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19. Mai 2014

Ambulante Operationen – OP in der Praxis, Genesung daheim

Die moderne Medizin macht es möglich: Wer sich ambulant operieren lässt, verbringt schon die erste Nacht im eigenen Bett anstatt im Krankenhaus. Ein Vorteil, den besonders die Patienten schätzen. Für Dr. Andreas Bartels von der Tagesklinik Am Brand in Mainz spricht aber noch mehr für ambulante Operationen: So kommt es selten zu Wundinfektionen und der kurze Aufenthalt in der Praxis verringert die Gefahr, sich mit Krankenhauskeimen zu infizieren.

Service

Lesefassung

Dr. Andreas Bartels | Anästhesist und Leiter Tagesklinik am Brand Mainz: Wir besprechen mit dem Patienten den gesamten Verlauf. Wie es abläuft. Es geht darum, dass der Patient schon mal ein Vertrauen zu uns fasst, dass er schon mal den Ort kennt, wo er dann operiert wird. Und wir schauen nach seiner Konstitution, nach seiner Vorerkrankung. Ist er schon mal operiert worden? Gab es schon mal Komplikationen im Rahmen einer Operation oder Narkose?

Wichtig ist, dass wir jetzt ein paar Fragen einfach mal durchgehen, wie es Ihnen geht. Und dann erkläre ich Ihnen, wie der ganze Ablauf ist und welche Narkose Sie erhalten.

Sprecherin: In der Tagesklinik von Andreas Bartels werden am Tag bis zu 50 ambulante Operationen durchgeführt. Viele Operationen, die noch vor wenigen Jahren mit einem längeren Krankenhausaufenthalt verbunden waren, können mittlerweile ambulant durchgeführt werden – und das auf höchstem medizinischen Niveau, ohne Verzicht auf Sicherheit.

Dr. Andreas Bartels | Anästhesist und Leiter Tagesklinik am Brand Mainz: Der Druck zu einer ambulanten Operation kommt eigentlich vielmehr vom Patienten heraus, weil die Patienten eben nicht im Krankenhaus betreut werden wollen, sondern nach dem Eingriff einfach wieder nach Hause gehen möchten. Da fühlen sie sich wohler, da sind sie in ihrer normalen Umgebung.

Andere Vorteile sind natürlich: Ich muss nicht in ein Krankenhaus gehen. Bedeutet auch: Ich hab kein Risiko, eine der Krankenhausinfektionen zu bekommen. Hier sind keine Intensivkeime, die gezüchtet werden durch die Antibiotika auf den Intensivstationen, und dementsprechend haben wir eine sehr, sehr geringe Infektionsrate.

Sprecherin: Eine ambulante Operation bedeutet für den Patienten ein größeres Mitspracherecht, aber auch mehr Verantwortung als bei einem stationären Eingriff.

Dr. Andreas Bartels | Anästhesist und Leiter Tagesklinik am Brand Mainz: Er muss zur Operation hier nüchtern erscheinen. Das ist für uns immer wichtig als Anästhesisten. Er darf sechs Stunden vorher nichts gegessen haben, bis zu zwei Stunden vorher darf er trinken, aber nur Wasser. Meldet sich dann hier vorne an der Anmeldung an.

Nichts ist ohne Risiko und bei jeder Operation, bei jeder Narkose kann es zu Komplikationen kommen. Sicherlich haben wir das auch ab und zu. Und wir haben auch ab und zu mal den akuten Notfall bei uns im Operationssaal und diesbezüglich muss dann alles stimmen. Dann muss eben die Qualität auch der Mitarbeiter, der Ärzte, die regelmäßigen Schulungen für diesen Notfall, die müssen dann passen, da muss alles ineinandergreifen. Und man muss auch rechtzeitig erkennen, wo seine Grenzen sind. Wir müssen auch rechtzeitig erkennen: Diesen Patienten können wir jetzt hier nicht behandeln und den müssen wir weiter zur Weiterbehandlung ins Krankenhaus schicken.

Im Aufwachraum wird der Patient vorbereitet für die Operation, erhält von uns ein Patientenhemdchen, so ein OP-Hemdchen, bekommt eine Kanüle gelegt, das ist so ein venöser Zugang, und wenn alles vorbereitet ist, dann kommen wir als Anästhesisten, holen ihn dort ab und nehmen ihn mit in den Operationssaal. Und dort wird er dann auf dem OP-Tisch gelagert, angeschlossen an verschiedene Geräte, die ihn überwachen, und erhält dann letztendlich über die liegende Infusion das Medikament, von dem er schläft.

Dann wird die Operation durchgeführt. In der Regel haben wir Operationen, die so im Bereich zwischen 30 bis 40 Minuten, maximal bis eineinhalb-zwei Stunden sind.

Sprecherin: Die hygienischen Vorschriften sind streng. Mehrfach sind sie in den vergangenen Jahren verschärft worden.

Dr. Andreas Bartels | Anästhesist und Leiter Tagesklinik am Brand Mainz: Durch die Zertifizierung haben wir ja schon immer sehr hohe Qualitätsmaßgaben uns gegenseitig auferlegt, aber es gab natürlich Neuerungen. Zum Beispiel der hygienebeauftragte Arzt, den mussten wir institutionalisieren. Ein Kollege von mir hat jetzt extra eine Fortbildung gemacht, hat diesen Kurs besucht.

Parallel dazu müssen wir einen Hygienefacharzt beauftragen, der uns ebenfalls überwacht. Also es sind sehr, sehr viele Auflagen, die zu erfüllen sind, die gar nicht so einfach zu erfüllen sind und die immer wieder neues Geld kosten.

Sprecherin: 6.000 ambulante Operationen werden in der Tagesklinik von Andreas Bartels jährlich durchgeführt. Ein eingespieltes Team und die moderne Medizin sorgen dafür, dass der Patient schon nach wenigen Stunden wieder zu Hause ist.

Dr. Andreas Bartels | Anästhesist und Leiter Tagesklinik am Brand Mainz: Wenn meine Mitarbeiter sehen, der Patient ist soweit stabil, helfen sie ihm beim Anziehen. Und was wir dann noch haben, was wichtig ist: Wir haben einen Entlassungsbereich, wo Liegesessel sind, wo der Patient dann nochmal eine Tasse Kaffee oder eine Tasse Tee bekommt, wo wir schauen, ob der Kreislauf stabil ist, wenn der Patient dann aufrecht ist. Und wenn es ihm da gut geht, wird er dann dort von einem Angehörigen abgeholt. Also wir schauen dann nochmal nach dem Patienten, machen Visite, bevor wir ihn entlassen, und dann darf er nach Hause.

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