Empfehlung der europäischen Arzneimittelbehörde: Ärzte sollten gegebenenfalls bestehendes Therapiekonzept bei Diabetes-Patienten umstellen
Die multinationale Altitude-Studie mit dem Reninhemmer Aliskiren (Rasilez) sollte den Einfluss von Aliskiren auf das Risiko von kardiovaskulären und renalen Ereignissen bei Patienten mit Typ-2-Diabetes, gestörter Nierenfunktion und/oder Herz-Kreislauf-Erkrankung untersuchen. Jetzt wurde sie nach einer geplanten Zwischenanalyse auf Empfehlung des unabhängigen Überwachungskomitees abgebrochen.
Therapiekonzept nicht nützlich und potenziell gefährlich
Nach den bisherigen Daten gilt es als unwahrscheinlich, dass Aliskiren zusätzlich zu einer blutdrucksenkenden Standardtherapie mit einem ACE-Hemmer oder Angiotensin-II-Antagonisten für die Patienten von Nutzen ist. Außerdem traten in der Aliskiren-Gruppe im Vergleich zu Plazebo mehr Schlaganfälle, Nierenkomplikationen, Hyperkaliämien und Hypotonien auf.
Diese Ergebnisse entsprechen weitgehend denen der multinationalen Aspire-Studie (Einfluss von Aliskiren bei Patienten nach akutem Herzinfarkt und linksventrikulärer Ejektionsfraktion von höchstens 45 Prozent zusätzlich zu einer Standardtherapie). Das Therapiekonzept, das Renin-Angiotensin-System gleichzeitig an verschiedenen Stellen zu hemmen, scheint nicht erfolgversprechend und – zumindest bei Risikopatienten – potenziell gefährlich.
Nach einer Empfehlung der Europäischen Arzneimittelbehörde sollten Aliskiren-haltige Arzneimittel bei Patienten mit Diabetes mellitus vorerst nicht in Kombination mit ACE-Hemmern oder Angiotensin-II-Antagonisten verordnet und bereits entsprechend behandelte Patienten beim nächsten Routinekontakt auf eine Alternativtherapie umgestellt werden.