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9. November 2015

Politik trifft KV – Zukunftsweg in die Niederlassung

Wie finden Ärzte und Psychotherapeuten ihren Weg in die Niederlassung? Welchen Beitrag KV und Politik leisten können, um junge Mediziner dabei zu unterstützen, diskutierte die KV RLP mit Vertretern der Städte und Gemeinden auf ihrer Veranstaltung "Politik trifft KV – der Zukunftsweg in die Niederlassung". Die Veranstaltung fand im Rahmen der zweiten rheinland-pfälzischen Demografiewoche in der KV RLP-Hauptverwaltung in Mainz statt.

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Lesefassung

Sprecherin: Im Rahmen der rheinland-pfälzischen Demografiewoche lud die KV Rheinland-Pfalz am 5. November Bürgermeister der Städte, Gemeinden und Verbände wie Kommunal- und Landespolitiker in die Hauptverwaltung nach Mainz ein. Die Veranstaltung warf die Fragen auf: Was sind Mythen, was sind Fakten, wenn es um die Niederlassung geht? Und was sind die tatsächlichen rechtlichen Vorgaben, in denen sich die KV im Rahmen ihres gesetzlichen Sicherstellungsauftrags bewegt?

Torsten Erb | Abteilungsleiter Sicherstellung: Natürlich, die Kassenärztliche Vereinigung ist für die Sicherstellung der ambulanten Versorgung da. Sie hat den gesetzlichen Auftrag. Aber es sind die Zulassungsausschüsse, die letztendlich sagen: Dieser Arzt, dieser Therapeut bekommt eine Anstellungsgenehmigung, dieser Arzt, dieser Therapeut bekommt eine Zulassung oder eine Ermächtigung.

Sprecherin: Der zuständige Abteilungsleiter für die Sicherstellung machte deutlich, dass die KV an Vorgaben gebunden ist, auf die sie nur indirekten Einfluss hat. Die paritätisch auch mit Krankenkassen besetzten Gremien entscheiden nach dem Mehrheitsprinzip. Auch die Planung, wo wie viele Vertragsärzte sich ansiedeln dürfen, ist klar auf Bundesebene durch die Bedarfsplanung festgelegt.

Die Vorsitzende der KV Rheinland-Pfalz Dr. Sigrid Ultes-Kaiser zeigte auf, welche Wege man sucht, um mehr Ärzte für eine Niederlassung zu gewinnen – dies alles innerhalb der schwierigen gesetzlichen Rahmenbedingungen, denn die neue Medizinergeneration ist anders. Beruf und Familie müssen besser vereinbar sein. Dem steigenden medizinischen Behandlungsbedarf einer älter werdenden Gesellschaft stehen die reduzierten Arbeitszeiten der neuen Arztgeneration gegenüber.

Dr. Sigrid Ultes-Kaiser | Vorstandsvorsitzende der KV RLP: Es gibt nicht die eine Lösung für alle Regionen. Man muss viele neue Wege beschreiten, aber einer dieser Wege ist sicherlich die Filialpraxis und auch die kooperative Filialpraxis. Darunter verstehe ich, dass zum Beispiel in einem Ort, wo es keinen Arzt mehr gibt, Räume zur Verfügung stehen, die dann tageweise von verschiedenen Fachgruppen genutzt werden.

Sprecherin: Ein weiterer wichtiger Schritt war die Neustrukturierung des Bereitschaftsdienstes. Die KV Rheinland-Pfalz hat mit dieser Umstellung schon sehr früh angefangen, mit Erfolg.

Dr. Sigrid Ultes-Kaiser | Vorstandsvorsitzende der KV RLP: Wenn wir heute in unserer Niederlassungsberatung junge Kollegen haben, die sich für einen Standort entscheiden wollen, ist zuverlässig mit die erste Frage, wie denn der Bereitschaftsdienst organisiert ist. Mittlerweile hat es sich herumgesprochen, dass das in Rheinland-Pfalz so ist. Und das erhöht wirklich unsere Attraktivität.

Sprecherin: Die Rahmenbedingungen müssen stimmen. Das ist wichtig für die jungen Mediziner. Dazu gehören auch mittlerweile so selbstverständliche Dinge wie funktionierende Internetverbindungen.

Dr. Sigrid Ultes-Kaiser | Vorstandsvorsitzende der KV RLP: Das ist in der Tat mittlerweile ein Totschlagargument. Wo sie das nicht anbieten, fühlen sich die Leute abgeschnitten, auch von diesen telemedizinischen Projekten, die immer wichtiger werden, ganz klar.

Sprecherin: Ganz entschieden wendet sich die Vorsitzende der KV Rheinland-Pfalz gegen die Öffnung der Krankenhäuser für die ambulante Versorgung. Dies sei kein geeignetes Mittel, um den Ärztemangel in unterversorgten Regionen auszugleichen. Zudem bezeichnet sie die Forderung der Krankenhäuser nach mehr Geld für die ambulante Versorgung als verfehlt.

Dr. Sigrid Ultes-Kaiser | Vorstandsvorsitzende der KV RLP: Man nimmt also für sich in Anspruch, die Deutsche Krankenhausgesellschaft, dass die Leistung, weil sie im Krankenhaus erbracht wurde, deutlich besser vergütet werden muss als sie das normalerweise würde, vergleichbar mit der ambulanten Versorgung der Vertragsärzte. Und auch dieses Delta sollen wir zahlen. Das ist einfach nur absurd.

Sprecherin: Zum Abschluss der Veranstaltung rief Dr. Sigrid Ultes-Kaiser zum Austausch und zur Zusammenarbeit auf, um gemeinsam den Zukunftsweg in die Niederlassung zu gestalten.

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