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15. Juli 2015

eDoku Kapselendoskopie – Qualität dokumentieren

Schnell, einfach und sicher dokumentieren: Dies ist über das Online-Portal "eDoku" zur elektronischen Dokumentation in der Qualitätssicherung möglich, das die KBV gemeinsam mit den Kassenärztlichen Vereinigungen anbietet. Demnächst schließt das auch die Dünndarm-Kapselendoskopie ein. Der Koblenzer Gastroenterologe Dr. Horst Hohn hat an den Qualitätsstandards für die Jahresstatistik mitgearbeitet und Daten gesammelt.

Service

Lesefassung

Sprecherin: Für niedergelassene Gastroenterologen und Kindergastroenterologen, die Dünndarmkapselendoskopien durchführen, beginnt ab dem 1. April 2015 der Erfassungszeitraum für die Jahresstatistik. Die Daten müssen Anfang 2016 an die Kassenärztliche Vereinigung übermittelt werden. Dr. Horst Hohn ist Gastroenterologe und Vorsitzender der Fachgruppe Kapselendoskopie. Er hat an den Qualitätsstandards mitgearbeitet.

Dr. Horst Hohn | Gastroenterologe: Ziel dieser Vereinbarung ist die Qualität hoch zu halten. Uns war auch klar, dass es bei so einer neuen Methode nicht völlig klar ist am Anfang, wo die Fehler liegen, also was letzten Endes geprüft werden sollte. Und aus diesem Grunde beschlossen wir, dass nach zwei Jahren beobachtet wird: Was wurde gemacht? Wo sind die Fehler? Und wie kann man dann prüfen, ob Qualität da ist oder nicht?

Sprecherin: Die Übermittlung einer zusammenfassenden Jahresstatistik ist wesentlicher Bestandteil der Qualitätssicherungsvereinbarung Dünndarmkapselendoskopie, die am 1. Juli 2014 in Kraft getreten ist. Die Statistik wird für dieses Jahr erstmalig fällig.

Denise Ulitza | Abteilung Qualitätssicherung KV RLP: Wir hatten jetzt im April schon erstmalig informiert, dass sie eigentlich ab dem 1. April dokumentieren sollen, dass das Portal aber noch nicht zur Verfügung steht, dann allen den Erfassungsbogen zugesendet. Wir werden dann, bevor das Portal geöffnet wird, jeden nochmal informieren.

Sprecherin: Was für dieses Jahr noch händisch gemacht werden muss, dafür soll ab Januar 2016 ein entsprechendes Modul im eDoku-Portal der KBV und der KVen sorgen.

Dr. Horst Hohn | Gastroenterologe: Viele waren natürlich der Meinung: Jetzt schon wieder dokumentieren. Was soll denn das? Da war es schon wichtig, den Kollegen klar zu machen, dass man nur Leistung abfragen kann, wenn man nachweisen kann, dass man Qualität erbringt. Und für diesen Nachweis muss man dokumentieren. Ich denke, dass das jetzt in den Köpfen im Allgemeinen auch angekommen ist.

Sprecherin: Mit Hilfe der Kapselendoskopie wird der Dünndarm untersucht. Eine Minikamera durchquert den Magen-Darm-Trakt.

Dr. Horst Hohn | Gastroenterologe: Der Patient schluckt die Kapsel runter, die wandert dann in den Magen, von dort aus in den Dünndarm und dann fällt sie in den Dickdarm und dann ist die Untersuchung für uns erstmal beendet, und die Kapsel wird dann ausgeschieden. Der Patient kann, nachdem die Kapsel geschluckt worden ist, nach Hause gehen. Es wird ein Videofilm erstellt, den ich mir dann in aller Ruhe angucken kann.

Sprecherin: Nach der Untersuchung werden die abgefragten Qualitätsmerkmale über das eDoku-Portal der KBV elektronisch übermittelt, ganz einfach via KV-SafeNet Anschluss und Zugriffscode. Die KV Rheinland-Pfalz bekommt im April nächsten Jahres eine erste Rückmeldung mit Daten.

Denise Ulitza | Abteilung Qualitätssicherung KV RLP: Dann gleiche ich die ab mit unseren hausinternen Abrechnungsdaten. Wenn es Differenzen gibt, schreibe ich die entsprechenden Praxen an, sage: Bitte bessern Sie doch noch nach. Hier gibt es Differenzen. Dann bekomme ich nochmal im Mai, Juni von der KBV die bereinigten Daten, nochmal neue Daten, gleiche ab, ob die Differenzen sich aufgehoben haben oder nicht. Und das ist in 99 Prozent der Fälle auch bei den anderen Anwendungsbereichen gegeben, weil die Ärzte dann nachbessern. Und dann kann ich der KBV sagen: In der KV Rheinland-Pfalz sind die Zahlen soweit in Ordnung.

Dr. Horst Hohn | Gastroenterologe: Es soll ja erstmal nur eine Gesamtstatistik gemacht werden. Und die soll dann letzen Endes zeigen, ob es irgendwo Qualitätsmängel gibt. Das heißt, wir haben jetzt diese Parameter, die wir erfassen, recht allgemein gefasst. Das sind Untersuchungsdauer, das ist aber auch Verschmutzungsgrad, natürlich gibt es auch einen Befund. Hat man etwas gefunden oder hat man nichts gefunden? Gab es Medikamentenauslassversuche? Also all jene Dinge, die letzen Endes bei den QS-Vereinbarungen aufgelistet sind, die werden so reflektiert und abgefragt und finden dann Eingang in diese kumulative Statistik.

Sprecherin: Nach der Auswertung der Daten erhalten Ärzte einen Rückmeldebericht, der die Ergebnisse zusammenfasst und einen Vergleich mit den Ergebnissen aller anderen teilnehmenden Ärzte enthält. Die Daten der Vergleichsgruppe sind anonymisiert.

Dr. Horst Hohn | Gastroenterologe: Letzten Endes können wir uns eine Datengrundlage schaffen, auf der man die Arbeit auch begründen kann, die Qualität der Arbeit auch begründen kann. Das ist dann wieder ein Vorteil für uns, wenn es dann in zwei Jahren in die Verhandlungen geht. Wird diese Leistung noch ohne Budget bezahlt? Oder wird sie vielleicht in irgendein Budget reingenommen? Da kann man natürlich sagen, wir haben gar nicht so viele Kapseln gemacht, sondern es ist eine strenge Indikation. Die Leistung wird nicht geboomt, die Leistung ist qualitativ hochwertig. Und wir plädieren natürlich dafür, dass qualitativ hochwertige Arbeit auch gut bezahlt wird.

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