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Telematik

Pflicht zur TI-Anbindung

Seit dem 1. Januar 2019 müssen alle vertragsärztlichen und vertragspsychotherapeutischen Praxen an die TI angebunden sein.

Pflicht auch ohne Arzt-Patienten-Kontakt

Mit dem Digitalen Versorgung-Gesetz, das zum 1. Januar 2020 in Kraft getreten ist, müssen sich auch Arztpraxen die keinen persönlichen Kontakt mit Patientinnen und Patienten haben an die TI anschließen. Das bis spätestens zum 30. Juni 2020.

Denn das Versichertenstammdatenmanagement (VSDM) ist lediglich die erste Anwendung in der TI. Weitere, teilweise verpflichtende Anwendungen – wie die elektronische Patientenakte (ePA) oder die Möglichkeit, elektronische Arztbriefe über die TI zu versenden – werden folgen. Diese bringen einen höheren Nutzen für Vertragsärztinnen und -psychotherapeutinnen sowie Vertragsärzte und -psychotherapeuten mit sich, verlangen aber ebenfalls eine Anbindung an die TI.

Ausnahme für Ermächtigte

Des Weiteren sind die zur Teilnahme an der vertragsärztlichen Versorgung ermächtigten Ärztinnen und Ärzte, die in einem Krankenhaus tätig sind, ermächtigte Krankenhäuser und die nach § 75 Absatz 1b Satz 3 aufgrund einer Kooperationsvereinbarung mit der Kassenärztlichen Vereinigung in den Notdienst einbezogenen zugelassenen Krankenhäuser von der Sanktion bis zum 1. Januar 2021 ausgenommen.

Honorarkürzung bei Missachtung

Praxen, die der Anbindungspflicht nicht nachkommen, droht gesetzlich eine Honorarkürzung von 2,5 Prozent. Ansprechpersonen zur Anbindung der Praxis an die TI ist die Herstellerfirma des Praxisverwaltungssystems (PVS). Hierbei sollte darauf geachtet werden, dass die Kosten der Erstausstattung die Höhe der erstattungsfähigen Pauschale nicht überschreiten. Ferner sollte eine langfristige Bindung an Serviceangebote gut überlegt sein.

Versichertenstammdatenmanagement (VSDM)

Was ist VSDM?

Beim Versichertenstammdatenmanagement (VSDM) geht es darum, die Versichertenstammdaten der gesetzlich Krankenversicherten, die auf der eGK gespeichert sind, aktuell zu halten. Das sind folgende Daten:

  • Persönliche Daten: Name, Geburtsdatum, Anschrift
  • Angaben zur Krankenversicherung: Krankenversichertennummer, Versichertenstatus etc.

Vor Einführung der TI konnten diese Informationen in der Praxis eingelesen aber nicht aktualisiert werden. Auch konnten Vertragsärztinnen und -psychotherapeutinnen sowie Vertragsärzte und -psychotherapeuten nicht elektronisch prüfen, ob die eGK gültig ist.

Mit der Anbindung an die TI ist dies nun möglich und seit Jahresbeginn 2019 auch Pflicht: Ärztinnen und Ärzte sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten müssen das VSDM bei jedem ersten Patienten-Kontakt im Quartal durchführen und dies gegenüber ihrer Kassenärztlichen Vereinigung mit den Abrechnungsunterlagen nachweisen. Anderenfalls drohen laut Gesetz Honorarkürzungen.
Das VSDM umfasst zwei Schritte:

  • die Online-Prüfung und
  • die Aktualisierung

Bei der Online-Prüfung wird abgefragt ob die Daten und das Versichertenverhältnis noch gültig und aktuell sind. Dazu werden die Informationen auf der Karte mit den Informationen abgeglichen die bei der Krankenkasse der oder des Versicherten hinterlegt sind. Stimmen die Angaben nicht überein, werden veraltete Daten auf der Karte überschrieben.

Sowohl die Prüfung als auch die Aktualisierung erfolgen automatisiert beim Einlesen der Karte. Die Online-Prüfung wird bei jedem ersten Einlesen der eGK im Quartal durchgeführt, die Aktualisierung nur dann, wenn das System neue Informationen meldet. Ärztinnen und Ärzte können auf Wunsch die Karte auch in kürzeren Abständen prüfen und aktualisieren lassen.

Voraussetzung für eine Aktualisierung ist, dass der oder die Versicherte die Krankenkasse auch über etwaige Änderungen informiert hat, zum Beispiel nach einem Umzug. Dann ändert die Kasse beispielsweise die Anschrift des Versicherten in ihrem System. Beim nächsten Arztbesuch wird die neue Adresse beim Einlesen der Karte auf die eGK geschrieben und in die Patientendatei der Praxis übertragen. Versicherte mussten ihre Kassen schon immer über solche Änderungen informieren. Bislang erhielten sie dann eine neue eGK. Mit dem VSDM ist ein Kartenaustausch nicht mehr nötig.

Hinweis: Ärztinnen und Ärzte sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten sind nicht verpflichtet, den Versicherten nach Änderungen seiner eGK-Daten zu fragen oder Änderungen in ein VSDM-System der Krankenkassen einzutragen.

Prüfungsnachweise für Abrechnung

Wenn die Praxis das VSDM durchgeführt hat, generiert das System einen Abrechnungsschein mit Prüfungsnachweis, der im PVS gespeichert und mit der Abrechnung an die Kassenärztliche Vereinigung übermittelt wird. Der Prüfungsnachweis ist mit einem Zahlencode versehen, der für unterschiedliche Ergebnisse steht.

Wird ein Prüfungsnachweis generiert und im PVS abgelegt, gilt das VSDM als durchgeführt. Das trifft auch zu, wenn der Prüfungsnachweis technische Fehler ausweist, zum Beispiel wenn keine Online-Verbindung hergestellt werden konnte. Die eGK gilt auch dann weiterhin als gültiger Versicherungsnachweis. Ist das VSDM häufiger aus technischen Gründen nicht möglich, sollte die Praxis den technischen Dienstleistungsunternehmen kontaktieren und die Anbindung prüfen lassen.

Die folgende Übersicht zeigt die möglichen Prüfungsnachweise:

ZahlencodeVSDM-Ergebnis
1 = Aktualisierung durchgeführt    Bei der Krankenkasse der oder des Versicherten lagen neue Daten vor. Diese wurden erfolgreich auf der eGK aktualisiert.
2 = Keine Aktualisierung erforderlich    Bei der Krankenkasse der oder des Versicherten lagen keine neuen Daten vor. Eine Aktualisierung der eGK war nicht erforderlich.
3 = Aktualisierung technisch nicht möglich
  • Es ist keine Online-Verbindung möglich
  • Es konnte nicht ermittelt werden, ob neue Daten vorlagen, zum Beispiel weil der Fachdienst der Kasse nicht erreichbar war.
  • Die Daten konnten nicht aktualisiert werden.
5 = Onlineprüfung des Authentifizierungszertifikats technisch nicht möglichDas Authentifizierungszertifikat kann aus technischen Gründen nicht online überprüft werden.
6 = Aktualisierung technisch nicht möglich und maximaler Offline-Zeitraum überschrittenDer maximale Offline-Zeitraum des Konnektors wurde überschritten. Es werden sicherheitsbedingt bis zur Aktualisierung des Konnektor keine VSDM-Anfragen mehr durchgeführt.

 

Ungültige oder defekte Karten

Was passiert, wenn die Karte ungültig ist?

Ist die eGK ungültig, zeigt das PVS beim Einlesen eine entsprechende Meldung an. Die Karte wird automatisch gesperrt. Gründe dafür sind beispielsweise Diebstahl oder Krankenkassenwechsel. Diese Sperrung erkennen auch die Lesegeräte in Praxen ohne TI-Anbindung beziehungsweise mobile Kartenterminals, die im Offline-Betrieb arbeiten. Die Karte kann dementsprechend nicht mehr verwendet werden. Ziel ist es, Betrug zu verhindern und ungültige Karten aus dem Verkehr zu ziehen.

Für die Patientin oder den Patienten heißt das, es kann kein gültiges Versichertenverhältnis mit der Krankenkasse nachgewiesen werden. Es muss sich zur Klärung an die Krankenkasse gewandt werden. Die Praxis kann nach zehn Tagen eine Privatvergütung für die Behandlung verlangen. Legen die Patientin oder der Patient bis Ende des Quartals eine gültige eGK vor, wird die Privatabrechnung ungültig. Veranlasste Leistungen können mit dem Vermerk "ohne Versicherungsnachweis" privat verordnet werden.

Welche Fehlermeldungen können auftreten?

Beim Einlesen der Karte können verschiedene Fehler auftreten, die entsprechende Meldungen im PVS auslösen.

Karte gesperrt oder ungültigDer Patient hat keinen gültigen Versichertennachweis. Nach zehn Tagen kann die Praxis eine Privatrechnung ausstellen. Diese wird ungültig, wenn der Patient bis Ende des Quartals eine gültige eGK vorlegt.
Karte defektDie Praxis wendet das Ersatzverfahren (gemäß Anlage 4a zum BMV-Ä) an, d. h. die Daten müssen händisch erfasst werden.
Konnektor oder Kartenterminal defektDie Praxis wendet das Ersatzverfahren an.
 

 

Was passiert mit Krankenversichertenkarten anderer Kostenträger?

Das E-Health-Kartenterminal ist in der Lage, neben der eGK auch Krankenversichertenkarten sonstiger Kostenträger einzulesen. Hier ist jedoch kein Versichertenstammdatenmanagement vorgesehen.

Patienteneinwilligung

Die Erstellung eines Notfalldatensatzes setzt voraus, dass er aus Sicht der Ärztin oder des Arztes medizinisch für die Notfallversorgung erforderlich ist. Beispiele zur Entscheidung über die medizinische Erforderlichkeit  können dem Anhang 2 der Anlage 4a zum BMV-Ä entnommen werden. Zudem müssen Patientinnen und Patienten vor der erstmaligen Anlage eines Notfalldatensatzes ausreichend informiert werden und der Verarbeitung ihrer/seiner medizinischen Daten einwilligen (die Einwilligung kann mündlich oder schriftlich erfolgen und sollte dokumentiert werden). Erst dann kann der Datensatz von der Ärztin oder dem Arzt elektronisch signiert und auf der eGK gespeichert werden. Das Speichern auf der eGK kann auch anschließend vom Praxisteam an der Anmeldung erfolgen.

Notfalldaten dürfen nur gelesen oder bearbeitet werden, wenn die Patientin oder der Patient dem ausdrücklich zustimmt. Einzige Ausnahme: In einer Notfallsituation dürfen Notfallrettungskräfte, Ärztinnen oder Ärzte, auch ohne Zustimmung der Patientin oder des Patienten, den Notfalldatensatz von der eGK auslesen.

PIN-Eingabe bei medizinischen Anwendungen

Bei sämtlichen medizinischen Anwendungen können die Patientin oder der Patient entscheiden wer Zugriff auf ihre oder seine Daten erhält. Zusätzlich kann durch die persönliche PIN ein unberechtigter Zugriff vermieden werden. Die PIN erhalten Patientinnen und Patienten von ihrer Krankenkasse, zusammen mit Erläuterungen zum Umgang und Informationen zum NFDM.

Standardmäßig ist die PIN beim NFDM deaktiviert. Der PIN-Schutz ist aber jederzeit aktivierbar. Dann ist das Auslesen, Anlegen oder Aktualisieren der Notfalldaten auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) nur mit der PIN-Eingabe der Patientin oder des Patienten möglich.

Im Notfall ist jedoch auch bei aktivierter PIN ein Auslesen ohne PIN-Eingabe immer möglich. In diesem Fall müssen Ärztinnen und Ärzte im Praxisverwaltungssystem angeben, dass das Lesen der Notfalldaten auf der eGK im Zusammenhang mit einem Notfall geschieht. Dies ist etwa der Fall, wenn die Patientin oder der Patient nicht ansprechbar oder auskunftsfähig sind.

Psychotherapeutinnen und -therapeuten können dagegen nur mit der PIN-Eingabe der Patientin oder des Patienten die Notfalldaten auslesen.

Angaben im Notfalldatensatz

Im Notfalldatensatz können die folgenden notfallrelevanten Angaben enthalten sein:

  • Allergien und Unverträglichkeiten, vor allem gegen Arzneimittel
  • Medikamente, die regelmäßig eingenommen werden
  • Diagnosen, die im Notfall relevant sind
  • weitere medizinische Hinweise, beispielsweise zu einer aktuellen Schwangerschaft oder zu Implantaten
  • Kontaktdaten zu behandelnden Ärzten sowie zu Personen, die im Notfall verständigt werden sollen

Informationen zu Dokumenten | Organspendeausweis u.a.

Neben dem Notfalldatensatz können Patientinnen und Patienten auf Wunsch den sogenannten Datensatz Persönliche Erklärungen (DPE) befüllen lassen. Hier können Informationen hinterlegt werden, ob und wo wichtige, persönliche Dokument hinterlegt sind, die für die medizinische Versorgung relevant sind.

Das sind zum Beispiel:

  • Organspendeausweis
  • Patientenverfügung
  • Vorsorgevollmacht 

Technische Voraussetzung

VSDM

Konnektor

Der Zugang zur TI erfolgt über einen Konnektor – ähnlich einem DSL-Router, allerdings auf einem deutlich höheren Sicherheitsniveau. Der Konnektor ist mit den stationären Kartenterminals der Praxis sowie dem Praxisverwaltungssystem per Netzwerk verbunden. Er enthält auch das notwendige Modul für das Versichertenstammdatenmanagement. Der Konnektor ist mandatenfähig und kann von Praxisgemeinschaften bzw. Praxen, die über eine Standortvernetzung verfügen, gemeinsamen verwendet werden.

Hinweis: Des Weiteren ist über den Konnektor das Sichere Netz der KVen (SNK) erreichbar. Ein paralleler KV-SafeNet*-Anschluss ist nicht erforderlich.

VPN-Zugangsdienst

Er ist vergleichbar mit einem Internetprovider, der den Zugang zum Internet bereitstellt. Durch den VPN-Zugangsdienst stellt der Konnektor – über das Internet – eine verschlüsselte Verbindung zur TI her, über die auch das Sichere Netz der KVen erreichbar ist. Praxisgemeinschaften können einen gemeinsamen VPN-Zugangsdienst verwenden.

Kartenterminals

Stationäre Kartenterminals

Ein stationäres Kartenterminal benötigt jede Praxis um Anwendungen der TI nutzen zu können. Zur Berechtigung muss ein Praxisausweis in einem stationären Kartenterminal stecken und die zugehörige PIN eingegeben werden, erst dann kann der Konnektor eine Verbindung zur TI aufbauen und eine eGK lesen, online auf Gültigkeit prüfen und gegebenenfalls aktualisieren.

Mobile Kartenterminals (optional)

Das VSDM ist mit mobilen Kartenterminals nicht möglich. Dies erfolgt ausschließlich mit stationären Kartenterminals. Ein VSDM ist bei Haus- und Pflegeheimbesuchen also nicht erforderlich, die eGK wird wie gewohnt in mobilen Kartenterminals lediglich zwischengespeichert und in der Praxis in das Praxisverwaltungssystem übertragen. Für den Betrieb eines mobilen Kartenterminals wird eine SMC-B oder ein eHBA der Generation 2 (G2) zur Identifikation benötigt.

Anpassung des Praxisverwaltungssystems

Auch das Praxisverwaltungssystem muss angepasst werden, damit das Auslesen und gegebenenfalls Aktualisieren der Versichertendaten auf der eGK möglich sind.

Praxisausweis (SMC-B)

Für die TI-Anmeldung ist ein Praxisausweis (SMC-B) unentbehrlich. Beantragen Sie diesen rechtzeitig bei einer von der gematik zugelassenen und zertifizierten Kartenherstellerfirma, damit er sowie die PIN rechtzeitig zur Installation des TI-Anschlusses vorliegen. Beachten Sie: Von der Antragstellung bis zum Empfang müssen Sie etwa mit zwei Wochen Wartezeit rechnen.

Unten gelangen Sie auf das Webportal der jeweiligen Herstellerfirma, um dort Ihren Praxisausweis zu beantragen. Vergleichen Sie die Angebote der Herstellerfirmen, diese bieten unterschiedliche Laufzeiten und Zahlungsmodelle an. Um sicherzustellen, dass nur berechtigte Nutzerinnen und Nutzer Zugang zur TI erhalten, holt diese bei der KV RLP die Bestätigung darüber ein, dass die antragstellende Person tatsächlich vertragsärztlich bzw. vertragspsychotherapeutisch tätig ist und damit Anspruch auf einen Praxisausweis hat.

Sie erhalten danach per Einschreiben eigenhändig den Praxisausweis sowie per Post in einer separaten Sendung den dazugehörigen PIN/PUK-Brief. Nach Erhalt müssen Sie den Praxisausweis bei dem ausgewählten Anbieter freischalten. Bewahren Sie bitte den Praxisausweis und den PIN/PUK-Brief unbedingt an einem sicheren Ort auf, da sie sowohl für die Installation als auch für den laufenden Betrieb der TI erforderlich sind. Über den genauen Ablauf wird Sie Ihre Kartenherstellerfirma informieren.

Wie viele Praxisausweise benötigen Sie?

Pro Betriebsstätte benötigen Sie lediglich einen Praxisausweis, unabhängig davon wie viele stationäre Kartenterminals Sie im Einsatz haben. Wenn Sie mobile Kartenterminals im Einsatz haben, benötigen Sie für das mobile Kartenterminal ebenfalls entweder einen Praxisausweis oder einen elektronischen Heilberufsausweis der Generation 2. Sofern Ihnen laut Finanzierungsvereinbarung die Pauschale für ein mobiles Gerät zusteht, erhalten Sie zusätzlich auch die Pauschale für eine weitere SMC-B-Karte erstattet.

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Übersicht

NFDM

Für das NFDM benötigt jede Praxis einen E-Health-Konnektor sowie eine Erweiterung des Praxisverwaltungssystems. Ist die Praxis bereits an der TI angebunden, kann der vorhandene VSDM-Konnektor durch ein Update aktualisiert werden.

Da der Notfalldatensatz signiert, d. h. rechtsgültig elektronisch unterschrieben, werden muss, ist der elektronische Heilberufsausweis (eHBA) - mindestens der Generation 2 - notwendig. Um den Notfalldatensatz im Sprechzimmer zu erstellen und zu signieren, sind eventuell zusätzliche stationäre Kartenterminals notwendig.

  • E-Health-Konnektor
  • NFDM-Erweiterung/Update für Praxisverwaltungssystem
  • eHBA (elektronischer Heilberufsausweis) mindestens der Generation 2.0 für die qualifizierte elektronische Signatur des NFDM
  • (optional) zusätzliche Kartenterminals im Sprechzimmer

Wichtig: Ärztinnen und Ärzte ohne jeglichen persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt, die das NFDM und den eMP nicht nutzen können, benötigen keine PVS-Erweiterung. Sie haben dennoch Anspruch auf die Update-Pauschalen. Diese Ärztinnen und Ärzte müssen auch in der Lage sein, die mit dem E-Health-Konnektor-Update verbundene Funktionalität der qualifizierten elektronischen Signatur (QES) zu verwenden, um beispielweise elektronische Arztbriefe versenden zu können. 

Elektronischer Heilberufsausweis (eHBA)

Ohne den elektronischen Heilberufsausweis können die Funktionen der elektronischen Gesundheitskarte nicht genutzt werden.

Mit Hilfe des elektronischen Heilberufsausweises - mindestens der Generation 2 - können Ärztinnen und Ärzte sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten auf die Patientendaten der elektronischen Gesundheitskarte zugreifen, elektronische Dokumente rechtsgültig signieren und für den Versand über Datenleitungen sicher verschlüsseln. Erst dadurch werden Anwendungen wie das elektronische Rezept, elektronische Arzneimitteldokumentation und der elektronische Arztbrief möglich.

Herausgeber des elektronischen Heilberufsausweises sind die entsprechenden Kammern.

Wichtig: Aktuell können in Rheinland-Pfalz noch keine elektronischen Heilberufsausweise der Generation 2 beantragt werden.

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Weiterführende Links

Bundesärztekammer | FAQ rund um den elektronischen Arztausweis

Zugelassene TI-Komponenten

Die Übersichten zeigen die aktuell von der gematik zugelassenen Komponenten für den Wirkbetrieb der TI sowie die bestätigten Primärsysteme. Bitte wählen Sie jeweils als Zielgruppe "Ärzte" bzw. "Psychotherapeuten" aus und klicken Sie auf "Anzeigen":

Finanzierung

TI-Erstausstattungspauschale

Jede an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmende Praxis hat Anspruch auf eine Erstausstattungspauschale für die Anschaffung eines Konnektors und mindestens eines stationären Kartenterminals. Die Pauschale beträgt 1.549 Euro (1.014 Euro für Konnektor und 535 Euro für stationäres Kartenterminal) für eine Einzelpraxis, für Berufsausübungsgemeinschaften ab > 3 Ärztinnen und Ärzten (Vollzeitäquivalente) erhöht sich die Pauschale.

Konnektor inklusive Funktion für qualifizierte elektronische Signatur und stationäre Kartenterminals:

Quartal der erstmaligen Nutzung*

Vergütung in Euro
Anzahl der Ärztinnen und Ärzte in der Praxis (kumuliertes Vollzeitäquivalent)
< = 3 > 3 bis > = 6 > 6
ab 1/20201.549,002.084,002.619,00

 

Starterpauschale

Zusätzlich erhalten die Praxen eine einmalige Starterpauschale von 900 Euro. Darin enthalten sind die Kosten für das PVS-Software-Update, die Installation der Technik sowie den Zusatzaufwand der Praxen in der Startphase des VSDM.

Laufende Betriebskosten

Auch für die laufenden Betriebskosten, die beispielsweise die Wartung und die notwendigen Updates des Konnektors sowie den VPN-Zugangsdienst betreffen, erhalten Praxen Geld. Diese Pauschale beträgt 248 Euro je Quartal. Weitere laufende Pauschalen wird es für den Praxisausweis (SMC-B) und den elektronischen Heilberufsausweis (eHBA) geben. Für den Praxisausweis werden 23,25 Euro je Quartal und berechtigtem Ausweis finanziert. Für den eHBA gibt es eine Pauschale von 11,63 Euro pro Quartal und Ausweis.

Mobiles Kartenterminal

Wenn eine der nachfolgend aufgeführten Voraussetzungen erfüllt ist, haben alle in der Praxis tätigen Vertragsärztinnen und Vertragsärzte mit mindestens hälftiger Zulassung Anspruch auf die Pauschale eines mobilen Kartenterminals in Höhe von 350 Euro

  • mindestens drei abgerechnete Hausbesuche im vergangenen oder aktuellen Quartal
  • abgeschlossener Kooperationsvertrag zur Pflegeheimversorgung (nach § 119b SGB V)
  • Versorgung von Patientinnen und Patienten in anderen Praxen (zum Beispiel Anästhesistinnen und Anästhesisten)

Ausgelagerte Praxisstätten

Auch ausgelagerte Praxisstätten – sie werden nicht mit Konnektor und stationärem Kartenterminal ausgestattet – erhalten diese Pauschale. Für den Betrieb eines mobilen Kartenterminals wird ein weiterer Praxisausweis zur Identifikation benötigt. Die Kosten hierfür werden ebenfalls erstattet.

NFDM/eMP-Pauschale

Die nachfolgenden Pauschalen haben KBV und GKV-Spitzenverband in der TI-Finanzierungsvereinbarung (Anlage 32 zum Bundesmantelvertrag-Ärzte) geregelt

 

Komponente Pauschale
NFDM/eMP-Updates für Konnektor und PVS 530 Euro einmalig
Zusätzliches Kartenterminal
(kann für NFDM und eMP genutzt werden)
535 Euro je Kartenterminal

Anspruch: ein zusätzliches Terminal je angefangene 625 Betriebsstättenfälle
Zusatzpauschale NFDM/eMP

60 Euro je angefangene

625 Betriebsstättenfälle

befristet bis 30.09.2020

Zuschlag Betriebskosten auf die bereits im Rahmen der TI-Erstausstattung gezahlten Betriebskosten 4,50 je Quartal


Hinweis:
Mit Anbindung an die TI hat eine Praxis bereits die Pauschale für die TI-Erstausstattung erhalten. Der elektronische Heilberufsausweis (eHBA) der Generation 2, der für die qualifizierte elektronische Signatur (QES) benötigt wird, wird bereits seit diesem Zeitpunkt pauschal mit den TI-Betriebskosten ausgezahlt. Die Anlage 3g zum Honorarbescheid bietet eine Übersicht der erstatteten TI-Betriebskosten.

Erstattungsprozess

TI-Erstausstattung

Anspruch auf finanzielle Förderung haben alle Ärztinnen und Ärzte sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, die an der vertragsärztlichen bzw. vertragspsychotherapeutischen Versorgung teilnehmen. Jede genehmigte Betriebs- und Nebenbetriebsstätte, die einen Patienten-Kontakt hat, erhält nach erstmaliger Nutzung die Pauschalen für erforderliche TI-Komponenten und deren laufenden Betrieb gemäß Anlage 32 BMV-Ä. Ausgelagerte Praxisstätten erhalten lediglich eine Pauschale für ein mobiles Kartenterminal und einen Praxisausweis.

Für die Auszahlung der Pauschale muss kein Antragsformular ausgefüllt werden

Ebenso muss der Kauf der einzelnen Komponenten nicht nachgewiesen werden. Bei dem erstmaligen Versichertenstammdatenabgleich wird ein Prüfnachweis erzeugt, der über die Abrechnung an die KV RLP übermittelt wird. Ab diesem Zeitpunkt besteht ein Anspruch auf die Pauschalen für die Erstausstattung sowie für den laufenden Betrieb, die anschließend ohne Finanzierungsantrag von der KV RLP ausgezahlt werden. Dies gilt auch für berechtigte Praxisausweise und eHBAs. Die Höhe der Pauschalen richtet sich somit nicht nach dem Zeitpunkt des Kaufs oder der Lieferung, sondern nach der Inbetriebnahme der neuen Technik.

Verzögerte Auszahlung bei herkömmlicher Abrechnung

Sobald die Praxen an die TI angeschlossen sind, kommen sie über den Konnektor in das Sichere Netz der KVen (SNK). Das gilt im Übrigen auch für Praxen, die derzeit nicht an das Sichere Netz angeschlossen sind. Auch sie haben dann die Möglichkeit, Zugangsdaten zum Mitgliederbereich der KV RLP zu beantragen. Für den Zugang zum SNK entstehen möglicherweise monatliche Zusatzkosten. Wenn Praxisinhaber auf die TI umsteigen und das SNK bereits nutzen, sollten sie prüfen, ob ihr Vertrag für diesen Fall ein ordentliches Kündigungsrecht für ihren KV-SafeNet*-Anschluss vorsieht. So müssen nicht zwei Anschlüsse parallel betrieben und finanziert werden. Dieser Anschluss sollte jedoch frühestens nach Anbindung an die TI und erfolgreicher Anmeldung im Mitgliederbereich der KV RLP gekündigt werden.

Bereits acht Wochen vor Quartalsende können Praxen eine Testabrechnung hochladen, über die die KV RLP den VSDM-Prüfnachweis auslesen kann. Im Anschluss erhält die Praxis automatisiert eine Nachricht über das Fehlerprotokoll im Mitgliederbereich der KV RLP zugestellt, die den Eingang des erforderlichen Nachweises bestätigt und grob über den Auszahlungszeitraum informiert.

Praxen, die die Online-Abrechnung nutzen, bekommen die Pauschale schneller, als solche, die noch auf herkömmlichem Weg abrechnen. Wird beispielsweise über einen Datenträger abgerechnet, ist ein zeitlicher Verzug bei der Auszahlung bis zu sechs Wochen möglich. Diese Praxen müssen warten, bis die reguläre Abrechnung eingereicht wird. Ein weiterer positiver Nebeneffekt: Die KV RLP berechnet bei online abrechnenden Praxen den ermäßigten Verwaltungskostensatz von 2,6 Prozent – statt 3 Prozent – bezogen auf das erwirtschaftete Honorar.

Alternativer Nachweis für Ärztinnen und Ärzte ohne Patienten-Kontakt

Ärztinnen und Ärzte, wie beispielsweise Laborärztinnen und Laborärzte oder Pathologinnen und Pathologen, die keinen VSDM-Prüfnachweis erzeugen können, da sie keinen Patienten-Kontakt haben, erbringen den  Nachweis der TI-Anbindung durch einmalige Anmeldung am Mitgliederbereich der KV RLP und Beantragung über den Menüpunkt "Einstellungen > Pauschale TI", der zuvor noch durch die KV RLP freigeschaltet werden muss. Durch die Anmeldung über das Netzwerk der TI ist für die KV RLP der Zugangsweg über die TI ersichtlich. In solchen Ausnahmefällen erfolgt die Erstattung der Pauschalen für die Erstausstattung, die Startpauschale sowie für den laufenden Betrieb ohne VSDM-Prüfnachweis.

Wichtiger Hinweis: Entscheidend für die Auszahlung der Pauschalen ist der Zeitpunkt ihrer Beantragung im geschützten Mitgliederbereich.

Erstattung laufender Betriebskosten

Die laufenden Betriebskosten werden mit der regulären Endabrechnung erstattet. Eine detaillierte Aufstellung der erstatteten Betriebskosten befindet sich in der Anlage 3g des Honorarbescheides. Die Auszahlung startet mit dem Zeitpunkt des ersten erzeugten Prüfnachweises. Liegt dieser im zweiten Monat des Quartals, erhalten Sie erstmalig zwei Drittel des Betrags ausgezahlt. Ab dem Folgequartal wird die volle Betriebskostenpauschale erstattet.

NFDM/eMP-Pauschale

Sind die nachfolgenden Voraussetzungen für die Anwendung NFDM oder eMP umgesetzt, hat jede genehmigte Betriebs- und Nebenbetriebsstätte Anspruch auf die NFDM/eMP-Pauschalen.

  • E-Health-Konnektor
  • NFDM-Erweiterung/Update für Praxisverwaltungssystem
  • eHBA mindestens der Generation 2.0 für die qualifizierte elektronische Signatur des NFDM

Hinweis: Das Bestätigungsverfahren ist ab dem Zeitpunkt möglich, ab dem der eHBA der Generation 2 in Rheinland-Pfalz verfügbar ist.

Zur Erstattung muss zunächst die Betriebsbereitschaft zum NFDM und/oder eMP gegenüber der KV RLP bestätigt werden. Um eine schnelle und unbürokratische Erstattung durchführen zu können, hat sich die KV RLP für ein Bestätigungsverfahren über den Mitgliederbereich https://portal.kvrlp.kv-safenet.de/ entschieden. Bei der Anmeldung an den Mitgliederbereich wird den Praxisinhabern, die bereits an der TI angeschlossen sind ein Formular angezeigt, über das die Betriebsbereitschaft der entsprechenden Betriebs- und Nebenbetriebsstätte(n) verbindlich bestätigt wird.

Die laufenden Betriebskosten erhöhen sich um den NFDM/eMP-Zuschlag und werden wie bisher mit der regulären Endabrechnung erstattet. Eine detaillierte Aufstellung der erstatteten Betriebskosten befindet sich in der Anlage 3g des Honorarbescheides. Die Auszahlung startet mit dem Zeitpunkt der Bestätigung. Eine verspätete Bestätigung wird nicht rückwirkend erstattet.

Weitere Informationen

Hilfe für Praxen

Elektronische Gesundheitskarte | eGK

IT-Sicherheit und Datenschutz

Hotline Datensicherheit

Hier erreichen Sie die Hotline speziell für Anfragen zum Thema Datensicherheit bei Anschlüssen der KBV:

Telefon 030 4005-2000

Ärztehotline

Hier erreichen Sie die Ärztehotline der Telekom:

Telefon 0800 330-1368 

Rechtsnormen

Häufige Fragen

Materialien

Einrichtungen und Behörden

Bundesministerium für Gesundheit

Das Bundesministerium für Gesundheit informiert ebenfalls zu Themen rund um eGK.

gematik

Die gematik GmbH steuert gemäß dem gesetzlichen Auftrag Einführung, Pflege und Weiterentwicklung der eGK. Online stellt sie unter anderem Informationen zu den technischen Anforderungen bereit.

Weiterführende Links

*KV-SafeNet steht mit der Firma SafeNet, Inc., Belcamp, Maryland, USA, in keiner firmenmäßigen oder vertraglichen Verbindung.

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KV RLP Isaac-Fulda-Allee 14 55124 Mainz Telefon 06131 326-326 Fax 06131 326-327 E-Mail service@kv-rlp.de
05. August 2020