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1. August 2012

Niederlassungsdoku | Folge 1 – der Entschluss

Das Ziel vieler Ärzte und Psychotherapeuten ist die Niederlassung in der eigenen Praxis. Aber wie kommt man dorthin? KV-TV begleitet zwei angehende Vertragsärzte auf ihrem Weg: Vanessa Jürgens ist Allgemeinmedizinerin – aus Berlin zurück, will sie die Praxis ihrer Mutter im rheinhessischen Nackenheim weiterführen. Marko Groth ist Frauenarzt. Nach langer Zeit an einem Krankenhaus will er jetzt den intensiveren Patientenkontakt – und möchte dazu von einem Arzt, der in den Ruhestand geht, eine Praxis in Mainz übernehmen.

Service

Lesefassung

Sprecherin: Die eigene Praxis: Für viele Ärzte und Psychotherapeuten ist das einer der schönsten Momente in der beruflichen Laufbahn. Für den zweifachen Familienvater Dr. Marko Groth geht mit der Entscheidung zur Selbstständigkeit ein Traum in Erfüllung.

Dr. Marko Groth: Das war schon immer mein großer Wunsch gewesen. Schon zu Beginn des Studiums war für mich klar, dass ich mal in die Selbstständigkeit gehen werde, eine eigene Praxis führen würde. Ich habe vor zwei Jahren meine Facharztprüfung absolviert und konnte danach als Oberarzt meine operativen Fähigkeiten auch ausbauen, sodass ich, denke ich, ein breites Spektrum in einer Niederlassung anbieten kann. Ich fühle mich dafür jetzt gut vorbereitet.

Ja, schönen guten Tag, mein Name ist Groth. Ich melde mich auf Ihre Anzeige im Deutschen Ärzteblatt.

Dr. Joseph Metzner: Ja, richtig. Die Anzeige ist von mir.

Sprecherin: Der Mainzer Frauenarzt Dr. Joseph Metzner hat mit dem Kollegen Dr. Groth einen geeigneten Nachfolger gefunden. Er hat sich schon frühzeitig umgeschaut und erst, als sich beide einig waren, den offiziellen Weg beschritten und seine Praxis öffentlich ausgeschrieben.

Dr. Joseph Metzner: Mittwochnachmittag. Das wäre günstig. Gut, Herr Groth, ich freue mich. Ich gebe meine Praxis in erster Linie aus Altersgründen ab. Ich werde jetzt im März 67 Jahre alt. Ich habe 1972 meine Approbation erhalten, bin also fast 40 Jahre im Beruf. 34 Jahre führe ich meine Praxis. Und ich spüre doch, dass ich nach einem Zehn-Stunden-Tag abends erschöpft bin und früh ins Bett gehen möchte, damit ich am nächsten Tag wieder fit bin.

Sprecherin: Dr. Vanessa Jürgens ist in eine Arztfamilie hineingeboren. Ihre Eltern haben die hausärztliche Praxis im rheinhessischen Nackenheim aufgebaut, der Vater ist schon ausgeschieden. Die Mutter freut sich, dass nun die Tochter in ihre Fußstapfen treten wird.

Mutter: Absolut, Sie müssen sich vorstellen, wir haben die Praxis aufgebaut. Wir haben keine vorher übernommen vor 30 Jahren. Und die hatte eine Größe, dass ich gesagt hab, das wäre wunderbar, wenn man sein Werk ja an ein Kind weitergeben kann. Das war schon ein großer Wunsch von uns beiden, von meinem Mann und mir auch.

Dr. Vanessa Jürgens: Also ich hab viel in der Praxis mitbekommen, weil ich von klein auf immer mitgearbeitet habe. Ich hab seit ich zwölf oder 13 bin so als Sprechstundenkraft mitgearbeitet und hab eigentlich auch nie an was anderes gedacht als daran, irgendwann auch mal Medizin zu betreiben.

Sprecherin: Aber auf dem Weg zur Selbstständigkeit wird jeder Niederlassungswillige mit einer Reihe von betriebswirtschaftlichen und rechtlichen Vorgängen konfrontiert, bei denen man als Laie leicht den Überblick verlieren kann. Um eine Zulassung als Vertragsarzt zu bekommen, also als Arzt, der über die gesetzlichen Krankenkassen abrechnen darf, ist der erste wichtige Schritt die Eintragung in das sogenannte Arztregister. Das Register wird von der Kassenärztlichen Vereinigung geführt und enthält alle Daten zur Person, Tätigkeit und Praxisorganisation, die für die Zulassung notwendig sind.

Dr. Vanessa Jürgens hat alle Unterlagen dabei. Ihre Geburtsurkunde, das Zeugnis der ärztlichen Prüfung, die Approbationsurkunde, Facharztanerkennung, Nachweise über die ärztlichen Tätigkeiten und Urkunden über abgeschlossene Weiterbildungen.

Und in der nächsten Folge: Dr. Vanessa Jürgens und Dr. Marko Groth müssen formal ihre Zulassung beim Zulassungsausschuss beantragen. Und die angehenden Vertragsärzte besuchen die Niederlassungsberatung der Kassenärztlichen Vereinigung Rheinland-Pfalz.

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