuss der Bezirksärztekammer Koblenz beziehungsweise Landesärztekammer Rheinland-Pfalz. Wer in Rheinland-Pfalz bereits eine Befugnis besitzt, behält diese auch unbefristet und muss nach sieben Jahren lediglich einen formlosen Vordruck ausfüllen. Ärzte, die eine neue Befugnis beantragen, müssen etwas Zeit investieren, um den Nachweis der fachlichen Eignung zu erbringen.

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Filmothek

116117 bundesweit

Ein Magen-Darm-Infekt über die Feiertage oder eine Mittelohrentzündung am Wochenende?
Krankheiten kennen keine Sprechzeiten.

Ambulant angestellte Ärzte

Der Krankenhausarzt Dr. Karlheinz Kurfeß ist der erste angestellte Mediziner, der zum
stellvertretenden Vorsitzenden einer Vertreterversammlung gewählt wurde.

Hausärztin für Dirmstein

Sarah Knödel ist promovierte Allgemeinmedizinerin, Mutter von zwei Kindern und nun
auch Inhaberin einer Praxis im rheinland-pfälzischen Dirmstein.

Einstieg in die Praxis

Eine Prümer Gemeinschaftspraxis sorgt für eigenen Nachwuchs: Der Weiterbildungsassistent steigt in die Praxis ein.

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Comic-Video und Radiospots

Die KVen haben in einer gemeinsam abgestimmten PR-Aktion die Rufnummer des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes beworben.

Der Tag des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes am 11. Oktober 2017 stand bundesweit im Fokus zahlreicher öffentlichkeitswirksamer Aktionen der KBV sowie der Kassenärztlichen Vereinigungen in den Regionen. Ziel des Aktionstages war, die deutschlandweite Bereitschaftsdienstnummer 116117 in der Bevölkerung bekannter zu machen. Zum Thema fanden regional unterschiedliche Veranstaltungen der KVen statt – etwa ein Tag der offenen Tür oder Vor-Ort-Termine in Ärztlichen Bereitschaftspraxen.

Speziell in Rheinland-Pfalz wurden vom 11. Oktober bis zum 17. Oktober 2017 eigens produzierte Radiospots zur Telefonnummer des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes 116117 auf SWR1, SWR4 und RPR1 ausgestrahlt. Ein Comic-Video zum Radiospot ist auf der Website der KV RLP abrufbar.

Im Vorfeld der Aktion erhielten alle Praxen bundesweit per Post Plakate zum Aufhängen in den Wartezimmern.

Die KBV strebt langfristig an, dass die Rufnummer 116117 künftig rund um die Uhr erreichbar ist. Dadurch sollen Patienten, die kurzfristig ärztliche Hilfe benötigen, in die richtige Versorgungsebene geleitet werden. Für eine 24-Stunden-Erreichbarkeit ist jedoch eine gesetzliche Regelung erforderlich.

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Gute Kodierqualität der Ärzte zahlt sich aus

Bei den Honorarverhandlungen für 2018 auf Landesebene fließen die Altersstruktur und die Zunahme an Erkrankungen in die Berechnung ein.

Knapp drei Viertel der Zahlungen der Krankenkassen an die KV RLP sind gedeckelt. Diesen gedeckelten Teil nennt man auch morbiditätsbedingte Gesamtvergütung (mGV). Je höher die mGV ist, desto mehr Geld steht für die Honorarverteilung an die rheinland-pfälzischen Ärzte und Psychotherapeuten zur Verfügung. Die Gesamtvergütung wird zwischen der KV RLP und den Landesverbänden der Krankenkassen immer für das kommende Jahr auf Basis von Vorgaben und Empfehlungen auf Bundesebene vereinbart.

Nur gesicherte Diagnosen gehen in die Veränderungsrate ein

Derzeit stehen die Verhandlungen für das Jahr 2018 an. Die Steigerung der mGV gegenüber dem Vorjahr erfolgt dabei über zwei Komponenten:

  • Preis der ärztlichen Leistungen – "Orientierungswert"
  • Menge der von den Krankenkassen bezahlten ärztlichen Leistungen

Während die Preiskomponente durch den Bewertungsausschuss festgelegt wird, erfolgt die Verhandlung über die Mengenentwicklung auf Landesebene. Hierzu ermittelt das Institut am Bewertungsausschuss (InBA) zwei Veränderungsraten für den jeweiligen KV-Bereich:

  • Veränderungsrate aufgrund der Änderung der Altersstruktur – Demografierate
  • Veränderungsrate aufgrund der Zunahme an Erkrankungen – Diagnoserate

Die demografische Veränderungsrate für Rheinland-Pfalz wird auf Basis der Kriterien Alter und Geschlecht ermittelt. Die diagnosebedingte Veränderungsrate für Rheinland-Pfalz wird hingegen auf Basis der ICD-Kodierung der Ärzte in diesem KV-Bereich ermittelt. Hierbei gehen jedoch nur gesicherte Diagnosen in das Modell ein. Dieses auf Bundesebene beschlossene Modell umfasst primär chronisch kranke Patienten mit dauerhaftem Behandlungsbedarf.

Je stärker die Zahl der chronisch kranken Patienten in Rheinland-Pfalz zunimmt, desto höher fällt der diagnosebedingte Zuwachs der Gesamtvergütung aus. Dies gilt aber nur dann, wenn deren Behandlung durch gesicherte Diagnosen vollständig und in aller Tiefe dokumentiert ist.

Die KV RLP muss nun in den Gesprächen mit den Krankenkassen für das Jahr 2018 über die Gewichtung der beiden Faktoren Demografie (+ 0,075 Prozent) und Diagnosen (+ 1,0427 Prozent) verhandeln. Im Ergebnis erhält man eine gewichtete Veränderungsrate aufgrund des steigenden Behandlungsbedarfs. Diese dürfte vermutlich bei etwa 0,63 Prozent liegen. In Verbindung mit dem neuen Orientierungswert von 10,6543 Cent erhält man so einen Zuwachs der mGV von voraussichtlich rund 1,8 Prozent je Versichertem.

Die diagnosebezogene Veränderungsrate für das Jahr 2018 von 1,0427 Prozent ist ähnlich hoch wie im Vorjahr und höher als in den meisten KVen der alten Bundesländer. Die 2013 initiierten Schulungen und Informationen der KV RLP zum Kodieren tragen somit zum dritten Mal in Folge Früchte. Eine verbesserte Kodierqualität der rheinland-pfälzischen Ärzte ist auch für die Folgejahre unerlässlich, um gute Ergebnisse mit den Krankenkassen auf Landesebene zu verhandeln.

Bewertungsausschuss

Der Bewertungsausschuss legt die Rahmenbedingungen für die vertragsärztliche Vergütung fest und ist mit jeweils drei Vertretern der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und des GKV-Spitzenverbandes (GKV-SV) paritätisch besetzt. Seine Hauptaufgabe ist es, den einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) zu erstellen. Dieser stellt die Abrechnungsgrundlage für vertragsärztliche Leistungen im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) dar. Darüber hinaus passt der Bewertungsausschuss auch den bundesweit geltenden Orientierungswert an, als Grundlage für die Vereinbarung regionaler Gebührenordnungen mit Euro-Preisen.

Krankenkassen müssen zeitnah entscheiden

Versicherte können eine beantragte Leistung kraft fingierter Genehmigung verlangen.

Entscheidet eine Krankenkasse nicht rechtzeitig über einen Antrag auf eine bestimmte Leistung, haben Versicherte einen Anspruch auf vollständige Kostenerstattung. Basis ist dafür die sogenannte fingierte Genehmigung, die rechtlich genauso zu behandeln ist wie eine ausdrücklich erteilte Genehmigung. Nach Auffassung des Bundessozialgerichts (BSG) kann die Krankenkasse die Genehmigung nur dann zurücknehmen, wenn die Voraussetzungen für eine fingierte Genehmigung nicht erfüllt sind.

In den entschiedenen Fällen hatten zwei Patientinnen bei der Krankenkasse eine Abdominalplastik (Straffung der Bauchhaut) wegen massiver Gewichtsabnahme beantragt. In beiden Fällen entschieden die Krankenkassen nicht zeitgerecht und verweigerten die Leistung. Während der zwei Berufungsverfahren hat die Krankenkasse jeweils vorsorglich die fingierte Genehmigung zurückgenommen – zu Unrecht, wie nun der 1. Senat des BSG urteilte. Der Gesetzgeber habe die Rechte der Patienten gezielt verbessern wollen.

Laut § 13 SGB V sind Krankenkassen verpflichtet, über einen Antrag auf Leistungen zügig, spätestens bis zum Ablauf von drei Wochen nach Antragseingang zu entscheiden. In Fällen, in denen zum Beispiel vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen eine gutachtliche Stellungnahme eingeholt wird, beträgt die Frist fünf Wochen nach Antragseingang. Kann die Krankenkasse die Fristen nicht einhalten, muss sie dies dem Versicherten rechtzeitig schriftlich begründen. Nennt die Krankenkasse keinen hinreichenden Grund, gilt die Leistung nach Ablauf der Frist als genehmigt.

Quelle

BSG, Aktenzeichen: B 1 KR 15/17 R und B 1 KR 24/17 R

Termine im Überblick

Behördliche Begehungen

Sie erwarten eine Hygienebegehung durch das Gesundheitsamt, aber sind sich unsicher, welche Maßnahmen dafür notwendig sind? Mit guter Vorbereitung anhand von Checklisten ist das kein Problem.

21. Februar 2018 | KV RLP in Koblenz | 85 Euro je Teilnehmer | 6 Fortbildungspunkte

Umgang mit Notfällen

Patienten mit dringenden Gesundheitsstörungen müssen erkannt und so schnell wie möglich versorgt werden. Dieses Seminar informiert darüber, was Sie alles bei einem professionellen "Notfallmanagement" beachten müssen.

23. Februar 2018 | KV RLP in Koblenz | 85 Euro je Teilnehmer | 6 Fortbildungspunkte

Weitere Seminare

Datenschutz und Datensicherheit
28. Februar 2018 | KV RLP in Mainz | 50 Euro | 5 Fortbildungspunkte

Erfolgreich führen – miteinander mehr erreichen
7. März 2018 | KV RLP in Koblenz | 85 Euro | 6 Fortbildungspunkte

Umgang mit anspruchsvollen Patienten
21. März 2018 | KV RLP in Mainz | 85 Euro | keine zertifizierte Fortbildung

Qualitätsmanagement – Grundlagenseminar
11. April 2018 | KV RLP in Koblenz | 85 Euro | 8 Fortbildungspunkte

Online-Anmeldung und weitere Termine

Rasanter Leistungsanstieg

Honorarbericht nimmt Humangenetik in den Blick.

Die im Jahr 2016 in Kraft getretene neue Vergütungsstruktur für humangenetische Untersuchungen macht sich positiv bemerkbar. So konnte der Stützungsbetrag, mit dem alle Fachärzte bislang die Zunahme humangenetischer Leistungen finanzieren mussten – was allein im zweiten Quartal 2016 zwei Prozent ihres Honorars ausmachte –, ab der zweiten Jahreshälfte deutlich abgesenkt werden. Dies geht aus dem neu veröffentlichten Honorarbericht 2017 der KV RLP hervor.

Die Vertreterversammlung der KV RLP hatte im Juni 2016 eine Änderung des Honorarverteilungsmaßstabs beschlossen. Diese besagt, dass der Punktwert für die Leistungen des Grundbetrags für humangenetische Leistungen bis auf 80 Prozent des Orientierungswertes fallen darf. Dadurch erwartete die KV RLP einen geringeren Stützungsbedarf aus dem fachärztlichen Grundbetrag – was sich auch erfüllte. Weitere Informationen zur Honorarverteilung und zur Entwicklung des GKV-Umsatzes sind dem aktuellen Honorarbericht zu entnehmen.

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"Vielfalt in der Praxis"

Broschüre zu Patienten mit Migrationshintergrund

Die KBV will niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten bei der Versorgung von Patienten mit Migrationshintergrund unterstützen. Dazu wurde die neue Broschüre "Vielfalt in der Praxis" erstellt. Sie enthält Informationen zur Gesundheitskompetenz, Praxisbeispiele und Tipps für die Kommunikation.

Beispielhaft werden Techniken zur Gesprächsführung vorgestellt, die bei Bedarf im Praxisalltag angewendet werden können. Der Serviceteil bietet unter anderem einen Überblick zu Patienteninformationen in Fremdsprachen.

Weiterführende Links

Ihre Fragen an das Service-Center

Darmkrebsfrüherkennung – Koloskopie – Stuhltest: Gibt es dazu Patienteninformationen, Merkblätter oder Flyer und wo kann ich diese bestellen?

Die Herausgabe des Merkblattes nach Anlage III der Krebsfrüherkennungsrichtlinie ist nicht mehr obligater Leistungsinhalt der GOP 01740. Der Gemeinsame Bundesausschuss hat den entsprechenden Flyer deshalb ab 1. Oktober 2016 aufgehoben. Zur Information Ihrer Patienten hält die KBV allerdings ein Informationsblatt zur Darmkrebsfrüherkennung im Allgemeinen und ein Merkblatt zur Darmkrebsfrüherkennung mit ausführlicher Information über den iFOBT-Test auf der Website zum Download bereit.

Materialien

Muss auf einer Überweisung zur psychotherapeutischen Sprechstunde ein Code aufgebracht werden?

Nein. Die Terminservicestelle (TSS) vermittelt Patienten innerhalb von vier Wochen nach der ersten Kontaktaufnahme einen Termin zur psychotherapeutischen Sprechstunde ohne Überweisungscode. Die TSS kann bei der Vermittlung keine Wünsche nach bestimmten Therapeuten, Praxisort oder Datum und Uhrzeit des Termins berücksichtigen. Es sind in der Regel auch weitere Anfahrtswege zum vermittelten Termin in Kauf zu nehmen. Deshalb ist es empfehlenswert, dass der Patient zunächst selbst versucht, einen Termin zur psychotherapeutischen Sprechstunde zu vereinbaren. Kontaktdaten von Psychotherapeuten in Wohnortnähe sind auf der Website der KV RLP entweder über den Arztfinder oder in den dort eingestellten Psychotherapeutenlisten einzusehen.

Vom Vater an den Sohn

Eifeler Allgemeinarztpraxis bleibt in der Familie.

Nahtlos von einer Generation an die nächste: Martin Holbach hat die Praxis seines Vaters übernommen, des Allgemeinmediziners Dr. Hans-Josef Holbach. Er arbeitete 35 Jahre in Hillesheim (Landkreis Vulkaneifel) zusammen mit seinem Kollegen Karl-Friedrich Pip. Im März 2017 hat Dr. Holbach das Ruder abgegeben. Noch arbeitet der Sohn mit dem alten Kollegen des Vaters zusammen, aber auch dieser wird bald in Rente gehen. Die Hillesheimer sind medizinisch jedoch gut aufgehoben: Mit Martin Holbach haben die Patienten einen neuen, jungen Arzt gewonnen, der gerne in die Fußstapfen seines Vaters tritt.

Nach seiner Weiterbildung zum Allgemeinmediziner in der väterlichen Praxis hat der Orthopäde und Unfallchirurg dem Krankenhaus den Rücken gekehrt und sich niedergelassen – sehr zur Freude der Patienten. Er kennt das Praxisteam und die Patienten schon seit vielen Jahren und ist mit dem Beruf Hausarzt aufgewachsen. Jetzt ist er der Chef. "KV-TV PRAXIS – Das Magazin" hat Martin Holbach besucht.

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Portrait Allgemeinarztpraxis Martin Holbach

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19. Juni 2018