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Förderung der ärztlichen Versorgung

Die ärztliche Versorgung in Rheinland-Pfalz wird durch zahlreiche Maßnahmen gefördert. Auch die KV RLP engagiert sich auf vielen Gebieten.

Studium

Famulatur und Praktisches Jahr

Famulaturförderung

Hausärztlichen Nachwuchs zu gewinnen, ist ein wesentliches Ziel der KV RLP. Als eine Maßnahme wurde bereits 2013 ein Förderprogramm ins Leben gerufen, das Famulanten in Hausarztpraxen finanziell unterstützt. Bis zu zwei Famulaturmonate werden mit jeweils 500 Euro gefördert. Abgedeckt werden soll der Aufwand für Anfahrt und Unterkunft insbesondere in ländlichen und schwächer versorgten Regionen.

Famulaturbörse

Medizinstudenten, die ihre Famulatur in einer rheinland-pfälzischen Arztpraxis absolvieren möchten, können sich außerdem mit der Famulaturbörse der KV RLP einen Überblick über die aktuell gemeldeten Famulaturplätze verschaffen.

PJ-Förderung

Das Land Rheinland-Pfalz bietet ein Förderprogramm für Studierende der Medizin an, die im Praktischen Jahr (PJ) das Fach Allgemeinmedizin wählen. Mit der Förderung soll erreicht werden, dass sich mehr Absolventen für eine Weiterbildung in der Allgemeinmedizin entscheiden und später für die hausärztliche Versorgung zur Verfügung stehen.

Informationsveranstaltungen

Für die Landarzttätigkeit wirbt die KV RLP auf Veranstaltungen für Berufseinsteiger – zum Beispiel im Rahmen der Kongressreihe des Deutschen Ärzteverlags "Operation Karriere" sowie an Tagen der Allgemeinmedizin in Kooperation mit der Landesärztekammer Rheinland-Pfalz.

Lehre

Die KV RLP fördert am Lehrbereich der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz allgemeinmedizinische Lehrveranstaltungen, die niedergelassene Ärzte dort als Lehrbeauftragte halten. Der Förderbetrag beläuft sich auf rund 90.000 Euro im Jahr. Bis Ende 2014 will das Land Rheinland-Pfalz dort auch einen Lehrstuhl für Allgemeinmedizin einrichten.

Fort- und Weiterbildung

Weiterbildung

Um die ambulante ärztliche Patientenversorgung in Rheinland-Pfalz sicherzustellen, fördert die KV RLP die Weiterbildung von Ärzten, ab 2018 sogar innerhalb aller Fachgruppen. Der Förderzuschuss soll helfen, die personellen und zeitlichen Aufwände abzudecken, die dem weiterbildenden Arzt aus der Beschäftigung des Arztes in Weiterbildung entstehen.

2.400 Euro

Arztpraxen, die einen Arzt in Weiterbildung beschäftigen, können ab 2018 einen monatlichen Förderbetrag von bis zu 2.400 Euro erhalten. Mindestens sechs zusammenhängende Monate muss der Arzt in Weiterbildung dafür in der Weiterbildungspraxis verbleiben.

4.800 Euro

In einigen Fachgebieten beteiligen sich die Landesverbände der Krankenkassen und Ersatzkassen an der Förderung, weshalb hier mit 4.800 Euro ein höherer Förderbetrag monatlich weitergegeben werden kann. Diese Fördermöglichkeit besteht aktuell bereits und betrifft die folgenden Fachgruppen:

  • Allgemeinmedizin
  • Augenheilkunde
  • Frauenheilkunde und Geburtshilfe
  • Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde
  • Haut- und Geschlechtskrankheiten
  • Kinder- und Jugendmedizin
  • Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie

In hausärztlich versorgten Gebieten, in denen eine Unterversorgung droht oder bereits besteht, kann sich der Förderbetrag zusätzlich um monatlich 250 bzw. 500 Euro erhöhen.

In der Allgemeinmedizin werden bis zu 42 Monate gefördert – sofern es sich um einen anerkennungsfähigen Weiterbildungsabschnitt nach der jeweiligen Weiterbildungsordnung handelt. In den Fachgebieten Augenheilkunde, Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Haut- und Geschlechtskrankheiten, Kinder- und Jugendmedizin sowie Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie richtet sich die Förderdauer nach der maximalen ambulanten Weiterbildungszeit gemäß der rheinland-pfälzischen Weiterbildungsordnung. Eine Förderung ist hier erst ab einer Mindestförderdauer von zwölf Monaten möglich.

Koordinierungsstelle

Die KV RLP betreibt die Koordinierungsstelle Weiterbildung Allgemeinmedizin. Diese vermittelt sowohl Ärzte in Weiterbildung als auch Weiterbildungsstätten im ambulanten und im stationären Bereich. Sie steht Interessierten in allen Fragen der Weiterbildungsorganisation zur Seite und initiiert und unterstützt Weiterbildungsverbünde.

Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen

Ab 2018 fördert die KV RLP in bestimmten Leistungsbereichen einzelne Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen. Das Gesamtfördervolumen im Jahr 2018 beträgt 250.000 Euro. Die Förderung soll die Ärzte und Psychotherapeuten in Rheinland-Pfalz dabei unterstützen, wichtige versorgungsrelevante, fachliche Qualifikationen zu erwerben. Damit leistet die KV RLP einen weiteren Beitrag zur nachhaltigen Verbesserung der Patientenversorgung im Land.

Eine Förderung ist zunächst in den folgenden Leistungsbereichen möglich:

Gruppenpsychotherapie

  • Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie
  • Analytische Psychotherapie
  • Verhaltenstherapie

Finanziell gefördert werden die direkten Fort- und Weiterbildungskosten wie zum Beispiel die Aufwendungen für den Besuch eines Seminars oder die Inanspruchnahme einer Supervision. Die Förderhöhe richtet sich nach den tatsächlich entstandenen Kosten – und reicht bis zu einer maximalen Obergrenze von 2.500 Euro.

Förderrichtlinie

Niederlassung

Beratung

In beruflichen Fragen und im Praxisalltag unterstützt die KV RLP Niedergelassene und Niederlassungswillige mit einem umfangreichen und kostenfreien Beratungsangebot. Es deckt alle wichtigen Themen der vertragsärztlichen und vertragspsychotherapeutischen Tätigkeit ab und leistet insbesondere neu Niedergelassenen konkrete Hilfestellungen zum Beispiel in Fragen zu allgemeiner Orientierung, betriebswirtschaftlicher Praxisführung oder Kooperation.

Bereitschaftsdienstorganisation

Die ambulante ärztliche Versorgung der Patienten außerhalb der üblichen Sprechzeiten ist eine gemeinsame Aufgabe aller niedergelassenen Ärzte und Medizinischen Versorgungszentren. Diese leisten sie im Ärztlichen Bereitschaftsdienst. In Rheinland-Pfalz ist für die Bereitschaftsdienstorganisation die KV RLP verantwortlich.

Historisch bedingt war der Ärztliche Bereitschaftsdienst im Land lange dezentral strukturiert. Insbesondere durch den sich ankündigenden Ärztemangel drohte die flächendeckende Patientenversorgung vor allem in ländlichen Regionen zum Problem zu werden. Verschärft wurde die Situation durch die ohnehin hohe Arbeitsbelastung der niedergelassenen Ärzte. Die KV RLP reagierte und gewährleistet seit 2014 in den sprechstundenfreien Zeiten eine flächendeckende Patientenversorgung durch Ärztliche Bereitschaftsdienstpraxen. Die Dienstfrequenzen der Bereitschaftsärzte konnten so reduziert und für alle niedergelassenen Ärzte eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf erzielt werden.

Honorarverteilung

Als erste Kassenärztliche Vereinigung hat die KV RLP die Möglichkeiten des GKV-Versorgungsstrukturgesetzes konsequent genutzt, indem sie die Regelleistungsvolumina 2012 abgeschafft und durch Individualbudgets ersetzt hat. Seither kann die Honorarverteilung das Versorgungsgeschehen in den Praxen wieder sachbezogener abbilden. Auch regionale Besonderheiten werden besser berücksichtigt.

Kampagne

Mit ihrer Niederlassungskampagne "arzt.nah.dran. – Willkommen in Rheinland-Pfalz!" will die KV RLP neue Ärzte für die Niederlassung gewinnen. Die Kampagne ist als weitere Maßnahme gegen den drohenden Ärztemangel im Land konzipiert und vereint mehrere Informationsangebote. Auftakt war im April 2016.

Unter www.arzt-nah-dran.de bekommen interessierte Ärzte umfangreiche Angaben etwa zu den vielfältigen beruflichen Möglichkeiten in der ambulanten Versorgung, zu Förderprogrammen, zum Niederlassungsprozess oder zur Unterstützung, die sie von der KV RLP erhalten. Ergänzend bieten unter anderem der Newsletter "Arzt in Rheinland-Pfalz" sowie die Veranstaltungsreihe "Info mit Biss" Hilfestellungen und Tipps zur Tätigkeit in der vertragsärztlichen Praxis.

Praxisgründung und -tätigkeit

Zulassungs- und Kooperationsberatung

Die KV RLP bietet Unterstützung bei der Gründung von Praxen und Zweigpraxen und der Anstellung von Ärzten auf dem Land.

Strukturfonds

Um die vertragsärztliche Versorgung in Rheinland-Pfalz sicherzustellen, unterstützt und fördert die KV RLP gemeinsam mit den Krankenkassen die Niederlassung von Hausärzten und Fachärzten in Rheinland-Pfalz über einen eigenen Strukturfonds.

Wer als selbstständiger Vertragsarzt eine Praxis neu gründet oder übernimmt, eine Nebenbetriebsstätte einrichtet oder andere Vertragsärzte einstellt, kann gefördert werden. Dabei spielt keine Rolle, ob dies im Rahmen einer Einzelpraxis oder einer Kooperation erfolgt. Entscheidend ist aber, in welcher Region und in welcher Fachgruppe die Niederlassung bzw. die Anstellung stattfindet. Die Fördergebiete werden zum 1. Januar eines jeden Jahres bestimmt und sollen zur Verbesserung der vertragsärztlichen Versorgung in Städten und im ländlichen Raum beitragen.

In förderfähigen Fällen stellt die KV RLP bereit:

  • einmalig 60.000 Euro für Praxisneugründungen und -übernahmen
  • einmalig 20.000 Euro für die Einrichtung einer Nebenbetriebsstätte
  • 1.000 Euro pro Monat für eine Anstellung bei einem vollen Versorgungsauftrag und für längstens 60 Monate

Förderprogramm "Hausärztliche Versorgung in ländlichen Gebieten"

Wer als Hausarzt in einer ländlichen Region tätig werden möchte, kann unter bestimmten Voraussetzungen auf Fördergelder des Landes Rheinland-Pfalz zurückgreifen. Der Förderbetrag je Zuwendungsempfänger beträgt einmalig bis zu 15.000 Euro. Die Einrichtung von Zweigpraxen wird besonders unterstützt. Bewilligungsbehörde ist das Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung.

KV RLP Isaac-Fulda-Allee 14 55124 Mainz Telefon 06131 326-326 Fax 06131 326-327 E-Mail service@kv-rlp.de
11. Dezember 2017